HTC One M9: Ein Schmuckstück mit Handschmeichler-Qualitäten

Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung

Verarbeitung und Ausstattung

Ein ordentliches Stück Metall – das war der erste spontane Gedanke, der uns durch den Kopf ging, als wir das HTC One M9 erstmals in den Händen hielten. Wie beim Vorgänger wirkt der Alu-Unibody sprichwörtlich wie aus einem Guss gefertigt. Das im Vergleich zu Apple iPhone 6 (129 Gramm) und Samsung Galaxy S6 (138 Gramm) leicht höhere Gewicht von 157 Gramm stört überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Es erschwert den wertigen Eindruck im wahrsten Wortsinn.

Die Veränderungen zum Modell M8 fallen minimal aus: Mit 9,6 Millimetern Bauhöhe ist es etwas dicker geworden, liegt aber aufgrund des abgerundeten Rückens weiterhin sehr gut in der Hand. Die Kanten am Übergang von Ober- zu Unterseite sind für unseren Geschmack ein wenig zu "hart". Ansonsten hält das M9 an den bewährten One-Tugenden fest: Perfekt verarbeitet und extrem stabil - einfach ein echtes Schmuckstück.

Deutlich mehr hat sich unter der Haube getan. HTC bedient sich beim Prozessor wieder bei Qualcomm und verbaut das derzeit aktuellste Snapdragon-Modell. Der Snapdragon 810 basiert auf dem big.LITTLE-Konzept und kombiniert vier hochleistungsfähige Cortex-A57-Kerne mit vier sparsamen A53-Kernen. Erstere takten mit bis zu zwei GHz, letztere mit bis zu 1,5 GHz. Bei Bedarf sorgen alle acht Kerne zugleich für Rechenpower.

Dem 64-Bit-Prozessor steht die Qualcomm Adreno 430 als GPU zur Seite, die ebenfalls zu den schnellsten ihrer Art zählt. Im direkten Vergleich mit dem Exynos 7420 Octa und der ARM Mali-T760 aus dem Samsung Galaxy S6 dürfte sich ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnen, zumal auch das HTC One M9 drei Gigabyte Arbeitsspeicher aufweist.

Bei der Ausstattung steht das HTC Flaggschiff dem Galaxy S6 in nichts nach. Auch hier gibt es ac-WLAN, LTE (Cat.6), Bluetooth 4.1 und zahlreiche Sensoren wie Infrarot, Kompass, GPS und Glonass. Im Gegensatz zu Samsung unterstützt das One M9 auch MHL 3.0 und DLNA. Im Gegenzug gibt es aber weder Pulsmesser noch Fingerabdruckleser.

Gearbeitet hat HTC auch an den Kameras, die beim Vorgänger ja einiges an Kritik einstecken mussten. Das "Ultrapixel"-Experiment war im Grunde gescheitert – dennoch findet sich dieser Marketing-Begriff auch beim M9 wieder - jetzt allerdings nur noch an der Front. Auch hier sollen wieder vier Millionen besonders große Pixel für mehr Lichtausbeute und damit mehr Bildqualität sorgen. Der Vorgänger hatte interessanterweise fünf Megapixel an der Front und eben diese vier Millionen Ultrapixel am Heck. Dort arbeitet beim One M9 jetzt ein 20-MP-Sensor mit einer Blende von f/2.2.

Bedienung und Handhabung 

Android 5.0.2 Lollipop ist auf dem HTC One M9 vorinstalliert und dürfte in der Bedienung keinem Smartphone-User Rätsel aufgeben. Auch Einsteiger werden sich damit schnell zurechtfinden. Dazu trägt auch das übersichtliche Design der HTC-eigenen Nutzeroberfläche Sense 7 bei. Gut gefallen hat uns die Möglichkeit, die Homescreens je nach Situation unterschiedlich zu "bestücken" - viele Anwender benötigen im Büro vielleicht andere Apps als zuhause oder unterwegs.

An der Reaktionsschnelligkeit, Gleitfreudigkeit und Präzision des Touchscreens gibt es rein gar nichts auszusetzen. Auch Multitouch-Gesten werden absolut zuverlässig umgesetzt. Die Drehung des Bildschirminhaltes klappt mit sehr kurzer Verzögerung.

Ein wenig Kritik müssen wir an den Gehäusetasten üben. Dabei geht es nicht um die Verarbeitung oder den Druckpunkt; beides ist exzellent. Da sich aber die Power-Taste und die Lautstärke-Tasten in Größe und Haptik nahezu nicht unterscheiden und obendrein direkt nebeneinander angebracht sind, lassen sich Fehlbedienungen kaum vermeiden. Wir haben anfangs jedenfalls oft den Ton ausgeschaltet, statt das Gerät in den Standby zu schicken. Hier finden wir die Lösung von Apple und Samsung schöner, die Power-Taste auf der einen und die Lautstärketaste auf der anderen Gehäuseseite unterbringen.

Die virtuelle Tastatur von HTC macht einen durchdachten, aufgeräumten Eindruck und bietet den Fingern ausreichend Platz. Dass selbst bei Deutsch als gewählter Sprache standardmäßig X und Y vertauscht werden, ist bei HTC schon lange ein "Feature". Zum Glück lässt sich das im Menü schnell korrigieren.

Beim Telefonieren profitiert das HTC One M9 wie schon seine Vorgänger - beispielsweise das HTC One M8 - von den im Smartphone-Bereich einzigartig guten Lautsprechern. Auch das Gegenüber empfand unsere Stimme als natürlich, klar und deutlich. Es lässt sich also auch ohne Headset vortrefflich mit dem HTC One M9 plaudern.

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1 Kommentar
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  • Patrick Wetzig
    Fantastisches Teil und ich bin froh dass ich mich diesmal für HTC und nicht für Samsung entschieden habe
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