Solide Kost für Gamer: Corsair HS50 im Headset-Test

Mit dem Corsair HS50 testen wir ein bezahlbares Headset, mit dem man nicht wirklich baden gehen wird, auch wenn das Sounding etwas prägnant ausgefallen ist. Doch es gibt auch Einiges an Licht, so dass wir uns wie immer auf Optimierungssuche begeben haben.

Mit dem Marketing ist das immer so eine Sache, denn das fängt schon bei der Kategorie an. Halboffen oder halbgeschlossen? Je nach Kopfgröße und resultierendem Druck ist das Auslegungssache, doch dazu gleich mehr. Und sonst?

Mit aktuell gerade mal 60 Euro Straßenpreis ist die Offerte natürlich interessant, was auch Vieles verzeihen lässt, denn man muss fair bleiben. Wunder gibt es nicht, aber Preis-Leistungskracher. Ob das HS50 dort dazugehört, wollen wir deshalb im Verlaufe dieses Tests herausfinden. Just another headset oder doch eine klare Empfehlung? Schaun' wir einfach mal.

Beim Auspacken erleben wir keine Überraschung, denn der gelieferte Dreiteiler besteht aus einem Satz Kopfhörer, einem Ansteckbaren Mikrofon und einem Y-Splitter, der die 3,5.mm-Multifunktionsklinke auf Mikrofon- und Audio-Klinke gleichen Durchmessers teilt. Mehr gibt es nicht, wozu auch?

Optik und Haptik

Die gesamte Ausführung wird von mattschwarzem Kunststoff dominiert, wobei zumindest das abgesteppte Polster des Kopfbandes und die glänzenden Oberflächen des Lochmetalls an den Hörmuschelrückseiten einen gewissen optischen Kontrapunkt setzen können. Optisch kann man damit gut leben, keine Frage. Aber auffällig ist es nicht, so dass Kevin-Klaus Normalgamer wohl jetzt schon dem Dragonhypermega-Style diverser Asia-Bomber hinterherweinen dürfte. RGB? Braucht eigentlich zum Hören kein Mensch und eine echte Lichtgestalt definiert sich durch das eigene Können und nicht durch bunte Lämpchen.

Die Ohrpolster aus dünnem PU-Lederimitat samt des eher lockeren Schaumstoffpolsters sind relativ groß, liegen zudem gut über den Ohren und schließen auch ganz gut ab. Trotzdem ist das System nicht völlig geschlossen. Bedauerlicherweise kann man die Muscheln nicht ohne die Gefahr eines Totalverlustes öffnen und die Polster sind ab Werk zudem festgetackert wie Bolle. Wechseln unmöglich.

Der Klimawandel ist durch die nicht allzu abgeschlossene Variante zwar eher einer der gemäßigter Art, aber nach einigen Stunden schmilzt der Schmalz dann doch. Dann helfen nur Lappen und Geduld, um beim Trocknen zuzuschauen.

Die Polsterung des Bügels ist weich genug und hygienisch gut abwischbar. Womit wir bei der Passform angekommen wären. Für unseren Geschmack ist der Bügel nämlich für größere Kopfe viel zu straff ausgelegt.  Natürlich kann man die beiden Seiten durch ein gut definiertes Herausziehen auch verlängern, nur ändert dies an der Tatsache nichts, dass eher asiatische Kopfformen als Anschauungsobjekt und Vorlage für den OEM/ODM gedient haben müssen.

Der Gelenkmechanismus beschränkt sich auf die Horizontalebene, was aber aufgrund der großen Polster völlig ausreicht. Der Sitz des Headsets ist gut bis bequem, solange der Kopf keinen allzu großen Durchmesser besitzt. Das sollte man am besten durch Anprobieren herausfinden. Kann also durchaus sehr gut passen, muss es aber nicht.

Der Lautstärkeregler befindet sich zusammen mit der Mute-Taste rückwärtig am Außenrand der linken Ohrmuschel. Das ist intuitiv gut erreich- und bedienbar. Der Tester wirkt zudem erst einmal stabil und funktionssicher. Der Gleichlauf des Potentiometers ist ausreichend, allerdings setzte bei uns der linke Kanal zuerst ein. Also besser voll aufgeregelt lassen und am PC nachregeln. Das klingt auch besser.

Das Mikrofon wird über eine Klinkenbuchse eingesteckt. Die Ausformung der Öffnung und des Steckers definieren die Position, wobei das Mikrofon ausreichend gut fixiert ist. Ein definiertes Einrasten gibt es jedoch nicht, hier muss man sich schon auf das taktile Feedback der Klinkenbuchse selbst verlassen.

Das flexible Mikrofon besitzt die übliche Kugelcharakteristik und hat so seine Vor- und Nachteile. Doch dazu gleich bei den Messungen noch mehr Details. Vorab können wir jedoch sagen, dass das Ganze so eigentlich passt, auch wenn die Auslegung ein schon wenig eigenwillig ist.

Mit technischen Daten geizt Corsair allerdings ein wenig, so dass wir zum Teil selbst messen mussten. Das, was wir am Ende haben, findet der geneigte Leser nun schnell noch in der nachfolgenden Tabelle:

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • JottHaa
    "Doch auch die Generation Clearasil sollte man nicht unterschätzen, denn wir stellen vermehrt ein gestärktes Klangbewusstsein fest, was uns natürlich freut."
    Schon seltsam, gerade diese altersgruppe haben noch gesunde ohren und sollten eher auf hochtonabsenkung setzen. Aber ein grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.
    Was die straff abgestimmten bügel anbetrifft: als brillenträger muß ich dir zustimmen und leider habe auch schon diverse zurückgeschickt wegen der schmerzenden bügelspannung.
    Fündig wurde ich letztendlich bei den hervorragenden B&W P5 BT und für dj-sessions nutze ich die Ultrasone hifi-580.
  • FormatC
    Nun ja... ich höre sogar mit meinen fast 54 noch bis 14 KHz ziemlich ordentlich. Ich lasse mich auch regelmäßig checken. Wer sich nicht ständig einer Dauerbeschallung aussetzt, sondern pfleglich mit den Lauschern umgeht, der wird eben auch belohnt. Im Umkehrschluss sind die Dauerpegel der üblichen Diskos nicht gerade förderlich und im Allgemeinen wird alles gefühlt immer lauter :D

    Die Kiddies setzen vor allem auf Bass. Mag sein, dass es so gerade mal hip ist, aber es klingt nun mal schei.e. ;)
  • JottHaa
    Ich bin zwar kein kiddie mehr, aber stehe auch auf bass. Allerdings eher tiefbass. Wie bei guten openairs in der magengegend :Wenn das nicht drückt,taugt das nichts.
    In clubs treibe ich mich auch nicht mehr rum, lege nur noch im privaten umfeld bis 100 hanseln auf. Alles darüber ist mir zu stressig und für mich nicht mehr überschaubar. Und kann mir dfür auch den pegel selbst einstellen. Was wiederum mein arzt letztens bestätigt: hörvermögen hervorragend für mein alter.