Intel streicht 4-GHz-Pentium 4

Intel hat am Donnerstag überraschend mitgeteilt, den mit vier GHz getakteten Pentium 4-Prozessors zu streichen. Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Dual- und Multicore-Prozessoren konzentrieren, sagt Firmensprecher Chuck Mulloy der Nachrichtenagentur Reuters. Multicore-Chips sollen im Laufe des kommenden Jahres für Server, Desktop-PC und Notebooks erhältlich sein.

Zusätzlich zur neuen Strategie hätte es beim 4-GHz-Pentium 4 Produktionsprobleme gegeben, so Mulloy. Ohne größeren technischen Aufwand sei eine Produktion in Stückzahlen nicht möglich gewesen, so Mulloy. Deshalb haben man sich entschieden, zur Verfügung stehende Kapazitäten den Multicore-Produkten zur Verfügung zu stellen. Die Taktfrequenz der aktuellen Pentium 4-Generation bleibt damit bei maximal 3,8 GHz. Ursprünglich war der 4-GHz-Prozessor für Jahresende angekündigt. Im vergangenen Juli teilte das Unternehmen mit, dass dieser Termin möglicherweise nicht eingehalten werde können.

Moore's Law dürfte von der Entschiedung nicht beeinträchtigt sein. Demnach wird sich wohl auch weiterhin die Transistordichte in Prozessoren alle 18 bis 24 Monate verdoppeln.

Der Schritt zu den Dual- und Multicores wird als wichtiger Strategiewechsel gesehen, um die Leistungsfähigkeit der Chips weiter anzuheben, ohne dabei die Kontrolle über Stromverbrauch und Hitzeentwicklung zu verlieren. Nach Aussagen von Intel und AMD konsumieren die Dual-Core-Chips kaum mehr Strom und werden kaum wärmer als Prozessoren mit nur einem Kern.

Intels Technologie-Chef Pat Gelsinger erwähnte erstmals im Februar 2001 die Notwendigkeit, bei Prozessor-Architekturen umdenken zu müssen: "Wir müssen die Prozessoren effizienter nutzen, um zu vermeiden, unseren Kunden irgendwann kleine Kernkraftwerke zu liefern."

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