[UPDATE] Roundup Gehäuse und Tower, Stand März 2017

Raijintek Asterion Classic (Midi-Tower, E-ATX)

Gehörte Raijintek im Jahr 2013 noch zu den Neulingen, hat sich das Unternehmen nicht zuletzt durch eine oftmals gelungene Kombination aus Preis, Leistung und Design mittlerweile fest im Bereich der Prozessorkühlung und PC-Gehäuse etabliert. Nicht zuletzt aus diesem Grund bietet der Hersteller auch seit Ende 2016 die ersten Gehäuse an, die sich qualitativ und auch preislich im High-End-Segment platzieren wollen.

Das vorliegende Raijintek Asterion Classic stellt die entsprechende Interpretation eines Midi-Towers dar und bietet eine dem Zeitgeist folgende Kombination aus gebürsteten Aluminiumflächen (Front, Top und Boden) sowie Hartglas (Seitenteile). Diese gelingt Raijintek auf den ersten Blick außergewöhnlich gut, weshalb das Gehäuse auch einen zweiten, auf die Details abzielenden Blick wert ist.

Aktuell wird das Asterion in der Ausstattungsvariante Classic in zwei Farbvarianten angeboten: Front-, Top- und Bodenblende gibt es jeweils aus schwarzem oder silbernem, gebürsteten Aluminium.

Zudem soll noch eine Plus-Variante folgen: Diese verfügt über Seitenteile aus Kunststoff an Stelle von Glas, bietet dafür aber Schnellverschlüsse für die Seitenteile und die Möglichkeit, ein optisches Laufwerk im Slim-Format hinter der Frontblende zu montieren. Dafür fällt diese etwas tiefer aus als beim Asterion Classic, so dass aber auch zusätzliche, frontale Belüftungsöffnungen integriert werden konnten.

Was das Gehäuse insgesamt von der Masse abhebt, ist das stilsichere Design. Die Prädikate "schlicht" und "edel" werden hier nicht nur von einer PR-Abteilung auf das Gehäuse geklebt, sondern finden sich in Form verschiedener Details konkret in Stahl, Aluminium und Glas umgesetzt.

Technische Spezifikationen

Verpackung und Lieferumfang

Raijintek liefert das Asterion Classic in einer eher umweltfreundlich-schlicht gestalteten Umverpackung aus. Fehlende, seitliche Öffnungen im Karton erschweren allerdings den Transport.

Auch der Lieferumfang beschränkt sich auf das Nötigste: Montagematerial, zwei Kabelbinder, ein Piezo-Lautsprecher und eine sehr einfach gehaltene, aber ordentlich bebilderte mehrsprachige Montageanleitung liegen bei.

Außenansicht: Maße und Verarbeitung

Die Messlatte für die oftmals zitierte schlichte Eleganz wird von Raijintek mit dem optisch sehr gelungenen Asterion Classic eine Stufe höher gelegt: Die Formensprache, wie wir in etwas gedrungenerer Form bereits von kleineren Gehäusevarianten wie dem Metis, Styx oder Thetis kennen, sorgt auch bei der 46,4 x 23 x 52,5 cm großen und knapp unter 10,5 kg schweren Midi-Tower-Variante Asterion Classic für Aufsehen.

Um dem Gehäuse ein edles Finish zu verpassen, realisiert der Hersteller an der Front einen quer angefrästen, silbernen Zierrand, der übrigens exzellent verarbeitet ist: Wir hatten bereits Gehäuse im Testlabor, bei denen sich der Autor an derartigen Stellen beim Darübergleiten mit den Fingern eine Schnittwunde zulegte. Diese Gefahr besteht beim Asterion nicht.

Die Top-Blende fällt durch ihre zu den Seiten hin nach unten gebogene Form auf. Eine Rundung an Stelle eines rechteckigen Winkels sorgt an dieser Stelle ebenso für einen gelungenen Auftritt wie das geschickt in die Blende eingelassene Mesh-Belüftungsgitter, das gerade günstigen Gehäusen oftmals deplatziert und weniger elegant integriert wirkt.

Hinzu gesellen sich zwei Seitenteile aus Hartglas, die ebenfalls zwei Besonderheiten mitbringen. Da ist zunächst einmal die durchdachte Befestigung mit jeweils vier Muttern, die an der Unterseite gummiert wurden und die großflächigen Bauteile an den ebenfalls gummierten Gewindestiften halten.

