Google enthüllt Android 5.0 (Lollipop) & neue Nexus-Geräte

Eigentlich hatte man für die Vorstellung von Android 5.0 eine pompöse Show ähnlich wie zur I/O-Konferenz erwartet, bei der mit großem Bahnhof der Preview präsentiert wurde. Doch offenbar ist man in Mountain View zu der Überzeugung gekommen, damit schon das Wesentliche gezeigt zu haben und beschränkt sich bei der Freigabe der finalen Version auf einen schlichten Blog-Post.

Die Lollipop getaufte neue Version von Googles Android-Betriebssystems kommt in einer grundlegend überarbeiteten Optik daher, die als "Material Design" bezeichnet wird. Mit ihr gewinnen die einzelnen Flächen an Tiefe; sie heben sich räumlich voneinander ab. Auch Farbgebung und Schriften wurden neu gestaltet, sodass die Bedienung insgesamt inuitiver von der Hand gehen soll.

Vor allem unter der Motorhaube wurde Android 5.0 vollständig überholt: Mit ART - Android Runtime - ersetzt die Softwareschmiede die bisherige Dalvik-VM. Durch sie kann der Bytecode der virtuellen Maschine nun direkt auf dem Prozessor ausgeführt werden und muss nicht erst in nativen Code umgewandelt werden, was für einen deutlichen Leistungsschub sorgen soll. Darüber hinaus werden nun auch 64-Bit-Prozessoren nativ unterstützt.

Doch nicht nur die Veränderungen beim Betriebssystem waren vorab bereits im Detail bekannt. Gleiches galt für die Einzelheiten rund um die Referenzgeräte.

Mit dem Nexus 6 wächst die Größe des zusammen mit Lollipop präsentierten Referenz-Smartphones im Vergleich zu den Vorgängern noch einmal deutlich auf Phablet-Ausmaße von sechs Zoll (okay: 5,96 Zoll) an. Abmessungen von 8,3 cm x 15,9 cm x 1,0 cm werden so manche Hosen- oder Jackentasche überfordern.

Mit einem Gewicht von 184 g bewegt sich das Nexus 6 auf Klassenniveau - das ähnlich große Huawei Mate 7 wiegt 185 g. Das Display präsentiert die Inhalte mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln, was einer Pixeldichte von 493 ppi entspricht. Hinter dem Display werkelt ein Qualcomm Snapdragon 805, dessen vier Krait-CPU-Kerne mit einer Geschwindigkeit von 2,7 GHz zu Werke gehen. Das SoC verfügt zudem über eine Adreno-420-GPU.

Auf der Höhe der Zeit zeigt sich das Phablet auch hinsichtlich der technischen Basis für die Datenübertragung: In mobilen Netzen wird nach LTE-Spezifikation gefunkt, das WLAN-Modul arbeitet nach ac-Standard. Außerdem gehören Bluetooth 4.1 und ein NFC-Chip zur Ausstattung.

Für qualitativ hochwertige Bilder sorgt in dem von Motorola entwickelten Nexus 6 eine auf der Rückseite verortete 13-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator. Videos können mit einer Bildrate von 30 fps in 4K-Qualität aufgenommen werden. Sie können je nach Version des Nexus 6 auf einem 32 oder 64 Gigabyte großen Datenspeicher abgelegt werden. Videotelefonate und Selfies werden von einem 2-MP-Sensor in der Front realisiert.

Neben dem Smartphone wird auch das Tablet-Angebot um ein neues Modell erweitert. In Zusammenarbeit mit HTC entstand das Nexus 9, ein Flachrechner, der - wie der Name vermuten lässt - ein neun Zoll (okay: 8,9 Zoll) großes Display integriert. Das QXGA-Panel mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln ist dabei im bei Mobilgeräten recht seltenen 4:3-Format gehalten.

