ImDisk Toolkit: Teuflisch schnelle und kostenlose RAM-Disk

Es gibt viele verschiedene Gründe, eine RAM-Disk zu verwenden. Die meisten Windows-Lösungen haben allerdings einen oder mehrere Nachteile. In diesem Artikel nehmen wir die kostenlose und dynamische Lösung ImDisk Toolkit unter die Lupe.

Warum eine RAM-Disk?

In Zeiten von immer größeren RAM-Mengen in heutigen PC bietet sich die Nutzung einer RAM-Disk deutlich mehr als früher an. 16 Gigabyte Arbeitsspeicher kosten unter 100 Euro und letztlich profitiert das gesamte System von einer großzügigen RAM-Ausstattung.

Die folgenden Vorteile ergeben sich aus der Verwendung einer RAM-Disk:

Vorteil #1: Extrem hohe Geschwindigkeit

Auch wenn die Geschwindigkeit heutiger SSDs kaum mehr Wünsche bezüglich Geschwindigkeit offen lässt, gibt es doch immer noch Luft nach oben. Mit teils über 13 GByte/s Schreibgeschwindigkeit werden jegliche SATA- aber auch PCIe-Laufwerke deutlich übertroffen. Gerade beim Schreiben weisen insbesondere moderne TLC-SSDs noch markante Schwächen auf und ordentliche Geschwindigkeiten werden erst durch SLC-Simulation und deutlich erhöhten Verschleiß des NANDs erkauft.

Bei statischer GrößeBei statischer GrößeBei dynamischer GrößeBei dynamischer Größe

Vorteil #2: Kein Verschleiß des Laufwerks/NAND

Schreibintensive Prozesse oder stetige Log-Zugriffe führen zu einem Verschleiß des NAND-Speichers und resultieren in einem früheren Ende der SSD-Lebenszeit. Einige Aufgaben führen zu deutlich höherem Laufwerksverschleiß, als man glauben könnte. Gerade im TEMP-Verzeichnis kann enorm viel geschrieben werden.

Vorteil #3: Bessere Privatsphäre durch vollständige Löschung nach dem Herunterfahren

Egal ob im TEMP-Verzeichnis oder auch im unbenutzten/gelöschten Bereich: Auf einem Laufwerk verbergen sich allerlei Informationen, die der User eventuell nicht dort archivieren will. Werden Dateien in einer RAM-Disk angelegt, sind diese nach dem Herunterfahren unwiederbringlich gelöscht.

Vorteil #4: Mehr Ordnung auf dem System

Durch die Verwendung eines wirklich temporären Laufwerks lassen sich Dateien für kurzzeitige Nutzung anlegen, um deren Beseitigung man sich nicht kümmern muss. Spätestens beim nächsten Neustart sind die Hinterlassenschaften verschwunden und das Laufwerk wird nicht stetig "zugemüllt".

Vorteil #5: Stromersparnis

Mechanische Laufwerke (Festplatten) aber auch SSDs nehmen im Betrieb mehr Energie auf als im Leerlauf. Die Verwendung einer RAM-Disk kann also zu einer - wenn auch geringen - Stromersparnis führen.

Natürlich hat jede Lösung auch Nachteile, die je nach Einsatzszenario die Vorteile aufwiegen können.

Nachteil #1: Erhöhter RAM-Verbrauch

Viele RAM-Disks haben eine statische Größe. Definiert der Nutzer diese Größe zu niedrig, kann das Laufwerk schnell voll sein und somit Probleme verursachen. Definiert er sie zu groß, sinkt die für den Rest des System verfügbare Menge des Arbeitsspeichers unnötig.

Schon 1985 gab es auf dem Amiga hierfür die Lösung der dynamischen RAM-Disk, die nur so viel Speicher brauchte, wie die Dateien innerhalb der RAM-Disk. Auch IMDisk-Toolkit hat dieses Feature und gewährt so die notwendige Flexibilität. Leider ist diese Funktion nicht bei allen RAM-Disk-Lösungen vorhanden.

Nachteil #2: Datenverlust bei Systemabsturz

Stürzt das System ab, sind natürlich auch alle Inhalte der RAM-Disk verloren. Folglich sollten dort keine wirklich wichtigen Daten liegen, deren Verlust desaströs wäre. Gleiches gilt - je nach Konfiguration der RAM-Disk - auch für das Herunterfahren des Systems.

Was ist ImDisk Toolkit?

