Speichermarkt 2010: Hitachi gibt Antworten

Steve Pereira, Director von Hitachi Global Storage Technologies in der EMEA-Region, spricht über SSDs und die Zukunft der Festplatte im Jahr 2010 und darüber hinaus.

Wir haben ein Interview mit Steve Pereira geführt, der Ende 2009 nach Europa zurückgekehrt ist, nachdem er in den USA als Vice President im Business Management tätig war. Heute ist er Director und Vice President von Hitachi Global Storage Technologies in der EMEA-Region. Wir hatten die Möglichkeit, Steve Pereira ein paar Fragen zu stellen.

Tom’s Hardware:

Was können Sie unseren Lesern über die Trends des Jahres 2010 erzählen? Was werden wir in den unterschiedlichen Marktsegmenten zu sehen bekommen?

Steve Pereira:

Die Erstellung von Daten nimmt mittlerweile um etwa 55% pro Jahr zu. Damit sind alle Daten wie digitale Fotos, MP3-Dateien, digitale Videos und andere digitale Inhalte gemeint – sowohl auf den persönlichen MP3-Playern, iPods, Zune-Geräten der Anwender als auch beim Cloud-Storage im Internet.

Auf die verschiedenen Marktsegmente bezogen erwarten wir, dass mobile Laufwerke im 2,5“-Format ihr Wachstum fortsetzen werden, welches sowohl von Consumer-Produkten wie Set-Top Boxen wie auch dem kontinuierlichen Wachstum bei Netbooks angetrieben wird. Bei den 3,5“-Geräten, die im Allgemeinen Desktop-Produkte genannt werden, wird das Wachstum deutlich langsamer sein, aber 3,5“-Speichergeräte werden immer mehr in Geräten aus der Unterhaltungselektronik auftauchen. Daher sind auch diese noch immer ein Teil des expandierenden Marktes und Festplatten-Laufwerke im 3,5“-Format erreichen die höchsten Kapazitäten unter den Speicherprodukten die Hitachi aktuell mit bis zu 2 TB anbietet.

Im Bereich der Enterprise-Produkte, gibt es 2,5“-High-End- und 3,5“-High-End Festplatten sowie die sogenannten SSDs (Solid State Drives). Wir sehen ein kontinuierliches Wachstum; Märkte wie Russland nehmen einen nicht unbedeuteten Raum in Hitachis Enterprise-Business-Vertriebsnetz in der EMEA-Region ein. In dieser Vertriebskette sind große Kunden wie Dell, HP, IBM und EMC nicht beinhaltet.

Bei einem Marktausblick auf das Jahr 2010 sehen wir eine starke Nachfrage durch die Industrie, die zu diesem Zeitpunkt ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage aufrecht erhält, und wir sehen zudem eine Verbesserung der ökonomischen Bedingungen auf dem Markt. In den kommenden Monaten werden Sie sehen, wie wir im zweiten Quartal das Angebot an externen Speicherprodukten bei Hitachi durch neue Produktankündigungen erweitern. Wir sehen auch weiterhin ein riesiges Wachstum im externen Speichermarkt. Vieles davon wird von Netbook-Käufern angetrieben, die lediglich Festplatten mit einer geringen Kapazität  verwenden können und infolgedessen mehr Speicherplatz benötigen. Bezogen auf den Wert ist hier die beste Option der Kauf einer großen externen Festplatte.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
11 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Meno
    Hmmm also das wird doch noch ewig dauern bis Flash-Laufwerke massentauglich sind - zumindest was den Preis angeht. . .
    Da bleib ich doch lieber bei meiner guten Festplatte :O
    Wieviel schneller sind Flashs eigentlich?
    0
  • Anonymous
    "Vor zehn oder zwölf Jahren war auf einem ähnlichen Laufwerk lediglich Platz für 40 MB."

    Sollte es nicht GB heissen?
    0
  • Asmodis
    40GB passt eher ;)

    @ Meno:
    Kommt drauf in welcher Hinsicht du "schnell" haben willst. Die Leserate ist bei den meisten SSDs in der Regel doppelt(oder mehr) so schnell wie bei einer aktuellen normalen 7200er HDD. Die Schreibrate variert da schon mehr. Eine halbwegs performante SSD schlägt aber auch hier die typische Festplatte. Richtig interessant wird das Thema SSD aber erst bei den Zugriffszeiten. Hier kann keine Festplatte mehr mithalten. Vergleich mal 14ms mit 0,1 bis 0,5ms. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Wer einmal sein System auf einer SSD hat laufen lassen, gibt diese nicht wieder her. Der Unterschied ist gewaltig.
    0
  • Meno
    Eieiei dann gehen die Teile ja richtig ab, aber dafür ist der preisliche Unterschied aber auch halt so groß dass man sich das ganze 5 mal überlegen muss :(
    0
  • coexe
    Naja, wenn man eine SSD in Bezug auf Performance, Kapazität und Preis mit Festplatten vergleicht, dann sollte man dabei imho auch die schnellsten Festplatten erwähnen.

