• Brandheißer Hands-On-Test: Prolimatech Genesis im eiskalten Review

Wenn Genesis soviel wie Schöpfung bedeutet, dann betritt heute ein Kühler die Bühne, dessen Geburt eine neue Generation von Hochleistungskühlern begründen soll. Beweisen die Konstrukteure von Prolimatech erneut ein eiskaltes Händchen? Wir wollen dies im folgenden Hands-On-Test herausfinden.

Die Luft ist dünn geworden, im Hochleistungssektor der Towerkühler. Neue Konzepte waren lange Zeit nicht in Sicht, so dass wir - zugegeben sehr neugierig - die Verpackung des neuen Kühlergiganten mit einer gewissen Gespanntheit und Erregung geöffnet haben. Hält dieses Riesen-Teil mit dem etwas anderen Layout, was es rein optisch verspricht, oder ist es gar ein verspoilerter Blender auf normalem Mittelmaß? Nein, wir wollen den Leser nicht weiter auf die Folter spannen, sondern teilhaben lassen. Wagen wir den ersten Schritt.

Verpackung und Lieferumfang

Bereits die Verpackung lässt für kleine Gehäuse Böses erahnen. Das obligatorische "Passt der überhaupt in mein Gehäuse?" wird ab heute die Foren erneut nerven. Garantiert. Denn die Ausmaße der Verpackung werden wirklich vom Kühler bestimmt, schließlich haben wir ja keine Pralinen samt Luft gekauft.

Zusammen mit den zwei Prolimatech Vortex eine stattliche VerpackungZusammen mit den zwei Prolimatech Vortex eine stattliche Verpackung

Das Zubehör ist umfangreich und beglückt alle aktuellen Sockel.Das Zubehör ist umfangreich und beglückt alle aktuellen Sockel.

Neben einer Einbauanleitung findet sich das Zubehör aus Lüfterklammern, Backplates, Verbindungsstücken und Schrauben. Prolimatech bietet für die Schlussmontage zwei Sätze Arretierungsschrauben an. Die schwarzen Schrauben haben passend zur Farbe eine höllische Anziehungskraft und überschreiten die Vorgaben von Intel um Einiges. Wer ein stabiles Board besitzt, sollte also den Kraftmeier spielen, damit der Kühler auch wirklich bombenfest sitzt. Die mitgelieferte Wärmeleitpaste ist sehr guter Durchschnitt und reicht völlig aus. Mit 800 Gramm ist der Kühler (ohne die zwei Lüfter) zwar nicht extrem schwer, besitzt aber auf Grund seiner ausladend barocken Gestaltung den Hang zur Bewegung.







Unser Testsystem

Natürlich braucht ein potenter Kühler als Ansporn für gute Taten eine möglichst antike Heizplatte als Wärmespender. Wir nutzen wie immer unseren guten alten Intel D840 Extreme, der bei 3,6 GHz so einige Watt freude- und hitzestrahlend verbrennt.

System Hardware
HardwareDetails
Intel-Plattform 775Gigabyte GA-G33-DS3R
Intel G33, BIOS: F5  (09/07/07)
CPUIntel Pentium D 840 Extreme Edition (90 nm Smithfield Kern) @3,60 GHz
RAM4x 512 MB Samsung M3 78T6553CZ3-CE6DDR2-667
GrafikkarteIntel GMA 3100 on-board


Die Test-Ergebnisse im Überblick

Wir haben die verwendeten Lüfter, 2 x Prolimatech Blue Vortex, direkt ans Motherboard angeschlossen, die Bios-Lüftersteuerung stand auf Automatik. Betrachten wir nun die ersten Ergebnisse:

Der Belastungstest mit Prime95 zeigt eindrucksvoll, wie hoch die Kühlleistung beim Genesis ausfällt. Selbst der Pentium D 840 EE, der auch gern mal als Kochplatte genutzt werden könnte, bleibt deutlich unterhalb der 40-Grad-Marke.

