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Corsair RM450

Gold-Netzteile mit 450 Watt: Leistung runter, Effizienz rauf
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Ganz unaufgeregt bezeichnet Corsair die Netzteile der RM-Serie als Gold-zertifiziert und vollständig modular. Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. Außer vielleicht der Zusatz "optimiert für Ruhe", der auf die hybride Lüftersteuerung hinweist. Heißt: Bei wenig Last und unkritischen Temperaturen verrichtet das Netzteil seine Arbeit geräuschlos, der Lüfter steht still. So die Theorie. Wie es sich in der Praxis verhält, werden die Lautstärkemessungen zeigen.

Die Verarbeitungs- und Materialqualität des 450-Watt-Netzteils ist jedenfalls sehr hoch. Auch optisch weiß das mattschwarze Netzteil mit seinen abgerundeten Kanten zu überzeugen. Ganz so kompakt wie die Mitstreiter von Cooler Master und Seasonic ist es indes nicht. Alle Kabel sind modular und als Flachbandkabel ausgeführt. Bei Länge und Anschlussvielfalt platziert sich das RM450 im Mittelfeld, lässt aber nichts vermissen. Die einzige 12-Volt-Schiene ist laut Hersteller für bis zu 37,5 Ampere Strom ausgelegt. Die Garantiedauer beträgt auch hier fünf Jahre.

Corsair RM450
AC Input:100-240V, 47-63 Hz
DC Output:+3.3V+5V+12V (#1)+12V (#2)+12V (#3)+12V (#4)-12V+5Vsb
24 A22 A37.5 An/an/an/a0.8 A3.0 A
Individual Output:      91
Rail Utilization:SysSysCPU & VGA
Combined Output:110 W450 W
Total Continuous Output:450 W
Peak Output:n/a

Effizienz gemäß 80 PLUS Spezifikation

Effizienz anhand von Leistungsprofilen

Eine vollmodulare Kabellage bringt zwar insbesondere dann eine hohe Flexibilität bei der Verkabelung, wenn spezielle Kabel zum Einsatz kommen sollen. Die Kehrseite der Medaille besteht aber meist in Einbußen beim Wirkungsgrad. Alle zusätzlichen Platinen, Leiterbahnen und Stecker gehen mehr oder minder zu Lasten der Effizienz.

Und tatsächlich wird es bei der Überprüfung der 80 Plus Gold-Zertifizierung knapp. Die drei geforderten Grenzwerte hält das Corsair RM450 punktgenau ein. Noch mehr zum Tragen kommt der etwas geringere Wirkungsgrad bei sehr geringen Lasten, wie sie in einem normalen PC-System wohl die meiste Zeit vorkommen. Während bei 50 Watt immerhin noch 80 Prozent zu Buche stehen, bricht die Effizienz bei 25 Watt Leistung auf nur noch 72 Prozent ein.

Sehr positiv hingegen fällt die lange Holdup-Time von gut 24 Millisekunden auf. Und auch die Ripple & Noise Ergebnisse bescheinigen dem Corsair RM450 eine hohe Qualität – auf einem Niveau mit dem Cooler Master V450S. Bei den weiteren Tests konnten wir nur eine Auffälligkeit feststellen: Die Leistungsaufnahme im Standby ohne Last ist mit 0,04 Watt extrem gering.

Bis hierhin hat sich das Corsair RM450 ja schon als ziemlicher Musterknabe präsentiert. Dank seiner hybriden Lüftersteuerung sollte da auch beim Thema Lautstärke nichts mehr anbrennen. Doch wir hatten auch schon Netzteile im Test, die als semipassiv tituliert waren, und dennoch eher als Fön getaugt hätten.

Aber beim RM450 gibt es absolut keinen Anlass zur Kritik. Bei 200 Watt Leistung steht das Lüfterrad auch nach einer halben Stunde noch still. Laustärke? Null. Erst bei 360 Watt Last konnten wir den Lüfter überhaupt einmal zur Arbeit bewegen. Und die führt er dann auch noch sehr leise durch: 30,4 dB(A) – das ist kaum zu hören.

Aufs PCB geschaut

Corsair arbeitet seit Jahren mit CWT als Hersteller zusammen, so auch bei der RM-Serie. Schon die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr hochwertig, das setzt sich im Inneren nahtlos fort. Die zweigeteilte Eingangsfilterung umfasst vier Y- und zwei X-Kondensatoren, die von einem MOV und zwei Drosselspulen flankiert werden. Auch hier stammt der Primärkondensator von Panasonic, auf der sekundären Seite finden wir sowohl Nippon Chemi-Con als auch CapXon, ein aktuell offenbar beliebter Zulieferer aus China.

