ioXtreme-SSDs sind SATA/600-Performance einen Schritt voraus

Fusion-IO hatte Flash-SSDs für das Enterprise-Segment schon früher im Angebot. Nun bringt das Unternehmen PCI Express Flash-Produkte für Enthusiasten zu einem ansprechenderen Preis auf den Markt. Wir testen das ioXtreme und das ioXtreme Pro.

Anfang 2009 haben wir das ioDrive von Fusion-IO getestet: Das Laufwerk wird in einen PCI Express-Slot gesteckt und bietet mit einer Speicherkapazität von 80, 160 und 320 GB eine bemerkenswerte Performance. Leider ist das ioDrive jenseits der 1000 Euro noch immer recht teuer. Allerdings hat Fusion-IO jetzt etwas Neues für Enthusiasten im Angebot, ohne dabei in Sachen Performance zu weit zurückzufallen. Das ioXtreme ist derzeit zwar noch auf eine Kapazität von 80 GB beschränkt, allerdings können Sie in der Pro-Version mehrere ioXtreme-Laufwerke miteinander verbinden. Bei Amazon.com gibt es die Basisversion mit 80 GB für $895.

Flash-SSD – Zur Entwicklung

Die Entwicklung von Flash-SSDs vollzog sich mit großen Schritten. Obwohl die ersten Laufwerks-Generationen in den meisten Lesevorgängen bereits schneller waren als herkömmliche Festplatten, blieb die Schreib-Performance weiterhin langsam. Zahlreiche Produkte sind den Erwartungen hinsichtlich der Leistungseffizienz nicht gerecht geworden. Es stimmt auch, dass zahlreiche SSDs sogar mehr Leistung aufnehmen als herkömmliche Festplatten (lesen Sie hierzu auch unseren Update-Artikel). Weitere Meilensteine wie das X25-M von Intel und das PB22-J von Samsung sowie zahlreiche andere Laufwerke auf Basis von Indlinix-Controllern – alle nutzen Cache und Command Queuing – haben SSD-Speicher durch höhere und konstantere Performance neu definiert.

Wir haben bereits im April eine Workload-Analyse durchgeführt, wobei auch unser jüngster Flash-SSD-Roundup beweist, dass es mittlerweile eine Vielfalt an schnellen und effizienten Produkten gibt. Die jüngste Produktgeneration wie auch Windows 7 unterstützen die sogenannte TRIM-Funktion. Diese Funktion ist zwar nicht zwingend erforderlich, dafür allerdings höchst empfehlenswert, wenn Sie die Performance Ihres SSDs maximieren wollen. Durch diese Funktion erkennt eine SSD gelöschte Blöcke und reduziert die Notwendigkeit lästiger Schreibprozesse, wenn lediglich kleine Datenmengen verändert werden müssen. SSDs müssen Lese-, Lösch- sowie Veränderungs- und Schreibvorgänge immer vollständig ausführen. Das ganze muss zudem immer in großen Mengen ausgeführt werden, obwohl ein Schreibvorgang unter Umständen lediglich 4 KB umfasst. Immer mehr SSDs bieten zur Aktivierung dieser Funktion entsprechende Firmware-Updates.

Professionelle SSDs sind nicht alle gleich

Entgegen unserer kurzen Zusammenfassung des Flash-SSD-Marktes für Verbraucher Bietet sich bei professionellen Produkten ein ganz anderes Bild. An dieser Stelle dürfen wir nicht vergessen auf den Unterschied zwischen MLC- und SLC-Flash hinzuweisen. MLC ist die Abkürzung für Multi-Level-Cell, SLC steht für Single-Level-Cell. Während SLC ein Bit pro Flash-Zelle speichert, sind das je nach Technologie bei MLC mehrere Bits. Diese Speicherform bietet eine höhere Speicherdichte und damit niedrigere Kosten, sie benötigt allerdings auch bedeutend mehr Zeit für Schreibvorgänge. Infolgedessen basieren Enterprise-SSDs normalerweise auf SLC-Flash, während alle Verbraucher-SSDs, auf die wir weiter unten zu sprechen kommen, den etwas preiswerteren MLC-Flash verwenden. SLC-Produkte wie das Intel X25-E zeigen geringe Latenzen und konstante, hohe Scheib-Performance. MLC-Geräte liegen bei Schreibvorgängen hingegen etwas zurück. Zusätzlich zu den bekannten Schlüsselfiguren gibt es einige Unternehmen für High-End Enterprise- und Industrie-SSDs. Allerdings ist dieser Markt für uns heute weniger interessant – dieses Segment ist zu spezifisch und teuer.

