Ionik TP9.7 1200QC Ultra im Test: Muss es immer Highend-Technik sein?

Mit günstigen Komponenten, aber einem hochauflösenden Display verspricht Ionik in Form des TP9.7 1200QC Ultra ein bauchbares Tablet für den schmalen Geldbeutel.

Tablets sind zum Inbegriff des mobilen Rechers geworden. Sie sind kompakt, leicht und gleichzeitig leistungsstark. Sie können den Weg zur oder von der Arbeit versüßen oder als ideale Lösung dienen, um auf der heimischen Couch quasi nebenbei am digitalen Leben teilzuhaben.

Auf der Suche nach dem passenden Flachrechner hat man zumeist die Qual der Wahl, denn neben den etablierten Herstellern gibt es auch eine ganze Reihe von Anbietern, deren Bekanntheitsgrad sich stark in Grenzen hält. Im Gegenzug versprechen sie aber ein hohes Leistungsniveau zu günstigen Preisen - doch kann man solchen Angeboten wirklich trauen?

Hardware: Günstiger Preis erfordert Abstriche bei den Komponenten

Das Ionik TP9.7 1200QC Ultra fällt genau in diese Kategorie. Die wesentlichen Leistungsdaten trägt es schon im Namen: Hinter einem 2048 x 1536 Pixel auflsenden und 9,7 Zoll großen Display, das der Hersteller mit dem Namenszusatz "Retina" versieht, versteckt sich ein 1,2 GHz schneller Quadcore-SoC, der jedoch auf vergleichsweise lahmen ARM-Cortex-A7-Kernen basiert. Dafür steht dem SoC ein zwei GByte großer Arbeitsspeicher zur Seite.

Für das Speichern von Daten bietet das Gerät einen 16 GByte großen Festspeicher. Der auf den ersten Blick auffälligste Abstrich wird bei den Kameras gemacht: An der Front besitzt der Sensor eine Auflösung von gerade mal 0,3 Megapixeln, an der Rückseite sind es auch nicht wirklich berauschende zwei Megapixel.

Überzeugen soll dagegen der Preis, der trotz des großen Displays bei nur 219 Euro liegt.

Schmales Software-Paket

Wenn der Preis bei der Entwicklung eine zentrale Rolle spielt, dann lässt sich das auch bei der Software-Ausstattung nachvollziehen - allerdings muss das nicht immer nachteilig sein: So setzt der Hersteller auf ein Vanilla-Android, verzichtet also auf eine eigene Oberfläche, die bei manchem Konkurrenten als missglückt bezeichnet werden darf.

Vorab installiert der Hersteller das schon recht betagte Android 4.1.2 ein Update auf Android 4.2.2 wird immerhin nachgereicht, so dass sich das Betriebssystem auf einem halbwegs aktuellen Niveau befindet.

Das Angebot an zusätzlich zu den üblichen Google-Diensten installierten Apps ist erwartungsgemäß begrenzt. Immerhin findet sich ein eigener Datei-Manager sowie die Büro-App OfficeSuite Pro im Anwendungsverzeichnis.

Ausstattungstabelle
Modell:

Ionik TP9.7 1200QC Ultra

Betriebssystem:
Android 4.1.2
Display:
9,7Zoll, IPS-Panel, 2.048 x 1.536 Pixel
CPU:
Allwinner A31, 4x 1,2 GHz
GPU:
Imagination PowerVR SGX544MP2
Arbeitsspeicher:
2.048 MByte
Interner Speicher:
16 GByte
Externer Speicher:
bis zu 32 GByte große microSD-Karten (SDHC-Standard)
WLAN:
802.11b/g/n
Bluetooth:
ja
Kamera:
Rückseite: 2-MP-Kamera, HD-Videoaufzeichnung
Front: 0,3-MP-Kamera
Akku:
7.000 mAh
Abmessungen:
24,0 x 18,8 x 0,99 cm
Gewicht:
635 g
Preis:
219 Euro
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15 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    öhm, bitte mal nachbessern, entweder können bis zu 32 GB große SDHC Karten rein oder das Gerät nimmt auch 64 GB SDXC Karten, aber eine SDXC wird niemals 32 GB haben, das ist gemäß spec nicht möglich ;)
  • Ma
    Wie viel Helligkeit sollte ein Bildschirm denn haben im allgemeinen? Kann man das irgendwo nachlesen?
  • Ralf H
    Daß das Display-Seitenverhältnis von 4:3 zur Unterklasse gehören soll, will mir nicht in den Kopf.
    Gegen iOS spricht so ziemlich alles, aber 4:3 ist nach wie vor das optimal Seitenverhältnis für alles, außer das Betrachten von 16:9 Filmmaterial.
    Nun ist das Filmgucken auf solchen Mäusekinos nie optimal und auch mit einem 16:9 nur bedingt angenehmer. Wieso man das SV fast aller aktuellen Displays auf eine Anwendung optimiert, die wegen der absoluten Größe dann doch nicht wirklich gut wird, will mir nicht in den Kopf.
    Bei allen Tablet-Anwendungen, wo man irgendwas lesen muß, ist das 16:9 Display entweder zu schmal oder zu flach. 4:3 ist da weit besser.
  • matthias wellendorf
    @Ma

    Ein LCD sollte eigentlich einen Wert von wenigstens 300 cd/m² erreichen um in hellen Umgebung noch gut zu erkennen sein. Soll es in den grellen Sonnenschein gehen muss der Bildschirm eine Lichtstärke von etwa 400 cd/m² liefern.

