[UPDATE] Roundup Gehäuse und Tower, Stand März 2017

Thermaltake TheTower 900 (Showcase/Big-Tower, E-ATX)

Thermaltakes TheTower 900 ist eine der spannendsten Umsetzungen zum Thema PC-Gehäuse, die wir in letztes Zeit auf dem Prüfstand hatten. Dank der doppelten Gehäusebreite bietet der Innenraum sehr viel Platz um … einfach alles Mögliche unterzubringen.

Das Gehäuse schafft es auf den ersten Blick spielend leicht, nicht nur sich selbst gekonnt in Szene zu setzen, sondern auch der zu verbauenden Hardware eine angemessene Präsentationsplattform zu bieten. Man merkt dem TheTower 900 stets an, dass es in Kooperation mit einem Modder (Mathieu Heredia) entwickelt wurde.

Das Gehäuse lädt einfach mit jeder Pore seines Stahl- und Glaskleides dazu ein, sich Gedanken über zusätzliche Beleuchtungseffekte und spezielle oder selbst modifizierte Komponenten zu machen. So lässt sich ein einzigartiges Showcase auch mit einem einzigartigem Innenleben füllen. Ein Vorschlagbild dazu vom Hersteller selbst - die Modding-Komponenten müssen natürlich separat erworben werden.

Die Basis bietet ein Zwei-Kammer-Design: Netzteil, Radiatoren, ein Teil der Laufwerke, sämtliche nicht benötigte Kabel(teilstrecken) und sonstiges optionales Zubehör wird im hinteren Teil des Thermaltake-Schlachtschiffs abseits des Sichtfeldes unter hinter Stahl und Staubschutzfiltern untergebracht.

Die restliche Hardware wandert in die großzügig bemessene vordere Präsentationskammer, die von drei fünf Millimeter dicken Scheiben aus leicht getöntem Hartglas umgeben wird. Das Mainboard wird um 90 Grad gedreht verbaut; CPU-Tower-Kühler sowie Grafikkarten mit Radiallüfter werden somit durch die natürliche Konvektion unterstützt. Die Deckelblende kann mit einem Ruck nach oben abgezogen werden, danach zeigt sich der Blick auf die PCI(e)-Slots.

Vollständige Staubschutzfilterung, ein modularer Innenaufbau, viel Platz für riesige Radiatoren, Luftkühler, Lüfter, Grafikkarten, Laufwerke und sogar ein geschickt platzierter 5,25-Zoll-Laufwerks- bzw. Peripherie-Schacht für eine Lüftersteuerung oder ähnliche Bauteile: Das Soll wird auf den ersten Blick durchweg erfüllt. Ob das auch für die Kür gilt, muss sich in den folgenden Abschnitten zeigen. Angesichts eines Preises von 270 Euro sind die Erwartungen nicht gerade gering.

Thermaltake wird den TheTower 900 in zwei Farbvarianten anbieten: Neben der von uns getesteten Snow White Edition wird es auch eine schwarze Version des Riesen geben.

Technische Spezifikationen

Verpackung und Lieferumfang

Der Schutzkarton des Thermaltake fällt mit ungefähr 81,5 x 55x 51 cm riesig aus. Das Ganze bringt einschließlich Styropor, Zubehör und dem Gehäuse selbst satte 27 Kilogramm auf die Waage – so viel, dass der Hersteller von sich aus offiziell zwei Personen zur Fortbewegung empfiehlt.

Die Verpackung erwies sich als stabil: Im Vorfeld dieses Tests wurde der TheTower 900 mehrfach zwischen Redaktion und Privatwohnung des Redakteurs transportiert - und selbst die ansonsten gern einreißenden, seitlichen Haltelaschen spielten ohne Materialermüdungserscheinungen mit.

Das Gehäuse steckt umgekehrt im Karton, was auch Sinn macht: An ein Herausheben ist aufgrund der Kombination aus Gewicht und eng sitzenden Styroporhalterungen ohnehin nicht zu denken. Also muss der Inhalt nach dem Öffnen vorsichtig ausgekippt werden und steht dann wenigstens gleich richtig herum.

Sämtliches Zubehör wurde im Innenraum mit Kabelbindern festgezurrt. Neben dem vollständig in Schwarz gehaltenen Montagematerial für die Komponenten wurde auch an einen Piezo-Lautsprecher, 10 Kabelbinder, zwei Ersatzfedern für per Schnellspannmechanismus befestigte Seitenteile und zwei USB-Verlängerungskabel gedacht. Gerade die Verlängerungen machen Sinn: Aufgrund des um 90 Grad gedrehten Mainboards befinden sich alle Anschlüsse unter der Top-Blende.

