[UPDATE] Roundup Gehäuse und Tower, Stand März 2017

Fractal Design Define Mini C (Mini-Tower, Micro-ATX)

Fractal Design lässt dem Define Mini für Micro-ATX- und ITX-Systeme mit der Version "C" ein Update angedeihen, das dem schlichten Gehäuse eine noch gefälligere, cleanere Optik sowie - dank eines zeitgemäßeren Aufbaus - mehr Vielseitigkeit verleiht.

Die dem beliebten Define Mini spendierte Frischzellenkur wertet das Gehäuse optisch wie funktional deutlich auf. Im Gegensatz zum Vorgänger wird auf die einzelne, optisch wenig ansprechende und nach außen gewölbte Lüfteröffnung im Deckel verzichtet. Stattdessen setzen die Schweden beim überarbeiteten schallgedämmten Mini-Gehäuse auf eine abnehmbare Blende: Sollen hier Zusatzlüfter oder ein Radiator verbaut werden, liegt ein zusätzlicher Staubschutzfilter bei, der optional montiert werden kann - angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Kompaktwasserkühlungen eine sinnvolle Neuerung.

Die Fronttür fällt dafür leider weg. Auch wenn das kleine Gehäuse dem aktuellen Trend folgt, auf Einbauschächte für optische 5,25-Zoll-Laufwerke zu verzichten, wäre zumindest der frontale Staubschutzfilter durch eine Tür besser erreichbar geblieben. Relativierend anzumerken sei diesbezüglich jedoch, dass dies jedoch allenfalls das Gezeter eines Staubfreiheitsfanatikers mit Putzfimmel und Hang zur Bequemlichkeit ist.

Weitere direkt ersichtliche Änderungen gibt es im Innenraum: Die Verteilung der Festplatten und SSDs wurde grundlegend geändert, so dass nun sämtliche Speicherlaufwerke außerhalb des Sichtfeldes eingesetzt werden können. Das C-Modell fasst nicht mehr ganz so viele 3,5-Zoll-Festplatten wie der Vorgänger, aber angesichts des vermehrten Einsatzes von SSDs entspricht das dem Zeitgeist und orientiert sich am aktuellen Nutzerverhalten.

Zusätzlich gibt es nun auch einen Netzteiltunnel. Da in diesem Bereich eine Lochung zum Einsatz kommt, kann das Netzteil alternativ so herum montiert werden, dass es warme Luft aus dem Gehäuseinneren ansaugt und herausbefördert. Selbst diese Verblendung lässt sich teilweise entfernen; dann fasst das Define Mini C an der Front sogar einen 28-cm-Radiator.

Am Preis ändert sich dennoch kaum etwas: Fractal Design kommunizierte kurz vor dem Launch für beide Ausstattungsvarianten des Define Mini C einen Preis von 81,99 Euro (ohne Seitenfenster) bzw. 86,99 Euro (mit Seitenfenster).

Define Mini C ohne FensterDefine Mini C ohne FensterDefine Mini C mit FensterDefine Mini C mit Fenster

  

Wem das Gehäuse zu klein ist, aber Aufbau und Design mag, greift zum größeren Define C, das mit 86,99 bzw. 92,99 Euro kaum teurer ausfällt.

Technische Spezifikationen

Verpackung und Lieferumfang

Fractal Design verpackt typischerweise in nüchterner Kartonage - so auch beim Define Mini C der Fall.

Der Lieferumfang umfasst neben einer mehrsprachigen, groß bebilderten und ausführlichen Montageanleitung in sehr guter Druckqualität das nötige Montagematerial, ein paar Kabelbinder und natürlich den bereits erwähnten, optional nutzbaren Staubschutzfilter für die Deckelblende.

Außenansicht: Maße und Verarbeitung

Über die hohe Grundstabilität der Define-Gehäuse muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden - und auch das Mini C verweist sich als verwindungssteif, robust und solide. Die Stahlblechteile des 39,9 x 21 x 39,9 cm großen Mini-Towers verfügen über eine strapazierfähige Lackierung. Auch die Kunststofffront stellt nicht zuletzt dank der Oberflächentexturimitation von gebürstetem Aluminium eine schicke und im Vergleich zu Aluminium deutlich robustere Alternative dar.