ImDisk Toolkit besteht eigentlich aus zwei Software-Paketen. Zuerst wäre da der grundlegende ImDisk Virtual Disk Driver, der das Einbinden von Laufwerksabbildern erlaubt. Auf diesem Treiber basiert wiederum das ImDisk Toolkit, das die grundlegenden RAM-Disk-Funktionen des Virtual Disk Drivers deutlich erweitert.

Die Schlüsselfunktionen des Kombi-Pakets sind:

  • Erstellung von einer oder mehrerer RAM-Disks mit dynamischer Größe und somit automatischer Verringerung des Speicherverbrauchs, sobald Daten aus der RAM-Disk gelöscht werden
  • Einbindung von Laufwerksabbildern etlicher Formate. So können etwa Disketten- oder CD-Abbilder geöffnet werden, ohne dass diese auf ein physisches Medium geschrieben oder gebrannt werden müssen.

Da dieser Artikel von RAM-Disks handelt, konzentrieren wir uns hier auf eben jene Funktion.

ImDisk Toolkit ist sowohl Freeware als auch Open Source. Ersteres schont den Geldbeutel und zweiteres erhöht die Sicherheit, da jedermann Fehler oder gar potenzielle Hintertüren in der Software offenlegen kann.

Verwunderlich ist allerdings, dass der Autor vollständige Anonymität wahrt. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, umfangreichen Support zu leisten und auf Anfragen schnell und ausführlich zu antworten.

ImDisk Toolkit in der Praxis

Bevor man eine RAM-Disk einrichtet, muss man sich die prinzipielle Frage stellen, ob sie eine feste, konstante Größe haben oder sich dynamisch an den real anliegenden Speicherbedarf anpassen soll.

Vorteil der dynamischen Größe ist die meist deutliche Arbeitsspeicherersparnis, Nachteile sind die geringere Geschwindigkeit (in diesem Fall ca. 33 Prozent einer statischen RAM-Disk) und die etwas kuriose Methode der Speicherfreigabe. Dies geschieht nur dann, wenn sich das RAM-Laufwerk im Leerlauf befindet.

Da freier Arbeitsspeicher wertvoll ist, werden sich die meisten wohl für eine dynamische RAM-Disk entscheiden - schließlich ist selbst die auf ein Drittel reduzierte Geschwindigkeit immer noch unglaublich schnell.

Gleichzeitig muss man sich aber auch für eine Laufwerksgröße entscheiden: Bei einer statischen Größe wird man hier vermutlich konservativer wählen, während man bei einer dynamischen RAM-Disk relativ großzügig sein kann und dann eher beim Befüllen des Laufwerks daran denken muss, dass der Arbeitsspeicher knapp werden könnte.

Die zweite zentrale Frage ist, ob die Daten der RAM-Disk beim Systemstart bzw. dem Herunterfahren mit der Festplatte synchronisiert werden. Für ein temporäres Laufwerk ist dies sicherlich nicht wünschenswert. In anderen Einsatzszenarien kann dies aber natürlich erwünscht sein und helfen, Datenverlust vorzubeugen. Ein Nachteil der Synchronisierung ist sicherlich die damit verbundene Wartezeit beim Systemstart bzw. beim Herunterfahren.

Letztlich muss sich der Anwender fragen, welche der zu Beginn geschilderten Vorteile ihm wichtig sind bzw. wo der Fokus liegen soll.

Einige wichtige Entscheidungen stellen sich letztlich bei jedem Laufwerk, da sie das Dateisystem betreffen. Hier sind zum Beispiel das verwendete Dateisystem und die Blockgröße von zentraler Bedeutung. Als Dateisystem empfiehlt sich meist NTFS. Diese Wahlmöglichkeit hebt ImDisk Toolkit durchaus von anderen Lösungen ab, wo dies nicht selbstverständlich ist.

Zu guter Letzt kann man noch das Verhalten der RAM-Disk festlegen: Soll sie beim Systemstart mitgestartet werden und sollen die TEMP-Variablen dorthin weisen?

Die Verlagerung des TEMP-Verzeichnisses ist sicherlich einer der typischen Anwendungsfälle für eine RAM-Disk. Möchte man die Caches seiner Browser auf die RAM-Disk legen, muss man dies leider manuell machen.