Dadurch wird es möglich, alle vier Muttern zu entfernen, ohne dass die Seitenteile dem Anwender direkt entgegenkippen, denn die weiche Gummierung der Gewindestifte sorgt für einen brauchbaren Halt. Wer sie abzunehmen gedenkt, muss die Sichtfenster von der Rückseite des Gehäuses greifen und leicht nach vorn kippen. Die roten Aufkleber mit dem Glas-Hinweis lassen sich natürlich entfernen.

Beim Betrachten der Innenseite zeigt sich, dass sie mit an den Außenrändern mit einer matt-schwarzen Lackierung versehen wurden. Das bietet einen großen Vorteil: Werden die Seitenteile nach getaner Arbeit wieder angebracht, können sie mit den Fingern von innen eben an jenen lackierten Randbereichen gegriffen werden.

Das vermeidet im Anschluss an das neuerliche Anbringen Fettflecken im Innenraum, die zu spät bemerkt eine neuerliche Demontage zwecks Reinigung erforderlich machen würden.

Ein sinnvolles Konzept liegt auch den kleinen, verschraubten Standfüßen an der Unterseite des Gehäuses zugrunde. Sie bestehen jeweils aus weichem Vollgummi, was für eine bessere Entkopplung von der Standfläche als die Verwendung von dünn gummierten Kunststoffüßen sorgt. Zudem garantieren Schrauben statt Kleber für mehr Langzeithaltbarkeit.

Außenansicht: Schnittstellen und Bedienelemente

Am Frontpanel bietet Raijintek vier zeitgemäße USB-3.0- sowie die üblichen HD-Audio-Anschlüsse. Die USB-Stecker verfügen über die vorgesehene blaue Farbcodierung und setzen ein Mainboard mit zwei internen Headern voraus, um alle Anschlüsse mit voller Geschwindigkeit nutzen zu können.

Wer noch ein älteres Mainboard mit internen USB-2.0- oder nur einem einzigen USB-3.0-Header nutzt, wird von Raijintek ebenfalls nicht im Regen stehen gelassen: Die internen Stecker wurden als Y-Kabel konzipiert und können somit intern auch an die alten USB-2.0-Header angeschlossen werden.

Der Einschalttaster wurde an der im oberen Bereich der Gehäusefront platziert und verfügt über einen weiß beleuchteten Rahmen. Festplattenaktivität wird durch eine zusätzliche rote LED angezeigt.

Innenraum: Belüftung, Staubschutz & Dämmung

Werksseitig stattet Raijintek das Asterion Classic mit drei 12-cm-Lüftern aus, die mit jeweils rund 1350 bis 1450 U/min ans Werk gehen (gemessen bei laufendem System, keine offizielle Herstellerangabe). 

Zwei davon sitzen hinter der Gehäusefront und ein weiterer an der Rückseite. Die Lüfter gibt es nicht einzeln zu kaufen; sie werden aktuell ausschließlich in den Gehäusen des Herstellers eingesetzt. Aus diesem Grund ist auch keine konkrete Modellbezeichnung zu finden.

Alle drei Exemplare verfügen über einen halbtransparenten, rauchgrauen Rotor und eine weiße LED-Beleuchtung in Form eines O-Rings. Im Zusammenspiel mit den Seitenteilen aus getöntem Hartglas ergibt sich daraus ein schicker Effekt und die Beleuchtung wirkt nicht grell und störend.

Als erfreuliches Detail erspähen wir gummierte Rahmenecken, wodurch die montierten Lüfter zusätzlich vom Innenkäfig des Asterion Classic entkoppelt werden.

Während die beiden Frontlüfter wahlweise an einen regelbaren 3-Pin-Anschluss auf dem Mainboard oder mittels 4-Pin-Molex-Stecker direkt an ein Netzteil angeschlossen werden können, setzt der Hecklüfter ausschließlich auf einen 3-Pin-Lüfteranschluss. Das ist in dieser Kombination gar nicht einmal verkehrt, denn viele günstige Mainboards bieten teilweise nur einen zusätzlichen Anschluss für einen Systemlüfter.