Durch die Verwendung der Verlängerungen können beispielsweise Maus und Keyboard an- und abgesteckt werden, ohne jedes Mal die Deckelblende entfernen zu müssen. Leider handelt es sich hierbei nur um USB-2.0-Kabel: Einige mechanische High-End-Keyboards erfordern aus Gründen des Stromhungers einen Steckplatz nach USB-3.0-Spezifikation oder alternativ zwei USB-2.0-Ports.

Ein drittes Bauteil sollte vor dem Systemzusammenbau ebenfalls aus der hinteren Gehäusekammer entnommen werden: Eine der optionalen Radiator- bzw. Lüfterhalterungen ist nur provisorisch festgezurrt und kann im Bedarfsfall anstelle einiger interner 3,5-Zoll-Laufwerkskäfige montiert werden, die direkt über ihr liegen.

Außenansicht: Maße und Verarbeitung

Ein wahres Raumwunder: Thermaltakes neues Gehäuse wirft neben einem Leergewicht von rund 24,5 kg auch seine beachtlichen Maße von 75,2 x 42,3 x 48,3 cm in die Waagschale. Strenggenommen ist es sogar noch einmal zwei Zentimeter breiter sowie einen Zentimeter tiefer: Bei den Herstellerangaben wurden die verchromten Schrauben zur Befestigung der Hartglasscheiben nicht mit eingerechnet. Derart ausgestattet sollte es alles an Hardware fassen können, was das Herz begehrt.

Zum Gesamtgewicht trägt auch die überwiegende Verwendung von dickem SECC-Stahl bei. Das hat vielleicht nicht so viel Anmut wie Aluminium, ist aber vor allem in Kombination mit der rauen Lackierung beider Gehäusevarianten (schwarz, weiß) die deutlich robustere Lösung. Das TheTower 900 ist zum Schrauben gedacht, nicht für das Befühlen mit Samthandschuhen.

Lediglich die Deckelblende besteht mit Ausnahme des metallenen Lochgitters aus Kunststoff. Diese fällt beim Testobjekt ebenfalls weiß aus und verfügt über dieselbe Texturierung wie die raue Lackierung, so dass es hier zu keinen sichtbaren Abweichungen zwischen den Bauteilen kommt – und irgendwo muss ja ein wenig Gewicht gespart werden.

Die Verarbeitung bietet kein High-End-Finish bis zur letzten Perfektion, ist aber solide und robust. Das ist auch nötig, denn angesichts des Gewichts des Gehäuses sowie einzelner Bauteile ist es viel schwieriger, dem Konzept auch dauerhafte Stabilität zu verleihen.

Wir haben in der Vergangenheit schon mehrfach erlebt, dass nach einiger Zeit des Gebrauchs eines Gehäuses Seitenteile hingen und klapperten oder sich Türen verhakten und durchhingen. Diese Langzeithaltbarkeit lässt sich im Rahmen eines Tests natürlich nicht überprüfen und so muss der Käufer dem Hersteller in diesem Punkt einen kleinen Vertrauensvorschuss schenken. Das TheTower 900 wirkt in diesem Punkt jedoch durchaus vertrauenserweckend.

Bei der weißen Version konnten wir an einigen versteckten Kanten etwas Schmutz finden – allerdings außerhalb des Sichtfeldes und schnell entfernt.

Die getestete weiße Gehäusevariante ist aber ein echter Hingucker. Gleich drei fünf Millimeter dicke Hartglasfenster (Front, linke und rechte Seite) sorgen für eine optimale Präsentation der Hardware.

Die Scheiben sind mit jeweils vier dicken, verchromten Schrauben befestigt, lassen sich werkzeugfrei entfernen und verfügen über Montagegummis zur Entkopplung. Durch das Entfernen einer oder mehrerer Scheiben erhält der Nutzer auch Zugriff auf die komplette vordere Kammer.

Wer einen Blick in die hintere Kammer werfen möchte, muss entweder die mit vier Rändelschrauben befestige Rückseite abnehmen oder entfernt die kleineren Seitenelemente direkt neben den seitlichen Hartglasscheiben. Das geht sogar besonders einfach, da sie mittels Schnellspannern befestigt werden.