Bei Firefox geschieht dies, indem man über about:config einen neuen String-Eintrag namens browser.cache.disk.parent_directory anlegt und dort das neue Cache-Verzeichnis angibt. Wichtig ist, dass die Slashes gedoppelt werden müssen. Beispiel: r:\\temp\\cache-firefox\\

Bei Chrome muss man das neue Cache-Verzeichnis über einen Parameter beim Programmstart übergeben. Der zusätzliche Parameter heißt: –disk-cache-dir=R:\temp\chrome-cache

Wahlweise kann man dies über einen Registry-Eintrag und/oder als Parameter bei der Start-Verknüpfung erreichen. Allerdings kann es nötig sein, dies nach einem Chrome-Update zu wiederholen.

Fazit

ImDisk Toolkit erledigt alle Aufgaben zuverlässig und hat im mehrmonatigen Betrieb noch keine Probleme gemacht. Die Geschwindigkeit der RAM-Disk ist hervorragend. Der größte Pluspunkt gegenüber den meisten Konkurrenzprodukten ist die dynamische Größenverwaltung.

Die Aufteilung auf zwei verschiedene Pakete kann gelegentlich zu Verwirrung führen. Eine weitere Folge ist, dass zwar das Toolkit seit Kurzem auf Deutsch verfügbar ist, aber der darunter liegende ImDisk Virtual Disk Driver nur in Englisch gehalten ist. Für den normalen Betrieb ist dies aber meist unerheblich.

Ein positiver Aspekt ist mit Sicherheit der Open Source-Charakter des Toolkits. Störend hingegen mag für einige sein, dass der Autor sich hinter einem Pseudonym verbirgt. Sowohl der ImDisk Virtual Disk Driver als auch das ImDisk Toolkit werden aktiv von den Autoren gepflegt und regelmäßig sowohl mit Updates versorgt als auch Supportanfragen beantwortet.

Das ImDisk Toolkit kann hier heruntergeladen werden: https://sourceforge.net/projects/imdisk-toolkit/

Alternative RAM-Disks findet man in unserem Vergleichstest aus dem Jahr 2013.

Update 27.07.2016:

Ab sofort liegt eine neue Version (Version 20160726) des Toolkits vor, das eine deutlich verbesserte Aufräumfunktion bei dynamischen RAM-Disks verwendet. Es wird nun der bei SSDs verwendete TRIM-Befehl eingesetzt.

Gleichzeitig ist auch die Homepage zu Sourcefourge gewechselt.

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36 Kommentare
    Dein Kommentar
  • fffcmad
    Es gibt noch einen dritten Nachteil: Benoetigt Speicherbandbreite. Die 10GByte/s kommen nicht aus der Luft. Wenn die CPU zu schaufeln hat, sinds keine 10GByte/s mehr sondern deutlich weniger. Und die Systemleistung sinkt. RAM-Disks sind immer noch ueberfluessig wie ein Kropf. Als temporaere Loesung fuer irgendwas praktisch. Fuer den staendigen Betrieb: No
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  • Tesetilaro
    vor allem nicht wenn man großzügig mit SSDs bestückt ist... aber wenn man keine SSD hat, könnte man hier und da mal sowas nutzen und dann ist das tool nicht vollkommen überflüssig ;)
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  • Bodo
    @ffcmad:
    stellt sich die spannende Frage, ob gleiches nicht auch durch Caches bei normalen Festplatten bzw. SSDs geschieht.

    Außerdem stellt sich die Frage, ob bei CPU/Speicher-lastigen Aktionen der Flaschenhals nicht eh bei der Verarbeitung der Daten liegt. Folglich wird die Software die Daten langsamer "abholen".
    0
  • Bodo
    mal ein kleiner Praxistest:
    8 parallele Lame-Tasks die von der RAM-Disk lesen und ein gleichzeitiger Speed-Test in der RAM-Disk ergeben immer noch ca. 3,4 GByte an sequenzieller Geschwindigkeit
    0
  • fffcmad
    Anonymous sagte:
    mal ein kleiner Praxistest:
    8 parallele Lame-Tasks die von der RAM-Disk lesen und ein gleichzeitiger Speed-Test in der RAM-Disk ergeben immer noch ca. 3,4 GByte an sequenzieller Geschwindigkeit


    Was denn fuer Tasks? Und war die CPU immer noch genauso schnell. Nimm doch mal Prime95 Blend. Und schau dann was passiert, waehrend ein Kern fleissig auf der RAM Disk roedelt. Sicherlich immer noch schnell, aber trotzdem ueberfluessig und teuer.
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  • fffcmad
    Anonymous sagte:
    @ffcmad:
    stellt sich die spannende Frage, ob gleiches nicht auch durch Caches bei normalen Festplatten bzw. SSDs geschieht.