Sollen weitere Lüfter angebracht oder die Montageposition der vorhandenen Modelle gerändert werden, bedarf es eines kleinen Eingriffs: Die Frontblende selbst kann nicht ohne weiteres entfernt werden, dafür lässt sich aber der unmittelbar hinter ihr platzierte Halterahmen für die Lüfter vollständig herausnehmen, der beidseitig von insgesamt vier Rändelschrauben im Innenkäfig gehalten wird. Nach der Demontage können Lüfter von vorn verschraubt werden – das gilt auch, wenn ein Radiator angebracht werden soll.

Eine Gehäusedämmung gibt es nicht, dafür aber Staubschutzfilterung an der Ober- sowie und Unterseite. Der Filter im Gehäusedeckel kann durch leichten Druck auf die Haltenasen im Gehäuseinneren (linke Seite) gelöst und dann nach oben herausgedrückt werden. Anschließend lassen sich auch hier weitere Lüfter montieren.

Ungewöhnlich ist die Befestigung der Staubschutzfilter an der Unterseite im Bereich der Ansaugöffnung des Netzteils sowie im vorderen Bereich - beide wurden verschraubt. Folglich bedarf es etwas Aufwands, um sie vollständig abnehmen zu können. Für die üblichen Reinigungsintervalle reicht es jedoch auch aus, sie einfach ohne vorherigen Demontage von unten mit dem Staubsauger zu reinigen und hierzu leicht seitlich anzukippen.

Noch eine Anmerkung zum generellen Belüftungskonzept: Das Asterion Classic bietet sich vor allem für den Einsatz von Kompaktwasserkühlungen an, die idealerweise unter dem Gehäusedeckel montiert werden, um anschließend warme Luft aus dem Gehäuseinneren herauszutransportieren. Die Belüftungsöffnung für einströmende Luft sitzt nämlich am Gehäuseboden, während die Front zumindest bei der Classic-Variante geschlossen ist.

Wer dennoch unbedingt auf eine Komponentenkühlung mittels Luftkühler setzen möchte und mit diesem Aufbau zu übertakten gedenkt (das gilt explizit für die CPU), greift zur Plus-Version: Diese bietet eine abweichende Frontblende, die nicht nur die Möglichkeit zur Montage eines optischen 5,25-Zoll-Laufwerks im Slim-Format bietet, sondern eben auch zusätzliche Einlassöffnungen an der Vorderseite.

Raijintek Asterion Classic: Gehäusebelüftung

Position

Ab Werk verbaut

Maximalbestückung

Front

2x 12 cm Raijintek 12025: rund 1400 U/min (eigene Messung), 3-Pin und 4-Pin-Molex

3x 12/2x14 cm

Top

-

3x 12/2x14 cm

Heck

2x 12 cm Raijintek 12025: rund 1400 U/min (eigene Messung), 3-Pin

1x 12/14 cm

Innenraum & Montage: Wasserkühlung

Zunächst einmal lässt sich ein Radiator der 28- oder 36-cm-Größenklasse an der Halteschiene hinter der Gehäusefront anbringen, die wir schon im Abschnitt zur Belüftung näher in Augenschein genommen hatten.

Sandwich-Lüfterbestückungen sind jedoch nur bei Modellen bis zu 24 cm Länge möglich. Die Anschraubpunkte der Montageschiene sind fix, sie lässt sich trotz vorhandenen Platzes nicht weiter nach oben verschieben.

Kommen also größere Radiatoren zum Einsatz, stehen bis zu 6,9 cm zwischen Montageschiene und dem Beginn des Netzteiltunnels zur Verfügung. Wer an der Front mehr unterbringen möchte, erhält immerhin die Gelegenheit, sowohl den Netzteiltunnel als auch den 3,5-Zoll-Laufwerkskäfig vollständig zu entfernen – dann sind dem Vorhaben kaum noch Grenzen gesetzt.

Angesichts der vorhandenen Be- und Entlüftungsöffnungen des Asterion Classic ist es aber ohnehin sinnvoller, die Radiatormontage an der Oberseite des Gehäuses vorzunehmen - hier können die Lüfter die Abwärme der Komponenten direkt aus dem Gehäuseinneren herausbefördern. Leider lassen sich auch 12 cm breite Radiatoren nicht seitlich versetzt anbringen.