Fusion-IO hat sein ioDrive für Enterprise-Anwendungen im Angebot. Allerdings sieht das Unternehmen eine Nachfrage nach Enthusiasten-SSDs für PCs und digitale Medien bzw. Workstations zur Erstellung bestimmter Inhalte. Deshalb hat man sich auf seine bewährte Technologie besonnen, die unter anderem auch in den MySpace-Servern verwendet wird, und hat damit Einstiegsprodukte auf Grundlage von MLC-Flash-Speicher entwickelt. Ein derartiges Basisprodukt wird künftigen SATA/600-Laufwerken in Sachen Schnelligkeit auch weiterhin voraus sein. Werfen wir einen Blick auf die Details.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
21 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Peppito82
    Das ist nichts halbes und nichts ganzes.
    Im Bereich der kleinen Preise von 1000$ lohnt sich wahrscheinlich OCZ mehr und wenn man mehr Speicher und Leistung braucht kauft man sich eine Supertalent.

    Fazit im "Niedrigpreissegment" zu klein.
    Im hochpreisigen Segment zu lahm.

    Vielleicht mal die PCI-E Platten der verschiedenen Hersteller gegeneinander antreten lassen, sodass man sieht welche Platte für Welche Anwendung am besten ist. Kosten zu Größe zu Performance
    1
  • holgiheftig
    Weshalb sind die Teile nicht wenigstens Bootfähig?
    0
  • a97584
    holgiheftigWeshalb sind die Teile nicht wenigstens Bootfähig?


    wahrscheinlich weil der treiber die meiste arbeit erledigen muss... und weil sich das gerät ohne treiber scheinbar nicht als storage device beim system meldet - also kann man auch nicht davon booten.
    0
  • holgiheftig
    Aber das kann doch jeder P/S-ATA PCI-Controller für 10 EUR.
    0
  • tux-job
    Besitzte einen ARC-1220-RAID-Controller (PCIe 8x/256MB Cache).

    Würde man mit diesem in Verbindung mit 4 x 60GB OCZ Vertex ein RAID5 bauen, so wäre dieses mit ca. 1200€ Gesamtkosten zwar um 200€ teurer, aber man hätte 180GB netto, die bootbar sind, redundant und genauso performant.

    MfG, Tux-Job

    [Für Fehler und Schrift haftet der Stift ;)]
    1
  • jokerman
    650€ für 80GB bzw 50GB, MLC-Flash wohlgemerkt, und dann soll noch mein Ram als Cash herhalten weil die Platte keinen eigenen hat und mein Prozessor wird natürlich noch zur Verwaltung eingespannt. Na danke! Wenn schon in diesem €/GB Preissegment angekommen, dann doch lieber 2 Intel SLC SSD´s à 32GB im Raidbetrieb o.Ä., dann stimmt auf einmal auch die Schreibperformance.

    Wie sieht es eigentlich mit Trim und GC aus? Muss die Platte zum "Reinigen" etwa Lowlevelformatiert werden?

    Ich weis auch nicht ob es eine so gute Idee ist, die Platte als "Ramersatz" einzusetzen, denn echter Ram spricht nochmal um das 800 bis 1000fache schneller an als Flashspeicher. Dann doch lieber 16GB echten Ram, und was darüber geht lagere ich dann auf den Intel Raid aus.