    Es gibt auch Festplatten mit 15.000 Umdrehungen pro Minute. Diese haben Zugriffszeiten von teilweise unter 2ms. Gleichzeitig haben diese eine Schreibrate, bei der die meisten (aber nicht alle) SSDs nicht mithalten können. Die Leserate ist selbstverständlich auch alles andere als schlecht. Und der Preis dieser Festplatten liegt bei etwa 2 Euro pro Gigabyte. Zum Vergleich, der Preis von SSDs liegt etwas über 3 Euro pro Gigabyte.

    Natürlich muss man dabei auch noch sagen, dass solche Festplatten einen Anschluss haben (SAS), der so jedoch nicht auf den typischen Endanwender-Mainboards zu finden ist. Wenn man große Kapazitäten haben möchte, ist der Preisunterschied jedoch auch mit dem passenden Controller noch ganz klar zu Gunsten solcher Festplatten.
    Es bleibt der Nachteil des hohen Geräuschniveaus und Energiebedarfs.
    0
  • Marcell
    Nicht zu vergessen, dass solche Festplatten absolute Laufruhe brauchen und für den mobilen Einsatz untauglich sind. In einem Notebook ist deshalb eine SSD die allererste Wahl! Zumindest für den, der es sich leisten kann. Meine SSD im MacBook gebe ich zumindest nie wieder her. Höchstens im Austausch gegen ein größeres Modell... ;)
    Ich hab das Gefühl, zum ersten Mal einen richtigen Computer zu haben!
    0
  • bensen
    @coexe
    Unter 2ms Zugriffszeit für HDDs ist doch Quatsch.
    Bei 15k Umdrehungen/min dauert eine Umdrehuhng 4ms. Die Latenzzeit beträgt also schon mal 2ms. Dazu kommt ne Seektime von etwa 3,5ms bei 3,5" und 3ms bei 2,5" Laufwerken. Macht am Ende etwa 5-5,5 ms Zugriffszeit.

    @Interview
    Mich hätten präzisere Fragen interessiert. zB wann mit einer etwaigen 7k3000 zu rechnen ist.
    0
  • coexe
    @bensen:
    Laut Herstellerangaben schaffen es 2,5" SAS-Laufwerke auf 2,9ms Zugriffszeit beim Lesen und 3,3ms beim Schreiben. Diese sind zwar in der Realität nicht passend, jedoch in einzelnen Szenarien sehr wohl möglich. Man gibt als Hersteller natürlich stets das bestmögliche Ergebnis an.
    Dazu mag man dann vielleicht noch Latenzen der IO-Kommunikation rechnen, diese Fallen dann allerdings auch bei SSDs an.

    Jedoch hatte ich einen Fehler, es hätte kleiner 3ms heißen müssen, nicht kleiner 2ms.
    0
  • bensen
    Das ist nciht richtig. Die Seektime wird mit 2,9 oder 3,3ms angegeben.
    Die Zugriffszeit setzt sich aber aus Seektime und Latency zusammen. Also einmal die Zeit bis der Kopf über dem richtigen Zylinder liegt (Seektime) und die Zeit bis der richtige Sektor unter dem Kopgf liegt (Latency). Letztere ist nur von den U/min abhängig, eben 2ms bei 15k Umdrehungen.

    Hitachi gibt zB beides in den Datenblättern an.

    Zwischen 5 und 2 ms ist ein erheblicher Unterschied.
    0
  • coexe
    @bensen:
    Du hast Recht, nach erweiterten Nachforschungen auf den eigentlichen Herstellerseiten stellt sich heraus, dass manche bisher vertrauenswürdige Quelle nichtmal zum Abschreiben in der Lage ist.
    Die Latenz muss man jedoch sehr differenziert sehen, denn sie ergibt sich stets aus der jeweiligen Position der Köpfe beim Zugriff und kann theoretisch auch sehr nahe an null sein.
    Daher ergibt sich eine Zugriffszeit von x+0 bis x+4. Weshalb man als durchschnittliche Latenz 2ms angibt.
    Im Zusammenspiel mit CQ und mehreren Zugriffen (realistischeres Szenario für diese Laufwerke) senkt sich jedoch auch die zu erwartende Latenz.
    Bleibt also ab 3ms bis 7ms für einen einzelnen Zugriff.

    Jetzt besser? ;)
    0
  • bensen
    Jo. ;)
    0