Interview mit Apple-Gründer Wozniak

Die Firma Apple Computer, die seit Anfang Januar 2007 nur noch unter dem Namen Apple firmiert, wurde 1976 von Steve Wozniak und Steve Jobs gegründet. Die beiden waren eine zeitlang ein gutes Gespann - Wozniak der Entwickler, Tüftler und Programmierer, Jobs der Visionär und Marketing-Profi. Ab 1985 gingen sie getrennte Wege. Steve Jobs brachte die Firma Apple an die Weltspitze und sorgt alljährlich für Aufsehen in der Fangemeinde. Ob MP3-Player (iPod), hochauflösendes HD-Display (Cinema), schlankes Notebook (MacBook) mit Leichtmetallgehäuse und Intel-Technik oder multifunktionales Telefon iPhone, Apple schafft es seit drei Jahren im Rampenlicht zu stehen und als besonders hipp zu gelten. Dagegen führt der Techniker Wozniak ein eher abgeschiedenes Leben. THG traf sich mit dem Apple-Gründer in Monte Carlo zu einem kurzen Interview.

Apple-Gründer Steve Wozniak im Gespräch mit THG in Monte Carlo.

Alternative 1:


Alternative 2:

THG: Herr Wozniak, sie haben wie kaum ein anderer in der Branche das Motto "thinking different" geprägt und auch gelebt. Gilt das auch noch für heute?

Wozniak: Ich wollte immer anders sein als die anderen, wobei sich das auf die Herangehensweise bezieht. Selbstverständlich gilt dieses Motto nach wie vor, doch ich würde es nicht so in den Vordergrund stellen. Durch "thinking different" sind eine Menge Produkte entstanden.

THG: Apples neuestes Produkt, das Telefon iPhone, ist in aller Munde und sorgt für Schlagzeilen. Ist es nur ein weiterer Marketing-Schachzug ihres Ex-Partners Steve Jobs oder hat das Produkt weitere Tragweite?

Wozniak: Ganz und gar nicht. Das iPhone ist etwas ganz besonderes. Ein Gerät mit hoher Funktionalität und vor allem einem bis heute nicht gekannten Bedienkomfort. Dieses kleine Telefon wird sehr viel am Markt verändern.

THG: Zwischen Ihnen und Herrn Jobs war ja eine ganze Weile lang Funkstille. Sie waren zwar noch bei Apple angestellt, doch hatten sie keine so wichtige Position wie ihr Ex-Partner Jobs. Da gab es wohl Konflikte.

Wozniak: Nein, im Gegenteil. Heute verstehen wir uns sehr gut. Da gibt es regelmäßige Treffen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so, doch wir hatten zu Beginn der Apple-Ära sehr gute Zeiten. Wir haben die PC-Welt revolutioniert, obwohl wir das damals gar nicht so bemerkten. Heute bin ich entspannt.

THG: Dennoch unterscheiden sie sich stark von Herrn Jobs.

Wozniak: Ja natürlich, ich sehe mich immer noch als Techniker und Vorausdenker, das wird auch nie anders sein. Jobs hat sehr viele Talente und das Gefühl für massentaugliche Produkte.

THG: Wenn Sie ihr Entwickler-Dasein kurz Revue passieren, was war ihrer Meinung nach die schwerste Entwicklung bezogen auf ein Produkt, eine Entwicklung auf die sie besonders stolz sind?

Wozniak: Oh, da fällt mir ganz klar das Diskettenlaufwerk (Disk II) ein. Das war sehr viel Arbeit und kostete mich eine Menge Zeit. Aber es hat auch Spaß gemacht. Schließlich hatten die meisten Leute zu dieser Zeit - wir sprechen hier vom Jahre 1978 - noch ein langsames Cassettenlaufwerk (Datasette) zur Datenspeicherung. Das Diskettenlaufwerk (Disk II) bedeutete einen enormen Geschwindigkeitszuwachs, zumal es vergleichsweise billig war. (Kosten 500 Dollar)


Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
1 Kommentar
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Spitznasenhopf
    Wow, ganze 1,5 Seiten - dafür extra nach Monte Carlo? :lol:
    0