Generationen-Vergleichstest: Terabyte-SSD gegen HDDs von 2007 bis 2013

Eine 1-TByte-Festplatte von 2007 hat keine Chance gegen heutige Laufwerke? Das gilt für SSDs, nicht aber für aktuelle Festplatten. Wie unser Leistungscheck zeigt, sind selbst Festplatten aus dem Jahr 2013 mitunter nicht schneller als der Oldie von 2007.

Über viele Jahre fand der Fortschritt bei Speicherlaufwerken auf ähnliche Weise statt: Datendichte und Datentransferrate stiegen von Generation zu Generation, gleichzeitig sinken die Kosten. Inzwischen haben sich zwei Dinge verändert. Zum einen lässt sich die Datendichte bei Festplatten nur noch mit deutlich steigendem Aufwand weiter erhöhen. Zum anderen laufen Solid State Drives der klassischen Festplatte bei allen Aufgaben, bei denen es nicht nur um schnöde Datenablage geht, den Rang ab: SSDs sind schneller, energieeffizienter, praktisch lautlos, robuster und in der Regel auch langlebiger. Wir haben uns dazu entschieden, ein paar ältere sowie aktuelle Festplatten mit einem TByte Speicherplatz der aktuell einzigen vergleichbaren Terabyte-SSD gegenüberzustellen, der Samsung SSD 840 EVO. Ring frei!

Rückblick: Festplatten

Eine höhere Speicherdichte bei Festplatten geht normalerweise mit einem höheren Datendurchsatz einher. Recht deutlich wurde das bei unserem letzten Laufwerks-Generationentreffen, bei dem wir die Leistung von drei Versionen der Hitachi Deskstar 7K1000 miteinander verglichen. Mit Perpendicular Recording im Gepäck nahm Hitachi im Jahr 2007 mit der Deskstar 7K1000 als erster Hersteller die prestigeträchtige 1-TByte-Hürde. In der Ur-Ausgabe des 3,5-Zoll-Laufwerks brauchte es dafür noch fünf Platter mit je 200 GByte. Spätere Versionen schrumpften dank effizienter senkrechter Aufzeichnung auf drei Platter (Deskstar 7K1000.B, 2008) und schließlich zwei Platter (Deskstar 7K1000.C, 2009). Im Test lief die Deskstar 7K1000.C aufgrund ihrer höchsten Speicherdichte als erste durchs Ziel, dann folgten die Deskstar 7K1000.B und schließlich die Deskstar 7K1000.

Doch lässt sich dieses Ergebnis auch auf aktuellere Laufwerke übertragen, also solche, die zwischen 2010 und heute erschienen sind und nach wie vor Perpendicular Magnetic Recording (PMR) einsetzen? Wie sieht es darüber hinaus mit den Leistungsunterschieden aus – sind die älteren Laufwerke grundsätzlich langsamer oder unterscheidet sich ein 2013er Modell einer 1-TByte-Festplatte in punkto Performance nicht wesentlich von einem 2007er-Jahrgang?

Hier folgt nun die Neuauflage mit insgesamt fünf Festplatten, die eine Kapazität von einem Terabyte als gemeinsamen Nenner haben. Zur Hitachi Deskstar 7K1000, dem Urmodell der 1-TByte-Modelle, gesellen sich noch vier weitere 3,5- und 2,5-zöllige Laufwerke gleicher Kapazität, die unseren Test-Parcours durchlaufen. Die Laufwerke wurden in den Jahren 2010, 2011, 2012 und 2013 hergestellt, sind also mindestens drei Jahre jünger als die Hitachi Deskstar 7K1000.

Das Ergebnis überrascht: Zwischen einer sechs Jahre alten SATA-Festplatte und einem brandaktuellen 1-TByte-Modell gleicher Drehzahl gibt es teilweise viel geringere Leistungsunterschiede, als man vermuten könnte.

Ausblick: Die Terabyte SSD Samsung SSD 840 EVO

Seit Herbst gibt es von Samsung die SSD 840 EVO, die nach der M500 von Crucial mit 960 GB die erste "echte" Terabyte-SSD mit exakt einem Terabyte Speicherkapazität darstellt. Mit Preisen ab knapp 500 Euro ist diese in der Praxis gut sechs Mal so teuer wie aktuelle Festplatten gleicher Kapazität. Dafür bietet sie vielfach höhere Transferraten und eine sehr hohe, in der Praxis noch wichtigere I/O-Leistung. Als Systemlaufwerk zählt dieser Wert für die empfundene Leistungsfähigkeit am meisten. Dank einem Terabyte Speicherkapazität kombiniert dieses Laufwerk hohe Speicherkapazität mit der so wichtigen I/O-Leistung, so dass für die aller meisten Anwender im Notebook dieses Laufwerk die beste Wahl sein könnte – wenn das Budget ausreicht.

