Gigabyte P57X und P55W: Gaming-Notebooks im Hands-on-Test

Mit dem P57X und P55W zeigt Gigabyte die mittlerweile sechste Version von Gaming-Notebooks in den Formaten 15,6 sowie 17,3 Zoll. Beide verfügen über eine Kombination aus Skylake-CPU und Pascal-Grafikkarte.

Neue, robuste Gaming-Notebooks von Gigabyte

Zwar baut Gigabyte schon seit längerer Zeit Gaming-Notebooks, so ganz angekommen ist dies bei vielen Usern aber scheinbar immer noch nicht. So werden nicht nur High-End-Modelle unter dem Markennamen Aorus veröffentlicht (ein solches hatten wir mit dem X3 Plus V3 bereits vor einiger Zeit im Test), sondern auch welche direkt unter der Bezeichnung Gigabyte - dann allerdings mit Kunststoffkorpus und eher auf die gehobene Mittelklasse der jeweiligen Ausstattungsvarianten hin abzielend.

Gigabyte P55W v6Gigabyte P55W v6

Um etwas mehr Aufmerksamkeit für die durchaus beachtenswerten Produkte zu erhalten, ist der Hersteller derzeit in Deutschland auf Pressetour und hat auch uns besucht, um uns einen kurzen Hands-on-Test zu ermöglichen. Dazu brachte Gigabyte mit dem P57X v6 sowie dem P55W v6 die beiden aktuellsten Vertreter aus der 17,3- und 15,6-Zoll-Klassse mit, die selbstverständlich über einen Grafikchip aus Nvidias aktueller Pascal-Generation verfügen und vor allem durch gute Kühlleistung punkten sollen.

Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6

Laut Hersteller kann sogar der Boost-Takt dauerhaft aufrechterhalten werden, wodurch die Notebooks auch diesen Vorbehalt vieler Desktop-PC-Nutzer gegenüber den kleinen Klapprechnern aus dem Weg räumen könnten.

Jedenfalls haben wir beide Modelle mal etwas genauer in Augenschein genommen und sie ein paar Benchmarks absolvieren lassen. Die entsprechenden Eindrücke und Messwerte führen wir im Folgenden auf.

Hands-on: Angefasst und Aufgemacht

Gehäuse und Aufbau

Beide Gigabyte-Notebooks versuchen gar nicht erst, sich am Kampf um die Auszeichnung zum schlankesten Gaming-Gerät der jeweiligen Größenklasse zu beteiligen.

Im Gegenzug sollen beide Geräte laut Gigabyte aber auch mit einer sehr guten Kühlleistung punkten können und hinterließen beim ersten Anfassen einen durchaus robusten Eindruck. Das P55W v6 misst 37,97 x 26,94 x 2,68 bis 3,4 cm und bringt rund 2,6 kg auf die Waage, beim P57X v6 sind es 42,1 x 29 x 2,86 cm und 3,1 kg.

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Die Base-Unit ist bei beiden Geräten stabil und lässt sich auch im Bereich des Keyboards nicht durchbiegen. Das jeweilige Display wird beidseitig von Scharnieren gehalten und neigt glücklicherweise nicht zu unangenehmem Nachwippen.

Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6

Beide Geräte haben einen robusten und unempfindlichen, mattschwarzen Kunststoffbody ohne großen Schnickschnack. Nur seitlich gibt es einige schicke, orangene Zierelemente sowie jeweils einen Displaydeckel mit charakteristischer Formgebung.

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Auffälligster Unterschied: An der Oberseite verfügt das größere P57X oberhalb des Keyboards über zusätzliche Öffnungen, hinter denen sich nicht etwa Audio-Boxen befinden, sondern die tatsächlich zur zusätzlichen Belüftung vorgesehen sind. Dadurch kann die verbaute GTX 1070 laut Gigabyte auch bei dauerhaftem Maximaltakt stabil, kühl und ohne Heruntertakten betrieben werden.

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An der Unterseite gibt es jeweils mehrere gummierte Flächen, die effektiv ungewolltes Verrutschen im Gaming-Einsatz unterbinden.

