HTC Desire 626: Farbtupfer in der Mittelklasse

Kamera und Fazit

Hauptkamera mit Blaustich

Mit dem Snapdragon 410 liefert Qualcomm ein SoC, das neben der CPU und der CPU auch Funktechnologie und Bildprozessor mitbringt. Bei letzterem wird dabei auf die Kompetenzen von Sony vertraut: Der Exmor RS IMX214 ermöglicht an der Rückseite Aufnahmen mit einer Auflösung von 13 und an der Front von fünf Megapixeln.

Allerdings zeigt sich beim Desire 626 einmal mehr, das gleiche Hardware am Ende nicht immer ein gleiches Ergebnis bedeuten muss. Denn eigentlich sind mit der Kamera durchaus brauchbare Auflösungen drin, wie zahlreiche Test von Smartphones mit dem Chip belegen. HTC nutzt die Möglichkeiten allerdings nicht - im Gegenteil: Der Hersteller demonstriert, das man mit der falschen Software auch schlechte Bilder erzeugen kann. Vor allem die Farben der Aufnahmen können mit ihrem enormen Blaustich nicht überzeugen und lassen den Gesamteindruck recht blass wirken.

Bei den Videoaufnahmen fällt zudem auf, dass der Sensor nicht der lichtempfindlichste ist - die Bewegtbilder sind recht dunkel. Außerdem fällt auf, dass die Kamera schon in der Standardgröße Schwierigkeiten bei der Schärfe an den Tag legt. Zudem arbeitet sich die Zoomstufe in kleinen Sprüngen nach oben.

Testvideo HTC Desire 626

Auch die Leistung der Frontkamera kann trotz der fünf Megapixel Auflösung nicht wirklich beeindrucken. Selfie-Fotografen werden sich schon an dem 16:9-Seitenverhältnis stören, aber auch die Bildqualität selbst lässt vor allem hinsichtlich der Kontraste zu wünschen übrig.

Fazit: Das Desire 626 gefällt vor allem von außen

In der Mittelklasse tummelt sich eine Vielzahl von Herstellern, was in einem kaum noch zu überschauenden Angebot an Smartphones resultiert. Betrachtet man deren Hardware, dann unterscheiden sie sich kaum voneinander, denn im Wesentlichen finden sich lediglich zwei verschiedene SoCs: Qualcomms Snapdragon 410 und der Snapdragon 615, der etwas höhere Leistungen bietet. Die Pendants von Mediatek sind vergleichsweise selten, auch wenn die neusten Modelle leistungstechnisch gut aufgestellt sind, wie beispielsweise unser Test des Acer Jade Z Plus gezeigt hat.

Dementsprechend müssen sich die Hersteller einiges einfallen lassen, um Unterschiede bei ihren Geräten herauszuarbeiten, mit denen sie aus der Masse herausragen. HTC geht dabei mit seinem Desire 626 den einfachsten Weg: Man widmet sich in erster Linie dem Gehäuse - und das klappt auch ganz gut. Abgesehen von der nicht mehr ganz optimalen Verwindungssteifigkeit gefällt die Verarbeitung des optisch ansprechend gestalteten Smartphones. Auch das Display weiß mit seinen guten Farben und Kontrasten zu überzeugen. Zudem suggeriert ein NFC-Chip funktionalen Mehrwert.

Allerdings gilt einmal mehr, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Auch das HTC-Smartphone hat seine Schattenseiten, vor allem die Kamera ist nicht gerade ein Lichtpunkt am Desire 626. Die schlechte Farbwiedergabe dürfte Nutzer schnell verärgern, schließlich ist die Fotofunktion zu einer der Schlüsselqualifikationen der modernen Mobiltelefone geworden. Hier kann man nur hoffen, dass der Hersteller ein korrigierendes Software-Update nachreicht, denn die mäßige Leistung geht nicht auf den Sensor im SoC selbst, sondern auf die Kamerasoftware zurück.

Unterm Strich ist das HTC Desire 626 ein brauchbares Smartphone, das vor allem Nutzer ansprechen dürfte, die gegenüber den vielen Neulingen am Markt skeptisch sind und lieber auf einen Hersteller aus der ersten Reihe zurückgreifen. Damit müssen sie aber auch Abstriche im Hinblick auf die Leistung in Kauf nehmen. Denn bei den Neulingen findet sich schnell auch mal ein Angebot, bei dem bereits ein schnelleres SoC oder auch ein Full-HD-Display verbaut ist, auch wenn man letzteres in diesem Fall nicht unbedingt vermissen wird.

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