    Bleibt als einzigster Vorteil die ca 20% schnellere Zugriffszeit. Ob´s die wert sind?
    0
  • RSchulz
    Ganz ehrlich... Ich weis nicht, welche Zielgruppe diese Datenträger ansprechen sollen. Für Server irrelevant, da es zu wenig Speicher für das Geld gibt und im Bereich von SAS ähnliche IO Performance wenn nicht sogar bessere erreicht wird. Der Privatanwender kann sich für das Geld etwas besseres basteln bzw. gar nicht erst leisten. Ich glaube auch, dass das die Hersteller wissen. Ich denke, dass diese Speicher nur in sehr kleiner Stückzahl gebaut werden und eher als Vorzeigeobjekt dienen. Ich muss allerdings auch sagen, dass ein Bekannter ein OCZ Z-Drive in seiner Workstation hat. Daher ist es zuumindestens nicht unmöglich ein solches Laufwerk zu bekommen. In meinen Augen macht ein solcher Datenträger auch nur bei sehr Ladeintensiven Anwendungen sinn. Dennoch bleibt es bei den Preisen eigentlich ein teures Spielzeug und wenn ich das was ich so in "meinem" CAD-Forum lese auswerte, dann würde ich sagen, dass die Konstrukteure schon froh sind, wenn das Budget für eine vernünftige CPU,RAM,Graka-Kombination ausreichen würde, da viele Firmen nicht mal mehr für eine vernünftige Workstation mehr als 2000€ Budget einplanen. Mit so einer SSD und vernünftiger HighEnd-Hardware kommt man schnell über 10000€.
    -1
  • hrahn
    bei der gezeigten Performance bleib ich momentan doch lieber bei echten HDs. Ein Array aus SAS-Platten an einem gescheiten PCIe 8x-Controller ist inzwischen unter 1000 Euro machbar und bewegt sich leistungsmässig als Raid0 in diesen Regionen - alternativ kann man diese zwecks Datensicherheit anders konfigurieren und hat dennoch wesentlich mehr Speicherplatz zur Verfügung, hat das Ganze bootfähig usw... und das Ram bleibt vom Treiber auch größtenteils unangetastet.

    Es ist doch Schwachsinn so eine Karte zu nutzen um die Auslagerungsdatei auf sie zu legen, die aber ohne den Treiber der Karte nie so groß geworden wäre, als dass die Performance unter ihrer Anwesenheit wirklich gelitten hätte.
    -2
  • hrahn
    bei der gezeigten Performance bleib ich momentan doch lieber bei echten HDs. Ein Array aus SAS-Platten an einem gescheiten PCIe 8x-Controller ist inzwischen unter 1000 Euro machbar und bewegt sich leistungsmässig als Raid0 in diesen Regionen - alternativ kann man diese zwecks Datensicherheit anders konfigurieren und hat dennoch wesentlich mehr Speicherplatz zur Verfügung, hat das Ganze bootfähig usw... und das Ram bleibt vom Treiber auch größtenteils unangetastet.

    Es ist doch Schwachsinn so eine Karte zu nutzen um die Auslagerungsdatei auf sie zu legen, die aber ohne den Treiber der Karte nie so groß geworden wäre, als dass die Performance unter ihrer Anwesenheit wirklich gelitten hätte.
    1
  • jokerman
    Ein 900$ USB Stick für den PCI Bus.
    0
  • derGhostrider
    Wer meint, daß Festplatten, und damit meine ich auch gezielt SAS-II 15k Laufwerke, in irgendeiner Konfiguration in einer Workstation an die IO-Leistung schneller SSDs herankämen, der hat schlichtweg einfach keine Ahnung, wovon er redet.
    SAS-HDDs haben eine Zugriffszeit von MINDESTENS 3,4ms + x, das ganze wird irgendwo bei 5 bis 6ms rumdümpeln.
    Eine flotte SSD liegt bei UNTER 0,1ms. Da liegt ein Faktor >60 zwischen!

    Im Desktop-Betrieb (Eine Workstation ist nunmal kein Server, auf dem 100 User gleichzeitig zugreifen), hat man üblicher Weise eine IO-Queue-depth von rund 1,x. Mit anderen Worten: nichtmal 2 IOs im Schnitt, die gleichzeitig ausgeführt werden sollen.
    Selbst das größte erstellbare RAID-10 mit den schnellsten HDDs UND Short-Stroking kann da nichts reißen. Wie sollte es auch, wenn maximal, und das schon nach oben abgeschätzt, nur 2 IOs verteilt werden können? Das kann man mit einem einfachen RAID-1 meistens bereits abfangen.