Dadurch ist die Dicke von 28 oder auch 36 cm langen Modellen einschließlich Lüfter je nach verwendetem Mainboard auf rund 6,3 cm begrenzt: Das ist der Raum, der bis zur Oberkante der Hauptplatine zur Verfügung steht. Wie dick Radiator und Lüfter dann zusammen wirklich sein dürfen, hängt von der Dimensionierung der Kühlkörper an der Oberkante des Mainboards ab.

Raijintek Asterion Classic: Wasserkühlung

Position

Radiatorgröße

Einschränkungen

Front

28/36 cm

Große Radiatoren (28 und 36 cm) bis 6,9 cm Dicke inkl. Lüfter – ansonsten muss der Netzteiltunnel entfernt werden.

Top

28/36 cm

Radiatoren bis 6,3 cm Dicke inkl. Lüfter – mehr nur in Abhängigkeit vom Mainboarddesign

Heck

12/14 cm

-

Montage: Netzteil und Kabelmanagement

Raijintek bringt das Netzteil sowie einen Teil der möglichen Montageplätze für interne Speichermedien im 3,5-Zoll-Format in einem gesonderten Netzteiltunnel am Gehäuseboden unter. Zu diesem Zweck wird auf einen gesonderten Halterahmen gesetzt, mit dem das Netzteil verbunden und anschließend von hinten wieder in das Gehäuse geschoben wird.

Eine Entkopplung ist nicht vorgesehen – weder zur Rück- noch zur Unterseite hin, wo das Kleinkraftwerk auf zwei großen Kunststoffsockeln ruht. Da fast alle aktuellen und halbwegs wertigen Netzteile aber ohnehin keine relevanten Eigenvibrationen mehr generieren, ist darin kein Kritikpunkt zu sehen.

Im Auslieferungszustand stehen für Netzteil und abstehende Kabel 24,5 cm zur Verfügung. Somit ist es unwahrscheinlich, dass es hier eng wird. Alternativ lässt sich aber auch optional der verschraubte 3,5-Zoll-Laufwerkskäfig entfernen, um theoretisch auch über 40 cm lange Stromspender nutzen zu können.

Zwischen Mainboard-Tray und dem Seitenteil aus Hartglas stehen etwas mehr als 2,3 cm Platz zum rückseitigen Verlegen von Daten- und Stromkabeln zur Verfügung. Eingedenk der Tatsache, dass die meisten User hier aufgrund der Hartglasscheibe besonders sauber und mit kurzen Sichtwegen der Kabel arbeiten werden, ist das mehr als genug.

Hier schlägt aber auch der Tönungsgrad der Seitenteile positiv zu Buche: Wird die Rückseite des Mainboard-Trays nicht zusätzlich durch eigene Modding-Maßnahmen illuminiert, scheinen hier auch keine unschönen Kabelstränge durch. Ein Teil lässt sich auch ganz einfach im Netzteiltunnel selbst verstauen.

Neben mehreren Ösen zum Festzurren kleiner Kabelstränge bietet Raijintek auch viele Möglichkeiten, um Kabel zur Ober-, Vorder- und Unterkante des Mainboards sowie zu den Montagemöglichkeiten für Datenspeicher auf dem Netzteiltunnel (siehe unten) zu verlegen. Die vier gummierten Durchlässe halten ordentlich an Ort und Stelle.

Montage: Optische Laufwerke und Festplatten

Laufwerksschächte für DVD- oder Blu-Ray-Laufwerke sind im Asterion Classic nicht vorgesehen (Asterion Plus: 5,25-Zoll-Laufwerk im Slim-Format), dafür aber etliche Unterbringungsmöglichkeiten für Festplatten.

Wer die Datenträger außerhalb des Sichtfeldes platzieren möchte, verfrachtet diese zum Beispiel in den Festplattenkäfig mit zwei Einschüben für 3,5- und 2,5-zöllige Laufwerke. Für die größeren 3,5-Zoll-Modelle setzt Raijintek auf große Entkopplungsgummis. Dadurch ist die Festplatte zumindest in der Theorie richtig satt auf Gummi gelagert – in der Praxis auch, aber leider sind die Schrauben zumindest für einige 3,5-Zoll-Modelle zu lang. Somit weist die Haltelösung der Laufwerke im 3,5-Zoll-Einschub ein bis zwei Millimeter Spiel auf. 

