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Lenovo Ideapad A10 im Test: Die Android-basierte Reinkarnation des Netbooks

Lenovo Ideapad A10 im Test: Die Android-basierte Reinkarnation des Netbooks
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10 Zoll großer Bildschirm, alltagstauglicher Prozessor, schlankes Kunststoff-Gehäuse - das Ideapad A10 von Lenovo erinnert in seiner Gesamtkonzeption an eine untergegangene Gerätekategorie: Netbooks.

Als im Januar 2008 die ersten Netbooks in Deutschland auf den Markt kamen, öffneten sie einer Vielzahl von Nutzern die Welt der wirklich mobilen Rechner. Denn die meisten "normalen" Notebooks dieser Zeit waren Brummer im 15-Zoll-Format und recht schwer. Klapprechner mit kleineren Bildschirmen wurden schnell als Subnotebooks gehandelt, bei denen die Preise deutlich anstiegen.

Netbooks hingegen waren nicht nur kompakt, sondern auch günstig genug, um selbst bei einem schmalem Budget als Zweitrechner in Frage zu kommen. Und sie waren nur als Zeitrechner nutzbar, denn die damals verbauten Intel-Atom-Prozessoren lieferten nur die allernötigste Leistung, bei Performance-hungrigen Anwendungen ging ihnen schnell die Puste aus. Letztere fehlte auch im Kräftemessen mit den ab 2011 aufkommenden Tablets, deren günstige Vertreter auf einem ähnlichem Preisniveau lagen. Sie konnten zwar hinsichtlich der Office-Fähigkeiten nicht mithalten, boten aber als multimedialer Begleiter größeren Mehrwert und galten und gelten als überaus schick.

Zudem eroberten ebenso kompakte Notebooks und immer häufiger Ultrabooks mit deutlich leistungsstärkeren Plattformen und vertretbar höheren Preisen den Markt. Den Todesstoß versetzte der Geräteklasse schließlich Microsoft. Mit dem Auslaufen der extra für die Netbooks vergünstigt angebotenen Windows-XP-Lizenzen lohnte sich das Geschäft für die Hersteller kaum noch.

Dennoch hat sich der Bedarf an schlanken, Netbook-ähnlichen Rechnern nicht vollends in Luft aufgelöst. Intel propagiert 2in1-Geräte, also Tablets mit Tastatur-Dock; derartige Hybriden werden auch für Android angeboten. Nicht zuletzt mischt Google an dieser Stelle mit seinen Chromebooks mit: Die günstigen, kompakten Klapprechner von Acer und Samsung kranken jedoch an dem stark auf die Cloud setzenden Betriebssystem Chrome OS, das ohne Internetzugriff nur mäßig nutzbar ist und daher auf einem mobilen System gerade unterwegs schnell an Grenzen stößt.

Hier bietet Android einen echten Vorteil, weil es auch im Offline-Modus inklusive der meisten Anwendungen problemlos funktioniert und überdies ein riesiges Angebot an unterschiedlichsten Apps mitbringt, die auch persönlichen Vorlieben mehr Raum bieten. Diese Apps erfüllen aber nicht nur praktisch alle denkbaren Unterhaltungsbedürfnisse, sondern sollen auch mehr und mehr im Produktiveinsatz überzeugen. Das gefällt Lenovo anscheinend so gut, dass es bei seinem Ideapd 10 auf Android als Betriebssystem setzt.

Netbook-typisch: Ausstattung ist schmal

Das Android-basierte Lenovo Ideapad A10 ist ein günstiges Notebook im schlanken 10-Zoll-Format, bei dem der Produktiveinsatz im Vordergrund steht. Dementsprechend finden sich in dem schlanken Gehäuse neben einem mit 1,6 GHz getakteten Quadcore-SoC von Rockchip und 16 GByte großen Datenspeicher nicht nur je eine Mini-USB- und HDMI-Schnittstelle, sondern auch zwei USB-2.0-Steckplätze. Ein um 300° drehbares, berührungsempfindliches Display suggeriert dabei, dass es sich bei dem Gerät um einen echten Tablet-Ersatz handeln könnte.

Nicht nur die schlanke Hardware in dem 10-zölligen Klappgehäuse erinnert stark an die einstigen Netbooks, auch hinsichtlich der Softwareausstattung wird der Nutzer nicht gerade verwöhnt. Das vorab installierte Betriebssystem Android 4.2.2 geht gerade noch als zeitgemäß durch, wenngleich mittlerweile bereits zwei neuere Versionen verfügbar sind. Gerade für ein mit einer Tastatur bestücktes Gerät, das zum produktiven Arbeiten einlädt, wäre 4.3 wünschenswert gewesen, weil es Dank der Trim-Befehle eine bessere Nutzung des Speichers verspricht. Die aktuell, als "KitKat" bezeichnete Variante hätte zudem gleich Googles QuickOffice mitgebracht. Allzu viel kann man für Gerät, das zu einem Straßenpreis von 229 Euro angeboten wird, eben nicht erwarten.

Technische Daten Testgerät
Modell:Lenovo Ideapad A10
Betriebssystem:
Android 4.2.2
Display:
10,1 Zoll, LCD, 1366 x 768 Pixel
CPU:
Rockchip RK3188, 4x 1,6 GHz
GPU:
ARM Mali 400 MP4
Arbeitsspeicher:
1024 MByte
Interner Speicher:
16 GByte eMMC
Externer Speicher:
microSD-Karte
WLAN:
802.11b/g/n
Bluetooth:
4.0
Kamera:
Rear: 0,3-MP-Kamera
Akku:
2-Zellen/ 22,6 Wh
Abmessungen:
26,9 x 18,5 x 1,73 cm
Gewicht:
1 kg
Straßenpreis:
229 Euro
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  • Tesetilaro , 24. Januar 2014 13:12
    eine weitere Nische die gfüllt ist...wenn auch nicht für mich, der ich die Zeit zwischen office und privatrechnern einfach mit nem schmattphone überbrücke wo notwendig...mehr vielfalt ist allerdings immer wünschenswert :D  danke für den ausführlichen Test.