Eine Vielzahl von Halte-Pins an der Innenseite sorgt dafür, dass die Frontblende stets stramm und sicher am stählernen Innenkäfig des Gehäuses sitzt. Um sie abziehen zu können, muss vorher der Staubschutzfilter im Gehäuseboden entfernt werden.

Bedingt durch die neue, im Auslieferungszustand vormontierte Deckelblende wirkt das Define Mini C sehr viel ausgeglichener als der Vorgänger. Die Farbtonabweichung zwischen Kunststoff- und lackierten Stahlblechbauteilen ist unter normalen Einsatzbedingungen kaum wahrnehmbar, das Gehäuse wirkt im Alltagseinsatz wie aus einem Guss.

Üblich sind bei Fractal Design auch die Rändelschrauben, die die Seitenteile halten und auch nach dem Lösen an selbigen verbleiben. Die Seitenteile selbst schließen übrigens sehr gut und gleiten wie von selbst in die richtige Position: Hier macht sich der Einsatz von stabilem, umgefalztem Stahlblech statt fragiler Haltenasen an der Innenseite bemerkbar.

Bekannt sind auch die Standfüße aus verchromtem Kunststoff, an deren Unterseite weiches Gummi statt Moosgummi zum Einsatz kommt. Dadurch steht das Gehäuse sicherer auf glatten Flächen und lässt sich nicht verschieben.

Außenansicht: Schnittstellen und Bedienelemente

Das Schnittstellenangebot an der Gehäusefront könnte einigen Anwendern mit nur zwei USB-3.0-Steckplätzen etwas zu sparsam sein. Glücklicherweise verzichtet Fractal Design auf eine Farbkodierung der Steckplätze: Schwarze Buchsen passen einfach besser zum schlichten Erscheinungsbild als die blaue Alternative.

Zusätzlich gibt es einen schick gestalteten Einschalttaster mit blau beleuchteter Umrandung, einen kleinen Reset-Taster und HD-Audio-Anschlüsse (Kopfhörer, Mikrofon). Die Status-Leuchte an der Oberkante der Front ist ebenfalls blau illuminiert.

Innenraum: Belüftung, Staubschutz & Dämmung

Dank des überarbeiteten Innenraums bietet Fractal Designs Define Mini C gerade im Hinblick auf die Komponentenkühlung mehr Flexibilität als der Vorgänger.

Zunächst einmal sind alle relevanten Bereiche mit gut erreichbaren und stabilen Staubschutzfiltern versehen: Der Filter an der Unterseite lässt sich nach vorne herausziehen, während zum Entfernen des Frontfilters die Frontblende abgezogen werden muss. Das geht mit einem Griff unproblematisch von der Hand, vorher muss allerdings zwingend der Filter im Boden entnommen werden.

Optional ist der Einsatz des beiliegenden Staubschutzfilters an der Oberseite des Gehäuses - ab Werk ist hier eine schallgedämmte Blende verbaut. Diese lässt sich jedoch durch Druck auf einige Haltenasen von innen entfernen. Wer die Möglichkeit zur Montage von Zusatzlüftern nutzen möchte, kann von oben einen Filter mit Magnetstreifenhalterung auf das Define Mini C legen.

Ab Werk spendiert Fractal Design dem Gehäuse zwei Lüfter – für normale Gaming-Systeme sollte das in der Regel ausreichen. Wer Wert auf eine bessere Gehäusebelüftung legt, kann bis zu drei weitere Lüfter unterbringen.

Wir vermissen lediglich eine Lüftersteuerung oder einen Lüfter-Hub, denn wer ein Mini-ITX-Board nutzt, hat oft nur einen einzigen Lüfteranschluss zur Verfügung. Für die Nutzung beider Lüfter im Define Mini C ist also bereits wenigstens ein Y-Adapter nötig, während die Nutzung optionaler Lüfter nach einer anderen Anschlussart verlangt.