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Innenleben

Die Wartungsfreundlichkeit fällt sehr gut aus: Nach dem Lösen einiger Schrauben kann die Unterschale vollständig abgenommen werden und ermöglicht Zugriff aus alle wartungs-, reinigungs- und aufrüstungsrelevanten Bereich wie Kühlung, Belüftung, Speicher, Festplatte, SSD, Akku, BIOS-Batterie und gegebenenfalls optisches Laufwerk.

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Erwartungsgemäß fällt die Kühllösung im leistungsstärkeren P57X gegenüber dem P55W mit zwei getrennten Lüftern für CPU und GPU opulenter aus.

Schnittstellenangebot und optisches Laufwerk

Das Schnittstellenangebot konzentriert sich bei beiden Notebooks vor allem auf die Seiten: Links verfügt das P55W über einen VGA- sowie HDMI 2.0-Anschluss (letzterer unterstützt HDCP 2.2), einen Gigabit-Ethernet-Port und einen USB3.0- sowie USB-3.1-Typ-C-Port.

Auf der gegenüberliegenden Seite findet man zwei Audio-Klinke-Buchsen zum Anschluss von Kopfhörer und Mikrofon, zwei weitere USB-3.0-Steckplätze und auch einen DVD-Brenner.

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Zusätzlich hat Gigabit einen Kartenleser an der Front untergebracht.

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Etwas anders fällt die Ausstattung und Aufteilung beim P57X aus, das auf der linken Seite zweimal USB 3.0, Gigabit-Ethernet, einen SD-Kartenleser und zwei Klinkebuchsen (ebenfalls für Kopfhörer und Mikrofon) bietet. Die restlichen Anschlüsse wandern nach rechts. Hier gibt es noch einmal USB 3.0, USB 3.1 Typ-C, VGA und natürlich ebenfalls einen HDMI-2.0-Steckplatz mit HDCP-2.2-Support.

Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6

    

Eine Besonderheit findet sich an der Front: Standardmäßig verbaut Gigabyte hier einen DVD-Brenner, jedoch wird bereits ab Werk ein Wechselrahmen beigelegt, mit dem sich problemlos auch ein 2,5-Zoll-Laufwerk - also beispielsweise eine zusätzliche SSD oder Festplatte - nutzen lässt.

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Dank Schnellverschluss ist ein Wechsel zwischen beiden Lösungen möglich, ohne dass dazu eine Schraube gelöst werden muss: Convenience for Nerds, sozusagen.

Tastatur und Touchpad

Bei den Tastaturen handelt es sich im vollständige Implementierungen inklusive NUM-Pad und Pfeiltasten. Das Klickgefühl ist knackig und die Tastatur biegt sich nicht durch. Auch das Touchpad erweist sich als Begegnung der erfreulicheren Art und ist bereits ab Werk ausgewogen konfiguriert: Präzises Gleiten und das Ausbleiben versehentlicher Doppelklicks sind die positive Folge.

Gigabyte P55W v6Gigabyte P55W v6

Beide Keyboards bringen Hintergrundbeleuchtung mit. Das Modell im P55W verfügt über einen geringen Tastenhub von nur 2,2 mm für schnelle Eingaben, das P57X versucht dagegen mit zusätzlichem 30-Key-Rollover, Anti-Ghosting sowie optisch abgesetzte WASD-Tasten zu punkten und bietet somit mehr, als die ein handelsüblicher Mensch mit zwei Händen überhaupt bedienen kann.

Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6

Oberdrein gibt es beim Topmodell noch ein dreimonatiges XSplit-Gamecaster-Abo dazu.

Innere Werte und Ausstattung

Mainboard und Prozessor

Die Hardware-Ausstattung der beiden Notebooks überrascht wenig. Gigabyte setzt sowohl beim P57X v6 als auch beim P55W v6 auf eine Kombination aus HM170-Mainboard und Intels Core i7-6700HQ, der über vier physiche Kerne plus vier virtuelle dank Hyper-Threading verfügt, mit 2,6 GHz (Turbo: bis zu 3,5 GHz) taktet, sechs Megabyte L3-Cache mitbringt und für eine TDP zwischen 35 und 45 Watt spezifiziert werden kann.

Bildschirm und Grafikkarte

Die uns vorliegenden Ausstattungsvarianten verfügen beide über ein mattes Full-HD-Display (1920 x 1080 Bildpunkte) mit einer Bildschirmdiagnonalen von 15,6 (P55W) bzw. 17,3 Zoll (P57X). Bei beiden handelt es sich um blickwinkelstabile IPS-Panels mit satter Farbdarstellung.