Außerdem liegen die 3,5-Zöller dann so hoch, dass nicht mehr zwei übereinander in den Laufwerkskäfig passen. Auch eine Mischbestückung aus 2,5 und 3,5-Zoll-Laufwerk ist nur dann möglich, wenn das größere Laufwerk im oberen Schacht platziert wird. Am sinnvollsten erscheint es also, beim Wunsch nach zwei 3,5-Zoll-HDDs ein Exemplar hier im Festplattenkäfig und ein weiteres wie weiter unten beschreiben auf dem Netzteiltunnel unterzubringen. Dann lassen sich auch beide entkoppelt nutzen.

Aber: Zwei 3,5-Zöller übereinander oder eine Mischbestückung mit der größeren Platte unten lässt sich dann realisieren, wenn die eigentlich zur Entkopplung dienenden Gummis entfernt und die Schrauben zur alternativen Laufwerksmontage verwendet werden, denn die liegen für beide Formate mit jeweils feinerem und gröberem Gewinde bei.

Wer in den beiden Einschüben 2,5 Zoll Laufwerke anbringen möchte, greift hierzu von Anfang an auf die Schrauben zurück, die sonst auch für die Montage außerhalb der Einschübe genutzt werden. Das hat in diesem speziellen Fall zur Folge, dass es so aussieht, als wäre die Schraube selbst von unten am Kunststoffeinschub entkoppelt.

Schade, dass der Schaft oberhalb des eigentlichen Gewindes zu dick ist, um ihn durch die Öffnungen im Kunststoffeinschub zu stecken – ansonsten hätte man die Gummis abziehen und direkt zwischen Laufwerk und Einschub platzieren und so zur Entkopplung von 2,5-Zoll-Festplatten verwenden können. Beim Einsatz von SSDs ist das freilich unerheblich.

Alternative Montageplätze sind aber auch abseits des Käfigs vorhanden: Hierzu werden unter 3,5- sowie 2,5-Zoll-Festplatten von unten Schrauben mit Entkopplungsgummis angebracht.

Damit lassen sich die Laufwerke anschließend entkoppelt an mehreren Stellen im Gehäuse einhängen: Zwei 2,5- oder je ein 2,5- und 3,5-Zöller auf dem Netzteiltunnel und ein zusätzliches 2,5-Zoll-Laufwerk hinter den Frontlüftern auf dem Mainboardtray (von hinten oder vorn, also wahlweise innerhalb oder außerhalb des Sichtfeldes).

Diese sind dann aber nur gesteckt, nicht verschraubt – beim längeren Transport sollten zumindest 3,5-Zöller an diesen Positionen zur Sicherheit demontiert werden. Ansonsten hält die Lösung aber auch bei den schweren Laufwerken ordentlich.

Für den Test montieren wir die Laufwerke außerhalb des Sichtfeldes: Die 3,5-Zoll-Festplatte im Einschub unten vor dem Netzteil, die SSD oben vorn auf der Rückseite des Mainboardtrays.

Montage: Mainboard, CPU-Kühler und Grafikkarte

Auch ausgewachsene Systeme finden in diesem Gehäuse problemlos Unterkunft: Raijinteks Asterion Classic fasst Mainboards bis zum E-ATX-Formfaktor und bietet zudem acht PCI-Slot-Blenden an der Rückseite. Um hier Zugang zu erlangen, muss allerdings vorab eine Zierblende an der Rückseite des Gehäuses entfernt werden.

Angenehm groß fällt die Öffnung im Mainboard-Tray aus. Dadurch lassen sich mittels Backplate verschraubte CPU-Kühler tauschen, ohne dass das halbe System zerlegt werden muss.

Obgleich der Hersteller angibt, das Gehäuse fasse lediglich 34 cm lange Grafikkarten (Zahlendreher?), kommen hier auch deutlich längere Pixelschubser unter. Für die PCB-Länge stehen hier jeweils knapp unter 40,5 bzw. 43 cm zur Verfügung – je nachdem, ob sich an der Gehäusefront ein Lüfter auf Höhe der Grafikkarte befindet oder nicht.

Raijintek Asterion Classic: CPU-Kühler und Grafikkarte

Bauteil

Maximale Höhe/Länge

Anmerkungen

CPU-Kühler

18 cm

-

Grafikkarte

40,5 cm

43 cm, wenn sich kein Frontlüfter auf Höhe der Grafikkarte befindet.