    Außerdem stellt sich die Frage, ob bei CPU/Speicher-lastigen Aktionen der Flaschenhals nicht eh bei der Verarbeitung der Daten liegt. Folglich wird die Software die Daten langsamer "abholen".


    Beim Zugriff auf die SSD wird natuerlich ebenfalls Speicherbandbreite verbraucht/ bzw Systemleistung. Die Daten muessen ja durch die Gegend geschubst werden und das Dateissystem will auch seinen Zoll haben. (Kann man hier beim Test auch gut sehen, die 4K-Zugriffe sind nicht so berauschend) Dennoch immer noch besser, als wertvollen RAM doppelt zu belegen und nur in Benchmarks tolle Ergebnisse zu haben.

    @Tese: Vollkommen nutzlos ist es in Einzelfaellen nicht. Aber diese RAM-Disks bringen einfach nur irgendwelche Leute auf dumme Ideen. Windows cached die Ramdisk dann auch noch mal und ich halte das einfach fuer eine Verschwendung von Ressourcen.
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  • DoseThunfisch
    Zitat:
    @Tese: Vollkommen nutzlos ist es in Einzelfaellen nicht. Aber diese RAM-Disks bringen einfach nur irgendwelche Leute auf dumme Ideen. Windows cached die Ramdisk dann auch noch mal und ich halte das einfach fuer eine Verschwendung von Ressourcen.


    Ich halte es nicht für Verschwendung sondern eine gute Methode die SSD vor unnötigen Schreibzugriffen zu schützen - Temp heisst nicht umsonst so.

    Das auslagern der RAM-Disk kann im Programm selbst abgeschaltet werden, hast Du sicherlich nur übersehen...

    Gib bitte mal n'Tipp auf was für dumme Ideen man da kommen könnte - bin da nicht so drin in der Szene.
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  • Tesetilaro
    ganz ehrlich, meine system SSD liegt bei ca. 4 TB, nach etwa 14 Monaten... der Hersteller garantiert 80 TB - ich sehe das Problem mit dem Temp ordner nicht, zumal ich rapid mode an habe, was das gleiche macht, nur auf die ssd abgestimmt ;)

    Ich versuche endlich mal dran zu checken wo meine Game SSD liegt, die eher noch merh schreibt wegen der ständigen 3-4 GB updates diverer games *g*
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  • RS232
    Mir fällt kein einziges Szenario ein in welchem eine Software RAM Disk nützlich sein könnte.
    Unsere Rechnerarchitektur und Betriebssystem sind doch bereits so ausgelegt, das Daten je nach Bedarf in Speicherbereichen mit der nötigen Geschwindigkeit gehalten werden. Bei Engpässen sollte eher Hardwaremässig nachgerüstet werden. Den zu kleinen Speicher mit zusätzlicher Kapselung einzuschränken halte ich für kontraproduktiv.

    Die einzige Anwendungsart einer sinnvollen RAM-Disk wäre eine Lösung bei der die Daten durch ständiges aktiv halten im RAM quasi permanent gespeichert würden. Vorteile wären dann ev. wegfallender Systemstart und schnellere Datenübertragung, so es der Bus zulässt.
    0
  • Tesetilaro
    es gibt ein Szenario für ramdisks... ist aber industrielastig - eine mir bekannte Firma hat einen Server mit massiver netzwerk-anbindung mit einer richtig dicken Ramdisk ausgestattet - hintergrund, die befüllen bis zu 40 SSDs parallel mit OS images unterschiedlicher größe, um das entsprechend schnell zur Verfügung stellen zu können, ist die ramdisk die einzig sinnvolle lösung, aber ist halt sehr speziell ;)
    0
  • geist4711
    ich sehe einen nutzen für ramdisk, wenn man beispielsweise TEMP und die auslagerungs-datei von windows in eine ramdisk packt. grund: trotz genügen ram lager windows ganz gerne daten aus -eigentlich unnötiger weise. die auslagerungsdatei ganz abschalten bringt aes leider auch nicht.
    nebenbei hat man weniger schreib- lese-zugriffe auf das system-laufwerk, was heute meist eine SSD ist und schont diese damit.
    auch kann es sich positiv auswirken wenn mann oft gespielte spiele in die ram-disk auslagert. natürlich nicht die spielstände sondern nur die spieldateien die sich nur ändern wenn es updates gibt.
    das kann das laden von spielen noch weiter verbessern, beim spielstart und während dem nachladen.
    natürlich erkauft man sich das mit im vergleich zur SSD teurem ram, allerdings wenn man eh mindestens 16Gb drin hat und diese zb zur hälfte fast nur brach liegt....