    Die Sequentielle Transferrate ist für ein Anwendungs- und OS-Laufwerk hingegen relativ egal, da die Zugriffszeiten von Festplatten die Transferzeit der einzelnen kleinen Dateien bei weitem überschreiten.

    => Wer meint, daß ein RAID dagegen ankäme, der hat nicht nachgedacht oder kann nicht rechnen oder hat einfach überhaupt keine Ahnung, was SSDs können und was Festplatten und RAID-Controller alles nicht können.

    Und ja, ich habe einen 8x PCIe Hardware-RAID-Controller. Der ist schnell. "450 MB/s" sind selbst im RAID-6 kein Problem. Ja und? Als OS-Laufwerk wäre das totaler Schwachsinn und deutlich langsamer als selbst eine gewöhnliche Intel X25-M G2 Postville.

    ---------------

    Zum Artikel, Seite 2:
    Zitat:
    Allerdings sollten Sie bedenken, dass ein extrem schnelles Produkt mit 80 GB als Erweiterung Ihres Hauptspeichers dienen kann.

    Nein! Man kann darauf vielleicht swappen, aber SWAP "erweitert" nicht den Hauptspeicher! Es ist nur eine Notlösung!

    Übertriebenes Extrembeispiel, um den Unterschied klar zu machen:
    Der Rechner hätte 512MB RAM und ein moderneres Windows würde gerade noch geladen. Zusätzlich hätte man eine unglaublich schnelle und große SSD. Sagen wir ruhig mal: 1TB mit einer Übertragungsrate von 10GB/s und einer Zugriffszeit von 0,01ms. Toll. Darauf liegt nun eine riesige Auslagerungsdatei.

    Effekt: Man könnte kaum ein Programm verwenden, da im RAM für die Ausführung kein Platz ist.

    Egal wie schnell eine Swap-Partition auch ist, sie "erweitert" nicht den Hauptspeicher, sie dient allein dazu den schlechten Fall, daß etwas ausgelagert werden muß, so weit wie möglich "abzuschwächen".

    Schwächen wir das Beispiel etwas ab und nehmen wir an, daß zumindest immer eine Anwendung geladen werden könnte, die superschnelle Swap-SSD bleibt wie oben gesagt.
    Effekt: Bei jedem Task-Switch fängt das System an zu swappen:
    1. Ist genug RAM vorhanden? Nein.
    2. Kopiere Daten X von der nun nicht mehr aktiven Anwendung aus dem RAM in die Swap, bis genügend RAM vorhanden ist.
    3. Kopiere Daten Y von der neu in den Vordergrund geholten Anwendung aus der Swap ins RAM.

    Das gleiche Spiel geht von vorne los, wenn man wieder zurück swappt.


    Wenn man genügend RAM hat, dann muß GAR NICHTS kopiert werden. Die Daten liegen bereit und können sofort verwendet werden.
    Für 1000 Euro bekommt man schon verdammt viele 4GB DDR3-1333 ECC REG RAMs. 12GB (3x 4GB) haben vor ein paar Monaten noch knapp über 300 Euro gekostet, der Preis ist recht konstant geblieben. Mit anderen Worten könnte man für gute 900 Euro auch 36GB ECHTEN Hauptspeicher kaufen, was dann viel höhere Geschwindigkeitsvorteile bringen würde, als gezielt das System Swappen zu lassen.

    Nein, als "Hauptspeichererweiterung" ist das ungeeignet. Es gibt aber Programme, die gewisse Daten prinzipbedingt auf einer eigenen Swap-Datei speichern. PaintShopPro, etc. Für diese wäre ein schneller Datenträger natürlich hilfreich. Allerdings ist es auch dort keine RAM-Erweiterung.

