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IDF 2000: Farce - Der Willamette 1,5 GHz

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Die mächtigsten Intel-Manager von links nach rechts: Andy Grove, Albert Yu und Pat Gelsinger.

Wer mit dem Flugzeug nach Palm Springs, Kalifornien fliegt, bekommt noch kurz vor der Ankunft echte Zweifel, wo einen die Firma Intel hinkarrt: in die Wüste. Erst der Landeanflug macht klar, was Palm Springs ist. Die Stadt, ursprüngliches Gebiet der Cahuilla-Indianer, ist umgeben von 3000 Meter hohen Bergen - einige haben sogar Skigebiete - und ist auf eine Oase gebaut.

Organisiert wurde dort zum letzten Mal das Intel Developer Forum, kurz IDF. Das nächste Mal geht es zurück ins Homeland, dem Silicon Valley, genauer gesagt nach San Jose.

Die Veranstaltung begann mit der Keynote des ex-CEOs und leicht angeschlagenen Andy Grove, dem man seine längere Krankheit noch ansah. Nach einer langen Rede über die Neuausrichtung des Unternehmens in Richtung Internet und Networking (Finanzanalysten lieben so was, weil es voll im Trend liegt), wendete sich good old Andy dem "ehemaligen" Kerngeschäft zu: Prozessoren. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Zusammen mit Dr. Albert Yu präsentierte er nicht nur einen 1 GHz Pentium III, sondern setzte noch eins drauf: Auf einer separaten Maschine demonstrierte Yu einen Willamette-Prozessor, der angeblich mit 1,5 GHz laufen sollte.

Kommen wir jetzt zu den Fakten. Der Gigahertz-Pentium-III wurde mit seinem 533-MHz-Bruder anhand eines Benchmarks verglichen. Ein Hilfs-Sheriff schmiss einen rechenintensiven Vorgang an, nämlich die Umrechnung eines Videos ins MPEG2-Format. Jetzt kommt der Aha-Effekt: Der Gigahertz-Prozessor war ungefähr zwei mal schneller als der 533er. Wenigstens ein überzeugendes Argument hatte diese Vorführung: Der Vergleich wurde anhand der weit verbreiteten Anwendung Ligos LSX durchgeführt. Doch bei der Jagd nach tollen Schlagzeilen lies sich Intel ebenfalls nicht lumpen. In der ersten Show des Willamette-Prozessors (auf neudeutsch: Pentium IV) wollte Intel scheinbar eher seine Muskeln spielen lassen als Tom’s Hardware zu überzeugen. Der luftgekühlte Willamette, gut versteckt vor der Öffentlichkeit in einem geschlossenen PC-Gehäuse, sollte mit 1,5 GHz getaktet sein. So zeigte es zumindest das Intel Frequency ID Utilility an. Wohlgemerkt, das Utility ist eine Eigenproduktion aus dem Hause Intel und von uns kein anerkannter Taktleser. Albert Yu, der selbst zugab, dass es sich noch um "First Silicon" handelt, startete noch eine 3D-Grafikdemo und ein Raunen ging durch die Reihen der Reporter und Analysten, die mit den technischen Möglichkeiten weniger vertraut sind. AMD wieder mal eins auszuwischen ist Intel zumindest gelungen.

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