Honor 7: Mittelklasse-Preis und trotzdem fast High-End?

Kamera & Fazit

20-MP-Kamera schwächelt bei Videos

Bei der Kamera reckt sich das Honor 7 einmal mehr über Klassenformat hinaus: Mit einem einer Auflösung von acht Megapixeln an der Front und 20 Megapixeln an der Rückseite bewegt sich das Smartphone einmal mal mehr auf Augenhöhe mit der Oberklasse - zumindest auf dem Papier.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt - und das gilt auch in diesem Fall. Nicht, dass die Bildqualität zum Davonlaufen wäre, aber man merkt den Aufnahmen schon in der Standardauflösung die Neigung zu Unschärfen bei feinen Details an. Dies gilt auch für digitale Fragmente in Form von leichten Verpixelungen. Zumindest an dieser Stelle bietet die Kamerasoftware noch Möglichkeiten zur Optimierung.

Gleiches trifft auf die automatische Belichtung zu: Unterm Strich werden die Bilder etwas überbelichtet, was in sehr guten - also hellen - Beleuchtungssituationen in etwas zu dunklen Bildern resultiert. Wird aus einem dunklen Vordergrund heraus ein heller Hintergrund fotografiert, wird dieser etwas zu hell, die Schatten zu dunkel.

Insgesamt betrachtet ist das Niveau jedoch hoch, gerade im Hinblick auf die Mittelklasse-Konkurrenten. Allerdings zeigt Motorola beim Moto X Play, wie man aus einem solch hochauflösenden Sensor noch etwas mehr herauskitzeln kann.

Versiertere Nutzer werden sich im Gegenzug über die Möglichkeiten freuen, die die Software bietet. So kann im Modus "Pro Kamera" unter anderem die Belichtungszeit manuell einstellen.

Die Bewegtbildaufnahmen können nicht mit der Fotofunktion mithalten. Zwar gefällt die natürlich Farbwiedergabe, doch die Videos wirken schon bei einfacher Vergrößerung recht unscharf. Der Zoom verstärkt diesen Eindruck weiter; bei maximaler Vergrößerung bleibt vom Motiv nicht viel mehr als ein Pixelhaufen übrig.

Testvideo Honor 7

Die Frontkamera zeigt eindrucksvoll, dass auch an dieser Stelle viele Pixel zu einem guten Ergebnis führen können. Die Aufnahme zeichnet sich durch eine vergleichsweise hohe Detailschärfe aus, die Helligkeit des Bildes ist gut und auch die Farbdarstellung gelingt auf hohem Niveau.

Fazit: In der Mittelklasse ganz weit vorn

Huawei hat mit dem Honor 7 einen würdigen Nachfolger des Honor 6 auf den Markt gebracht, der in der Mittelklasse Maßstäbe setzen kann. Das Gehäuse sucht in dieser Klasse hinsichtlich der Wertigkeit seinesgleichen und der Prozessor kann zwar mit den Oberklasse-Boliden nicht mehr mithalten, hängt aber klassische Mittelklasse-SoCs locker ab. Und einen Fingerabdruckscanner sucht man bei Smartphones bis 350 Euro ansonsten vergeblich.

Doch bei all dem vielen Licht gibt es beim Honor 7 natürlich auch einige Schatten. Dies beginnt beim Bildschirm, der zwar schön groß ist und eine sehr ordentliche Bildqualität bietet, aber auch vergleichsweise dunkel ist und weit weniger kräftig leuchtet als der Großteil der Konkurrenten. Die Kamera ist zwar unterm Strich nicht die schlechteste, doch die Software könnte im Spagat zwischen (pixeliger) Schärfe und der glättenden Interpolation noch etwas optimiert werden. Wie so etwas aussehen kann, hat spätestens Motorola mit dem Moto X Play gezeigt.

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2 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • mareike
    Wenns nicht nur "fast" High End zum "fast" mittelklasse Preis sein soll, mal ein Auge aufs Elephone P9000 mit 11-Kern CPU werfen. Soll im Dezember erscheinen. Antutu über 70000.
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  • Hardware Opfer
    Netter Test, dankeschön!

    Gut das ich mein BQ aquaris M5 genommen habe, bei der Kamera.
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