Hybrid-Festplatten: Das leistet die SSD-Konkurrenz

So schnell wie eine SSD, aber so viel Speicherplatz wie eine Festplatte: Hybrid-Festplatten oder „SSHDs“ versprechen das Beste aus beiden Welten. Wir haben alle aktuellen 2,5-Zoll-Hybride ausführlich getestet.

Wenn Seagate sein 2,5 Zoll großes Festplatten-Modell Laptop Thin mit dem Namenszusatz SSHD versieht, ist die Ähnlichkeit zum Terminus “SSD” kaum zu übersehen und genauso gewollt. Doch was hat eine Festplatte mit Flash-Speicher zu tun? Bei der Laptop Thin SSHD handelt es sich um ein Notebooklaufwerk, das Flash-Speicher als unterstützende Maßnahme einsetzt. Dadurch soll die Leistung der Festplatte erheblich steigen. Die Laptop Thin SSHD arbeitet laut Seagate grundsätzlich schneller als eine herkömmliche Festplatte. Außerdem soll sie beim Hoch- und Herunterfahren sowie bei der generellen Performance ähnlich gut abschneiden wie eine SSD.

Das Hybrid-Prinzip: Flash-Speicher als Cache für häufig verwendete Dateien

Bei der Laptop Thin SSHD handelt es sich nach wie vor um eine Festplatte, ergänzt um eine Flash-Komponente. Da das Seagate-Drive damit aus zwei unterschiedlichen Elementen besteht, der mechanischen Festplatte und dem Flash-Speicher, wird es auch als “Hybrid”-Festplatte bezeichnet. Den dominanten Part der beiden Elemente übernimmt aber klar die Festplatte. Der Flash-Speicher dient dazu, häufig verwendete Daten darauf auszulagern, um Lesevorgänge zu beschleunigen. Aus dem Flash-Speicher können Daten deutlich schneller ausgelesen werden als von Festplatte, was die Gesamtleistung steigert.

Ein Hybrid-Laufwerk ist nicht nur hinsichtlich der beiden unterschiedlich gewichteten Elemente eine Festplatte, sondern verhält sich auch äußerlich wie eine. Bei der Integration ist eine Hybrid-Festplatte damit völlig unproblematisch. Intern muss sie dafür einiges tun – es gilt, Wear-Leveling, Trimming, das interne Datenmanagement und -Mirroring zwischen Flash und Festplatte genauso wie das Performance-Monitoring unter einen Hut zu bekommen und unabhängig vom Betriebssystem auszutarieren, und das komplett ohne Treiber.

Alle 2,5-Zoll-“Hybride” im Test

Hybrid-Laufwerke, die nach dem gleichen Funktionsprinzip arbeiten wie die Laptop Thin SSHD, finden sich aktuell im Portfolio von Seagate und Toshiba. Bei Seagate sind das neben der Laptop Thin SSHD die 2,5-Zoll-Festplatte Momentus XT, die wir bereits im Jahr 2010 getestet haben – wirklich neu ist das Thema Hybrid also keineswegs. Die Riege der Hybrid-Laufwerke komplettiert Toshiba mit seinen beiden 2,5-Zoll-Festplatten MQ01ABD100H und MQ01ABF050H. Die Leistung aller vier 2,5-Zoll-Laufwerk haben wir mit gewöhnlichen Notebookfestplatten verglichen und dafür exemplarisch jeweils eine aktuelle Festplatte aus der 5.400-U/Min-Klasse und der 7.200-U/Min-Klasse herangezogen.

