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• Brandheißer Hands-On-Test: Prolimatech Genesis im eiskalten Review

Von , Marcel Binder - Quelle: Tom's Hardware DE | B 36 kommentare

Wenn Genesis soviel wie Schöpfung bedeutet, dann betritt heute ein Kühler die Bühne, dessen Geburt eine neue Generation von Hochleistungskühlern begründen soll. Beweisen die Konstrukteure von Prolimatech erneut ein eiskaltes Händchen? Wir wollen dies im folgenden Hands-On-Test herausfinden.

Die Luft ist dünn geworden, im Hochleistungssektor der Towerkühler. Neue Konzepte waren lange Zeit nicht in Sicht, so dass wir - zugegeben sehr neugierig - die Verpackung des neuen Kühlergiganten mit einer gewissen Gespanntheit und Erregung geöffnet haben. Hält dieses Riesen-Teil mit dem etwas anderen Layout, was es rein optisch verspricht, oder ist es gar ein verspoilerter Blender auf normalem Mittelmaß? Nein, wir wollen den Leser nicht weiter auf die Folter spannen, sondern teilhaben lassen. Wagen wir den ersten Schritt.

Verpackung und Lieferumfang

Bereits die Verpackung lässt für kleine Gehäuse Böses erahnen. Das obligatorische "Passt der überhaupt in mein Gehäuse?" wird ab heute die Foren erneut nerven. Garantiert. Denn die Ausmaße der Verpackung werden wirklich vom Kühler bestimmt, schließlich haben wir ja keine Pralinen samt Luft gekauft.

Zusammen mit den zwei Prolimatech Vortex eine stattliche VerpackungZusammen mit den zwei Prolimatech Vortex eine stattliche Verpackung

Das Zubehör ist umfangreich und beglückt alle aktuellen Sockel.Das Zubehör ist umfangreich und beglückt alle aktuellen Sockel.

Neben einer Einbauanleitung findet sich das Zubehör aus Lüfterklammern, Backplates, Verbindungsstücken und Schrauben. Prolimatech bietet für die Schlussmontage zwei Sätze Arretierungsschrauben an. Die schwarzen Schrauben haben passend zur Farbe eine höllische Anziehungskraft und überschreiten die Vorgaben von Intel um Einiges. Wer ein stabiles Board besitzt, sollte also den Kraftmeier spielen, damit der Kühler auch wirklich bombenfest sitzt. Die mitgelieferte Wärmeleitpaste ist sehr guter Durchschnitt und reicht völlig aus. Mit 800 Gramm ist der Kühler (ohne die zwei Lüfter) zwar nicht extrem schwer, besitzt aber auf Grund seiner ausladend barocken Gestaltung den Hang zur Bewegung.







Unser Testsystem

Natürlich braucht ein potenter Kühler als Ansporn für gute Taten eine möglichst antike Heizplatte als Wärmespender. Wir nutzen wie immer unseren guten alten Intel D840 Extreme, der bei 3,6 GHz so einige Watt freude- und hitzestrahlend verbrennt.

System Hardware
HardwareDetails
Intel-Plattform 775Gigabyte GA-G33-DS3R
Intel G33, BIOS: F5  (09/07/07)
CPUIntel Pentium D 840 Extreme Edition (90 nm Smithfield Kern) @3,60 GHz
RAM4x 512 MB Samsung M3 78T6553CZ3-CE6DDR2-667
GrafikkarteIntel GMA 3100 on-board


Die Test-Ergebnisse im Überblick

Wir haben die verwendeten Lüfter, 2 x Prolimatech Blue Vortex, direkt ans Motherboard angeschlossen, die Bios-Lüftersteuerung stand auf Automatik. Betrachten wir nun die ersten Ergebnisse:

Der Belastungstest mit Prime95 zeigt eindrucksvoll, wie hoch die Kühlleistung beim Genesis ausfällt. Selbst der Pentium D 840 EE, der auch gern mal als Kochplatte genutzt werden könnte, bleibt deutlich unterhalb der 40-Grad-Marke.

Fazit und Zusammenfassung

Wie sind diese Ergebnisse nun zusammenzufassen? Im Idle setzt der Genesis einen völlig neuen Maßstab. Mit nur ca. 0,5 Kelvin über Raumtemperatur glaubten wir zunächst an einen Messfehler, der sich jedoch als wirklicher Endwert entpuppte. Unter Last sind die erreichten 36-37°C für einen Pentium D geradezu phänomenal, auch wenn hier ein Megahalems oder Supermega nur knapp geschlagen werden. Die 37° wurden zudem nur in einer einzigen Spitze gemessen, die Temperatur pegelte sich am Ende sogar bei nur 36° Celsius ein. Der Unterschied zu den restlichen Testkandidaten würde unter Volllast sicher höher ausfallen, würde man eine noch höhere Verlustleistung nutzen. Allerdings würden wir damit zugleich den möglichen Praxisbezug verlieren, denn selbst ein aktueller Intel Core i7 2600K läuft mit diesem Kühler weit jenseits der 5 GHz noch mit äußerst moderaten Temperaturen, trotz Spannungsanhebung. Die Teilung in Tower und Downblower scheint recht gelungen. Der verwendete RAM ist deutlich kühler und auch die Spannungswandler profitieren vom neuen Konzept. Ein Wort zu den Lüftern müssen wir jedoch noch anbringen: laut. Mit zwei Noiseblockern oder ähnlichen Produkten würde der Genesis sicher eine leisere Figur machen. Hier verweisen wir gern auf diverse Sparpakete, in denen der Genesis aktuell z.B. bei Caseking angeboten wird.

