Honor 9: In einer glänzenden Glasschale steckt die Hardware vom Huawei P10

Mit Honor hat der chinesische Hersteller Huawei eine Marke kreiert, die als eine Art Resteverwertung dient: Große Teile aus der Hard- und Softwareentwicklungen werden einige Monate nach dem sie in Huawei-Smartphones in Honor-Geräten vorgestellt. Auf diesem Weg sollen insbesondere jüngere Kundenkreise angesprochen werden, die eine immer noch potente Technik zu einem deutlich günstigeren Preis als bei der erstmaligen Vorstellung erhalten.

Insbesondere das Honor 9 steht hierfür exemplarisch: Der Hersteller setzt auf ein klassisches Mitteklasse-Display, das bei einer Diagonale von 5,15 Zoll eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bietet - wie beim Huawei P10. Im Gehäuseinneren steckt mit dem Kirin 960 ein SoC aus der eigenen Entwicklung, das bereits im vergangenen Jahr mit dem Mate 9 vorgestellt wurde und vermutlich zum letzten Mal in einem Smartphone verbaut wird – im ebenfalls noch in diesem Jahr erwarteten Mate 10 dürfte bereits das in zehn Nanometern gefertigte Kirin-970-Soc stecken.

Das SoC wird bei der Basisversion von einem vier Gigabyte unterstützt, eine etwas höherwertiger ausgestattete Version bringt an dieser Stelle einen sechs Gigabte großen RAM mit. Auch beim Datenspeicher wird eine derartige Unterscheidung gemacht. Zwar besitzt das Ausgangsmodell bereits eine recht üppige Kapazität von 64 Gigabyte, bei der Spitzenversion wird das Volumen verdoppelt.

Auch bei der Kamera wird auf bewährte Entwicklungen zurückgegriffen, die bereits in vorangegangenen Huawei-Smartphones eigeführt wurden: Die Dual-Kamera mit einer Auflösung von 20 Megapixeln bzw. zwölf Megapixeln bei den beiden Linsen fand sich auch schon im Huawei P10, wobei die höhere Auflösung für ein monochromes Schwarzweiß-Bild genutzt wird, während mit der zweiten Linse die RGB-Farbinformationen aufgenommen werden. Allerdings fehlt einmal mehr der Leica-Schriftzug, mit dem weitere Verbesserungen verbunden sein sollen.  

Der größte Unterschied zur aktuellen Modell-Palette wird einmal mehr beim Gehäuse gemacht, auch wenn der Fingerabdruckscanner nun wie beim P10 an die Front wandert. Wie schon beim Vorgänger, dem Honor 8 wird auch auf der Rückseite auf Glas als Werkstoff gesetzt, das nun dem 3D-Curved-Standard entspricht und somit stark zu den Seiten abgerundet ist. Manch einer dürfte sich ans Samsung Galaxy S7 erinnert werden. Der große Wert, der auf die Optik der in grau, blau und schwarz erhältlichen Geräte gelegt wurde, wird auch an den 15 Schichten deutlich, die für einen intensiven Lichteffekt sorgen sollen.

Immerhin wurde die Klangwiedergabe eigens entwickelt. So soll sich der Sound darauf abstimmen lassen, wenn ein Hörer direkt vor dem Smartphone sitzt oder nicht. Zudem hat sich der Hersteller von Monster ein paar ganz eigene Kopfhörer bereitstellen lassen.

Auch bei der Software gleichen die Honor-Smartphones (nach eigener Aussage) nicht gänzlich den Huawei-Pendants, die Veränderungen müssen jedoch mit der Lupe gesucht werden. Denn mit Android 7 als Betriebssystem und der darüber gestülpten EMUI-Oberfläche ist die Installation im Prinzip identisch zu der, die mit dem Mate 9 eingeführt wurde und zumeist über eine Saison hinweg genutzt wird.

Einen der wesentlichen Vorzüge der Honor-Marke geht jedoch mehr und mehr verloren: Wurde das erste Honor 6 noch für den – auch zu dieser Zeit günstigen Preis – von 299 Euro vorgestellt, stieg der Preis stetig an und ist nun bei schon recht ordentlichen 429,99 Euro angelangt. Da müssen die „young people“, die als wesentliche Zielgruppe bezeichnet werden, schon ganz schön lange sparen. Auch im Vergleich zur Konkurrenz wird so aufgeholt. Viele von denen sind zwar immer noch teurer, doch der Unterschied ist nicht mehr so groß.

Honor Band 3 und Kopfhörer

Neben seinem neuen Smartphone setzt Honor auf ein Wearable in Form einem klassischen Fitness-Armband, das – zertfiziert nach dem 5ATM-Standard – bis zu einer Tiefe von 50 Metern wasserdicht sein soll.

Es verfügt natürlich über die übliche Sensorik, etwa zur Erfassung des Herzschlags und besitzt auch einen Modus um den Schlaf zu überwachen. Bei begrenzter Nutzung soll der Akku über 30 Tage hinweg halten.

Außerdem hat der Hersteller zwei Headsets entwickeln lassen. Mit Bluetooth Earphone wird – wie der Name bereits anzeigt – der Klang drahtlos ins Ohr übertragen. Zu den Besonderheiten zählt ein Magnet in den beiden Ohrstöpseln, sodass sie sich wie eine Kette um den Hals tragen lassen

Ein weiteres Headset wird klassisch per Kopfhörerbuchse ans Smartphone angeschlossen. Allerdings stammt es nicht aus der eigenen Entwicklung, sondern wurde von Monster kreiert. Dementsprechend verspricht der Audio-Spezialist einen besonders guten Klang. Zudem ist es mit 49 Euro 20 Euro günstiger als die Honor-Bluetooth-Earphones.

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