Fractal Design Define Mini C: Gehäusebelüftung
PositionAb Werk verbautOptional nachrüstbar
Front1x 12 cm Fractal Design Dynamic X2 GP-12: 1200 U/min, 3-Pin1x zusätzlicher 12 cm Lüfter oder Tausch gegen 2x 14 cm
Top-2x 12 cm
Heck1x 12 cm Fractal Design Dynamic X2 GP-12: 1200 U/min, 3-Pin-

Ansonsten ist das Define Mini C rundum schallgedämmt. Entsprechende Matten finden sich an Front, Deckel und Seitenteilen – nur die Version mit Sichtfenster verzichtet im Bereich des Fensters nachvollziehbarerweise auf ein zusätzliches Dämmelement.

Innenraum & Montage: Wasserkühlung

Vor allem Anhänger von wassergekühlten Systemen profitieren von den Änderungen der neuesten Version des Define Mini: Das Gehäuse fasst maximal einen 28 cm großen Radiator an der Front und ein 24 cm großes Exemplar am Gehäusedeckel.

Vorbildlicherweise gibt der Hersteller alle weiteren Einschränkungen bei den Maßen direkt im beiliegenden Handbuch an - Angaben zur möglichen Dicke von Radiatoren sind leider immer noch bei viel zu vielen Herstellern Mangelware.

Einem Radiator an der Front kann durch Entfernen des Festplattenkäfigs und eines Teils der Netzteiltunnelblende mehr Platz verschafft werden. Der Radiator im Deckel profitiert dagegen von den seitlich versetzten Anschraubpunkten - so kommt er weniger schnell den übrigen Komponenten in die Quere.

Fractal Design Define Mini C: Wasserkühlung
PositionRadiatorgrößeEinschränkungen
Front12/14/24/28 cm- Für den Einsatz eines 28-cm-Radiators müssen der 3,5-Zoll-Festplattenkäfig und ein Teil der Bodenblende im Gehäuse entfernt werden.
- Maximale Radiatorbreite: 14,5 cm; Maximale Radiatordicke inkl. Lüftern: Im Regelfall bis 10 cm, sonst kann es zu Kontakt mit Bauteilen auf dem Mainboard kommen. Beim Einsatz eines ITX-Mainboards ist etwas mehr möglich.
- Erfordert der Radiator das Entfernen des HDD-Käfigs und des darüber liegenden Teils der Netzteiltunnelblende, sind maximal 13,5 cm Dicke möglich.
- Es ist möglich, die Fronlüfter nach dem Entfernen des Staubschutzfilters von vorne am Gehäuse festzuschrauben: Dadurch kann mehr Platz für einen Radiator gewonnen werden, staubbedingt sollten die Lüfter dann aber die warme Luft an dieser Stelle aus dem Gehäuse herausleiten.
Top12/24 cm- Um Inkompatibilitäten zu vermeiden empfiehlt Fractal Design, RAM mit einer maximalen Bauhöhe von 4 cm einzusetzen.
Heck12 cm- Maximale Radiatorbreite: 12,5 cm

Montage: Netzteil und Kabelmanagement

Das Netzteil wird von hinten ins Define Mini C geschoben. Hier ist zunächst ein mit zwei Rändelschrauben befestigter Halterahmen zu entfernen, mit dem das Netzteil dann verschraubt wird, bevor der Anwender es von hinten in das Gehäuse gleiten lässt. Eine Entkopplung ist zum Boden hin vorgesehen.

So passen bis zu 22,7 cm lange Netzteile (einschließlich abstehender Kabel) in das Gehäuse. Wer noch mehr Platz benötigt, muss den Festplattenkäfig entfernen – das sollte bei aktuellen Stromspendern ungeachtet der Leistungsklasse allerdings nicht nötig sein.

Die Möglichkeiten zum sauberen Verlegen der Kabel im Gehäuse profitieren natürlich ungemein vom vorhandenen Netzteiltunnel: So viele Stromkabel wie nötig bzw. deren nicht benötigten Zentimeter können hier verstaut werden.

