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Fazit: Intel P35 beste Plattform - DDR3-Speicher bringt nichts

Intel P35-Chipsatz im Test: DDR3 enttäuscht
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Nach diesem umfangreichen Testparcours steht fest: Intels neuer P35-Chipsatz ist für sämtliche Sockel-775-Prozessoren die beste Wahl. Dazu zählen sämtliche Core-2-Prozessoren - derzeit noch mit 65 nm und künftig mit 45 nm (Penryn) - und die älteren Stromfresser Pentium 4/D. Gerade in punkto Leistung, was die USB-, SATA- und RAID-Schnittstellen anbelangt, liegt er gegenüber den alten Bausteinen 965P/975X und den Konkurrenzprodukten von ATI und Nvidia in Führung. Warum die Anzahl der SATA-Schnittstellen jedoch auf sechs Stück begrenzt bleibt, ist den THG-Testern ein Rätsel. Dafür gibt es unsinnigerweise 12 USB-Anschlüsse und 6 PCIex1-Slots. Auch für die Freunde des ewigen Übertaktens gibt es eine Nachricht: Das Overclocking-Potenzial ist identisch mit dem des alten P965-Chipsatzes. In unserem Test konnten wir mit dem Motherboard MSI P35 Platinum (1.0 Beta-Muster) einen FSB-Takt von 475 MHz (1900QDR) erzielen. Doch das ist erst die eine Seite der Medaille.

Der DDR3-Speicher bringt mit den aktuellen Timings für den Core 2 Prozessor keinerlei Mehrleistung. Es wird noch lange dauern, bis der Speicher im Zusammenspiel mit der Conroe-Mikroarchitektur spürbar schneller ist als DDR2-Module. So negativ es klingt, doch die Laborergebnisse belegen: Das Übertaktungspotenzial der ersten DDR3-Muster ist enttäuschend. Allein durch die hohen Latenzzeiten kann kein Geschwindigkeitsvorteil erzielt werden. Die Verfügbarkeit der Module ist gegenüber der Einführung von DDR2-Speicher vor zwei Jahren praktisch nicht gegeben. AMD wird erst ein Jahr später mit einer DDR3-Plattform und Sockel AM3 in den Markt kommen. Aufgrund der aktuellen Performance-Situation ist das in unseren Augen eine gute Entscheidung.

Intel führt die DDR3-Technologie viel zu früh in den Markt ein und der Anwender hat somit keine Vorteile. Ein Umstieg auf DDR3 lohnt sich in diesem Jahr nicht mehr - weder vom Preis her, noch von der Performance. In wenigen Monaten stellt Intel den neuen Highend-Chipsatz X38 vor. Dieser ist ebenfalls für den 45 nm-Penryn vorgesehen und bietet DDR3-Speichersupport. Er wird über zwei PCI-Express 2.0-Steckplätze verfügen.

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  • tatwanasi , 21. Mai 2007 08:36
    Zitat :
    Es wird noch lange dauern, bis der Speicher im Zusammenspiel mit der Conroe-Mikroarchitektur spürbar schneller ist als DDR2-Module.


    Ich denke eher das wird nie passieren, egal welchen Speicher man einsetzt. Intel hat auf der IDF nicht umsonst CPUs mit 8 und 12MB Cache gezeigt. Sie werden wohl ausprobiert haben wie der Conroe mit schnellerem Takt, FSB und Speicher skaliert und daraus ihre Schlüsse gezogen haben. Wenn es absehbar gewesen wäre, dass man mit schnellerem Speicher das System beschleunigen kann hätte man den Mehrcache nicht gebraucht. Zumal ich echt gespannt bin ob die Ausbeute bei der Chipherstellung dann noch profitabel ist.

    Grüße

    p.s. Der Text hier oben im Artikel stimmt noch net
  • Daniel , 21. Mai 2007 08:46
    Zitat :
    p.s. Der Text hier oben im Artikel stimmt noch net

    Danke, wurde geändert.
  • Merder , 21. Mai 2007 15:36
    Den Artikel habe ich jetzt nicht gelesen, aber etwas sticht mir sehr ins Auge: Es heißt "Totgeburt", nicht "Todgeburt".

    Sackzement, jetzt wo ihr für was weiß ich wie viele Millionen Euro gekauft wurdet, könntet ihr doch mal einen Lektor einstellen, oder?

    MfG,
    Merder
  • Felux , 21. Mai 2007 21:46
    Zitat :
    Erinnern wir uns an den Artikel Die Pins sind ab: Pentium 4 Prescott für den Sockel 775 vor fast zwei Jahren. Hier wurde der Käufer quasi gezwungen, auf die neue Speichertechnologie umzusteigen, wenn er den neuen Prozessor einsetzen wollte


    negativ :wink: der 915P chipsatz kann auch DDR1 (leider, in meinem damals noch mediablöd OEM war tatächlich sowas verbaut)

    ansonsten sind chipsätze eh mehr glaubenskrieg heutzutage. und DDR3 wird kommen, ob wir wollen oder nicht :lol: 
  • Spitznasenhopf , 22. Mai 2007 00:38
    Zitat :
    Erinnern wir uns an den Artikel Die Pins sind ab: Pentium 4 Prescott für den Sockel 775 vor fast zwei Jahren. Hier wurde der Käufer quasi gezwungen, auf die neue Speichertechnologie umzusteigen, wenn er den neuen Prozessor einsetzen wollte


    Nö, auch ich widerspreche. Es gab ein Asus-Board mit DDR1-RAM und 865er Chipsatz. Welches bei einigen Leuten auch reißenden Absatz fand.

    Ansonsten wird DDR3 irgendwann noch seinen Sinn und Zweck haben.
    Die höheren Latenzen haben auch schon DDR2 ausgebremst.
    Ich denke auch, daß die Hersteller an einer Senkung der Latenzen arbeiten sollten, statt den Takt in die Höhe zu treiben und damit eben die Latenzen.

    Ansonsten wird im Artikel erwähnt, daß der Speichercontroller bei Intel immer noch auf dem Mainboard ist. Und das soll auch so bleiben!
    Ich erinnere nur an AMDs Probleme der ersten Sockel 939 CPUs mit voller Bestückung der RAM-Slots. Stichwort Command Rate. Dieser Wert ist mir bei Intel noch nie untergekommen.

    ----edit by mod ----
  • Techniker Freak , 26. Mai 2007 12:53
    An das Problem erinnere ich mich gut, aber es lang damals zum Teil auch an den Speicher Herstellern, MDT hatte damals als einzigster mir bekannter Hersteller keine Probleme damit.