Messwerte: Temperaturentwicklung

Wie bereits eingangs erwartet wird es im Asterion Classic etwas wärmer, wenn ausschließlich auf Luftkühlung gesetzt wird. Da das unsere Standardkühlung ist, kommen wir nicht um ihre Nutzung herum. Angesichts des Gehäusekonzepts ist aber wohl eine Wasserkühlung als Optimum zu sehen, zumal das Gehäuse ein reichhaltiges Angebot an Montagemöglichkeiten bietet.

Auch wenn das Asterion Classic am sinnvollsten mit Wasserkühlungskomponenten betrieben werden kann und hier ein reichhaltiges Angebot an Montagemöglichkeiten bietet, sind auch die Temperaturwerte im ausschließlich auf Luftkühlung beruhenden Standard-Testaufbau passabel.

Mit leistungsstarken Komponenten für Spieler bleiben sämtliche Bereiche ohne zusätzliche Übertaktung im grünen Bereich. Zusammen mit einem stärkeren CPU-Kühler als dem aus Kompatibilitätsgründen verwendeten Noctua NH-U12S sollte das Sicherheitspolster bei den Temperaturen selbst maßvolles Übertakten ermöglichen.

Raijintek Asterion Classic: Temperaturentwicklung

Raumtemperatur

20,3 °C

CPU Package

68,5 °C

CPU Core Ø

61,4 °C

GPU

63 °C (Lüfter 64 % = 2067 U/min)

HDD

41 °C

SSD

31 °C

Die Grafikkarte wird mit 63 °C zwar einige Grad wärmer als in sehr offen gestalteten Gehäusen, der massive Aufbau schluckt allerdings die aus der höheren Lüfterdrehzahl resultierenden Geräuschemissionen (siehe unten).

Wer eine geringere Festplattentemperatur wünscht, sollte über einen zusätzlichen Frontlüfter nachdenken: Wir haben das Laufwerk für den Test im Laufwerkskäfig im Netzteiltunnel untergebracht und hier erreicht es Idle-Werte von bis zu 41 °C bei knapp über 20 °C Raumtemperatur. Allerdings hat Raijintek die beiden vorhandenen Lüfter werksseitig so montiert, dass nur der Bereich oberhalb der Netzteiltunnels im direkten Luftstrom liegt.

Messwerte: Lautstärke

Die geschlossene Aluminiumfrontblende des Asterion Classic sorgt von sich aus für eine gute Schallisolation. In allen drei Messgängen zur Lautstärkeentwicklung, bei denen wir jeweils nur die Gehäuselüfter, das System im Idle-Betrieb (vornehmlich bestimmt durch die CPU-Kühler bzw. dessen Lüfter mit 1450 U/min) sowie das System unter Volllast (vornehmlich bestimmt durch den Grafikkartenlüfter) messen, erhalten wir aus 50 cm Entfernung von der Vorderseite her die geringsten Geräuschemissionen. Gegenüber den Messpunkten an den Seiten (jeweils diagonal von oben) ergeben sich so 0,6 bis 0,9 dB(A) weniger.

Bei maximaler Lüfterdrehzahl ist das Asterion Classic mit bis zu 39 dB(A) kein Silent-Gehäuse, aber wir messen hier auch mit maximaler Lüfterdrehzahl: Ein Mainboard mit wenigstens drei Headern für interne 3-Pin-Lüfter, der Einsatz von entsprechenden Y-Kabeln oder gar einer zusätzlichen Lüftersteuerung sorgt gerade im lastarmen Betrieb für eine deutlich geringere Lautstärkeentwicklung.

Die Option zu einer besseren Kühlleistung dank einer vergleichsweise hohen Maximaldrehzahl nehmen wir natürlich gern mit: Wer durchweg auf Lüfter mit unter 1000 U/min setzt, verschenkt am Ende nur die Möglichkeit auf einen besseren Luftdurchsatz, denn viele aktuelle Mainboards bieten mittlerweile eine feinkörnig justierbare Lüfterregelung.