    mfg
    robert
    -1
  • fffcmad
    Die TEMP Dateien auf eine RAMDISK zu legen ist eben nicht gut. Diese Dateien werden unter Umstaenden nach einem Neustart benoetigt. (Setuproutinen etc) Dumm nur das man dann bei komischen fehlermeldungen die Fehler dann gerne im OS sucht, statt sich daran zu erinnern, das das TEMP-Verzeichniss nach nem Neustart geflusht wurde.

    Und eine normalen SSD sind die Schreib/ lesevorgaenge komplett wurst. Meine uralten 80GB SSDs von Intel sind trotz meherer Zerofills/ Installationen und Kopiervorgaenge laut SMART quasi jungfraeulich. Also wer da Angst hat dem ist nicht zu helfen. Die SSDs sterben eher an nem Controllerdefekt als an defektem Flash Speicher.
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  • geist4711
    wenn die ramdisk so eingestellt ist das sie daten die darin lagern auf platte schreibt, vor dem shutdown und wieder in die ramdisk schreibt beim hochfahren, dürfte es kaum probleme mit temp-daten geben.
    mfg
    robert
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  • BluppOfTheBlobb
    Bin mit dem Windows hauseigenen SuperFetch zufrieden. Da kann ich auch mal schnell ein paar GB für ein oder zwei VMs abzwacken oder im Hintergrund ein datenintensiver Prozess durchrödeln lassen. Alles ohne irgendeine Einstellung zu ändern.
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  • fffcmad
    Anonymous sagte:
    wenn die ramdisk so eingestellt ist das sie daten die darin lagern auf platte schreibt, vor dem shutdown und wieder in die ramdisk schreibt beim hochfahren, dürfte es kaum probleme mit temp-daten geben.
    mfg
    robert


    Das muesste geschehen, bevor das System auf die Daten zugreifen will. Quasi so nicht moeglich.
    0
  • Headyman
    Es gibt noch einen Knackpunkt bei Verlagerung von Temp auf eine beschränkte RAMDISK:
    Viele Installer entpacken erstmal "setup.exe und Daten" auf TEMP, bevor die Installation startet.
    Bei Games oder "dicker" Anwendungssoftware kann das heutzutage relativ schnell schiefgehen, zumal mehr als 16GB RAM eher selten ist.

    Dennoch habe ich auch eine RAMDISK laufen, die Software war beim Mainboard dabei, ok ist nur statisch, 5-6GB/s schafft die auch und 250000 IOs.
    Mir gehts vor allem um eine Software, die ist so "toll" programmiert, das sie alle paar Sekunden Bitmaps auf ein Temporäres Verzeichnis schreibt (kann man zum Glück einstellen Wo).
    Das sind zwar nur paar KB, aber hey was soll der Mist.
    Dazu Browser-Cache/Cookies die brauch man eh nicht mehr nach Shutdown.

    Bis jetzt habe ich noch keine Anwendung/Game gesehen, die meine 16GB RAM auch nur ansatzweise vollgepumpt hat.
    3GB RAMDisk für die o.g. Zwecke find ich OK.
    Aber TEMP muss auf "Platte" mit "Platz" bleiben.
    0
  • fffcmad
    Also aktuell hab ich so fuer mich im Schnitt gesehen, das 12GB RAM fuer die meisten Anwendungsszenarien reichen. Auch fuer Spiele. Leider bin ich durch Triple Channel auch bei 12GB haengen geblieben. Der naechste Schritt waeren halt 24 GB. Das waere zu viel und solche Module sind oft langsamer/ teurer.

    Das mit der Kapazitaet des Temp verzeichniss hatte ich glatt vergessen zu erwaehnen. Beim Verschieben aus Winzip/ Winrar und Konsorten von Daten aus einem Archiv in den zielordner kann so ein kleines Temp-Verzeichniss auch schnell zu Gau fuehren, da in diesem Fall das Archiv extrahiert wird und dann ins Zielverzeichniss geschoben wird.