    ---

    Zitat:
    Denken Sie daran, dass Flash-SSDs nicht defragmentiert werden dürfen.
    Die sollen nicht defragmentiert werden, da es den Zellen unnötig durch den Verschleiß schadet und keine Vorteile bringt. Mit "dürfen" hat das aber nichts zu tun.


    =========

    Beim h2bench bin ich von den IOdrives etwas enttäuscht: Ich hätte keine derartig starken Einbrüche erwartet für die Top-Produkte. Da sollte der Hersteller kräftig nachbessern!

    Im direkten Gegensatz dazu enttäuschen die Intel SSDs etwas beim 4k random write. Kaum wird es anspruchsvoll, verschwinden sie regelrecht. Bedenkt man dabei, daß die Intel X25 noch besser abschneiden als andere SSDs für den Minstream, dann wird deutlich, daß zukünftige SSDs hier noch etwas nachzubessern haben.
    Ja, sie sind bereits deutlich schneller als Festplatten, aber der Einbruch ist überaus deutlich und wird maßgeblich die "gefühlte Geschwindigkeit" des Produktes ausmachen. Es sind i.d.R. nunmal die Schwachstellen, die einem in der Benutzung auffallen, also das "Hakeln" und "Ruckeln", nicht jedoch das, was am besten und schnellsten läuft.
    Jammern auf hohem Niveau, aber es bleibt weiterhin zu hoffen, daß zukünftige SSDs mit neuen Controllern die Probleme weiter in den Griff bekommen.

    ====

    Das Fazit halte ich, trotz meiner obigen Anmerkungen, für durchaus gelungen. Dort wird es in das rechte Licht gerückt: Wenn man schon alles andere hat, was die Leistung nach oben treibt, also viel RAM, eine flotte CPU und eine SSD, dann ist, wenn man denn das Geld oder den Bedarf dafür hat, ein IODrive eine nette Erweiterung.

    Allerdings würde ich in einem solchen Fall doch auch genau prüfen, ob es dann wirklich solch ein kleines Laufwerk, wie im Fazit empfohlen wurde, sein sollte, oder nicht doch lieber das große IOdrive, eventuell sogar schon die, laut Datenblatt, fast doppelt so schnelle Folgeversion: "IOdrive2".

    Abschließend nochmal die Ermahnung an die Vorposter: Keine Festplatte und auch kein RAID aus Festplatten kann einer flinken SSD in einer Workstation das Wasser reichen.

    Und bereits vor vielen Jahren hatten wir z.B. einen Server im Unternehmen, der durch eine extreme IO-Last mit auch mal über 10000 IOs in der Queue(!) regelrecht zusammengebrochen ist. Dafür wurde dann eine damalige SSD gekauft für den Servereinsatz: Also ein großer 19" Einschub, der "etwas mehr" gekostet hat.
    Die 15k Platten haben es eben nicht geschafft die IOs schnell genug abzuarbeiten. Für Spezialfälle braucht man auch Speziallösungen. Wo Festplatten nicht mehr reichen, braucht man SSDs oder RAM-Disks.

    Wer das nicht einsieht, sollte sich die Zugriffszeiten und IO-Raten nochmal genau anschauen und mit denen von HDDs vergleichen. Das ist keine Glaubensfrage, die Testergebnisse sind diesbezüglich mehr als eindeutig.
    3
  • aarfy
    Wenn sich schon jemand für soviel Geld 'ne PCIe SSD kauft dann doch eher die OCZ Z-Drive - da bekommt man für die 1000-1400€ ein bootfähiges Laufwerk mit 256 GB mindestens diesen Performance Werten (vermutlich sogar noch besser).

    Somit ist das hier ein total sinnloses Produkt - und geht komplett vorbei an JEDEM (!!) denkbarem Anwendungsfall.

    Das wäre das einzige vertretbare Fazit bei diesem Stück Elektronikmüll.
    0
  • jokerman
    Wo steckt den in diesem Gerät den bitte der Gegenwert?

    In der Entwicklung eines Treibers der sich voll auf die Resourcen des Hostcomputers stützt?
    In den Low Budget MLC-Flash-Bausteinen?
    In der Raidschaltung, wie man sie in jedem schnellerem USB Stick findet?
    In der veraltetten PCIe 1.1 Schnittstelle?

