Stresstests im Detail: Grafikkarten richtig testen (Tutorial - Teil 1)

Witcher 3, Doom (2016), Metro LL

Leerlauf (Idle)

Zunächst eine Wärmebildaufnahme im Leerlauf, die nach ca. 20 Minuten entstanden ist. Da die Karte im semi-passiven Modus arbeitet, verwundern einige der etwas höheren Teiltemperaturen natürlich nicht.

The Witcher 3

Wir nutzen exakt dieses Spiel für die Ermittlung der Leistungsaufnahme, weil die ermittelten Werte fast immer genau auf den Punkt der vom Hersteller angegebenen Leistungslimits treffen. Gerade die Skellige-Map produziert mit die höchsten in einem Spiel erzeugbaren Lasten für die GPU und die Spannungswandler. Die Temperaturen des Speichers sind eher nur durchschnittlich, trotzdem eignet sich das Spiel gut für Stabilitätstests beim Übertakten von GPU und Speicher.

Je nach Leistungsklasse der zu testenden Grafikkarte wählt man die Auflösung zwischen Full-HD (1920 x 1080 Pixel) und Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel). Wichtig ist, dass alle Nvidia Hairworks-Effekte generell abgeschaltet wurden und dass man die Bildqualität so hoch wie möglich wählt, um mindestens noch um die 30 FPS zu erreichen. Je höher, umso besser für die maximal erreichbaren Lasten und Temperaturen.


GPU
Package
VRM
Speicher
Leistung
Messwert
64 °C
86.2 °C
80.1 °C
63.4 °C
98.5 W
Vergleich zum Max.
98.5%
95.7 %
94.8 %
87.2 %
95.0 %
Bewertung
- sehr hohe Leistungsaufnahme bei echten Spielen
- hohe GPU-Temperatur für Kühlungstest
- hohe Package-Temperatur für Stabilitätstests
- mittlere Speichertemperatur
Eignung
- Leistungsaufnahmemessungen
- sehr guter Stabilitätstest für Übertaktungen

Doom 2016 (Vulkan/OpenGL)

Das Spiel ist zwar keine solche thermische Herausforderung wie "The Witcher 3", aber wenn man auf Frameraten ab 40-50 FPS setzt, lässt sich durchaus noch gut elektrisch heizen, wenn die Bildschirmauflösung hoch genug ausfällt. Doom erlaubt aber auf Grund der etwas geringeren Leistungsaufnahme bei vielen Spielen deutlich höhere Taktraten wie z.B. The Witcher 3. Besonders das Austesten der höchstmöglichen Boost-Steps (Nvidia) bzw. des höchsten P-States (AMD) ist mit Doom ziemlich einfach zu realisieren.

Auch für die Stabilität des übertakteten Speichers kann Doom interessant werden, da die Last sogar etwas höher ausfällt als in "The Witcher 3". Außerdem ist man mit mindestens 22% Prozessorlast schon ganz gut dabei, denn wirklich potente Karten können noch weit darüberliegen.


GPU
Package
VRM
Speicher
Leistung
Messwert
62 °C
81.7 °C
77.4 °C
63.6 °C
95.4 W
Vergleich zum Max.
95.4 %
90.7 %
91.6 %
87.5 %
92.0 %
Einschätzung
- mittlere Leistungsaufnahme bei echten Spielen
- eher ungeeignet für Kühlungstests aller Art
- mittlere Speichertemperatur
- erlaubt im Vergleich jedoch sehr hohe Boost-Taktraten
Eignung
- brauchbarer Stabilitätstest für Übertaktungen
- Je höher die Auflösung, um so geeigneter

Metro Last Light (Redux)

Bei Metro Last Light scheiden sich die Geister etwas. Einerseits erreicht man sogar schon in Full-HD mit die höchsten Temperaturen und Belastungen für den Speicher, muss aber andererseits schon mindestens WQHD oder Ultra-HD nutzen, um richtig hohe Leistungsaufnahmewerte zu provozieren. Wenn man, so wie wir, in diesem Durchlauf nur Full-HD nutzt, bleibt die Leistungsaufnahme doch etwas hinter der von "The Witcher 3" zurück. Auch hier sollte die Bildqualität immer so hoch wie möglich gewählt werden, auch wenn man auf mindestens 30 FPS kommen sollte.

Besitzer von Nvidia-Karten können die Leistungsaufnahme jedoch noch einmal steigern, wenn sie PhysX aktivieren. AMD-Anwender können zumindest GPU-PhysX testweise mal ausprobieren, um die CPU wenigstens auf einem Kern höher auszulasten. Denn die durchschnittlichen 19% Prozessorlast in unserem Setup ließen sich dadurch noch einmal ordentlich steigern. Mit einer stärkeren Grafikkarte kommt man dann auch schon einmal über 30% und mehr.


GPU
Package
VRM
Speicher
Leistung
Messwert
63 °C
81.5 °C
75.4 °C
65.2 °C
95.9 W
Vergleich zum Max.
96.9%
95.7 %
94.8 %
89.7 %
92.5 %
Bewertung
- mittlere Leistungsaufnahme bei echten Spielen
- höhere GPU-Temperatur für Kühlungstest
- mittlere Package-Temperatur
- für Spiele sehr hohe Speichertemperatur
Eignung
- guter Stabilitätstest für Übertaktungen potenter Karten ab WQHD
- Speichertests
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6 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    dankeschön! nur damit das auch mal in aller Deutlichkeit gesagt wird ;)
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  • FormatC
    Teil 2 kommt noch :)
    0
  • guardianangel
    Welche GPU war noch die Hitzige, die zum Eierbraten und mehr getaugt hat? Ich weiss noch, dass es eine ATI war...vielleicht die 6990?
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  • FormatC
    Ja, genau die. Mit damals 400 Watt im OC-BIOS war das echt brutal. Die R9 295X2 ging aber später bis 450 Watt und Vega mit Wasser hatte ich schon auf knapp 470 Watt.
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  • eyraptor
    Vielen Dank für diesen extrem ausführlichen und guten Test.
    Die richtigen Tests sind hier immer abartig gut.

    Zum Thema Powerconsumption:
    Mit meiner 1080ti habe ich unter Wasser bereits 478 Watt in Furmark erreicht.
    Das ist natürlich nur mit XOC Bios (oder Volt Mod) ohne Powerlimit möglich.
    Die eigentlichen Limits von Nvidia sind mir bei Pascal eben zu restriktiv, um dann normales "Takt anheben" via afterburner dann overclocking zu nennen.
    Das ist mir zu langweilig auch wenn es sich von der Mehrleistung nicht lohnt:D.
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  • FormatC
    Ich habe auch Shunts gedoppelt und mit dem AB Extreme deutlich mehr Pulver draufgeballert als erlaubt. Aber ab einem gewissen Punkt ist der Zugewinn einfach nur noch albern. :D
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