    Fuer temporaere Internet-Daten kannn ich mir das gut vorstellen. Aber auch hier ist man mit gewissen Download-Groeßen bei aelteren Browsern angeschissen. Aktuelle laden die temporaere Datei normalerweise in den Zielordner. (Edge tuts, Chrome glaub ich auch.)

    Ich hatte frueher auch eine extra HDD fuer solche temporaeren Daten, als ich IDE Platten hatte. Um die perfomrance zu erhoehen. Eine RAM-Disk hielt ich schon damals fuer Verschwendung.

    Aktuell halte ich dieses Schema nur fuer meinen Dateisserver aufrecht. OS-SSD. Kleine 750GB Platte fuer alle temporaeren Daten (Downloads/ Torrent/ TEMP) und dann das RAID 6 mit 6TB Nutzkapazitaet fuer das Archiv. Eine RAMDISK waere auch hier zu heikel. Ein Torrent mit einer hier nicht releasten Anime-Serie knackt halt schon mal die Groeße einer SSD.

    Eine Platte fuer Temporraere daten ist einfach billiger. Selbst eine gute Workstation SSD S3500 mit 120GB kostet von Intel nur um die 70€ EHK, bzw 100€ Brutto. Selbst das ist guenstiger, als die ganze Zeit RAM fuer sowas abzuzwacken.
    0
  • derGhostrider
    Zitat:
    wenn die ramdisk so eingestellt ist das sie daten die darin lagern auf platte schreibt, vor dem shutdown und wieder in die ramdisk schreibt beim hochfahren, dürfte es kaum probleme mit temp-daten geben.
    mfg
    robert

    Super, damit hat man dann auch ungefähr alle Vorteile (Sicherheit durch das Löschen beim Herunterfahren, leerer Temp-Ordner ohne Eingriff des Users) umgangen. Dafür müssen die Daten immer hin und her kopiert werden.
    Und wann passiert das? Ist es garantiert, dass dies läuft, wenn z.B. Updates oder Treiber installiert werden, die im Temp-Ordner zwischengelagert wurden?

    ---

    Es wäre nett, wenn man genauer spezifizieren könnte, welche Temporären Dateien auf einer RAM-Disk liegen sollten.
    Vor allem: Was helfen einem Log-Files, wenn sie beim Crash, der geloggt wird, dann nicht mehr auslesbar sind, da sie durch den Systemneustart gelöscht werden?

    Browser-Cache auf RAM-Disk ist auch denkbar dämlich, da der Cache dann nach jedem Neustart leer ist.
    OK, also ich habe zur Zeit noch eine 200MBit Leitung... demnächst vielleicht 400 - bei mir dürfte das relativ egal sein. Aber trotzdem ist jeder lokale Zugriff schneller, als der erneute Transfer von irgendwelchen lahmen Internetservern.

    Eine RAM-Disk für die Swap-Datei ist allerdings der Größte Unfug, den man betreiben kann:
    - Weniger verfügbarer RAM bedeutet im allgemeinen auch, dass mehr geswapt werden muss.
    - Wenn Windows Swapt, dann werden Daten vom RAM in die Swap-Datei kopiert -- also vom RAM in das RAM. Weder RAM noch Swap sind dann aber wirklich groß:
    -- Ab 32 GB (besser 64 GB) RAM könnte ich mir einigermaßen vorstellen, dass man soviel RAM im Rechner hat, dass man eine sinnvolle Menge für eine Ramdisk abzwacken kann, ohne dass der Rechner aus dem letzten Loch pfeift.
    Wenn man schon nur 12 oder 16 GB RAM hat, davon auch noch eine brauchbare Menge abzwackt, dann bleibt ja nichts mehr übrig...

    Wie schon gesagt wurde: Im Temp-Ordner landen ganz schnell mehrere GB an Daten.
    Windows geht prinzipiell davon aus, dass eine Swap-Datei genutzt werden kann, die grob die 1,5-fache Größe des Hauptspeichers hat. Wenn dies NICHT möglich ist, aber versucht wird ein Systemabbild (dump) zu schreiben, dann übergeht Windows die manuellen Einstellungen und legt kurzerhand wieder eine Swap-Datei an. Dann halt temporär.

    Daher ist es auch wenig hilfreich, wenn man die Swap meint abschalten zu können: Es bringt keinen Vorteil. Es gibt sogar Software, die bei einer Swap-File-Größe von 0 mit wirren Fehlermeldungen abstürzt.
    Das Speichermanagement ist dafür einfach nicht gedacht.


