Lenovo darf IBM-Serversparte nicht kaufen

Lenovo würde sich gern durch Zukäufe vergrößern und gerade in der westlichen Hemisphäre auf diese Weise sein Geschäft ausbauen. Das Pech des Herstellers ist jedoch sein chinesischer Ursprung, der gerade auf dem nordamerikanischen Kontinent Skepsis auslöst: Im vergangenen November galt Lenovo als aussichtreichster Kandidat für eine Übernahme des angeschlagenen Smartphone-Herstellers Blackberry, doch die kanadische Regierung stoppte den Verkauf im letzten Moment, weil befürchtet wurde, dass das Technologieunternehmen der chinesischen Regierung einen zu großen Einblick in sicherheitsrelevante Bereiche des kanadischen Staats ermöglichen könnte.

Dementsprechend groß waren die Befürchtungen, dass auch ein weiterer Übernahmeplan Lenovos durch staatliche Stellen verhindert werden würde: Im Rahmen einer Umstrukturierung wollte sich IBM von seiner Server-Sparte trennen. Im Januar unterzeichneten die Chinesen einen entsprechenden Vorvertrag, allerdings tauchten bereits im April erste Gerüchte auf, dass das Geschäft untersagt werden würde. Nun ist es amtlich. Aus Gründen der nationalen Sicherheit darf IBM seine Serverproduktion nicht an Lenovo abgeben, denn zu viele der Rechner des auch als Big Blue titulierten Unternehmens werden in US-Behörden und -Regierungsstellen verwendet.

Zudem liefern sich China und die USA seit Jahren immer wieder kleinere Scharmützel mit Cyber-Attacken. Hätten die Amerikaner ihr IBM-Server künftig bei Lenovo kaufen müssen, hätte der chinesische Konzern (und damit auch die chinesische Regierung) erhebliche Einblicke in das staatliche IT-System erhalten.

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2 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • tadL
    das land das die meiste industriespionage bis dato betreibt, das sogar seine "verbündeteten, freunde" auf der welt ihre spionage zentren auf deren boden nicht nur bauen sondern auch von ihnen bezahlen lässt, verweigert wegen sicherheitsbedenken den verkauf? das ist einfach nur bullshit.

    amerika sollte sich eins zu herzen nehmen. selbst ein so dummes land müsste das doch wissen. man beißt nicht die hand die einen füttert. wenn die chinesen ihr geld aus den usa zurück ziehen sind die pleite. da gibts kein rettungspacket was diese summen stemmen kann. dann können die nur noch das alte spiel spielen und mit ihren soldaten geld eintreiben auf der welt.

    sicherheitsbedenken...was für eine scheiss ausrede. übersetzt heißt das doch wohl eher: moment, die freie marktwirtschaft können auch andere benutzen. nein jetzt hört der spaß auf. wie bei der saars kriese...die amerikaner und regeln nach denen sie eh nie spielen...

    danke für den artikel.
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  • derGhostrider
    Gerade wer selbst spioniert, oder einfach nicht naiv-dumm, der muss auch von Spionage anderer ausgehen.
    Die Argumentation ist durchaus gerechtfertigt, auch wenn es bizarr wirkt.

    IBM wird sich aber freuen: AFAIK bekommen die nun von Lenovo 200 Mio USD, weil der Deal geplatzt ist.
    So macht man Geschäfte!
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