Gold-Netzteile mit 450 Watt: Leistung runter, Effizienz rauf

Fazit

Rund 450 Watt Leistung und ein Wirkungsgrad auf Gold-Niveau – diese Netzteile sind bei den Käufern derzeit sehr beliebt. Verständlich, bekommt man doch für relativ wenig Geld Geräte mit einem sehr hohen Wirkungsgrad und einer Leistung, die für die allermeisten PC-Systeme ausreichen dürfte. Auch bei der Ausstattung muss man kaum Abstriche in Kauf nehmen. Multi-GPU-Systeme sind zumindest mit zwei Single-GPU-Grafikkarten kein Problem, modulare Kabel gibt es auch fast immer.

Der Test hat gezeigt, dass die Hersteller in diesem Preis- und Leistungsbereich sehr ähnliche Wege gehen, was das Innenleben betrifft. Bei der Ausstattung gibt es indes schon den ein oder anderen größeren Unterschied. Was man aber auch sieht: Ein Fehlkauf ist nahezu ausgeschlossen, ein eindeutiger Testsieger nicht auszumachen. Die Einzelkritik:

Das Enermax Revolution X’t ist mit 430 Watt nominell das leistungsschwächste Netzteil im Test, der Abstand zur Konkurrenz aber minimal, zumal die 12-Volt-Leitung bis zu 98 Prozent der Nennleistung bereitstellt.

Überzeugen kann das Revolution X’t mit seiner hochwertigen Verarbeitung und den zahlreichen Anschlussmöglichkeiten. Die teilmodulare Verkabelung lässt dem User Freiraum bei der Verkabelung. Im Labor leistet sich das Enermax-Netzteil keine Schwächen, kann sich aber auch nicht besonders hervortun – zumindest in diesem Testfeld.

Für sich betrachtet arbeitet der Lüfter zwar permanent, aber recht leise. Im Testvergleich ist es allerdings das lauteste Geräusch. Die verbauten Komponenten sind nicht durch die Bank hochklassig, aber absolut in Ordnung. Unterm Strich macht das Enermax Revolution X’t seine Sache sehr gut. Es ist allerdings in diesem Umfeld das teuerste Netzteil und es muss sich mit sehr starker Konkurrenz herumschlagen.

Etwa in Form des Cooler Master V450S, dem semimodularen Ableger der vollmodularen V-Serie. Mit der hat es seinen sehr hohen Wirkungsgrad gemeinsam, der in diesem Roundup in jedem Lastbereich deutlich der höchste ist. Besonders im niedrigen Leistungsbereich trumpft das V450S stark auf und düpiert die Konkurrenten regelrecht.

Beim Thema Ripple & Noise überzeugt das Cooler Master-Netzteil obendrein, die restlichen Ergebnisse sind unauffällig. Etwas sparsam zeigt sich Cooler Master bei Kabellänge und Anschlussvielfalt. Das Innenleben ist wie bei Enermax frei von Kritik, der Lüfter jedoch eine Spur leiser. Wer also Wert auf höchste Effizienz legt, liegt mit dem Cooler Master V450S richtig.

Wer hingegen nach einem geräuschlosen Netzteil sucht, sollte einen Blick auf das Corsair RM450 werfen. Der Lüfter des semipassiven Netzteils arbeitet nämlich die meiste Zeit gar nicht. Und wenn er sich bei höheren Lasten dann doch dazu schaltet, arbeitet er ausgesprochen leise.

Die Verarbeitung des RM450 ist vorbildlich, beim Innenleben gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Topaktuell ist das elektrische Design jedoch nicht. Da aber der Wirkungsgrad auf Gold-Niveau liegt, ist das kein Grund zur Kritik. Reserven bei der Effizienz hat das 450-Watt-Netzteil hingegen nicht, im niedrigen Lastbereich fällt der Wirkungsgrad zudem deutlich ab.

Ein Grund dafür könnte die in diesem Test einzigartige vollmodulare Verkabelung sein. Zusammen mit den zahlreichen Steckern und den angenehm langen Kabeln bekommt der Käufer dafür die größtmögliche Flexibilität bei der Verkabelung.

Auf den ersten Blick präsentiert sich das Seasonic S12G-450 ein wenig wie die graue Maus in diesem Testfeld: Kein Kabelmanagement, nicht sehr aufwändig verarbeitet, günstigster Preis. Doch der erste Eindruck täuscht hier.

Denn das S12G trägt das 80 Plus Gold-Logo völlig zurecht. Wie bei Enermax und Corsair lässt der Wirkungsgrad bei geringen Lasten aber deutlich stärker nach als beim Cooler Master V450S. Schwächen leistet sich das Seasonic-Netzteil nicht, bei Ripple & Noise schneidet es ebenfalls gut ab.