Gigabyte P55W v6Gigabyte P55W v6

Im kleineren Notebook wird das Display von einer Nvidia GeForce GTX 1060 mit Inhalten versorgt, in der größeren Version kommt sogar eine GTX 1070 zum Einsatz. Zumindest mit dem P57X kann man auf Wunsch also auch ein externes Display mit WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Bildpunkte) ohne Qualitätseinschränkungen befeuern.

Gigabyte P55W v6Gigabyte P55W v6

Die verbaute GTX 1060 bietet 1280 CUDA-Kerne (48 ROPs, 106 TMUs), sechs Gigabyte GDDR5-Speicher und einen Basis- bzw. Boost-Takt von 1443/1645 MHz. Die GTX 1070 kann im Gegenzug mit 2048 CUDA-Kernen (64 ROPs, 170 TMUs), acht Gigabyte GDDR5 und 1405/1671 MHz aufwarten.

Wie bereits weiter oben zu sehen ist, hat Gigabyte sich die Bauhöhe der Geräte zu Nutze gemacht und eine wohldimensionierte Kühllösung verbaut. Da die mobile Version der GTX 1070 im Hinblick auf die CUDA-Kerne und Textureinheiten etwas mehr zu bieten hat als die Desktop-Version, macht sie das bei dauerhaft aufrechterhaltenem Turbo-Takt mit nur marginal geringerer Frequenz (1645 statt 1683 MHz) zu einer ausgesprochen attraktiven Wahl.

Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6

Laut Hersteller soll dieser Takt auch wirklich kontinuierlich anliegen – wir haben es leider versäumt, entsprechende Beleg-Screenshots während der Benchmark-Session anzufertigen, werden selbige aber zumindest noch an dieser Stelle nachreichen.

Beide Notebooks unterstützen Nvidia Optimus; im Desktopbetrieb kann somit auf die sparsamere, integrierte Grafikeinheit von Intel umgeschaltet werden.

Speicher: RAM, SSD, HDD

Beide Notebooks verbauen zeitgemäße 16 Gigabyte DDR4-RAM und - zur Systeminstallation - eine SSD mit 128 (P55W) bzw. 256 (P57X) Gigabyte, wobei das größere Speichermedium erwartungsgemäß etwas schneller schreibt.

Die Transcend MTS800 setzt auf das platzsparende M.2-Format und ist mit MLC-NAND bestückt. Die Anbindung erfolgt hier nur über SATA. Für den Spieleralltag dürfte es allerdings weitgehend unerheblich sein, ob ein SATA- oder PCIe-basiertes Speicherlaufwerk zum Einsatz kommt.

P55W v6: ASSSDP55W v6: ASSSDP57X v6: ASSDP57X v6: ASSD

  

Zusätzlich gibt es in beiden Fällen eine ein Terabyte große Festplatte (Hitachi Travelstar 7K1000) im 2,5-Zoll-Format mit 7200 U/min und 32 Megabyte Cache. Deren maximale bzw. durchschnittliche Schreibleistung liegt bei 140 bzw. knapp unter 110 MByte/s – nicht schlecht für eine kleine, mechanische Festplatte.

P55W v6: HDTuneP55W v6: HDTuneP57X v6: HDTuneP57X v6: HDTune

    

Gerade diese Bauteile werden sich aber auch in anderen Zusammenstellungen und Größenklassen in den unterschiedlichen Versionen der Notebooks wiederfinden.

Akku und Sonstiges

Im P57X kommt ein Akku mit 75,81 Wh zum Einsatz, im P55W sind es 63 Wh. Beide Geräte integrieren außerdem schnelles ac-WLAN, Bluetooth 4.1 LE und eine HD-Webcam.

Für das große P57X gibt es zudem die Möglichkeit, über den ansonsten auch auf dem P55W nutzbaren Gigabyte Smart Manager den Speicher der Grafikkarte in verschiedenen Stufen um bis zu 100 MHz zu übertakten.

Gigabyte P57X v6Gigabyte P57X v6

Ansonsten dient das Tool auf beiden Notebooks als Zugriffsmöglichkeit auf Systemeinstellungen sowie zur Justierung der Lüfterregelung.

