HTC 10: Die Taiwaner melden sich im High-End-Segment zurück

Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung

Schon beim ersten Anfassen räumt das Metallgehäuse des HTC 10 alle Zweifel an seiner Stabilität restlos aus: Der Unibody verhält sich wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Hier lässt sich weder etwas verbiegen noch dem Smartphone irgendwelche Knarzgeräusche entlocken. Dabei liegt es dank seiner abgerundeten Rückseite und des mit 161 Gramm noch angenehmen Gewichts gut in der Hand.

Besonders flach fällt es indes nicht aus: Neun Millimeter misst das HTC an der dicksten Stelle - da gibt es deutlich schlankere Geräte. Dennoch fasst sich das neue Top-Modell der Taiwaner alles andere als plump an. Man hat vielmehr das Gefühl, ein hochwertiges Stück Technik in der Hand zu halten. Und die Display-Größe von 5,2 Zoll fällt heutzutage unter die Rubrik "Normal".

Ganz im Gegensatz zum Innenleben des neuen HTC-Topmodells: Das beginnt schon bei der technischen Basis, die zum leistungsfähigsten zählt, was man derzeit für Geld bekommen kann. Der Snapdragon 820 ist die aktuelle Speerspitze im SoC-Portfolio von Qualcomm. Der Vierkerner arbeitet nach dem big.LITTLE-Konzept und besitzt je zwei Performance- und Stromsparkerne auf Basis der hauseigenen Kryo-Architektur. Die Taktraten betragen maximal 2150 bzw. 1600 MHz.

Der CPU steht eine ebenfalls sehr performante GPU zur Seite: Die im 14-nm-Prozess gefertigte Adreno 530 taktet mit bis zu 624 MHz und teilt sich den vier Gigabyte großen Arbeitsspeicher mit dem Prozessor.

HTC 10 und iPhone 6S: VorderseiteHTC 10 und iPhone 6S: Vorderseite

Rund um das Herzstück hat HTC ebenfalls nicht gespart und das 10 mit allerlei modernen Features vollgepackt. Da wäre etwa der USB-Typ-C-Anschluss zu nennen, der dank DisplayPort-Unterstützung auch zur Übertragung des Bildschirminhaltes an externe Displays dient. Dafür stehen aber auch Miracast und Wifi Direct zur Verfügung. Aber nochmal zurück zum USB-Anschluss: Mit Version 3.1 ist der sehr schnell; zudem beherrscht er OTG, und kann andere Geräte auf Wunsch mit Strom versorgen.

Nach wie vor nicht Standard in der High-End-Klasse ist ein erweiterbarer Speicher. HTC macht hier keine halben Sachen: Zum einen unterstützt der Kartenschacht theoretisch Speicherkarten mit bis zu zwei Terabyte Kapazität. Zum anderen lässt sich der zusätzliche Speicherplatz sehr flexibel nutzen - entweder über App2SD, was ein Verschieben bzw. Installieren von Apps auf der SD-Karte erlaubt, oder per Zusammenlegung des internen und externen Speichers zu einem gemeinsamen Speichermedium.

HTC 10 und iPhone 6S: RückseiteHTC 10 und iPhone 6S: Rückseite

Ebenfalls auf der Höhe der Zeit bewegt sich das HTC 10 beim Thema drahtlose Kommunikation. Mit an Bord sind schnelles WLAN nach 802.11ac mit Unterstützung für 2,4- und 5-GHz-Netze, LTE Cat.9 mit bis zu 450 MBit/s Download-Rate und Bluetooth 4.2. NFC, GPS, Glonass und Beidou fehlen ebenfalls nicht, lediglich den Infrarot-Port hat HTC gestrichen.

Während die Größe des Displays gegenüber dem Vorgänger nur um 0,2 Zoll auf jetzt 5,2 Zoll angewachsen ist, hat die Auflösung erheblich stärker zugelegt. Statt Full-HD zeigt das Super LCD - eine IPS-ähnliche Technik - jetzt satte 2560 x 1440 Pixel an. Die Pixeldichte fällt mit 565 PPI überaus hoch aus.


Das trifft nicht für die Kameras zu: Hier geht HTC wieder einmal den Weg der größeren Pixel bei gleichzeitig kleinerer Pixel-Anzahl. Konkret arbeitet die Hauptkamera mit 12 Megapixel, an der Front sind es deren fünf. Videos werden auf Wunsch in UHD/4K aufgezeichnet.

Bedienung und Handhabung

Wer ein Smartphone im High-End-Segment platzieren will, der muss es mit einem aktuellen Betriebssystem ausstatten. HTC tut das beim 10 und installiert Android 6.0.1 ("Marshmallow") nebst der hauseigenen Sense-Oberfläche. Diese wirkt in der jüngsten Generation weniger verspielt und hinterlässt einen guten Eindruck.

Die zahlreich vorhandene Bloatware, die sich obendrein nicht restlos vom System entfernen lässt, gefällt uns hingegen weniger. Hilfreich sind aber die App-Empfehlungen bei der Ersteinrichtung, die eine lange Suche ersparen können. Insgesamt geht die Bedienung schnell und zielsicher vonstatten.

...und das nicht zuletzt wegen des einwandfrei arbeitenden Touchscreens und der griffgünstig gelegenen Gehäusetasten. Der Einschaltknopf ist mit seiner gezackten Oberfläche haptisch von der Lautstärkewippe abgesetzt, was die Nutzung zusätzlich vereinfacht. Auch gibt es beim HTC 10 erstmals wieder einen "mechanischen" Home-Button. 

Tatsächlich handelt es sich um eine eingefasste Sensor-Fläche, die auch den Fingerabdruckleser beherbergt. Da es kein echter Button ist, haben wir anfangs mit versehentlichem Auslösen der Schaltfläche zu kämpfen gehabt - denn schon beim Auflegen des Fingers reagiert die Sensorfläche. Daran gewöhnt man sich aber schnell.

Sprachqualität

Kaum etwas auszusetzen haben wir an der Sprach- und Hörqualität des HTC 10. Am Ohr macht es eine sehr gute Figur und überträgt unsere Stimme klar und deutlich zur Gegenseite. Wir klingen lediglich ein wenig hohl. Auch die Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen gelingt dem Smartphone mehr als nur passabel. Im Freisprechbetrieb nimmt die Gegenseite allerdings einen leicht störenden Hall wahr.

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1 Kommentar
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  • robberlin
    Sorry aber 32GB Speicher bei einem 700 Euro teuren Smartphone, wo eine popelige 64GB Karte gerade mal 20 Euro kostet und interner Speicher sicher noch weniger -> Das geht gar nicht!!! Warum schafft man es nicht 64 oder gar 128 GB für 700 Euro anzubieten. Manche Apps sind auch heutzutage noch Fehlerbehaftet wenn sie auf der externen Karte liegen. Die zusammenlegung von internem und externem Speicher beherrscht sogar schon das M8 - aber besser wirds dadurch auch nicht ^^
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