Andy Grove - erster Angestellter und langjähriger CEO von Intel - ist gestorben

Andy GroveAndy Grove

Irgendwie war er einer der Gründer der weltgrößten Prozessorschmiede – obwohl er vom ersten Tag an "nur" ein Angestellter von Robert Noyce und Gordon Moore (letzterer formulierte 1965 das nach ihm benannte Gesetz der Prozessortechnik) war, die 1968 den Speicherhersteller Moore-Noyce Electronics gründeten.

Unter Andy Grove wandelte sich die kleine Speicherschmiede zu einer weltbekannten Marke. 1979 wurde er zum Präsidenten von Intel ernannt und übernahm 1987 auch den Posten als CEO. 1997 rückte er in den Aufsichtsrat und blieb bis ins Jahre 2005 dessen Vorsitzender.

"Andy machte immer wieder das Unmögliche möglich und inspirierte damit Generationen von Technikern, Firmengründern und führenden Persönlichkeiten in der Wirtschaft", so der heutige CEO Brian Krzanich. "Er verband den analytischen Geist eines Wissenschaftlers mit der Fähigkeit, andere in intensiven Konversationen zu motivieren, was Intels Erfolg im Zeitalter des aufstrebenden PC, des Internets und Silicon Valley begründete."

"Only the paranoid survive" ist eines seiner Bücher, "Mir ist Apple sch***egal" ein überliefertes Zitat des geborenen Ungarn, der wohl auch von Steve Jobs als Ratgeber gefragt war, als dieser vor seiner zweiten Amtszeit bei Apple stand. Groves Bücher und Artikel waren vielbeachtet.

Denn sie unterstrichen seinen Ruf: Er gilt als einer der wenigen, die es geschafft haben, das Kerngeschäft einer Firma komplett umzukrempeln und damit dem Unternehmen noch mehr Erfolg zu bescheren. Denn Intel wurde erst mit Prozessoren wirklich groß – 386, 486 und Pentium wurden unter seiner Führung als CEO zu weltweit bekannten Marken der Wintel-Welt.

Venture Capitalist Marc Andreesen, Tim Cook von Apple und viele andere reagierten umgehend auf den Tod von Andy Grove, der als Andras Grof 1936 in Ungarn als Sohn jüdischer Kaufleute geboren wurde.

Als Überlebender der Nazi-Diktatur und der Wirren des Ungarn-Aufstands 1956 unter den Sowjets wanderte er im gleichen Jahr in die USA aus und machte 1963 einen Abschluss an der University of California in Berkeley. 1968 wurde dann der Intel-Vorläufer gegründet – der Rest ist Geschichte.

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