Fractal Design bietet zum einen sehr viele Ösen, an denen genutzte Kabel mittels Kabelbindern an der Rückseite des Mainboard-Trays festgezogen werden können, und andererseits einen eigenen Kabelkanal an der Gehäusefront, in dem sich ab Werk die Verbindungen zu den Frontanschlüssen befinden. Hier gibt es bereits mehrere Klettstreifen, um weitere Kabel zu Strängen zusammenzufassen, die bis zu drei Zentimeter dick werden dürfen. Bis zu 1,7 Zentimeter stehen direkt hinter dem Mainboard-Tray zur Verfügung.

Sehr gut gelungen ist auch die Platzierung der gummierten Kabeldurchlässe: Zwei kleinere an der Oberkante und zwei große an der Vorderkante des Mainboards reichen völlig aus, zumal es für das Verlegen kleiner Kabel zur Unterseite des Mainboards zusätzliche, kleine Öffnungen im Netzteiltunnel gibt.

Montage: Optische Laufwerke und Festplatten

Fractal Design verzichtet auf eine Montagelösung für optische Laufwerke im 5,25-Zoll-Format, hat dem Define Mini C dafür aber ein gut durchdachtes Laufwerksmanagement für mechanische Festplatten und SSDs spendiert: Bis zu zwei 3,5 Zoll große Festplatten werden von unten entkoppelt auf Laufwerksschlitten verschraubt und in einem Käfig an der Front untergebracht. 2,5-zöllige Laufwerke lassen sich hier ebenfalls nutzen, allerdings nicht entkoppelt montieren – aber für SSDs ist das ja ohnehin unerheblich.

Der Käfig lässt sich komplett entfernen. Sollte dies nötig sein, weil ein 28-cm-Radiator an der Front verbaut wird, dann kann immer noch ein 3,5 Zoll großes Laufwerk genutzt werden. Entsprechende Montagepunkte sind im Gehäuseboden vorhanden. Auch hier steht die Möglichkeit zur entkoppelten Montage zur Verfügung: Einfach die entsprechenden Gummipuffer von einem der beiden Laufwerksschlitten entfernen und in die entsprechenden Aussparungen am Gehäuseboden stecken und schon lässt sich hier eine Festplatte von unten verschrauben.

Zusätzlich fasst das Define Mini C bis zu drei SSDs im 2,5-Zoll-Format: Hier hat Fractal Design über der Öffnung im Mainboard-Tray auf der Rückseite des CPU-Sockels einen entsprechenden Rahmen angebracht, auf dem die Laufwerke montiert werden können.

Im Hinblick auf die Temperaturentwicklung empfiehlt es sich, zuerst den Montageplatz zu nutzen, der sich am weitesten vom CPU-Sockel entfernt befindet - denn auch auf der Rückseite der CPU kann es sehr heiß werden.

Montage: Mainboard, CPU-Kühler, und Grafikkarte

Erfreulich üppig fallen die Abmessungen aus, die für die Nutzung eines Luftkühlers zur Verfügung stehen. Hier gibt es einen kleinen Unterschied zwischen der Variante mit und ohne seitlichem Sichtfenster, aber letztlich können in beiden Gehäusen fast alle aktuellen High-End-Kühler verbaut werden.

Lange Grafikkarten sind ebenfalls kein Problem für das Define Mini C: Eine GeForce GTX 1080 passt bereits, ohne dass der Gehäusefrontlüfter umplatziert werden muss.

Da die neueste Version des Gehäuses fünf PCI-Slots bietet, sind auch Multi-GPU-Gespanne aus Dual-Slot-Grafikkarten mit einem Slot Kühlerabstand zueinander denkbar – so denn ein passendes Micro-ATX-Mainboard mit entsprechender PCIe-Slot-Aufteilung gewählt wird.

