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Testbericht Nvidia GeForce GTX 650 Ti Boost: Ein kleiner Kepler kriegt den Turbo

Testbericht Nvidia GeForce GTX 650 Ti Boost: Ein kleiner Kepler kriegt den Turbo
Von , Don Woligroski

Kaum eine Woche nachdem AMD die Radeon HD 7790 vorgestellt hat, bringt Nvidia die GeForce GTX 650 Ti Boost. Ist die Neue eine ausgewogenere Karte als die ebenfalls GK106-basierte GeForce GTX 650 Ti? Gräbt sie der teureren Radeon HD 7850 das Wasser ab?

Dass einer der beiden großen Grafikkartenhersteller einen bestimmten Preispunkt praktisch unangefochten besetzen kann, ist extrem selten. Dennoch war genau dies bei Nvidias GeForce GTX 650 Ti der Fall, denn sie war über beinahe sechs Monate hinweg im Preisbereich um die 125 Euro aufwärts die spannendste Wahl. Umgekehrt konnte AMDs Radeon HD 7850 den Preisbereich ab 140 Euro aufwärts klar für sich reklamieren – entweder als preiswertere Variante mit 1 GB Speicher oder als besser ausgestattetes aber etwas teureres Modell mit der doppelten Speichermenge.

Vor noch nicht einmal einer Woche stellte AMD dann mit der laut UVP 139 Euro teuren Radeon HD 7790 eine Karte vor, die Nvidia das Leben im bis dahin konkurrenzlos gehaltenen Segment schwer machen sollte. Die neue Karte basiert auf der Bonaire-GPU, dem ersten Vertreter der Sea-Islands-Generation, und war so etwas wie ein Warnschuss vor Nvidias Bug. Heute schießt Nvidia mit der GeForce GTX 650 Ti Boost zurück und plant mit dieser Karte ein Stück von dem Marktsegment für sich zu erkämpfen, in dem sich die Radeon HD 7850 bislang ungestört austoben konnte.

Doch wo AMD die Radeon HD 7790 mit einem neuen Chip bestückt, kommt auch bei der GeForce GTX 650 Ti Boost der gleiche GK106-Grafikprozessor zum Einsatz, der bereits die GeForce GTX 650 Ti und GTX 660 antreibt. Diese beiden umrahmen preislich die exakt die Radeon HD 7850, die die neue Karte im Visier hat. Es ist also naheliegend, diese sehr erfolgreiche GPU einzusetzen, um auch diese Lücke zu füllen, und genau das tut Nvidia mit der heutigen Neuvorstellung.

Vereinfacht gesagt kombiniert Nvidia bei der GeForce GTX 650 Ti Boost die allgemeine Shaderkonfiguration der GeForce GTX 650 Ti mit dem Back-End und dem 192 Bit breiten Speicherinterface der GTX 660. Wir meinen, dass das ein guter Schachzug ist. An mehreren Stellen hat sich inzwischen gezeigt, dass die Achillesferse der GTX 650 Ti ihr vergleichsweise geringer Speicherdurchsatz ist. Obwohl der dritte, asymmetrische GPC der GK106 GPU bei der neuen Karte deaktiviert wird, bleiben sämtliche ROP-Partitionen und die drei 64-Bit-Speichercontroller unangetastet. Der Ergebnis ist ein Chip mit vier Streaming Multiprocessors, die über insgesamt 768 CUDA Kerne und 64 Textureinheiten gebieten. Drei ROP-Cluster berechne pro Takt bis zu 24 Full-Color Rasteroperationen, und dank der drei 64-Bit-Controller ist das Speicherinterface 192 Bit breit.

Zusätzlich steigt der GPU-Takt auf 980 MHz, liegt also 55 MHz höher als bei der bisherigen GTX 650 Ti und ist identisch mit dem der GTX 660. Wie der Name schon verrät, aktiviert Nvidia bei diesem Modell zudem GPU Boost und wirbt damit, dass der Kerntakt typischerweise bei 1.033 MHz liegen soll. Zusammen mit dem 1.502 MHz schnellen GDDR5-Speicher, der wie auf der GTX 660 für einen Durchsatz von 144,2 GB/s sorgt, geben uns all‘ diese technischen Daten guten Grund dazu, optimistisch zu sein, dass die GeForce GTX 650 Ti Boost eine sehr ausgewogene Karte sein dürfte. Von den Eckdaten her würden wir jedenfalls erwarten, dass sie von der Performance her näher an GeForce GTX 660 als der 650 Ti liegt. Ob das zutrifft, werden uns die Benchmarks verraten.

Da dies schon das dritte Mal ist, dass Nvidia die GK106-GPU in einem neuen Modell ins Rennen schickt, gibt es bei den Features eigentlich nichts Neues zu berichten. Wer mehr über diesen Grafikprozessor erfahren will, dem empfehlen wir unseren Launchartikel Nvidia Geforce GTX 650 und 660 im Test: Kepler in neuen Preisregionen.