Benchmarks & Fazit

Kommen wir zum Abschluss zu einigen Benchmarks. Im Rahmen des kurzen Hands-on-Tests war es uns natürlich nicht möglich, die Geräte einen vollständigen Test-Parcours mit sämtlichen ansonsten üblichen Zusatzmessungen absolvieren zu lassen.

Um aber dennoch einen kurzen Leistungsüberblick bieten zu können, der unseren Lesern eine Vergleichsmessung sowie einen Vergleich mit dem eigenen System zu Hause erlaubt, haben wir aber dennoch zumindest einen kleinen Benchmark-Strauß aus synthetischen und echten Benchmarks zusammengebunden.

  • 3DMark FireStrike, FireStrike Extreme, FireStrike Ultra
  • 3DMark Time Spy
  • Unigine Heaven Benchmark (Extreme-Preset)
  • The Division (Ultra-Preset)

Die Ergebnisse bewegen sich den Leistungsklassen der jeweiligen Grafikkarte entsprechend auf einem sehr hohen Niveau: Eine GTX 1060 mit sechs Gigabyte Speicher wie im Gigabyte P55W v6 ist eine sehr gute Grafikkarte für Full-HD-Gaming sowie den Einstieg in die VR-Welt.

Gigabyte P55W v6Gigabyte P55W v6

Die GTX 1070 aus dem P57X v6 hingegen eignet sich für Auflösungen von bis zu 2560 x 1440 Pixeln bei sehr hohen Qualitätseinstellungen in aktuellen Spielen.

Das oftmals vollmundig beworbene 4K-Gaming mag vielleicht der Wunsch vieler Spieler sein, aber dafür muss aktuell immer noch etwas mehr Geld ausgegeben werden, wenn mit der höheren Auflösung keine Kompromisse hinsichtlich der Darstellungsqualität und Effekte gemacht werden soll.

3DMark FireStrike (Normal, Extreme, Ultra)

P55W v6: FireStrikeP55W v6: FireStrike

P55W v6: FireStrike ExtremeP55W v6: FireStrike Extreme

P55W v6: FireStrike UltraP55W v6: FireStrike Ultra

P57X v6: FireStrikeP57X v6: FireStrike

P57X v6: FireStrike ExtremeP57X v6: FireStrike Extreme

P57X v6: FireStrike UltraP57X v6: FireStrike Ultra

3DMark Time Spy

P55W v6: Time SpyP55W v6: Time Spy

P57X v6: Time SpyP57X v6: Time Spy

Unigine Heaven (Extreme)

P55W v6: HeavenP55W v6: Heaven

P57X v6: HeavenP57X v6: Heaven

The Division (Ultra)

P55W v6: The DivisionP55W v6: The Division

P57X v6: The DivisionP57X v6: The Division

Fazit

Mit dem P55W v6 sowie den etwas stärkeren und größeren P57X v6 hat Gigabyte zwei heiße Gaming-Notebook-Eisen im Feuer: Entsprechend ihrer Ausstattung (Intel Core i7 und Nvidia GeForce GTX 1060 bzw. 1070) sind die Geräte selbstverständlich schnell. Darüber hinaus bieten sie dank einem eben nicht auf Ultra-Slim-Gaming hin ausgerichteten Grundaufbau eine ordentliche Kühlung, die es erlaubt, dass die Gaming-Leistung nicht nur reine Theorie bleibt, sondern sich auch in der Praxis im Spiel abrufen lässt.

Gute IPS-Displays sowie Eingabegeräte, ein stabiler Grundaufbau, ordentliche Konnektivität und die ein oder andere Besonderheit je nach Gerät (Keyboard mit wenig Tastenhub, gegen eine Festplatte oder SSD tauschbares optisches Laufwerk) und eine insgesamt vernünftig dimensionierte Grundausstattung auf Seiten unserer Testgeräte runden das Gesamtpaket ab – alles andere wird sich in einem längeren "echten Test zeigen müssen.

Erste Geräte sind bereits gelistet. Demnach kostet das P57X v6 in der uns vorliegenden Ausstattung 1999 Euro, für das kleine P55W v6 werden 1799 Euro fällig. Gelistet ist hier derzeit aber lediglich die Version mit 256 Gigabyte großer SSD (für den Hands-on-Test stand uns die Version mit 128 Gigabyte großer SSD zur Verfügung).

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