Fractal Design Define Mini C: CPU-Kühler und Grafikkarte
BauteilMaximale Höhe/LängeAnmerkungen
CPU-Kühler17/16,8 cm (Gehäuse mit / ohne Sichtfenster)-
Grafikkarte31,5 cmGrafikkarten mit bis zu 33,5 cm möglich, wenn der Frontlüfter auf Höhe der Karte entfernt wird.

Messwerte: Temperaturentwicklung

Das kleine Fractal Design Define Mini C wurde als Tower-Gehäuse für kleine Systeme konzipiert. Dementsprechend kommt hier auch nicht unsere ATX-Plattform mit Sockel-2011-3-System zum Einsatz, sondern es wird auf ein ITX-System für Intels Mainstream-Sockel 1151 zurückgegriffen: Ein Intel Core i5-6600K mit Standard-Taktung auf einem MSI Z170I Gaming Pro AC. Das Gehäuse hat keine Probleme damit, auch lange Grafikkarten aufzunehmen, also greifen wir hier zu unserer üblichen Gigabyte GeForce GTX 970 Gaming G1.

Die Belüftungssituation im Mini C ist bereits mit werkseitiger Lüfterbestückung sehr gut: Die Grafikkarte bleibt bei maximal 59°C, ihr Lüfter dreht dadurch überwiegend nur mit knapp über 1900 U/min. Die Werte der CPU-Temperatur bewegen sich ebenfalls in komfortablem Abstand zu den von Intel festgesetzten Maxima für den Dauerbetrieb: Eine durchschnittliche Kerntemperatur von knapp 54°C lässt sogar Spielraum für Übertaktung.

Fractal Design Define Mini C: Temperaturentwicklung
Raumtemperatur20,2 °C
CPU Package54,9 °C
CPU Core Ø53,9 °C
GPU59 °C (Lüfter 60% = 1940 U/min)
HDD42 °C
SSD38 °C

Wärmer wird es bei den Speicherlaufwerken: Die SSD haben wir für den Test an der Rückseite des Mainboard-Trays platziert; sie erreicht hier mit 38°C eine höhere Temperatur als in einem Laufwerkskäfig, der direkt vor einem Gehäuselüfter platziert wurde. Noch etwas wärmer dürfte ein derartiges Laufwerk werden, wenn eine Montageposition näher an der Rückseite des CPU-Sockels gewählt wird - das gilt aber auch für den Einsatz von SSDs in Notebooks.

Die 3,5-Zoll-Festplatte leidet ebenfalls ein wenig darunter, dass sie nicht direkt vor einem Gehäuselüfter sitzt: Der von Fractal Design angebrachte Frontlüfter wurde so positioniert, dass er seinen Luftstrom sinnvollerweise vor allem CPU und GPU zur Verfügung stellt. Wer eine besser gekühlte Festplatte wünscht und nur ein einziges Exemplar einsetzt, könnte also den Festplattenkäfig entfernen, das Laufwerk an den Montagelöchern im Gehäuseboden entkoppelt verschrauben und dann einen Zusatzlüfter im Gehäuse montieren, der auf Höhe der HDD arbeitet.

Messwerte: Lautstärke

Das weitgehend schallgedämmte Fractal Design Define Mini C – die Version ohne seitliches Sichtfenster dürfte noch einen Hauch weniger Geräusche nach außen dringen lassen – schlägt sich in der Disziplin der Lautstärkeentwicklung erwartungsgemäß gut: Bis zu 39,8 bis 40,4 dB(A) können wir bei voller Auslastung und Lüfterdrehzahl aller Komponenten messen.

Die Gehäuselüfter sowie der Lüfter auf dem CPU-Kühler (rund 1400 bis 1450 U/min) arbeiten in diesem Szenario ungeregelt mit maximaler Drehzahl, lediglich die Grafikkarte greift auf die integrierte Regelung zurück.

Die Gehäuselüfter allein arbeiten mit knapp über 1200 U/min und emittieren dabei bereinigt um die regulären Komponenten 36,9 bis 37,4 dB(A) - das ist weit entfernt von den orkanartigen Geräuschemissionen mancher weitegehend offener Gehäuse mit schneller drehenden Lüftern.