    Idealer Weise sollte das Speichermanagement vom OS möglichst viele Daten im RAM behalten. Prinzipiell funktioniert es so auch unter Linux.
    Als Microsoft das bei Vista einführte und die User sahen, dass GB-Weise Speicher "belegt" war, gab es einen Aufstand der Unwissenden.
    Windows hat Speicher freigegeben, sobald er benötigt wurde, aber soviel wie möglich im Speicher behalten: Alles, was schon da ist, kann man bei Bedarf nutzen. Und das sehr schnell und ohne weitere Kopiervorgänge.
    Das ist leider an den Usern bzw der Anzeige der Speichernutzung gescheitert. Man hätte eben "maximal nutzbaren" Speicher anzeigen sollen anstelle von "frei (und unbenutzt)".

    Zum Stromverbrauch:
    Eine SSD wandelt sehr wenig Energie in Wärme um. 0,3 bis knapp unter 3 Watt bei den Samsung 840 und 850er Modellen.

    Ein RAM-Riegel (kein ECC-REG, sondern Desktop-klüngel ohne ECC. Unbuffered) verbrät aber auch gerne 2 bis 3 Watt. Je nach Taktrate, Bestückung, Strukturgröße, usw kann das schwanken.
    (Schnell irgendeinen Beleg ergooglet: http://www.computerbase.de/2007-06/test-asus-p5k3-deluxe/2/#abschnitt_ddr3)

    Wieviel verbrauchen SSDs nochmal?
    Dann möge man mir erklären, wieso "viel RAM" in irgendeiner Form den Stromverbrauch senken sollte im Vergleich zu SSDs!
    Vor allem: Um die gleiche Kapazität zu erhalten, ist eine beachtliche Menge an RAM nötig!

    Da könnte man sich auch fragen, ob es nicht die bessere Alternative wäre, eine ZWEITE SSD, NVMe, versteht sich, anzuschaffen, die dann für Temp und Swap bereitsteht.
    Bevor man eine sonst ungenutzte SSD damit kaputt schreibt, dürften Jahrzehnte vergehen.


    Es gibt sehr wenige Fälle, bei denen ich mir eine Ramdisk schönsaufen - äh - schönreden könnte.
    Extreme Log-Files, die ständig aktualisiert werden, aber letztendlich nicht sooo kritisch sind und vielleicht Stündlich einmal weggesichert werden. Wenn man so 100000 Schreibzugriffe pro Stunde verhindert, mag es sinnvoll sein.
    Das Auffangen von großen Mengen an Messdaten in kürzester Zeit (obwohl: Wäre das nicht besser direkt im RAM und würde von dort dann auf Platten oder SSDs geschrieben?)
    Also selbst bei Extrembeispielen wird es knapp. Man muss schon vor gewisse unveränderliche Bedingungen gestellt werden, die sehr speziell sind, damit sich der Einsatz einer Ramdisk wirklich lohnt.

    Im Desktopbereich: Besser nicht.
    Wer paranoid ist und deswegen trotz möglicher Nebenwirkungen Temp- und Cache-Ordner löschen lassen möchte: Gut. Aber er sollte sich überlegen den Speicher vor dem Herunterfahren besser noch ein paar mal mit random-Werten überschreiben zu lassen. Sonst könnte man vielleicht noch die letzten Speicherzustände mit Spezialequipment auslesen! Die NSA kommt bestimmt zu einem nach Hause und möchte die letzten Foren-Postings rekonstruieren...
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  • Headyman
    Ein schönes Einsatzgebiet im Arbeitsumfeld hatte ich mal in einer Win7 VM auf ner ESXi mit "lahmen" Plattenarrays, da mussten wir Traces mit mehreren 100MB/s abziehen.
    Die Plattenarrays haben das nicht geschafft (wir waren auch nicht allein auf der ESXi...).
    RAMDISK in die VM mit 14GB rein, und schon lief's wie Butter.

    Ist halt sehr speziell...
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  • Bodo
    Um mal meinen persönlichen Nutzungsweg zu skizzieren: Jegliche Downloads per Jdownloader landen erstmal in der RAM-Disk und werden dann nach Abschluss von dort auf die SSD entpackt. Das halbiert locker die Last auf der SSD.
    Außerdem nutze ich die RAM-Disk für Konvertierungsoptionen (z.B. MP3).
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