Zum eigentlichen Schaufenster für die Entwicklungen beim Betriebssystem wird das Tablet jedoch vor allem durch sein Innenleben. Denn unter dem Bildschirm steckt ein Nvidia Tegra K1, der mit zwei in Eigenregie entwickelten Denver-CPU-Kernen bestückt ist, die wiederum auf den 64-Bit-Instruktionen des ARMv8-Befehlssatzes fußen. Sie werden von einem zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher unterstützt. An Bord ist zudem eine Kepler-GPU.

Nicht ganz nachvollziehbar ist die Größe des Datenspeichers: Wie auch beim Nexus 6 werden zwei Versionen des Geräts angeboten, die mit 16 bzw. 32 Gigabyte bestückt sind - das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Denn gerade bei der kleinen Speichervariante wird es schnell eng für Apps und Daten werden, High-End-Games überschreiten beispielsweise schnell Größen von einem Gigabyte. Aber immerhin dürfte die Hardware-Basis mit der schnellen CPU-GPU-Combo Freunde des mobilen Gamings locken.

Auch die Kamera könnte zu schnell geringer werdendem Speicherplatz beitragen: In der Rückseite ist ein 8-MP-Sensor verbaut, der zumindest auf dem Papier eine Qualität in Aussicht stellt, die den einen oder anderen Anwender zu einer exessiven Nutzung verführen könnte. Der Frontsensor löst mit 1,6 Megapixeln auf. Wie das Phablet bringt auch das Nexus 9 ein LTE-Modem mit. In WLAN-Netzen wird ein Funkchip mit MIMO-Technologie genutzt, der gemäß dem ac-Standard zur Tat schreitet.

Das Tablet Nexus 9 kann ab 17. Oktober vorbestellt werden, die Auslieferung soll ab 3. November beginnen. Für das Nexus 6 wurd kein exakter Termin bekannt gegeben. Auch Preise wurden bisher nicht genannt.

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3 Kommentare
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  • robberlin
    Mit einem maximal 5 Zoll großen Gerät, mit 64 GB oder 128GB Speicher und FullHD Auflösung wäre google zwar vordergründig nicht so stark wie die Konkurrenz aber es wäre ein Telefon geworden, dass "vernünftig" ist.
    Ein stärkerer Prozessor bei gleich bleibendem FullHD Display macht ordentlich Schub und ein größerer Akku dazu würde das Gerät schnell, mit langer Laufleistung und preiswert in der Produktion machen mit mehr Gewinnspanne selbst bei günstigerem Verkaufspreis.

    Diese mehr-pixel-bessere-cpu kacke ist Augenwischerei. Die mehr-Pixel erkennt niemand mit bloßem Auge und führt nur dazu, dass zwangsweise eine stärkere CPU rein muss und das Telefon nicht länger durchhält als der Vorgänger.

    Ich warte sehr auf ein VERNUNFTS-VOLKS-TELEFON:

    4,5"
    Full HD OLED
    QUAD CPU
    2500-3000mAh Akku
    WLAN N oder AC
    64GB bzw 128 GB Speicher
    Kamera mit GUTEN 8Mpix Chip
    Bluetooth
    NFC
    LTE

    Das Teil wäre im praktischen Format, mit guter aktueller Hardware und flink wie ne flunder mit bestimmt 3 Tagen Laufzeit
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  • Nephilim13
    +1!!! zusätzlich sind die google geräte immer sehr attraktiv, weil die android versionen halt von google kommen und man mit nem nexus als erster bedient wird. zusätzlich fand ich die optik und haptik der nexus geräte bis jetzt unschlagbar. also aufs 6er gefreut....g zoll und größere auflösung als mein 27zoll monitor...dann wirds wohl ein nexus 5 ;)
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  • matthias wellendorf
    ich stapfe nun seit einer weile mit dem mate 7 durch die gegend: man kann sich an die dimensionen gewöhnen und sich beim gaming oder fotos betrachten über viel bild freuen. einen wirklichen mehrwert gegenüber einem 5" kann man ich aber nicht feststellen. und dass man einen echten brocken durch die gegend schleppt kann man nicht verhehlen...
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