    Technologisch rennt diese Konstruktion doch jeder SSD mit Cash und Trim Verwaltung um 1 1/2 Jahre hinterher, und kostet dabei das 4 bis 5 fache. Ich find das ganz schön dreist. Wer parallel geschalteten Flashbausteinen gerne im Benchmark zuschaut, ja, der soll sich das dann kaufen für 900$.
    0
  • zimmi
    @ rschulz

    "Mit so einer SSD und vernünftiger HighEnd-Hardware kommt man schnell über 10000€."

    Nun, mit "vernüftig" hat dies wohl wirklich nichts mehr zu tun. Die gröbst WS welche wir jemals verkauft hatten kostete 4'500 Euro. Natürlich kann man da noch etwas aufrüsten, doch ab ca. 6'000 Euro sehe ich keine relevante Mehrleistung zum Preis. Für 10k hatt man ja auch nicht für 6 bis 7 Jahre Ruhe. Da gebe ich lieber 6'000 für eine gute WS aus und beschaffe mir in 3 Jahre wieder eine neue. Denn eine für 10'000 ist nach 4 Jahren auch fällig.
    0
  • ka0t
    Soll man nicht die Pagefile bei ssds auslagern um wear leveling zu verhindern ?
    Hier wird ja das genaue Gegenteil behauptet.

    Wenn es maximal 50 C° heiß werden darf - in der Nähe des pcie- Grafislots etc. kann man rendern/zocken vergessen, wenn mit Luft gekühlt wird.
    Klar könnte man den Lüfter immer auf 100% rennen lassen- das bei Vollast keine Wärme über das pcb abgestrahlt wird glaube ich auch nicht...

    Meiner Meinung nach ein klarer FAIL

    Lieber ein Array aus SSDs und mehr Echten Ram wie die Vorredner schon vorgeschlagen haben.
    0
  • derGhostrider
    @zimmi:
    Was verstehst Du denn unter einer Workstation?

    http://h10010.www1.hp.com/wwpc/de/de/sm/WF25a/12454-12454-296719-4050865-4050865-3718645.html

    Mit zwei CPUs ab ca 5300 Euro. Das dort aufgelistet "Top-Modell" für 7322 Euro hat nichtmal eine Quadro Graka eingebaut. Steck nur eine FX4800 rein und Du bist rund bei 9000 Euro. Ohne SSD, Ohne IOdrive.
    Stell Dir das ganze mit den flotteren X55xx-Xeons vor, doppelt soviel RAM und zwei Quadros, dann sehen die Preise nochmal ganz anders aus.

    Was auch immer ihr als "Workstation" verkauft habt, das klingt irgendwie nur nach high-end-Desktop, was aber als Workstation verkauft wurde.

    Mir sind Workstations aus vergangenen Tagen bekannt mit RS6000 CPUs, die mal eben zwischen 20k und 40k gekostet haben. Zu Zeiten, als man mit 128MB RAM noch wirklich gut ausgestattet war, habe ich eine IBM RS6000 gesehen, die, für damalige Zeiten, eine unglaubliche Menge an RAM hatte: 4GB.
    Auch die HP-Workstation kann 192GB RAM aufnehmen.

    Im Grunde ist das Topmodell meinem Rechner gar nicht so unähnlich. Mein Board verträgt ebenfalls 192GB RAM, zwei Xeons, etc. Nur daß ich eben auch zwei Quadros drin sitzen haben und pro CPU 24GB RAM und eben einen X5550 Xeon anstelle der E-Reihe.
    Durch das Selbstbauen sind die Preise jedoch vertretbarer.

    @ka0t: In einer Workstation gibt es auch einen anständigen und sauberen Airflow. Hinzu kommt, daß vermutlich anständige Grafikkarten und keine zocker-übertaktungs-Schrottkarten verbaut sind, die glühend heiß werden.

