Intel: 10-Nanometer-Chips kommen noch in diesem Jahr

Intel galt einst (und gilt immer noch) als der Branchenprimus schlechthin - doch die vergangenen Jahre haben gleich an mehreren Stellen Risse in diesem Bild entstehen lassen.

Dies begann zum einen mit den Mobilchips: Bei Smartphones hatte der Hersteller den Anschluss gänzlich verloren und die Entwicklung eingestellt - nicht zuletzt, weil den SoCs ein LTE-Modem fehlte und die Integration letztlich zu viel Entwicklungszeit in Anspruch genommen hätte.

Doch auch als Fertiger ist der einstige Ruf etwas verblasst: Intel war einst federführend bei der Einführung neuer Strukturbreiten, doch spätestens das Debakel um die Einführung der 14-Nanometer-Chips kostete den Hersteller den entscheidenden Vorsprung.

Bei den Auftragsfertigern Samsung und TSMC begannen bereits die Vorbereitung der Fertigung von 10-Nanometer-Prozessoren - und Intel hing hinterher. Nun verkündete Intel jedoch, dass der eigene 10-Nanometer-Fertigungsprozess im Laufe dieses Jahres eingeführt werden wird - und dabei soll es zu weniger Schwierigkeiten kommen als bei der Konkurrenz.

Immer wieder kursieren Gerüchte, die eine schlechte Ausbeute bei der Produktion der entsprechenden SoCs bei den beiden genannten Auftragsfertigern andeuten. Intel dagegen verspricht eines der günstigsten Herstellungsverfahren, das deutlich niedrigere Fertigungskosten als bei den Vorgängern mit sich bringen soll. Details wurden jedoch nicht verlautbart. Es wurde lediglich angedeutet, dass zwar die Kosten zur Fertigung eines Wafers bei 10-Nanometer-Chips teurer sein soll als bei den 14-Nanometer-Pendants, die Kosten pro Transistor allerdings niedriger ausfallen sollen.

Zudem kündigen die Amerikaner an, dass der Prozess während der kommenden Jahre weiter optimiert werden soll, sodass die Intel-Fertigung für zusätzliche Auftraggeber interessanter werden soll. Mit 10nm+ und 10nm++ soll es zwei Updates geben; danach soll die Einführung von 7-Nanomter-Chips eingeläutet werden. Allem Anschein nach buhlt der Hersteller um zukünftige Verträge von anderen (ARM-)Chip-Entwicklern. Der 10-nm-Prozess soll zwar zuerst für eigene Chips genutzt werden, erste Auftragsarbeiten könnten jedoch noch in diesem Jahr folgen.

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