Der Mechanismus zeigt sich beim Blick auf den Bereich unter der Deckelblende des TheTower 900. Die Schnellspanner können durch Öffnungen in der Deckelblende von der Rückseite aus betätigt werden. Ersatzfedern liegen wie bereits erwähnt für den Fall der Fälle bei.

Leider sorgt das auch dafür, dass die Bleche nicht gänzlich stramm sitzen und anfällig für Vibrationen sind: Die Modder-Zielgruppe greift hier also zu zusätzlichen Entkopplungsmaßnahmen.

Als Gehäusestandfüße kommen vergleichsweise große und mit dem Gehäuse verschraubte Modelle zum Einsatz. Zwecks Entkopplung von der Standfläche wurde ihnen etwas zusätzliches Moosgummi spendiert – und das ist gut so, denn ein Gehäuse wie das Thermaltake TheTower 900 unter den Schreibtisch zu stellen, würde unter den Tatbestand des groben Unfugs fallen: Ein Showcase gehört auf den Schreibtisch oder ein angemessenes Präsentationsmöbel.

Dafür sollte bei einem freistehenden Beistelltisch eine Breite von mindestens 32 cm einkalkuliert werden, denn das ist der Abstand zwischen den Außenkanten der Standfüße, der mindestens vorhanden sein sollte, damit zumindest die Füße eine feste Standfläche haben. Ragt das restliche Gehäuse mit seiner Breite von 42,3 cm (bzw. 44,3 cm) dann etwas über, ist das nicht weiter schlimm.

Außenansicht: Schnittstellen und Bedienelemente

Schnittstellenseitig gibt es Standardkost, vielleicht mit Ausnahme der USB-Steckplätze: Thermaltake spendiert dem neuen High-End-Tower gleich vier USB-3.0-Steckplätze.

Beim Kauf des Mainboards sollte also direkt darauf geachtet werden, dass das Modell der Wahl dementsprechend über zwei interne Header verfügt. Komplettiert wird das Angebot durch HD-Audio-Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon und einen großen Power- sowie einen kleinen Reset-Taster.

Außerdem gibt es einen extern zugänglichen 5,25-Zoll-Schacht. Wer kein DVD- oder Blu-Ray-Laufwerk verbauen will, kann hier alternativ auch Peripheriegeräte wie beispielsweise eine Lüftersteuerung einbauen.

Innenraum: Belüftung, Staubschutz & Dämmung

Im Innenraum lässt sich jedes Bauteil entfernen: Festplattenkäfige, Lüfter- sowie Radiatorhalterungen und sogar der Mainboard-Tray (mit Ausnahme der PCI-Blenden, die mit dem inneren Oberkäfig vernietet wurden): Sämtliche Bauteilgruppen sind hier verschraubt und lassen sich herausnehmen, wie die Explosionszeichnung des Herstellers zeigt.

Ab Werk stattet Thermaltake das neue Gehäuse nur mit unspektakulären Standard-Lüftern mit 14 cm Rahmenbreite und aus, die mit rund 1200 U/min arbeiten.

Schade, dass hier nicht wie auf den Herstellerbildern auf der Homepage die Riing-Lüfter mit RGB-LEDs zum Einsatz kommen, die auch deutlich besser zur Modding-Ausrichtung (und zum Preis) passen würden. Ein Lüfter pro Kammer unter dem Gehäusedeckel sorgt dafür, dass warme Luft nach oben hinausbefördert wird.

In der vorderen Kammer lässt sich ansonsten nur noch ein Lüfter oberhalb des Festplattenkäfigs anbringen. Da das nicht mittels der üblichen Madenschrauben geschieht, hat der Hersteller entsprechend passende Drehteile beigelegt.

Wer möchte, kann die seitlichen Montageschienen in der hinteren Kammer nutzen, um pro Seite bis zu vier weitere Lüfter unterzubringen. Das ist jedoch an sich unsinnig, die meiste Wärme entsteht in der vorderen Kammer und die Schienen sind viel eher zur Montage von Radiatoren gedacht.

Hier kann dann auch der zweite Montagerahmen genutzt werden, den wir eingangs erwähnten: Wer die 3,5-Zoll-Laufwerkseinschübe auf der rechten Gehäuseseite nicht benötigt, kann diese entfernen und die optionale Halterung anbringen, um mehr Lüfter oder einen weiteren Radiator unterbringen zu können.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind bereits zwei Halterungen vormontiert, hier gibt es keine zusätzlichen Laufwerkskäfige.