    Es ist total problemlos, daß die umgebende Luft "nur" 50°C warm sein darf. Wenn in einem PC-Gehäuse, also selbst bei einem Desktop, dies der Fall ist, dann hat man einen fürchterlichen Wärmestau.

    Außerdem ist es für "Serverclass"-Hardware durchaus üblich, daß die Geräte in einem vorgeschriebenen Temperaturbereich betrieben werden sollen. 50°C Obergrenze ist da auch nur normal und kann ebenso bei vielen Hardware-RAID-Controllern gefunden werden.

    Das ist ja nicht die Temperatur der Karte oder des Kühlers der Karte, sondern die Temperatur der Luft im Gehäuse.


    @aarfy:
    Woher nimmst Du Deine Erkenntnisse, daß das OCZ-Z-Drive in irgendeiner Form besser wäre?
    OCZ stellt nur massenware für Desktopuser her. Der RAM ist "durchschnittlich", wenn überhaupt, andere Produkte von denen sind auch nicht herausragend. Also, wieso sollte ausgerechnet deren Z-Drive, was noch mehr nach Desktopschrott klingt und vermutlich nicht annähernd die IO-Raten zaubern kann, besser sein?
    Hast Du da mal verlässliche Benchmarkergebnisse, die nicht nur sequentielle Reads und Writes listen, am besten sogar im Vergleich zum IOdrive erstellt wurden?
    Falls nicht, solltest Du mit der Aussage ganz vorsichtig sein, denn schließlich haben wird och alle mehr als genug Negativbeispiele bei gewöhnlichen SSDs gesehen, bei denen hohe Transferraten immer gepaart mit niedrigen IO-Raten daherkamen. (Beispiel: OCZ Summit - oh, was für ein Zufall, der gleiche Hersteller...)
    Was meinst Du wohl, warum die Intel SSD immernoch so gut darsteht, obwohl ihre Transferraten mit vielen anderen SSDs nicht mehr mithalten können? Falls Du nicht drauf kommst: Die durchweg hohen und nicht stark einbrechenden IO-Raten sind der Grund. Intel hat seine Hausaufgaben gemacht. Bei OCZ sehe ich das noch nichteinmal bei den normalen SSDs. Daher unterstelle ich denen nun, daß auch so eine Steckkarte nur für die primitiven Benchmarks toll sein wird, die eben weiterhin nur oder zumindest überwiegend auf sequentielle Werte setzen.

    Schrott für die Massen. Hauptsache jemand gibt große Werte an.
    0
  • derGhostrider
    Zusatz @ka0t:
    Swapfiles auf eine solche "SSD" zu legen hat durchaus einen Mehrwert. Einige Anwendungen unter Windows funktionieren nicht, oder zumindest nicht fehlerfrei, wenn keine Auslagerungsdatei vorhanden ist - das gilt auch, wenn mehr als genügend RAM vorhanden ist!
    Da also bei manchen Programmen absichtlich etwas geswappt wird, möchte man diese Vorgänge natürlich maximal beschleunigen.
    Der Verschleiß ist dasbei etwas, was man einfach hinnimmt.
    Zudem ist es ja auch nicht so, daß eine SSD nach 10 mal beschreiben explodiert. Man muß schon viele TB schreiben oder auch unzählige winzige Schreibzugriffe auf kleine SSDs durchführen, bevor selbst das Wear Levelling nicht mehr ausreicht und sich Schäden zeigen. Wenn man also solch eine SSD auf 40GB für die maximale Geschwindigkeit reduziert, 20GB als Swap verwendet und vielleicht üppige 5GB als Temp-Ordner einplant, dann bleiben immernoch 15GB freier Platz übrig, die zusätzlich zu den Reserven auf der Karte selbst (ebenfalls ein paar GB) für's Wear-Levelling zur Verfügung stehen.

    Überlege mal, wieviel Du schreiben müsstest, um 15GB mindestens 100000 mal zu überschreiben. Denn erst dann sind die Zellen hinüber.

    Mit einer Swap-Datei, die nur alle Nase lang mal etwas schreibt und dann nichtmal viel, ist das wohl kein Problem.