Corsair setzt zwar ebenfalls auf eine DC-to-DC-Topologie, auf einen LLC-Konverter verzichtet der Hersteller allerdings und verbaut einen etwas betagteren IC, der dem Netzteil aber dennoch zum Gold-Rating gereicht. Die Lötqualität liegt auf einem der Preisklasse angemessenen Niveau.

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  • Derfnam , 29. April 2014 08:05
    'Fünf Hersteller sind unserem Aufruf gefolgt.' Echt?
    Bei den Diagrammen sind ziemlich sicher zwei Fehler drin, irgendwelche 56,irgendwas Werte bei sowohl CM als auch Corsair.
  • Tesetilaro , 29. April 2014 09:29
    wegen der 5 mußte ich auch schmunzeln... und wenn ich für ein 450 Watt Netzteil so tief in die Tasche greife dann will ich auch wirklich effizienz - somit ist mein Favo das Coolermaster - mal wieder... notfallalternative dann das Corsair...
  • diem_ , 29. April 2014 12:04
    Super Artikel - danke dafür! :-)

    Ich muss aber trotzdem etwas fragen: Wieso wird denn das Seasonic mehrfach als das günstigste Netzteil im Test tituliert, wenn das CoolerMaster auf Seite 1 mit 20€ weniger zu Buche steht? (Zudem es im Netz gar nur 55€ kostet).
  • gst , 29. April 2014 13:30
    @4/5: Uups... DER Fehler ist korrigiert. ;) 

    @Fehler in den Grafiken: Kannst Du das evtl. ein wenig eingrenzen, Derfnam?

    @Preise: Das Seasonic ist nach realen Marktpreisen das günstigste Netzteil (siehe Absatz direkt über der Tabelle). Die Preise in der Tabelle sind die Preisempfehlungen des Herstellers.
    Interessant ist diesbezüglich, dass alle Netzteile wie gewoghnt mindestens 10 bis 15 Euro billiger sind als der UVP - nur bei Cooler Master ist der Marktpreis HÖHER als der UVP...
  • Tesetilaro , 29. April 2014 13:41
    er meint die hier ->
    den "kurzen balken" so einer ist noch bei einem andern drin ;) 
  • gst , 29. April 2014 13:58
    Ah, okay; alles klar. Ich vermute mal, dass es bei der Generierung der charts zu einem Fehler gekommen ist, denn wenn die Dinger bei 115V wirklich so scheiße wären... Marcel schaut sich das gleich mal an.
  • mbinder , 29. April 2014 14:45
    Sorry Jungs, war mein Fehler mit den zwei Effizienzangaben in den Charts. Hatte statt ner "8" die "5" auf dem Ziffernblock erwischt. :( 
    Hab die Grafiken neu generiert und eingebunden. Die Angaben stimmen jetzt.
    Sorry nochmal.
  • rapidotec , 29. April 2014 19:16
    ich bin ehrlich gesagt, enttäuscht aber auch erstaunt, dass Patrick nicht auf die Kundenverarsche hinweist, die über die Cooler Master Homepage ausgekippt wird

    dort steht: "Japanische Kondensatoren für eine lange Lebensdauer und exzellente "Hold-up Time" bei Stromschwankungen"

    wo sind die denn? der eine große Primäre zählt ja wohl nicht doppelt oder dreifach oder?

    oder liegt es daran, weil THG bei Cooler Master die Netzteile testet ?

    für mich das alles ein ziemliches übles Geschmäckle
  • Impolite , 29. April 2014 21:23
    Die Kabellänge wird beim SeaSonic Modell gelobt und bei dem von CM leicht getadelt. Bin ich blind oder sind die Längen nicht aufgelistet? Schwanke gerade zwischen den zwei, habe aber mit meiner aktuellen Kabellänge große Probleme. Wäre es möglich die Kabel abzumessen?
  • Scour , 3. Mai 2014 21:16
    Sind die Suncon beim V450S wirklich das was man als Sekundärkondensatoren ansieht? Oder sind die nur Entstör-Caps?
  • gst , 7. Mai 2014 08:03
    Zitat :
    Die Kabellänge wird beim SeaSonic Modell gelobt und bei dem von CM leicht getadelt. Bin ich blind oder sind die Längen nicht aufgelistet? Schwanke gerade zwischen den zwei, habe aber mit meiner aktuellen Kabellänge große Probleme. Wäre es möglich die Kabel abzumessen?

    Die Kabellängen sind auf der ersten Seite in der Tabelle enthalten, im Bereich "Connectors & Environmental".