Erfreulich ist, dass Thermaltake fast sämtliche Lufteinlässe mit Staubschutzfiltern versehen hat: Die Filter unter der Deckelblende, an der Unterseite vor dem Netzteillüfter und an der Gehäuserückseite lassen sich problemlos entfernen und reinigen. Außerdem verfügen sie teilweise über die vom Hersteller bereits bekannte Magnethalterung.

Das gilt auch für die Filter an der Innenseite der Stahlblechteile mit dem Schnellspannmechanismus, die vor den möglichen Radiator- bzw. Lüftermontageplätzen in der hinteren Gehäusekammer sitzen. Auch sie sind mittels Magnethalterung von innen angebracht und zu Reinigungszwecken leicht zu entnehmen. Kleinere Öffnungen unterhalb der Hartglasscheiben wurden ebenfalls mit Filtern ausgestattet.

Trotz aller vorbildlicher Konsequenz in dieser Disziplin finden sich am Boden des Gehäuses einige Öffnungen, die ungefiltert sind. Vielleicht hätte der Hersteller an dieser Stelle auf einen größeren Filter setzen sollen, der nicht nur den Netzteilbereich abdeckt. Der Grund dafür dürfte in der Verhinderung zusätzlicher Tooling-Kosten zu suchen sein.

Auch hätte der Hersteller seinem über 250 Euro teuren Gehäuse einen oder zwei kleine regelbare Lüfterhubs oder aber eine Lüftersteuerung spendieren können - zumindest aus Sicht des Normalanwenders. Denn wer das Gehäuse für ein Modding- oder Präsentationsprojekt erwirbt, wird genau wissen, welche Bauteile er hier einsetzen wollen wird.

Position

Ab Werk verbaut

Optional nachrüstbar

Front

-

-

Heck

-

2x 12 oder 14 cm

Deckel

2x 14 cm Thermaltake TT-1424 (A 1425L12S), XXXX U/min, 3-Pin

alternativ 12-cm-Lüfter nutzbar

Seite links

-

4x 12 oder 14 cm

Seite rechts

-

4x 12 oder 14 cm

HDD-Käfig

-

1x 12 oder 14 cm

Innenraum & Montage: Wasserkühlung

Aufgrund seines erheblichen Platzangebots hat das Thermaltake gerade im Bereich Wasserkühlung ein herausragendes Angebot zu machen: Die bereits gezeigten Aufnahmen für Radiatoren oder Lüfter in der hinteren Gehäusekammer können problemlos Quad-Radiatoren im 48- oder 56-cm-Format aufnehmen.

Wird auf die 3,5-Zoll-Einschübe in dieser Kammer verzichtet (es gibt dann immer noch Laufwerkskäfige in der vorderen Kammer), können gleich zwei dieser Radiatoren genutzt werden. Damit lässt sich das TheTower 900 problemlos zum leistungsstarken Kühlmonster umbauen.

Für Kompaktwasserkühlungen eignet es sich hingegen nur bedingt: In den meisten Fällen dürfte die Schlauchlänge nicht ausreichen, um von der hinteren Gehäusekammer bis in die vordere Kammer mit CPU(s) und Grafikkarte(n) zu gelangen. Also sollte entweder gleich eine professionelle Wasserkühlungslösung eingeplant werden oder wenigstens auf ein Kompaktmodell mit austauschbaren bzw. erweiterbaren Schläuchen gesetzt werden.

Keine Information konnte der Hersteller uns bislang zur Frage nach zusätzlichem Gehäusezubehör geben: Auf der Homepage finden sich einige Bilder, auf denen Ausgleichsbehälter auf Podesten links und rechts vom Festplattenkäfig in der Vorderkammer untergebracht wurden. Diese sind nicht Bestandteil des Lieferumfangs.

Dafür können aber Wasserkühlungskomponenten auf dem Schlitten verbaut werden, der an dieser Stelle ansonsten auch für 2,5-Zoll-Laufwerke genutzt werden kann (siehe unten). Da das Gehäuse im Inneren aber nunmal modular aufgebaut ist und sich Bauteilgruppen entfernen und zumindest in der Theorie auch tauschen lassen, sind wir gespannt, ob diesbezüglich noch eine offizielle Zusatzinformation folgen wird.