Nicht gespart hat der Hersteller bei den Anschlüssen und der Länge der Kabel. Der Lüfter dreht sich zwar permanent, arbeitet aber sehr leise. Die größte Überraschung angesichts des Preises hat uns aber im Inneren des Netzteils erwartet. Seasonic setzt durch die Bank auf ein sehr modernes Design mit hochwertigen Komponenten und toller Lötqualität. Wer also kein Kabelmanagement braucht und ein bisschen aufs Geld schaut, macht mit dem Seasonic S12G alles richtig.

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11 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Derfnam
    'Fünf Hersteller sind unserem Aufruf gefolgt.' Echt?
    Bei den Diagrammen sind ziemlich sicher zwei Fehler drin, irgendwelche 56,irgendwas Werte bei sowohl CM als auch Corsair.
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  • Tesetilaro
    wegen der 5 mußte ich auch schmunzeln... und wenn ich für ein 450 Watt Netzteil so tief in die Tasche greife dann will ich auch wirklich effizienz - somit ist mein Favo das Coolermaster - mal wieder... notfallalternative dann das Corsair...
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  • diem_
    Super Artikel - danke dafür! :-)

    Ich muss aber trotzdem etwas fragen: Wieso wird denn das Seasonic mehrfach als das günstigste Netzteil im Test tituliert, wenn das CoolerMaster auf Seite 1 mit 20€ weniger zu Buche steht? (Zudem es im Netz gar nur 55€ kostet).
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  • gst
    @4/5: Uups... DER Fehler ist korrigiert. ;)

    @Fehler in den Grafiken: Kannst Du das evtl. ein wenig eingrenzen, Derfnam?

    @Preise: Das Seasonic ist nach realen Marktpreisen das günstigste Netzteil (siehe Absatz direkt über der Tabelle). Die Preise in der Tabelle sind die Preisempfehlungen des Herstellers.
    Interessant ist diesbezüglich, dass alle Netzteile wie gewoghnt mindestens 10 bis 15 Euro billiger sind als der UVP - nur bei Cooler Master ist der Marktpreis HÖHER als der UVP...
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  • Tesetilaro
    er meint die hier ->
    den "kurzen balken" so einer ist noch bei einem andern drin ;)
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  • gst
    Ah, okay; alles klar. Ich vermute mal, dass es bei der Generierung der charts zu einem Fehler gekommen ist, denn wenn die Dinger bei 115V wirklich so scheiße wären... Marcel schaut sich das gleich mal an.
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  • mbinder
    Sorry Jungs, war mein Fehler mit den zwei Effizienzangaben in den Charts. Hatte statt ner "8" die "5" auf dem Ziffernblock erwischt. :(
    Hab die Grafiken neu generiert und eingebunden. Die Angaben stimmen jetzt.
    Sorry nochmal.
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  • rapidotec
    ich bin ehrlich gesagt, enttäuscht aber auch erstaunt, dass Patrick nicht auf die Kundenverarsche hinweist, die über die Cooler Master Homepage ausgekippt wird

    dort steht: "Japanische Kondensatoren für eine lange Lebensdauer und exzellente "Hold-up Time" bei Stromschwankungen"

    wo sind die denn? der eine große Primäre zählt ja wohl nicht doppelt oder dreifach oder?

    oder liegt es daran, weil THG bei Cooler Master die Netzteile testet ?

    für mich das alles ein ziemliches übles Geschmäckle
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  • Impolite
    Die Kabellänge wird beim SeaSonic Modell gelobt und bei dem von CM leicht getadelt. Bin ich blind oder sind die Längen nicht aufgelistet? Schwanke gerade zwischen den zwei, habe aber mit meiner aktuellen Kabellänge große Probleme. Wäre es möglich die Kabel abzumessen?
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  • Scour
    Sind die Suncon beim V450S wirklich das was man als Sekundärkondensatoren ansieht? Oder sind die nur Entstör-Caps?
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  • gst
    Anonymous sagte:
    Die Kabellänge wird beim SeaSonic Modell gelobt und bei dem von CM leicht getadelt. Bin ich blind oder sind die Längen nicht aufgelistet? Schwanke gerade zwischen den zwei, habe aber mit meiner aktuellen Kabellänge große Probleme. Wäre es möglich die Kabel abzumessen?

    Die Kabellängen sind auf der ersten Seite in der Tabelle enthalten, im Bereich "Connectors & Environmental".
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