Dennoch empfehlen wir Anhängern von Silent-Systemen, unbedingt darauf zu achten, dass das ausgewählte Mainboard zwei Gehäuselüfter regeln kann oder aber dass vor dem Zusammenbau des Systems gleich ein entsprechender Y-Adapter mitbestellt wird. Denn unser MSI-Mainboard bietet beispielsweise nur einen Lüfteranschluss.

Fractal Design Define Mini C: Lautstärke
Position
nur Gehäuse (max. U/min)Volllast (max. U/min)
vorn37,4 dB(A)39,9 dB(A)
oben links37,2 dB(A)40,4 dB(A)
oben rechts36,9 dB(A)39,8 dB(A)

Das Define Mini C verzichtet leider auf einen integrierten Lüfterhub oder die Möglichkeit zur Lüftersteuerung über einen Schieberegler oder Schalter - gerade bei einem Mini-Gehäuse mit der Möglichkeit zur Unterbringung zusätzlicher Lüfter wäre eine derartige Beigabe jedoch sinnvoll.  

Fazit: Guter Micro-ATX-Tower mit zeitgemäßem Innenaufbau

Fractal Designs Define Mini C ist gegenüber dem direkten Vorgänger eine durchweg gelungene Evolution: Dank der Blende (wahlweise durch Staubschutzfiler ersetzbar) an der Oberseite ist die Optik noch cleaner und im Innenraum gibt es einen flexibleren Aufbau.

Die Montagepositionen für Laufwerke wurden komplett überarbeitet, um mehr Spielraum bei der Montage von Radiatoren zu schaffen. Zudem gibt es einen schicken Netzwerktunnel und alle Laufwerke werden außerhalb des direkten Sichtfeldes platziert.

Eine solide und robuste Verarbeitung paart sich mit dem bekannten, zeitlos-eleganten Design - die Gründe, wegen denen sich die Define-Gehäusereihe großer Beliebtheit erfreut.

Die direkte Konkurrenz der Micro-ATX-Tower bis 100 Euro (Cooler Master MatserCase Pro 3, Fractal Design Arc Mini R2, Nanoxia Deep Silence 4, Cooler Master Silencio 352M) ist etwas günstiger, bietet dafür aber überwiegend etwas weniger Chique oder verzichtet auf eine Schalldämmung.

Einzig einen integrierten Lüfter-Hub oder gar eine Lüftersteuerung (wie beispielsweise bei Arc Mini 2 oder Deep Silence 4 vorhanden) vermissen wir beim Define Mini C: Gerade Mainboards für Mini-Systeme bieten nicht zwingend genügend Lüfteranschlüsse, um ohne Rückgriff auf Adapter oder eine zusätzliche Lüftersteuerung glücklich werden zu können. Hier sollte also beim Kauf entsprechende Peripherie gleich mitbestellt werden.

Für einen Straßenpreis von voraussichtlich etwa 80 Euro (UVP ab 81,99 Euro) ist das Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings gut: Das Define Mini C ist dem gleich teuren Define Mini vielleicht mit Ausnahme der fehlenden Fronttür im Hinblick auf die Flexibilität überlegen - bis auf die fehlende Lüftersteuerung.

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14 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • DConan123
    Die Tabelle der Temperaturentwicklung sollte vielleicht noch einmal überarbeitet werden, aber ansonsten schöner Test, vielen Dank dafür!!!
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  • Myrkvidr
    Huch, da war wohl der bösartige copy/paste-Teufel unterwegs - ist gefixt, danke :)
    1
  • alterSack66
    Wär mir zu löchrig.
    0
  • derGhostrider
    Interessanter Bericht für ein recht interessantes Gehäuse.
    Mir gefällt die ungewöhnliche Ausrichtung des Boards und das Platzangebot in der vorderen Kammer.

    Wenn man sogar schon einen Deckel aufsetzt, der alles optisch versteckt, wieso wird dann ausgerechnet oben unter diesem Deckel nicht mehr für Abluft vorbereitet?