Je nach Vorhaben lassen sich die Blenden links und rechts des Festplattenkäfigs herausnehmen. Dadurch kann der Schlauchweg vom Radiator in der Hinterkammer bis zu einer zu kühlenden Komponente schon einmal deutlich verkürzt werden.

Auch muss so beim Entfernen von Wasserkühlungskomponenten nicht die Schlauchverbindung zwischen Radiator und Kühlblock getrennt werden: Die Blöcke könnten zu groß für die vorhandenen Öffnungen sein, wenn sie über eine integrierte Pumpe verfügen. Da ist es doch einfacher, schnell ein Blech aus dem Gehäuse zu schrauben, als Wasser führende Schlauchverbindungen zu trennen.

Eine weitere Möglichkeit: Auch die untere Reihe an Kabeldurchführungen ist verschraubt und lässt sich herausnehmen. Dadurch kann der beschriebene Weg noch weiter verkürzt werden.

Natürlich kann anstelle des Gehäuselüfters an der Oberseite auch eine kleine Kompaktwasserkühlung installiert werden – dennoch wird sich kaum ein Käufer so viel Geld für ein derart riesiges Gehäuse ausgeben, um sich dann mit einem unspektakulären Kühlwinzling zu begnügen.

Viel besser zum Gehäuse passt jedoch eine auf Leistung und Optik ausgelegte Custom-Wasserkühlung, die aus selbst ausgewählten Einzelkomponenten besteht. Wer dieses Gehäuse kauft und entsprechend mit Modding-Komponenten bestückt, wird ohenhin einen optischen Plan verfolgen, dem Bauteile von der Stange nur in seltenen Fällen gerecht werden können. Und: Hier sind dem Nutzer angesichts des Platzangebots kaum Grenzen gesetzt.

Thermaltake TheTower 900: Wasserkühlung

Position

Radiatorgröße

Einschränkungen

Seite links (Kammer hinten)

48/56 cm

-

Seite rechts (Kammer hinten)

48/56 cm

Volle Radiatorgröße nur nach Entfernen der Festplattenkäfige; Ansonsten an dieser Stelle nur 24/28 cm

Top (Kammer hinten und vorn)

2x 12/14 cm

Pro Gehäusekammer ein Radiator

Heck (Kammer hinten)

24/28 cm

Nur nach Entfernen der Festplattenkäfige

Montage: Netzteil und Kabelmanagement

Das Netzteil wird in der hinteren Kammer platziert. Zur Montage von Stromspendern in Übergröße kann der Netzteilhalterahmen entfernt und wieder eingesetzt werden, nachdem er mit dem Stromspender verschraubt wurde. Eine gesonderte Entkopplung ist nicht vorgesehen.

Bei langen, modularen Netzteilen empfiehlt es sich, das Netzteil erst nach dem Anschließen aller Kabelstränge in das Gehäuse zu setzen – eine gute Planung ist also die halbe Miete.

Über das Thema Kabelmanagement gibt es eigentlich nicht viel zu sagen: Hier steht eine komplette Gehäusekammer zur Verfügung, die in ihrer Breite einige komplette Tower-Gehäuse übertrifft. Ein System wird niemals über genügend Kabel verfügen, um das auszureizen.

Eine ganze Reihe von Kabeldurchlässen sorgen für eine gute Verbindung zwischen der hinteren Kammer mit dem Netzteil und der vorderen mit Mainboard und weiteren Kernkomponenten. Hier finden sich zweireihige, gummierte Durchlässe, die aufgrund der um 90 Grad gedrehten Montageposition der Hauptplatine zu deren Vorderkante führen.

Zusätzlich gibt es jeweils eine Öffnung an Obere- und Unterkante des Mainboards, um USB- oder auch EPS-Stecker mit nur kurzem Sichtweg verlegen zu können. Hier passen zwar alle Stecker durch, es geht jedoch um die Ecke und wird friemelig.

Die Gummierungen in den Kabelführungen halten übrigens sehr gut und stramm. Die untere Reihe dürfte vor allem für Nutzer von über großen E-ATX-Mainboards interessant sein.

Montage: Optische Laufwerke und Festplatten

Auch bei der Laufwerksmontage gibt es eine ganze Reihe von Besonderheiten. Zunächst einmal bietet das TheTower 900 die Möglichkeit, ein externes 5,25-Zoll-Laufwerk oder entsprechende Peripherie wie eine Lüftersteuerung mit außen liegenden Bedienelementen zu nutzen. Für die Montage muss die Stahblechblende unterhalb der vorderen Hartglasscheibe entfern werden. Kein Problem, sie wird an der Unterseite mit einer Rändelschraube befestigt.