GeForce GTX 650 TiGeForce GTX 650 Ti Boost
GeForce GTX 660Radeon HD 7850
Shader Cores
768768960
1,024
Textureinheiten
6464
80
64
Color ROPs
1624
24
32
Strukturgröße
28 nm
28 nm28 nm28 nm
Kern-/Boost-Takt925 MHz980/1,033 MHz980/1,033 MHz
860 MHz
Speichertakt
1,350 MHz GDDR51,502 MHz GDDR5
1,502 MHz GDDR5
1,200 MHz GDDR5
Speicherbus
128-bit
192-bit
192-bit
128-bit
Speicherdurchsatz
86.4 GB/s144.2 GB/s144.2 GB/s153.6 GB/s
Speicher
1 or 2 GB GDDR5
 1 or 2 GB GDDR5
2 GB GDDR5
1 or 2 GB GDDR5
Stromanschlüsse
1 x 6-pin1 x 6-pin
1 x 6-pin1 x 6-pin
Maximale TDP
110 W134 W140 W
130 W
Preis*
ab ca. 125 Euro
1GB: ~145 Euro (UVP)
2GB:
~165 Euro (UVP)
ab ca. 180 Euro
ab ca. 140 Euro

*Alle Preise laut Geizhals Preisvergleich (www.gh.de) am 26.03.2013. Es werden nur Preise verfügbarer/lieferbarer Karten berücksichtigt.

Die Unterschiede zwischen Nvidias Karten sind zwar wichtig, aber viel mehr interessiert uns eigentlich, wie das Duell zwischen der GeForce GTX 650 Ti Boost und einer Radeon HD 7850 ausgeht.

GeForce GTX 650 Ti Boost: Die Referenzkarte

Da die GeForce GTX 650 Ti Boost exakt die gleiche GPU und das gleiche Speicherinterface mitbringt, überrascht es nicht, dass sie der Referenzkarte der GeForce GTX 660 sehr stark ähnelt. Genau genommen konnten wir zwischen den beiden äußerlich keine Unterschiede feststellen. Selbst die Platine scheint die gleichen Leiterbahnen zu nutzen. So stimmen auch die Abmessungen überein, und die Referenzkarte misst 24,13 x 11,43 x 3,81 cm.

Wie schon bei der GeForce GTX 660 ist die Karte selbst eigentlich nur knapp 18 cm lang, während die restlichen gut siebeneinhalb Zentimeter aufs Konto des Lüfters und dessen Verschalung gehen. Es gibt aber auch Modelle der GTX 660 mit kleinerer Kühllösung, und ist es sehr wahrscheinlich, dass auch kürzere Varianten der GeForce GTX 650 Ti Boost im Markt auftauchen werden. Auf der Kartenrückseite sind vier der Speicherchips sehr einfach zu erkennen.  

Nvidias Referenzkarte der GeForce GTX 650 Ti Boost gibt sich auch bei den Anschlüssen als Zwilling der GTX 660 und trägt an ihrer Rückseite zwei Dual-Link DVI-Ausgänge, eine HDMI-Buchse und einen DisplayPort. Beide können bis zu vier Monitore parallel antreiben.

Die TDP liegt mit 134 Watt aufgrund der geringeren Anzahl der aktiven CUDA-Kerne etwas niedriger als bei der GeForce GTX 660. Wie bei der großen Schwester hilft ein 6-Pin-PCIe-Stromstecker ihren Stromdurst zu stillen. Gekühlt wird die Karte von einem 65-mm-Radiallüfter, der seine Abluft am Kartenende aus dem Gehäuse bläst. Eine einzelne SLI-Kontaktreihe verrät uns, dass bis zu zwei Grafikkarten parallel als SLI-Gespann rechnen dürfen, während Konfigurationen mit drei oder vier GPUs nicht möglich sind.

1 Kommentar anzeigen.
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  • aarfy , 26. März 2013 15:29
    Zitat :
    Laut Nvidia passt die GeForce GTX 650 Ti Boost am besten zu Displays mit einer nativen Auflösung von 1920x1080, weshalb wir uns beim unseren Tests auf diese Auflösung beschränken werden. Wer bei höherer Auflösung oder auf mehreren Displays spielen will, wird sich wohl mit dem Gedanken anfreunden müssen, sich ein größeres Modell mit einer potenteren GPU und einem breiteren Speicherbus zuzulegen.


    Soso .. keine Karte fällt irgendeinem der getesteten Games bei fullHD & Maximaleinstellungen unter 40fps aber wir brauchen eine größere Karte für 1440p/1600p ^^ ... Würd ich auch sagen wenn ich NVidia heissen würde, aber _nur_ dann.
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