AMDs 1,1-GHz-Gegenschlag aus Dresden
Erzrivale AMD war offiziell nicht auf dem IDF vertreten. Dennoch ließ es sich der Hersteller nicht nehmen, seinen neuen Athlon mit 1,1 GHz und Standardluftkühlung vorzustellen - natürlich in einem anderen Hotel. Im Gegensatz zum "alten" Athlon mit K7-Kern, kommt beim neuen Athlon die Thunderbird-Core (K75) mit integrierten Full-Speed-Cache zum Einsatz. Genau wie Intel geht AMD ebenfalls zurück zum Sockel. Der in der zweiten Jahreshälfte erscheinende Thunderbird-Athlon ist entweder mit Slot A oder als Socket-A-Variante erhätlich. Der momentane Celeron-Pendant K6-2+ soll im Spätsommer vom Spitfire abgelöst werden. Der Spitfire basiert ebenfalls auf der K75-Core, kommt jedoch nur noch als Sockel-A-Modell auf den Markt.
Von der AMD-Chipsatzfront gibt es auch Neues zu berichten. AMD entwickelt gerade den AMD760, der Nachfolger des AMD750/Irongate. Dieser Chipsatz soll zusammen mit dem Thunderbird erscheinen. Vorbildlich sind die Funktionen: Der Systembus EV6 wird von 200 auf 266 MHz erhöht. Der 760er unterstützt AGP 4X und DDR-SDRAM (Double Data Rate) bis 266 MHz.
Aus strategischer Sicht ist die Entwicklung von eigenen Chipsätzen ein entscheidender Punkt bei der Vermarktung der neuen CPU. Bislang wollte AMD die Chipsatzproduktion eher an Dritthersteller wie VIA Technologies verlagern. Jener Hersteller glänzte nicht immer mit einem guten Timing. Beispielsweise beginnt die Auslieferung des KX133-Chipsatzes für den Athlon erst in diesem Monat - ein halbes Jahr zu spät. Auch die Entwicklungen für den Thunderbird werden von VIA auf die lange Bank geschoben, denn Intel scheint den Taiwanesen wichtiger zu sein. Der Athlon-Thunderbird-Chipsatz KZ133 unterstützt leider nur PC133-Speicher.