    Man soll unnötige Schreibvorgänge verhindern, aber man kann selbst bei MLC-Flash den Rechner "normal" benutzen.
    Allerdings sollte man auch davon absehen SSDs restlos voll zu schreiben. Bleiben von 10GB nur 10k übrig für das Wear-Levelling, dann hat man im Extremfall die Lebenszeit auf 1 Millionstel verkürzt. ;) (Bei dieser Überlegung wurden die Reserve-Zellen bewusst außer acht gelassen. So schlimm ist es also nicht, aber zumindest würde die Lebenszeit halbiert...)
    0
  • zimmi
    Nun eine xw6xxx ist wohl auch eine anständige Workstation, oder?
    Wir verkaufen meistens HP WS als Workstations, doch dort kann man auch Klotzen ohne relevanten Gegenwert zu erhalten.. Es kommt natürlich immer auf den Verwendungszweck an. Wenn eine WS den ganzen Tag nur rendern soll, dann können schon mal 10'000 gerechtfertigt werden. Wenn ma aber z Bsp. in 3D modelliert und dies auch mit Baugruppen jenseits von 1'000 Einzelteilen, da reichten doch 6'000 Euro schon weit.
    Beispiel:
    HP Z800 mit 2x Xeon 5560, 2 x 500 GB HDD 15K im RAID 0, 24GB RAM und einer optionalen Quadro 4800 mit 1.5GB RAM bieten wir für CHF 10'800 = ca. 7200 Euro an. Und sorry, die reicht nunmal wiiiirklich weit, oder?
    OK, ich rechne im Bereich B2B immer exkl. MwSt was eigentlich auch bei meinem Vorposter so sein sollte.
    Klar 10'000 Euro sind möglich, aber nicht sozusagen das mindeste für ein anständiges System wie es mein Vorposter geschrieben hat. "Früher" bezahlte ein Ingenieur auch noch 3000 Euro für einen "gossen" Monitor. Doch die Zeiten sind nicht mehr die selben (nicht umbedingt besser).
    Schlussendlich ist es doch vor allem eine Markwirtschaftliche Abwägung: Wieviel Zeit spart mein Konstrukteur effektiv mit der teureren Hardware? In welcher Zeit schreibe ich die WS ab? Wie schnell ist die leistungstechnische Halbwertzeit der Hardware?

    Gruss Zimmi
    1
  • derGhostrider
    Ich meine nicht, daß man 10k auszugeben hat, aber zuvor klang es geradezu so, als wenn 6500 eine Obergrenze wäre.

    Deine genannte Workstation hat auch noch keine SSD eingebaut - schwupps sind wir in der Nähe von 8000 Euro gelandet. Und wenn virtualisiert werden soll (SLI MultiOS), dann sind zwei Quadros nötig (wobei man natürlich auch die günstigeren 3800er verwenden kann) und 48GB RAM sind dann unter Umständen auch hilfreich, wenn mal drei VMs gleichzeitig laufen.

    Gut, diese VM, aus der ich die Mail schreibe, hat nur 4GB RAM zugewiesen, aber die VMs mit Vista haben bei mir auch 8GB. Nunja, es kommt immer auf die Verwendung an, das ist richtig.

    Wenn man eine Workstation braucht, die mit einem kleinen Xeon auskommt und nur 12GB RAM hat und keine Quadro benötigt, dann sinkt der Preis rapide und man liegt schlagartig bei recht normalen Preisen.

    Allerdings: Muß es dann eine "Workstation" sein, oder ist es dann nicht viel ehr nur ein Desktop? ;)
    0
  • zimmi
    Ja, Deine Frage ist berechtigt. Dektop oder WS? WS benötigen unsere Kunden vor allem im Umfeld des CAD. Daist die Gleichung WS = Quadro oder FireGL und evtl. ECC und SAS. Dort kann man ja Virtualisierung vergessen. Meistens kommen diese Kunden mit 12GB RAM weit und auch ein Xenon oder i7 sowie eine 80GB SSD aus dem mittleren Preissegement reicht.
    Aber eben. Verschiedenen User, verschiedene Bedüfnisse...

    Gruss Zimmi
    0