Raijintek Asterion Classic: Lautstärke

Position

nur Gehäuse

Idle (max. U/min)

Vollast (max. U/min)

vorn

38,2 dB(A)

39,2 dB(A)

40,1 dB(A)

oben links

39,0 dB(A)

40,1 dB(A)

41,0 dB(A)

oben rechts

39,0 dB(A)

40,0 dB(A)

40,7 dB(A)

Selbst unter Volllast gehört das Asterion Classic dank der Front und der Hartglasscheiben nicht zu den lautesten Vertretern: Maximal 41 dB(A) sind in diesem Szenario einer synthetischen Komponentenauslastung in Ordnung, den Hauptanteil zum Gesamtschalldruckpegel trägt hier die Grafikkarte bei.

Fazit: Unschlagbar schick zum akzeptablen Preis

Raijintek im High-End-Bereich? Das ist neu, wenngleich das Asterion Classic auch hier versucht, sich über einen als noch vernünftig zu bezeichnenden Preis zu empfehlen: Rund 150 Euro sind gemessen an den Summen, die mittlerweile von manchem Konkurrenten aufgerufen werden, nicht überteuert - aber zweifellos auch kein Taschengeld.

Der Midi-Tower punktet vor allem mit einer eigenständigen und elegant-ausgewogenen Optik: Glatte Flächen in gebürstetem Aluminium und getöntem Hartglas entsprechen dem Zeitgeist, geschickt eingelassene Belüftungsöffnungen integrieren sich unauffällig und durch die weißen LED-O-Ringe der Gehäuselüfter ergibt sich in Kombination mit den getönten Sichtfenstern ein unaufdringlicher und ansprechender Effekt.

Das alles wirkt sehr stilsicher und wurde zudem gut verarbeitet umgesetzt: Mit Rundungen statt Ecken und kleinen optischen Akzenten gewandetet sich das Asterion Classic schmucker als manch anderer Midi-Tower, bei dem Schlichtheit schnell in Langeweile und ein liebloses Brotkasten-Design ausartet. Die Verarbeitung ist ebenso gut wie die Aufteilung des Innenraums samt den Möglichkeiten zum Kabelmanagement.

Kleine Abstriche müssen hier im Hinblick auf zusätzliche Ausstattungsmerkmale gemacht werden; im Gegenzug fällt der Preis vergleichsweise günstig aus. Das Asterion Classic bietet die nötige Grundausstattung, Erweiterungen wie beispielsweise ein Lüftersteuerung müssen selbst nachgerüstet werden.

Eine werkzeugfreie Komponentenmontage gibt es ebenfalls nicht – dafür halten Schrauben besser als viele der oft nur halbherzig umgesetzten Kunststoffhalterungen und Schnellspanner. Der Verfasser selbst setzt vorzugsweise auf normale Schrauben statt klapprige Klappbügel oder aber Thumbscrews im Bereich der PCI-Slot-Blenden, die sich dann doch nicht ohne Schraubendreher lösen lassen.

Die vorgesehene Montagelösung für 3,5-zöllige Festplatten im Netzteiltunnel sollte allerdings noch einmal überdacht werden, denn zwei 3,5-Zöller übereinander sind hier nur unter Verzicht auf die Laufwerksentkopplung möglich. Immerhin gibt es aber auch alternative Montagepunkte und ohne die mitgelieferten Entkopplungsgummis sind auch alle Einschübe des HDD-Käfigs problemlos nutzbar.

Wer die wohl aktuell gelungenste und stilsicherste Interpretation eines eleganten und schlichten Midi-Towers sucht und dabei nicht zwingend auf übertaktete Komponenten in Kombination mit Luftkühlung setzen möchte, erhält mit dem gut verarbeiteten Raijintek Asterion Classic eine sehr gute Basis für den Bau eines dezenten Edel-Systems. Der Preis fällt für ein Gehäuse-Flaggschiff fair aus.

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14 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • DConan123
    Die Tabelle der Temperaturentwicklung sollte vielleicht noch einmal überarbeitet werden, aber ansonsten schöner Test, vielen Dank dafür!!!
    1
  • Myrkvidr
    Huch, da war wohl der bösartige copy/paste-Teufel unterwegs - ist gefixt, danke :)
    1
  • alterSack66
    Wär mir zu löchrig.
    0
  • derGhostrider
    Interessanter Bericht für ein recht interessantes Gehäuse.
    Mir gefällt die ungewöhnliche Ausrichtung des Boards und das Platzangebot in der vorderen Kammer.

