Wieviel Strom verbraucht eine High-End-Grafikkarte wirklich? Eine Langzeitbetrachtung

Messen des spezifischen Verbrauches pro Anwendung

Was wir wie lange messen

Es gibt Anwendungen, deren erzeugte Last auf der GPU während der Laufzeit annähernd gleich bleibt (z.B. einfache 2D- und 3D-Fensteranwendungen) und solche, wo diese Last recht hohen Schwankungen unterliegt (Spiele). Deshalb nützt es nichts, den Verbrauch einmalig zu messen, sondern man muss über einen möglichst langen Zeitraum messen und danach den repräsentativen Mittelwert betrachten. Bei Spielen haben wir uns möglichst unterschiedliche Level ausgewählt und testen jeweils mindestens 15 Minuten. Natürlich messen wir auch den Verbrauch im Idle/Leerlauf. Jede Messung wird zunächst mit unserer Low-End-Karte und danach mit jeder der zu testenden High-End-Karten durchgeführt.

Womit wir messen

Damit die Nachbaufähigkeit unserer Versuche für den Privatanwender gewährt bleibt, haben wir uns auf einen handelsüblichen Datenlogger für den Energieverbrauch beschränkt, der trotz des relativ günstigen Anschaffungspreises ein sehr gut auswertbares Logging des Verbrauches liefert. Mit dem von uns verwendeten VOLTCRAFT® Energiekosten-Messgerät Energy Logger 4000 von Conrad Electronic lässt sich die Leistung sogar wahlweise in Voltampere oder Watt ausgeben, wobei wir den letzteren Wert verwenden, da uns die Scheinleistung an dieser Stelle nicht interessiert. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass viele der Billig-Geräte aus dem Baumarkt nicht in der Lage sind, den Verbrauch eines Gerätes mit Schaltnetzteil ausreichend genau zu messen. Mit diesem Gerät sollte der Anwender auf der sicheren Seite stehen, solange die gemessenen Werte 1-2 Watt nicht unterschreiten.

Dieses Gerät speichert die Daten auf einer normalen SD-Karte. Die Diagramme kann man später aus den Datendateien z.B. mit Microsoft Excel relativ einfach selbst erstellen. Wichtig für uns ist am Ende ein sogenannter spezifischer Durchschnittsverbrauch des Gesamtsystems pro Applikation in Watt.

Messgenauigkeit und Wertermittlung für den Nachbau

Da der Messintervall von einer Minute für die Einzelwerte bei Spielen relativ lang sein könnte, kann man statt dessen bei einer Mindestspieldauer von 15 Minuten auch alternativ den vom Logger protokollierten Gesamtverbrauch für diesen Zeitraum zu Grunde legen, der wesentlich höher aufgelöst ist und einfach die Zeitkomponente wieder herausrechnen. So ergibt zum Beispiel ein gemessener Verbrauch von 57 Wattstunden in 15 Minuten eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 228 Watt.

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78 Kommentare
    Dein Kommentar
  • wahngrok
    Schöner Artikel. Schade nur, dass die Radeon HD 5770 nicht mit im Test war. Und der Einsatz einer Dual-GPU Lösung wäre sicherlich im Hinblick des Verbrauches auch interessant. Trotzdem hoffe ich, dass der Artikel bei möglichst vielen beim nächsten Grafikkartenkauf im Hinterkopf ist.
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  • muetze2k
    Sehr schöner Artikel.
    Auch wenn es hier nur um die Grafikkarte geht, ein ähnlicher Artikel bezogen auf CPUs wäre auch mal interessant.
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  • stevez
    bei mehr als der Hälfte der Grafiken fehlt die Referenz 5450, oder?
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  • FormatC
    Nein. Dort wo Gesamtsystem steht, ist sie drin. Die anderen Grafiken stellen den Ist-Wert der Karten abzüglich Referenz dar. Also den tatsächlichen Mehrverbrauch von GPU und CPU zum Referenzsystem bei gleichen Bedingungen :)
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  • stevez
    k danke! :)
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  • Anonymous
    Fehler auf allen Darstellungen: "Average Cost per Year"... da sollte auf der X-Achse "€" stehen... und nicht "kWh"...
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  • FormatC
    Wird heute abend gefixt. Ist in der Eile passiert, bei einem Excel-Sheet mit ein paar tausend Einträgen verliert man schnell mal den optischen Kontrollblick :)
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  • stoepsel
    Eine sehr gute Darstellung des Energiehungers heutiger Grakas...
    Dankeschön dafür...immer wieder gerne....
    Damit werde ich in meinem letztens getätigtem Erwerb einer 5870,in Bezug auf den tatsächlichen Verbrauch,bestätigt!
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  • bleikrone
    Habe mir Anfang diesen Jahres auch Gedanken gemacht über Stromverbrauch meines PC´s .
    Seit Januar diesen Jahres habe ich auch ein Messgerät von "Brennstuhl" (was ich nebenbei empfehlen kann) wenn ich mir den Verbrauch ansehe von 875,91kw komme ich auf knapp 192,70 Euro bei 0,22cent die KW Stunde, im Monat ca 16 Euro. Womit bei mir im Haushalt der PC auf Platz 1 Steht, dicht gefolgt vom Wäschetrockner, der 2,2KW in der Stunde brät ;D
    Leider kann ich keine Angaben zum System machen da dies im Jahr sich ein paarmal geändert hat.
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  • darion
    Einfach wieder ein klasse Artikel, es zeigt auf, wo die Kosten entstehen können und das man auch einmal über den Tellerrand schaut!