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13 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • echoez
    Die angaben in der Tabelle Preis/GB sind doch eher Cent als Euro gemeint, oder?!
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  • Voyager
    Hybridlaufwerke sind das Neueste , mittlerweile in der dritten Geberation und nur 2 Cent pro GB teurer als herkömmliche HDDs. Als Bootlaufwerke sind SSHDs deutlich besser geeignet und sogar PS4 Nutzer sind auf den Geschmack gekommen weil eine große SSD zu teuer ist und Hybridlaufwerke zu ähnlichen Spielergebnissen führen wie eine SSD. Prinzipiell könnten HDDs schon ausgedient haben .
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  • Scour
    Interessanter wären 2TB-HDDs.

    Die und größere Laufwerke scheinen viel beliebter zu sein, da viele schon eine SSD und HDD betreiben.

    Da könnte man die 7K2000 als Referenz nehmen, ich glaub das war sogar die erste 2TB-HDD, 5 Platter
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  • Jolly91
    Hätte man die SSD weggelassen, wäre es besser, und übersichtlicher gewesen.
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  • derGhostrider
    Man hätte die SSD nicht weglassen müssen, aber die Graphen hätten anders skaliert werden müssen / der Balken der SSD durch Auslassung bzw Sprung in der Skala gekürzt werden können.
    Naja, so sehen die Unterschiede bei den HDDs natürlich winzig aus, selbst wenn es mal um 40% geht.
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  • smg72523889
    lt der €/gb tabelle kostet die samsung ssd also umgerechnet EUR50.000,00. wo kauft ihr bitte?
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  • alterSack66
    Das ist ein Sondermodell mit Widmung von Herrn Samsung :D
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  • Eric B
    Um ehrlich zu sein bin ich von diesem Festplattentest doch etwas erstaunt, denn Leistungsdaten bei Festplatten sind bestenfalls ein Teilaspekt dessen was interessiert. Zu argumentieren die Festplatten hätten keine Revolution durchgemacht trifft dann auch nicht den Kern der Sache.
    Eine Festplatte ist ein Massenspeicher der langsameren Art und kommt kurz vor den Magnetbändern. Deren Aufgabe ist es möglichst viele Daten möglichst sicher aufzubewahren und nicht Geschwindigkeitsrekorde in der Datenübertragung zu brechen. Der Vergleich mit der SSD mag ja "for the luz" sein aber mehr auch nicht, sonst könnt ihr demnächst auch gleich noch das RAM als Vergleich mit in die Benchmarks mit aufnehmen.