Anschließend wird die von innen verschraubte Blende vor dem Laufwerksschacht entfernt – sicher nicht die komfortabelste Lösung, wohl aber die stabilste und weitaus weniger optisch auffällig als eine Lösung mit Schnellspannmechanismus. Die Frontblende wird dann wieder arretiert, um das Laufwerk, das nun in den Schacht geschoben und seitlich verschraubt werden kann, so auszurichten, dass es bündig mit der Vorderseite abschließt.

Zusätzlich bietet die Vorderkammer zwei 3,5-Zoll-Einschübe für Festplatten. Diese werden werkzeuglos auf Kunststoffeinschüben platziert und durch seitliche Haltepins einschließlich kleiner Entkopplungsgummis gehalten.

Darüber hinaus finden sich hier vier Halterungen für 2,5-Zoll-Laufwerke: Zwei am Gehäuseboden und zwei seitlich vom 3,5-Zoll-Käfig, also jeweils eine pro Seite. Die seitlichen Haltrungen können auch am Trennelement zwischen vorderer und hinterer Gehäusekammer angebracht werden.

Weitere vier 3,5-Zoll-Einschübe gibt es in der hinteren Kammer. Dank der mit einem Schnellspannmechanismus versehenen Seitenblende des Gehäuses lassen sich diese problemlos erreichen. Die Montagerahmen sehen etwas anders aus als die in der vorderen Kammer, jedoch gibt es auch hier eine schraubenlose Laufwerksmontage dank seitlicher Kunststoffpins am Rahmen.

Leider wird die gute Erreichbarkeit der Laufwerke nicht durch ein paar Hot-Swap-Platinen an der Rückseite der Laufwerkseinschübe abgerundet, wie wir sie in dieser Preisklasse ansonsten häufig antreffen.

Montage: Mainboard, CPU-Kühler, und Grafikkarte

Auch hier schlägt sich die enorme Größe des Innenraums nieder: So große Komponenten, wie Thermaltakes TheTower 900 fasst, gibt es nämlich gar nicht. Luftkühler für Prozessoren dürfen bis zu 26 cm (!) hoch sein. Um diesen Wert zu erreichen, müssten schon zwei Kühlkörper mutwillig aufeinander gelötet werden - die höchsten regulären Modelle liegen unterhalb von 17,5 cm.

Für die Grafikkarte gibt Thermaltake eine Länge von 40 cm an. Auch hier ließe sich je nach genutzten PCIe-Slots ein Teil der Blenden zwischen vorderer und hinterer Gehäusekammer oder der gesamte Festplattenkäfig entfernen, um noch längere Modelle einzusetzen. Das ist nur völlig unnötig, denn auch hier haben die Hersteller keine Karte parat, die diese angegebene Maximallänge überhaupt erreicht.

Das Mainboard wird um 90 Grad gedreht montiert, somit wird warme Luft nach oben aus dem Gehäuse geleitet. Insgesamt stehen acht PCI-Slots für Erweiterungskarten zur Verfügung.

Messwerte: Temperaturentwicklung

Temperatur- und Lautstärkemesswerte werden wir im Laufe des Wochenende nachreichen, das war in der Kürze der Zeit nicht mehr möglich. Es ist gerade 6:30 Uhr morgens, eine 20-Stunden-Schicht neigt sich dem Ende zu.

Und mal ganz ehrlich: Wir setzen ansonsten für die Gehäusetests zu Vergleichszwecken auf Standard-Komponenten. Aver niemand würde vor allem diese Kühllösungen in einem Gehäuse wie dem Thermaltake TheTower 900 verbauen - dieses Gehäuse verlangt nach einer ausufernden Wasserkühlung und modifizierten Lüfterbestückung.

Aber der Vol

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14 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • DConan123
    Die Tabelle der Temperaturentwicklung sollte vielleicht noch einmal überarbeitet werden, aber ansonsten schöner Test, vielen Dank dafür!!!
    1
  • Myrkvidr
    Huch, da war wohl der bösartige copy/paste-Teufel unterwegs - ist gefixt, danke :)
    1
  • alterSack66
    Wär mir zu löchrig.
    0
  • derGhostrider
    Interessanter Bericht für ein recht interessantes Gehäuse.
    Mir gefällt die ungewöhnliche Ausrichtung des Boards und das Platzangebot in der vorderen Kammer.