    sehr schön

    Danke an THG dafür!
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  • Anonymous
    Um welche Modelle handelt es sich bei den Grafikkarten denn genau? Die Unterschiede sind da ja mitunter recht groß. HT4U hat zum Beispiel für die HD6850 zwischen 116 und 144W unter Volllast gemessen, was immerhin einen Unterschied von 25% ausmacht. Ich nehme aber an, dass alle Karten (bis auf HD 6970 und HD 6950) auf Standard-Specs laufen und dem Referenzmodell entsprechen?
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  • elwood_b
    Was ist eine "Wattzahl"?

    Netter Artikel - aber wenn ein "Techniker" das Wort "Watt-Zahl" in den Mund nimmt, kann man ihn eigentlich nicht mehr ernst nehmen...
    Ich frage ja einen Menschen auch nicht welche Zentimeter-Zahl er hat, oder die Kilogramm-Zahl...
    sondern ich Frage nach der Größe und dem Gewicht.
    Und nicht die Anzahl der Bezeichnung.

    Das ist echt peinlich, kommt aber immer öfter vor, leider.

    Ansonsten netter Artikel!
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  • Jolly91
    Klasse Artikel.

    Da sieht man mal was die Grafikkarten im Jahr wegfuttern.
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  • FormatC
    Zitat:
    aber wenn ein "Techniker" das Wort "Watt-Zahl" in den Mund nimmt, kann man ihn eigentlich nicht mehr ernst nehmen
    Wattwerte klingt Käse und eine vergleichende Angabe mit "Zahl" als Synonym für Wert oder Angabe ist durchaus zulässig. Wattage als direkte Übersetzung ist übrigens auch treffend, so dass ich das in die Kategorie "eifrig gezählte Erbsen" ablegen würde. ;)
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  • Anonymous
    Wer viel spielt und einen PC mit 1000W NT sein eigen nennt wird das schwer im Geldbeutel merken!
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  • fffcmad
    elwood_bWas ist eine "Wattzahl"?Netter Artikel - aber wenn ein "Techniker" das Wort "Watt-Zahl" in den Mund nimmt, kann man ihn eigentlich nicht mehr ernst nehmen...Ich frage ja einen Menschen auch nicht welche Zentimeter-Zahl er hat, oder die Kilogramm-Zahl...sondern ich Frage nach der Größe und dem Gewicht.Und nicht die Anzahl der Bezeichnung.Das ist echt peinlich, kommt aber immer öfter vor, leider.Ansonsten netter Artikel!


    Wattzahl ist ein umgangsprachlich gelaeufiger Begriff und fuer einen solchen Artikel mit Sicherheit nicht falsch gewaehlt.
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  • elwood_b
    Wie wär's mit dem simplen, korrekten Wort "Leistungsaufnahme"?

    Und ob der Begriff gebräuchlich ist oder nicht, er ist einfach falsch...
    Wattzahl benutzt eigentlich nur jemand, der nicht weiß was da eigentlich dahinter steckt, oder?
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  • FormatC
    Typisch deutsche Erbsenzählerei. Passt perfekt zu zu Innungsgehabe und "Handwerkerehre". :D

    Da die Wattangabe als Zahl erfolgt (die aus einzelnen Ziffern besteht), wäre es sogar korrekt zu sagen "Wir beziffern die Wattzahl auf...". Mich würde mal eine seriöse Quelle interessieren, die den Begriff Watt-Zahl für unfachmännisch und unpassend erklärt. Den Beweis ist man bisher schuldig geblieben. Das Wort PS-Zahl vernahm ich unlängst aus dem Munde eines Dr.-Ing - kommt aufs Gleiche raus.

    Das Schöne an der deutschen Sprache ist die Möglichkeit, zusammengesetzte Substantive zu bilden. Warum sollte man bei den Wattangaben darauf verzichten?
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  • elwood_b
    Weil man eben eine bestimmt Eigenschaft nicht mit der Anzahl ihrer Einheit(en) angibt, sondern mit der Bezeichnung für diese Eigenschaft.

    Geb' mal bei Wikipedia "Wattzahl" ein, die gibt es einfach nicht!
    Es gibt Leistungsaufnahme, Spannung, Stromstärke, Gewicht, Größe, aber keine Watt-Zahl, Volt-Zahl, Ampère-Zahl, Kilogramm-Zahl, Zentimeter-Zahl.

    Oder habt Ihr schon mal eine Semmel für die Euro-Zahl 0,30 gekauft?
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  • fffcmad
    Kruemelkacken ist keine positive Eigenschaft.
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