Wir haben den Genesis im freien Aufbau gemessen, die Messungen im  geschlossenen Zustand gestalten sich differenzierter. Eingebaut im Gehäuse kühlt er um so besser, je größer das Innenvolumen ist. Viel Platz im oberen Drittel, ein Mesh-Design der Front mit Lufteinlass und ausreichend Luftentsorgung (Lüfter im Deckel und in der Rückwand) verhelfen auch der Downblower-Komponente zur Wirksamkeit. Eine enge Wurstpelle von Gehäuse mag der Genesis allerdings überhaupt nicht, hier verpufft das Konzept und wirkt u.U. sogar kontraproduktiv. Ein Seitenwandlüfter stört bei dieser Konstellation übrigens nicht, bewirkt aber auch nur dann etwas, wenn frontseitig der Airflow behindert wird. Die eingangs gestellte Frage sollte also nicht lauten "Bekomme ich den überhaupt ins Gehäuse?", sondern "Was packe ich sonst noch rein, es sieht noch so leer aus?". Dann allerdings hat der Genesis die ideale Heimstatt gefunden.

Kaufempfehlung

Es fällt oft schwer, im Einerlei der aktuellen Towerkühler noch ein Produkt so herausragend zu finden, dass sich ein Award wirklich lohnt. Wir wollen unseren Kauftipp 2011 deshalb einem Produkt verleihen, das am Ende vielleicht nicht mit 50 Metern Abstand zur Konkurrenz gewinnt, aber im Idle völlig neue Maßstäbe setzen kann und zudem durch das neuartige Konzept aus Towerkühler und Downblower die restlichen Komponenten nicht im Stich lässt. Wir belohnen damit den Mut, neue Wege beschritten und trotz enormer Leistung endlich auch einmal wieder am Gewicht gespart zu haben. Über das Aussehen mag man streiten können, die Meßergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Corsair H70 Wasserkühlung wird mit Leichtigkeit in allen Belangen geschlagen: Leistung, Lautstärke und Gewicht.

Der Preis für den Kühler ist der Leistung angemessen, aber nicht zimperlich: 59,90 Euro, oder im Bundle mit 2 Prolimatech-Lüftern (Blue oder Red Vortex) 69,90 Euro, vorbestellbar ab 15.02.2011 bei einer möglichen Verfügbarkeit  ab dem 04.03.2011.

Vorschau

Dieser Hands-On-Test ist nur ein Auszug aus unserem neuen Kühler-Vergleichstest und zugleich ein Vorgeschmack auf das, was der Leser demnächst erwarten kann. Wir haben den Test zum Prolimatech Genesis aus Aktualitätsgründen bereits heute veröffentlicht, um die Leser gewohnt zeitnah zu informieren.


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Kommentarbereich
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  • Derfnam , 15. Februar 2011 13:41
    Der Kühler wird noch Wellen schlagen. Absurd-geiles Dingen.
    Aber der Verweis auf die H70 stört mich aus genau einem Grund: in den von dir genannten Gehäusen mit geringem Innenvolumen, bei denen sich ggf die Frage 'Paßt der rein?' gar nicht erst stellt, sind die H50 und/oder H70 oftmals aus eben diesem Platzmangel hervorragende Alternativen. Hat jetzt mit dem Kühler an sich nichts zu tun, aber wenn du schon die H70 nennst ;) 
  • FormatC , 15. Februar 2011 14:24
    Der Kühler der H70 + 2 Lüfter brauchen nicht minder Platz ;) 
  • derwolf92 , 15. Februar 2011 17:27
    Mich würde die passivleistung mal interssieren. Bei geringer Last könnte der vielleicht schon ausreichend sein. Und für etwas grössere Lasten müsste warscheinlich ein Gehäuselüfter nachhelfen. Oder ist der für den Passivbetrieb ungeeignet?
  • FormatC , 15. Februar 2011 17:31
    Mit ca. 400 U/min bist Du beim Scythe Orichi, bei etwa 700 sogar besser. Völlig passiv geht nichts.
  • bluray , 15. Februar 2011 17:55
    Klasse Dingens dieser Lüfter... werd heute mal auf meinem Board die RAM-Höhe vermessen. Der Zalman X10 ist ja ausgeschieden, weil er durch seine Anordnung die ersten zwei RAM-Slots überlagert... aber durch das Design des Prolimatech könnte dieses Manko beseitigt sein und ich könnte den RAM zusätzlich ohne die relativ lauten 2x60mm-Lüfterchen mitkühlen.