    Wenn man sogar schon einen Deckel aufsetzt, der alles optisch versteckt, wieso wird dann ausgerechnet oben unter diesem Deckel nicht mehr für Abluft vorbereitet?

    Die gesamte Ausrichtung schreit nach Konvektion, wie im Artikel auch geschrieben, und dann ist oben alles zu bis auf je 1x 140mm Loch pro Kammer.
    Das ist irgendwie unlogisch.
    1
  • Myrkvidr
    Guter Punkt! Ich habe gerade nochmal geschaut - in der hinteren Kammer wäre ohne weitere Probleme ein Montageplatz für einen 360er Radiator unter dem DEckel möglich gewesen, vorn wegen der PCI-Slots nicht.
    Das wäre in jedem Fall sinnvoller gewesen, als die Montagemöglichkeit an der Rückseite - so hätte man auch die Radiatoren an den seitlichen Positionen von außen Luft ansaugen lassen und dann direkt nach oben hin wieder hinausführen können, ganz ohne messbaren Einfluss auf die Komponenten in der vorderen Kammer.
    1
  • derGhostrider
    Genau das ist der Punkt, der mir bei den hinteren Lufteinlässen für die Radiatoren nicht so recht gefällt. Einer, der seitlich rausbläst: Naja, geht. Dennoch wäre "einer oben" irgendwie praktischer.

    Man hätte vorne z.B. Lochblech "über" den PCI-Slotblechen einsetzen können. Wieviel Platz wäre über den Slotblechen gewesen? Hätte dort vielleicht auch ein Lüfter Platz gehabt? Also z.B. um Abluft von Retail-Graka-Lüftern wegzuschaffen?
    Hätte man nicht sogar Platz gehabt für flache Lüfter oben auf dem Gehäuse, also unter dem Dach an dieser Stelle?

    Nunja, vielleicht deswegen Showcase: Kühlung irgendwie nach hinten, dafür viel Bling-Bling vorne, fertig.
    Mir ist dabei bewusst, dass die Kühlung in dem großen Gehäuse spielend realisierbar sein wird. Das wird sicherlich mehr als hinreichend gut sein.
    Doch bei den Feinheiten hätte man bestimmt noch etwas nachen können.

    Andererseits: Jeder hat andere Prioritäten! Ich freue mich, dass Hersteller noch neue Designs ausprobieren und nicht nur "mehr Licht" oder "neue Frontplatte" rausbringen.
    0
  • capparezza
    Warum die beim Defini Mini C das Window so weit runter ziehen, wenn man im unteren letzten Abschnitt nur noch die Netzteilblende sieht? Finde ich ästethisch unpassend... ansonsten finde ich das Gehäuse schwer in Ordnung, könnte (natürlich ohne Window) mein nächstes werden.
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  • Derfnam
    Man könnte glatt meinen, dass das Material des Inter-Tech 0,8-mm-SECC-Stahl ist...
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  • firehorse
    Streacoms DB4: Eine E-Heizung für die Pariser Zweitwohnung ;D

    Mein derzeitiger Favorit ist immer noch der Thermaltake Core V21.
    http://de.thermaltake.com/products-model.aspx?id=C_00002559
    0
  • drno
    Ist ja originelle Idee - why not - wegen der einzigartigen modularen Stapelbarkeit! Ob die Verarbeitung ausreicht, dahinter steht bei dieser Marke für mich oft ein ? = Fragezeichen. Obwohl das Sortiment bei Lian sowas eigenwilliges auch gern macht, aber da weiß ich, daß zumindest minimal ausreichend nachgedacht wurde, bevor das Teil in den Markt kommt. Ein Beispiel..

    https://images10.newegg.com/NeweggImage/ProductImage/11-112-217-02.jpg
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  • alterSack66
    Wer stappelt schon Gehäuse :??:
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  • drno
    So kann man es auch sagen!^^
    Nur ein Hochstapler!
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  • derGhostrider
    Ich stapel Gehäuse! Im 19" Rack. Zählt das?

    Das Thermaltake-Gehäuse... nunja... da bräuchte ich schon eine Stichsäge, damit eines meiner Mainboards passt. Die Idee das Board waagerecht einbauen zu können finde ich jedoch gut. Und da sind wir dann schonwieder bei 19" Gehäusen.
    ;)
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