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9 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Take
    Der größte Vorteil einer SSD war für mich schon immer der Fakt dass sie lautlos ist. Dies fällt dann wohl hier weg.
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  • Tesetilaro
    Heißt, für den Gaming PC müsste ich eigentlich 3 Laufwerke einbauen:
    1. SSD für System
    2. Hybriden oder SSD für die Liebligsspiele
    3. HDD als Datengrab / Backup

    Bei 2. ist die Hybride trotz "lächerlichen" 8 GB Flash Cache damit eigentlich ganz interessant, weil Sie genau das tut was interessant, das aktuelle Lieblinsspiel wird schneller geladen... und wenn man eine weile was anderes zockt passt sie sich an...
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  • fokka
    @tesetilaro: klingt vernünftig, aber je nach größe der spielebibliothek kann man diese heutzutage ja auch auf die ssd klatschen. größere ssds haben dann meist auch noch bessere daten, als kleine.

    außerdem würde ich mir schwer tun in einen desktop ein 2,5"-hdd basiertes laufwerk einzubauen, schon rein preis/gb-mäßig, aber auch bezüglich baseline-performance.

    dennoch wäre deine lösung wohl leistungs- und kosteneffektiver. ;)
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  • Tesetilaro
    ich hatte an mich selber gedacht als Gelegenheitsspieler... reines Gedankenspiel, die Hybridplatte kann man je nach Gehäuse in eine
    SSD Bay stecken (Bitfenix Ghost)

    Und ich muß mir halt keine Gedanken machen bezüglich der größe meiner Spielebibliothek / bzw. welche Spiele ich grad auf die SSD haue...
    Diese Bequemlichkeit wäre mir die 20 € schon wert... DAS absolute "spiel ich städnig" Game kann man ja trotzdem noch auf die SSD mit drauf hauen...
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  • xxl-et
    Interessant und sehr praxisorientiert. Mich hätte zusätzlich der Vergleich mit einer Beschleuniger-SSD + Festplatte interessiert. Von Sandisk gibts die ReadyCache als Beschleuniger für 35 Euro, dass ist ähnlich viel, wie der Aufpreis für Hybrid. Vorteil wäre, dass man sich die Festplatte dazu selbst aussuchen könnte.
    Könntet ihr bitte nachtesten?!
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  • Tesetilaro
    Hatte ich drüber nachgedacht, der Punkt ist, die normale 3,5" wird vermutlich lauter sein als die "Notebook-Hybriden"
    Und Du mußt wieder selber Hand anlegen, die Hybride ist komplett installationsfrei bzw. Du hast keinen Arbeitsaufwand *g*
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  • sandmann142
    Zitat:
    "Wie die 500 GB große und nur 40 Euro teure Toshiba MQ01ABF050H zeigt, ist eine Hybrid-Festplatte nicht zwangsläufig teurer als eine normale Festplatte."

    Wo habt ihr den Preis her? Ich würde sofort eine kaufen!
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  • Thomas F
    Glaube, da hat sich ein Fehler eingeschlichen: die hier genannte MQ01ABF050H gibt es in D ab ca. 67€, die im Artikel genannten 40€ beziehen sich auf das Modell MQ01ABF050 (ohne H). Soweit ich das sehen konnte, hat letzteres Modell keinen 8Gb NAND-Speicher. Damit liegt die Toshiba SSHD preislich auf gleicher Ebene, wie die vergleichbare Seagate Laptop Thin SSHD (ST500LM000). Hatte mich auch schon auf das vermeintliche Schnäppchen gefreut.
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  • Voyager
    Solche SSHD Tests sind üblicherweise immernoch sehr Praxisfern aufgezogen und zeigen das Potential der SSHD nur in sehr groben Zügen mit vermeintlichen 2 Sekunden Differenz bei Windows Boots zur HDD . Ich hab noch kein Windows gesehen was ein 15 Sekunden "KALTSTART" mit einer HDD hinlegt, da haben wir schon den ersten Testfehler. Windows Kaltstarts mit einer HDD und vorallem vollinstallierten Applikationen wie zb. Skype WebcamSoftware und Steam usw. lassen einen Boot bis zum fertiggeladenen Desktop auf einer HDD in "Minuten-Größen" sehr stark verzögern , genau hier legt eine SSHD einen Topstart hin und erziehlt annähernde SSD Geschwindigkeiten weil hier ausschliesslich der 8GB NAND ausgenutzt wird. Schade das die Portale nur sehr kurz denken können...
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