    Der 9900-Rev2 ist echt nice und tut zwar, wird aber unter Last dann doch merklich hörbar. Hab zwar so keine Probs mit der Lautstärke des 9900, aber ruhiger ist immer besser (bzw, wenn die Lüfter dadurch einen grösseren Temperaturspielraum bereitstellen.

    Danke für den durchaus interessanten Test!

    Was ich nur vermisse: Wie einfach ist die Montage?
    Lässt sich der Prolima genauso wie ein Zalman montieren? Also aufsetzen, Klammer in die Sockelhalter einrasten und gut, oder muss ich vom Board die Backplate (die seitens ASUS fest aufgebracht ist) abmontieren, um dann die Prolima-eigene Backplate dranzubasteln.

    Das wären durchaus noch interessante Fakten für den Test.
  • El-Locko , 15. Februar 2011 18:31
    Gewaltig!

    Im Gehäuse verbaut sollte aber auch genug Lufteinlass vorhanden sein, damit die beiden Quirle genug Luft bekommen. Bei nur einem 120er oder 140er Quirl, könnte ich mir gut vorstellen, dass der Prollo anfängt zu Jappsen. Ich denke Mesh oder 2x120/140 ist dann schon Pflicht. Und wie FC auch schon sagt, raus muss das Ganze auch. Denke Mesh im Deckel ist auch nicht verkehrt.
  • Wesenheit , 15. Februar 2011 21:35
    Könnt ihr mal ein Bild im Gehäuse zeigen? Ragt der Kühler über den Ram?
  • FormatC , 15. Februar 2011 21:43
    Du hast knapp 5 cm zwischen Slotkerbe und Unterseite Kühler. Da passt sogar der berühmt berüchtigte Hahnenkamm rein, nur bei Modulen mit Bügel, die schon über 4 cm Höhe haben, wirds arscheng. Der Kühler deckt den RAM ab :) 

    Im Artikel hast Du auch eine Seitensicht mit Millimeterangabe.
  • Wesenheit , 15. Februar 2011 22:24
    Danke =) Was für ein Monster =D
  • 0x90 , 15. Februar 2011 23:16
    was heißt mesh in diesem zusammenhang?
  • FormatC , 15. Februar 2011 23:19
    Meshdesign = luftdurchlässiges Gitter. Haben viele Cases z.B. in den Blenden der Einschübe.
  • pain , 15. Februar 2011 23:40
    Rein optisch finde ich das neue Produkt leider weniger ansprechend. Man ist auch direkt wieder zurück zum klassischen Design gegangen, das man beim 1. Megahalems und beim Armageddon bereits vorfindet. Zweifelsohne ein weiteres gutes Produkt, aber nicht unbedingt ein besseres.
  • Techniker Freak , 16. Februar 2011 00:03
    Kann man mit den alten gar nicht vergleichen, ist ein völlig neues Konzept. Semi-Passiv haben die Kühler von Prolimatech bisher nicht viel getaugt. Dieser ist da deutlich besser und selbst der Orochi muss zurückstecken wenn die Lüfter bissel schneller drehen.
    Im Vergleich mit den älteren Kühlern von Prolimatech auch so muss er sich nicht verstecken, da liefert er das gleiche oder sogar bessere Kühlergebnisse ab. Der Kauftipp ist vollkommen berechtigt.
  • Cookie2734 , 16. Februar 2011 16:42
    und da sag noch einer ne Wasserkühlung sei sinnvoll^^
  • derwolf92 , 16. Februar 2011 16:49
    Sag ich :) 
  • Techniker Freak , 16. Februar 2011 18:26
    Stimm ich zu, für die CPU alleine nicht unbedingt aber sobald es mehr wird schon.
  • tadL , 16. Februar 2011 18:51
    Die haben es halt rechtzeitig geschafft diesen Kühler zu releasen, damit fliegt der Noctua aus dem Setting raus. Was soll man sagen, andere Seiten haben ja schon einen kompletten Test im Angebot und das Teil ist echt beeindruckend.
  • Techniker Freak , 16. Februar 2011 22:57
    Noctua wird ja nicht schlafen sondern kontern und wenn es nur eine verbesserte Kopie ist, was anderes hat Prolimatech am Anfang auch nicht gemacht.
  • @hundet , 18. Februar 2011 08:02
    Das messen im offenen Betrieb ist unrealistich ! Was soll so ein Test ? Muss man jetzt noch die Testbedingungen ansagen ? Packt das Ding in einen MidTower , macht zu und messt dann, mfg
  • @hundet , 18. Februar 2011 08:03
    PS: schon die Lüftermontage wird dann zum Problem/Ausrichtung !!!
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