    Wenn man sogar schon einen Deckel aufsetzt, der alles optisch versteckt, wieso wird dann ausgerechnet oben unter diesem Deckel nicht mehr für Abluft vorbereitet?

    Die gesamte Ausrichtung schreit nach Konvektion, wie im Artikel auch geschrieben, und dann ist oben alles zu bis auf je 1x 140mm Loch pro Kammer.
    Das ist irgendwie unlogisch.
    1
  • Myrkvidr
    Guter Punkt! Ich habe gerade nochmal geschaut - in der hinteren Kammer wäre ohne weitere Probleme ein Montageplatz für einen 360er Radiator unter dem DEckel möglich gewesen, vorn wegen der PCI-Slots nicht.
    Das wäre in jedem Fall sinnvoller gewesen, als die Montagemöglichkeit an der Rückseite - so hätte man auch die Radiatoren an den seitlichen Positionen von außen Luft ansaugen lassen und dann direkt nach oben hin wieder hinausführen können, ganz ohne messbaren Einfluss auf die Komponenten in der vorderen Kammer.
    1
  • derGhostrider
    Genau das ist der Punkt, der mir bei den hinteren Lufteinlässen für die Radiatoren nicht so recht gefällt. Einer, der seitlich rausbläst: Naja, geht. Dennoch wäre "einer oben" irgendwie praktischer.

    Man hätte vorne z.B. Lochblech "über" den PCI-Slotblechen einsetzen können. Wieviel Platz wäre über den Slotblechen gewesen? Hätte dort vielleicht auch ein Lüfter Platz gehabt? Also z.B. um Abluft von Retail-Graka-Lüftern wegzuschaffen?
    Hätte man nicht sogar Platz gehabt für flache Lüfter oben auf dem Gehäuse, also unter dem Dach an dieser Stelle?

    Nunja, vielleicht deswegen Showcase: Kühlung irgendwie nach hinten, dafür viel Bling-Bling vorne, fertig.
    Mir ist dabei bewusst, dass die Kühlung in dem großen Gehäuse spielend realisierbar sein wird. Das wird sicherlich mehr als hinreichend gut sein.
    Doch bei den Feinheiten hätte man bestimmt noch etwas nachen können.

    Andererseits: Jeder hat andere Prioritäten! Ich freue mich, dass Hersteller noch neue Designs ausprobieren und nicht nur "mehr Licht" oder "neue Frontplatte" rausbringen.
    0
  • capparezza
    Warum die beim Defini Mini C das Window so weit runter ziehen, wenn man im unteren letzten Abschnitt nur noch die Netzteilblende sieht? Finde ich ästethisch unpassend... ansonsten finde ich das Gehäuse schwer in Ordnung, könnte (natürlich ohne Window) mein nächstes werden.
    0
  • Derfnam
    Man könnte glatt meinen, dass das Material des Inter-Tech 0,8-mm-SECC-Stahl ist...
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  • firehorse
    Streacoms DB4: Eine E-Heizung für die Pariser Zweitwohnung ;D

    Mein derzeitiger Favorit ist immer noch der Thermaltake Core V21.
    http://de.thermaltake.com/products-model.aspx?id=C_00002559
    0
  • drno
    Ist ja originelle Idee - why not - wegen der einzigartigen modularen Stapelbarkeit! Ob die Verarbeitung ausreicht, dahinter steht bei dieser Marke für mich oft ein ? = Fragezeichen. Obwohl das Sortiment bei Lian sowas eigenwilliges auch gern macht, aber da weiß ich, daß zumindest minimal ausreichend nachgedacht wurde, bevor das Teil in den Markt kommt. Ein Beispiel..

    https://images10.newegg.com/NeweggImage/ProductImage/11-112-217-02.jpg
    0
  • alterSack66
    Wer stappelt schon Gehäuse :??:
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  • drno
    So kann man es auch sagen!^^
    Nur ein Hochstapler!
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  • derGhostrider
    Ich stapel Gehäuse! Im 19" Rack. Zählt das?

    Das Thermaltake-Gehäuse... nunja... da bräuchte ich schon eine Stichsäge, damit eines meiner Mainboards passt. Die Idee das Board waagerecht einbauen zu können finde ich jedoch gut. Und da sind wir dann schonwieder bei 19" Gehäusen.
    ;)
    0