    Die gesamte Ausrichtung schreit nach Konvektion, wie im Artikel auch geschrieben, und dann ist oben alles zu bis auf je 1x 140mm Loch pro Kammer.
    Das ist irgendwie unlogisch.
    1
  • Myrkvidr
    Guter Punkt! Ich habe gerade nochmal geschaut - in der hinteren Kammer wäre ohne weitere Probleme ein Montageplatz für einen 360er Radiator unter dem DEckel möglich gewesen, vorn wegen der PCI-Slots nicht.
    Das wäre in jedem Fall sinnvoller gewesen, als die Montagemöglichkeit an der Rückseite - so hätte man auch die Radiatoren an den seitlichen Positionen von außen Luft ansaugen lassen und dann direkt nach oben hin wieder hinausführen können, ganz ohne messbaren Einfluss auf die Komponenten in der vorderen Kammer.
    1
  • derGhostrider
    Genau das ist der Punkt, der mir bei den hinteren Lufteinlässen für die Radiatoren nicht so recht gefällt. Einer, der seitlich rausbläst: Naja, geht. Dennoch wäre "einer oben" irgendwie praktischer.

    Man hätte vorne z.B. Lochblech "über" den PCI-Slotblechen einsetzen können. Wieviel Platz wäre über den Slotblechen gewesen? Hätte dort vielleicht auch ein Lüfter Platz gehabt? Also z.B. um Abluft von Retail-Graka-Lüftern wegzuschaffen?
    Hätte man nicht sogar Platz gehabt für flache Lüfter oben auf dem Gehäuse, also unter dem Dach an dieser Stelle?

    Nunja, vielleicht deswegen Showcase: Kühlung irgendwie nach hinten, dafür viel Bling-Bling vorne, fertig.
    Mir ist dabei bewusst, dass die Kühlung in dem großen Gehäuse spielend realisierbar sein wird. Das wird sicherlich mehr als hinreichend gut sein.
    Doch bei den Feinheiten hätte man bestimmt noch etwas nachen können.

    Andererseits: Jeder hat andere Prioritäten! Ich freue mich, dass Hersteller noch neue Designs ausprobieren und nicht nur "mehr Licht" oder "neue Frontplatte" rausbringen.
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  • capparezza
    Warum die beim Defini Mini C das Window so weit runter ziehen, wenn man im unteren letzten Abschnitt nur noch die Netzteilblende sieht? Finde ich ästethisch unpassend... ansonsten finde ich das Gehäuse schwer in Ordnung, könnte (natürlich ohne Window) mein nächstes werden.
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  • Derfnam
    Man könnte glatt meinen, dass das Material des Inter-Tech 0,8-mm-SECC-Stahl ist...
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  • firehorse
    Streacoms DB4: Eine E-Heizung für die Pariser Zweitwohnung ;D

    Mein derzeitiger Favorit ist immer noch der Thermaltake Core V21.
    http://de.thermaltake.com/products-model.aspx?id=C_00002559
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  • drno
    Ist ja originelle Idee - why not - wegen der einzigartigen modularen Stapelbarkeit! Ob die Verarbeitung ausreicht, dahinter steht bei dieser Marke für mich oft ein ? = Fragezeichen. Obwohl das Sortiment bei Lian sowas eigenwilliges auch gern macht, aber da weiß ich, daß zumindest minimal ausreichend nachgedacht wurde, bevor das Teil in den Markt kommt. Ein Beispiel..

    https://images10.newegg.com/NeweggImage/ProductImage/11-112-217-02.jpg
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  • alterSack66
    Wer stappelt schon Gehäuse :??:
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  • drno
    So kann man es auch sagen!^^
    Nur ein Hochstapler!
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  • derGhostrider
    Ich stapel Gehäuse! Im 19" Rack. Zählt das?

    Das Thermaltake-Gehäuse... nunja... da bräuchte ich schon eine Stichsäge, damit eines meiner Mainboards passt. Die Idee das Board waagerecht einbauen zu können finde ich jedoch gut. Und da sind wir dann schonwieder bei 19" Gehäusen.
    ;)
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