    Interessant wäre neben den Leistungsdaten die Entwicklung im Bereich Langlebigkeit, Datensicherheit, Hitze-Entwicklung, Leistungsaufnahme, gegebenenfalls noch deren Lautstärke gewesen. Und nein, nicht im Vergleich zur SSD die deckt eher einen anderen Sektor ab.
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  • derGhostrider
    @Eric B:
    Du liegst mit Deiner Einschätzung der Festplatten leider vollkommen falsch. Festplatten sind nicht dafür gedacht "Daten möglichst sicher aufzubewahren". Bei Magnetbändern ist das korrekt, bei Festplatten ist diese Aussage vollkommen falsch.
    Das lässt sich allein daran ablesen, dass Hersteller von Magnetbändern (bei richtiger Lagerung) Speicherdauern garantieren, Festplattenhersteller jedoch nicht.
    Der Punkt "Datensicherheit" hat nichts mit der Festplatte zu tun. Dafür müssen andere Mechanismen herhalten. Zur Sicherung gegen Datenverlust helfen z.B. Backups.
    Und "Langlebigkeit" der Festplatten wirst Du im Desktop-Segment gar nicht finden. Da muss man zwangsweise im Enterprise-Segment suchen, wobei selbst dort keine Garantie exisitert, dass eine Festplatte länger hält. Es werden lediglich etwas höherwertige Komponenten verwendet oder schlichtweg eine höhere Ausfall-/Austauschquote durch den gestiegenen Preis abgefangen.
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  • Eric B
    Da muss ich leider dir wiedersprechen. Festplatten werden durchaus mit einer gewissen Lebenserwartung gehandelt. Es ist kein Zufall dass man Serverfestplatten nicht mehr ausstellt und noch viel weniger dass man keine SSD Platten benutzt deren Datenrettungmöglichkeiten nahezu 0 ist.
    Wenn aber darauf bestehst hier nur den Consumerbereich anzuschauen bitte. Im Consumerbereich ist es nicht üblich die eigenen Daten auf Bändern zu sichern, da ist ab der Festplatte und bestenfalls noch einer zweiten externen Schluss. Da nützt auch das grosse Finger hochhalten vom ach so unbedarften Benutzer nichts, denn zwischen Theorie und Praxis steht immer noch die Wirklichkeit. Als Endbenutzer ist dann interessant, wo bekomme ich eine schnelle SSD Platte fürs Betriebssystem her und wo sichere ich die Terrabyte Mulitmedia Daten. Da ist es dann ziemlich schnuppe ob die Terrabyte auf einer schnellen Platte gelagert werden.
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  • derGhostrider
    Die Lebenserwartung einer Festplatte hat jedoch *nichts* mit der Lebensdauer der Daten auf der Festplatte zu tun.
    MTBF-Zeiten resultieren aus der Auswahl der Bauteile: Präzision der verbauten Lager, Achsen, Qualitätsstufe der Halbleiterbauelemente, etc.
    Diese MTBF oder MTTF Zeiten garantieren aber gar nichts. Sie stellen lediglich statistische Bewertungen der Baugruppen der gesamten Baureihe dar. Und wenn sich mal wieder ein fehlerhaftes Bauteil einschleicht, was bei fast jedem großen Hersteller bereits in der Vergangenheit passiert ist, dann sterben die Platten wie die Fliegen und die MTBF oder MTTF-Zeiten sind vollends sinnfrei.

    Zudem werden schon seit über 10 Jahren SSDs in Servern verwendet. Nämlich überall dort, wo HDDs schon immer zu langsam waren. Die "Datenrettung" von defekten Festplatten ist im Serverumfeld irrelevant, da in den Servern entsprechende RAID-Systeme verwendet und von Servern auch regelmäßig Backups erstellt werden. Bei wichtigeren Systemen werden alle Daten eh redundant auf unterschiedlichen Systemen vorgehalten, usw.
    Fällt eine Festplatte aus, was in Rechenzentren nicht die Ausnahme, sondern "tägliche Routine" ist, dann wird die einfach ausgetauscht. Das RAID übernimmt den Rebuild-Prozess, ende.
    Fällt mehr aus, dann muß zur Not das Backup herhalten. Ärgerlich, aber halb so wild.
    Wer dann auf eine Datenrettungsfirma zurückgreift, der hat bereits vorher grundlegende Fehler in der Planung begangen.

    Ja, Bandsicherungen gibt es im Privatsektor quasi nicht. Auch ich habe meine Tape-Library schon vor Jahren wieder abgeschafft. Aber daraus kann man keines wegs schließen, dass Festplatten besser für Langzeitspeicherung wären, nur da sichere Alternativen (aus Kostengründen) nicht verwendet werden.
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  • Eric B
    Schätze wir reden aneinander vorbei. Über die Lebensdauer der Daten habe ich nichts geschrieben, genauso wenig über die Notwendigkeit von Backups und auch nicht dass Festplatten besser für die Langzeitspeicherung wären (als was, Bänder?). Sie werden lediglich im Consumerbereich zur Langzeitspeicherung eingesetzt, daraus ergibt sich ein Interesse bezüglich Zuverlässigkeit bzw. Langlebigkeit.
    Wenn du nun sagst dass es keine Möglichkeit gibt die Qualitätsunterschiede bezüglich der eingesetzten Technik festzustellen, dann nehme ich das so hin. Mit der Datensicherheit bei Raid und SSDs hast du natürlich recht.
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  • derGhostrider
    In einem gewissen Rahmen kann man Qualitätsunterschiede schon messen:
    Kaufe 10000 Festplatten jeder Serie und setze sie einem Stresstest (Klimakammer, ständig wechselnde Bedingungen, etc) aus.
    OK, soetwas kann sich niemand leisten, aber dann hätte man schon eine ordentliche Aussage, wie sich die Platten in Bezuf auf ihre Ausfallrate verhalten. ;)
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