Fazit und Zusammenfassung

Wie sind diese Ergebnisse nun zusammenzufassen? Im Idle setzt der Genesis einen völlig neuen Maßstab. Mit nur ca. 0,5 Kelvin über Raumtemperatur glaubten wir zunächst an einen Messfehler, der sich jedoch als wirklicher Endwert entpuppte. Unter Last sind die erreichten 36-37°C für einen Pentium D geradezu phänomenal, auch wenn hier ein Megahalems oder Supermega nur knapp geschlagen werden. Die 37° wurden zudem nur in einer einzigen Spitze gemessen, die Temperatur pegelte sich am Ende sogar bei nur 36° Celsius ein. Der Unterschied zu den restlichen Testkandidaten würde unter Volllast sicher höher ausfallen, würde man eine noch höhere Verlustleistung nutzen. Allerdings würden wir damit zugleich den möglichen Praxisbezug verlieren, denn selbst ein aktueller Intel Core i7 2600K läuft mit diesem Kühler weit jenseits der 5 GHz noch mit äußerst moderaten Temperaturen, trotz Spannungsanhebung. Die Teilung in Tower und Downblower scheint recht gelungen. Der verwendete RAM ist deutlich kühler und auch die Spannungswandler profitieren vom neuen Konzept. Ein Wort zu den Lüftern müssen wir jedoch noch anbringen: laut. Mit zwei Noiseblockern oder ähnlichen Produkten würde der Genesis sicher eine leisere Figur machen. Hier verweisen wir gern auf diverse Sparpakete, in denen der Genesis aktuell z.B. bei Caseking angeboten wird.

Wir haben den Genesis im freien Aufbau gemessen, die Messungen im  geschlossenen Zustand gestalten sich differenzierter. Eingebaut im Gehäuse kühlt er um so besser, je größer das Innenvolumen ist. Viel Platz im oberen Drittel, ein Mesh-Design der Front mit Lufteinlass und ausreichend Luftentsorgung (Lüfter im Deckel und in der Rückwand) verhelfen auch der Downblower-Komponente zur Wirksamkeit. Eine enge Wurstpelle von Gehäuse mag der Genesis allerdings überhaupt nicht, hier verpufft das Konzept und wirkt u.U. sogar kontraproduktiv. Ein Seitenwandlüfter stört bei dieser Konstellation übrigens nicht, bewirkt aber auch nur dann etwas, wenn frontseitig der Airflow behindert wird. Die eingangs gestellte Frage sollte also nicht lauten "Bekomme ich den überhaupt ins Gehäuse?", sondern "Was packe ich sonst noch rein, es sieht noch so leer aus?". Dann allerdings hat der Genesis die ideale Heimstatt gefunden.

Kaufempfehlung

Es fällt oft schwer, im Einerlei der aktuellen Towerkühler noch ein Produkt so herausragend zu finden, dass sich ein Award wirklich lohnt. Wir wollen unseren Kauftipp 2011 deshalb einem Produkt verleihen, das am Ende vielleicht nicht mit 50 Metern Abstand zur Konkurrenz gewinnt, aber im Idle völlig neue Maßstäbe setzen kann und zudem durch das neuartige Konzept aus Towerkühler und Downblower die restlichen Komponenten nicht im Stich lässt. Wir belohnen damit den Mut, neue Wege beschritten und trotz enormer Leistung endlich auch einmal wieder am Gewicht gespart zu haben. Über das Aussehen mag man streiten können, die Meßergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Corsair H70 Wasserkühlung wird mit Leichtigkeit in allen Belangen geschlagen: Leistung, Lautstärke und Gewicht.

Der Preis für den Kühler ist der Leistung angemessen, aber nicht zimperlich: 59,90 Euro, oder im Bundle mit 2 Prolimatech-Lüftern (Blue oder Red Vortex) 69,90 Euro, vorbestellbar ab 15.02.2011 bei einer möglichen Verfügbarkeit  ab dem 04.03.2011.

Vorschau

Dieser Hands-On-Test ist nur ein Auszug aus unserem neuen Kühler-Vergleichstest und zugleich ein Vorgeschmack auf das, was der Leser demnächst erwarten kann. Wir haben den Test zum Prolimatech Genesis aus Aktualitätsgründen bereits heute veröffentlicht, um die Leser gewohnt zeitnah zu informieren.


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36 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Der Kühler wird noch Wellen schlagen. Absurd-geiles Dingen.
    Aber der Verweis auf die H70 stört mich aus genau einem Grund: in den von dir genannten Gehäusen mit geringem Innenvolumen, bei denen sich ggf die Frage 'Paßt der rein?' gar nicht erst stellt, sind die H50 und/oder H70 oftmals aus eben diesem Platzmangel hervorragende Alternativen. Hat jetzt mit dem Kühler an sich nichts zu tun, aber wenn du schon die H70 nennst ;)
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  • Der Kühler der H70 + 2 Lüfter brauchen nicht minder Platz ;)
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  • Mich würde die passivleistung mal interssieren. Bei geringer Last könnte der vielleicht schon ausreichend sein. Und für etwas grössere Lasten müsste warscheinlich ein Gehäuselüfter nachhelfen. Oder ist der für den Passivbetrieb ungeeignet?
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