    @Ralf H
    Natürlich ist ein Display mit einem 4:3 Seitenverhältnis nicht per se ein Kriterium für ein Einsteigergerät. Wenn man aber das Angebot an Android-Tablets durchschaut, stellt man fest, dass dieses Bildschirmformat kaum bei höherpreisigen Tablets zu finden ist.
  • Ralf H
    ja, aber deswegen wird es ja nicht automatisch gut oder gar sinnvoll, oder?
  • matthias wellendorf
    Prinzipiell schon richtig: Mir gefällt das 4:3 Format auch ganz gut, und ich weiß auch nicht warum außer Apple kaum ein anderer Hersteller hochwertige Tablets mit solchen Bildschirmabmessungen anbietet.
  • modena
    Von diesen 9,7" Retina-China-Tabs habt ihr jetzt aber eine ziemliche Gurke zum Test geladen,
    da gibts eigentlich recht Brauchbares wenn nicht sogar gute Modelle zum gleichen Preis.
    http://www.cect-shop.com/de/hyundai-play-x-x900-weiss.html

    http://www.cect-shop.com/de/voyo-a18-octa-core-weiss.html
  • matthias wellendorf
    Ich hatte mir da eigentlich auch etwas mehr erhofft. Denn prinzipiell bin ich der Meinung, dass ein 10"-Tablet, selbst mit einer flotten Hardware, nicht gleich mit 500 € zu Buche schlagen muss. Aber das wird sicherlich nicht der letzte Tablet-Test gewesen sein ;-)
  • derGhostrider
    Seite 3:
    Zitat:
    Die vier CPU-Kerne selbst liefern alles andere als eine beeindruckende Leistung ab, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie noch in einer Strukturbreite von 40 nm gefertigt wurden.

    Andere SoCs mit ähnlichen Leistungsdaten - etwa das Mediatek MT6589 - werden in einem 28-nm-Verfahren gefertigt und liefern daher bei gleichem Takt deutlich bessere Leistungen ab...

    *räusper* Durch einen sogenannten "shrink" wird eine CPU nicht automatisch schneller. Es ist also nicht richtig zu behaupten, dass eine im 28nm Prozess gefertigte CPU schneller wäre als eine im 40nm gefertigte CPU, nur da die Strukturbreite kleiner geworden ist.
    Die Geschwindigkeit der CPU hängt vom Takt und den technischen Details, also z.B. Art und Anzahl der Funktionseinheiten ab. Ohne Veränderungen dieser Aspekte verändert die Strukturgröße i.d.R. nur den Stromverbrauch. Daher verstehe die Formulierung hier nicht, dass die Leistung vom 40nm Prozess abhängen soll bzw Prozessoren im 28-nm-Verfahren bei gleichem Takt bessere Leistung bringen sollen. Das ist unlogisch. Einzig der Stromverbrauch sollte besser sein - eventuell auch weniger throtteling durch gesunkene Abwärme. Aber das hat ebenfalls nichts mit der zur Verfügung stehenden Rechenleistung zu tun, sondern nur mit dem Kühlkonzept.

    ----

    Bei der Displayhelligkeit muß ich mich aber schon wundern... wie sind denn bitte Ihre Bildschirme eingestellt, wenn Sie der Ansicht sind, dass 180cd/m² zu dunkel wären?

    Ergonomisch empfohlen sind angeblich 120 cd/m². Ich bevorzuge eher 140 cd/m². Oberhalb von 160 cd/m² blendet ein Monitor zunehmend.
    200 cd/m² sind sicherlich nicht gut auf Dauer. Es hat schon seinen Grund, warum man Monitore nicht im prallen Sonnenlicht verwendet. Nicht "weil der Monitor zu dunkel", sondern weil das Sonnenlicht zu hell ist. Bei einem Mobiltelefon, welches man nur Kurzzeitig verwendet, ist hell = gut. Aber sind Tablets nicht bereits für längere Benutzung gedacht?
    Also längere Texte bei 180 cd/m² zu lesen, halte ich für fragwürdig.
    Es ist halt einfach eine Tatsache, dass sich TFTs nicht dafür eignen, um im prallen Sonnenlicht dauerhaft Bildmaterial zu betrachten. Auch dann nicht, wenn sie mittels übertriebener Helligkeit das darzustellende Bild gleich durch die Augen ins Hirn brennen.
  • modena
    Hab zufällig ein Hyundai X900 mit ähnlicher Ausstattung und RK3188 hier und das hat deulich bessere Benchmarkwerte.
  • matthias wellendorf
    @derGhostrider

    Vielleicht ist die Formulierung etwas flapsig, faktisch aber nicht falsch. Ein Prozessor ist einrecht komplexes Bauteil, das nicht einfach um einen bestimmten Prozentsatz geschrumpft werden kann. Bei einem Shrink eines vorhandenen Designs müssen große Teile überarbeitet werden, sodass es an dieser Stelle zumeist zu Geschwindigkeitssteigerungen kommt. Mir ist eigentlich kein Fall bekannt, in dem das nicht so war.

    Zur Displayhelligkeit: Man kann auch Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein Typischer Desktop-Monitor steht in einem geschlossenen Raum und das zumeist aufrecht. Ein Tablet habe ich meist in der Hand und als Mobilgerät möchte ich es auch draußen an der frischen Luft benutzen, und dann möglichst nicht nur kurz vorm Sonnenuntergang oder vorm Regen, sondern gern auch mal im Sonnenschein.

    Zudem unterscheiden sich TFTs von LCDs.
  • derGhostrider
    Anonymous sagte:
    Zudem unterscheiden sich TFTs von LCDs.

    Darum habe ich mit voller Absicht von TFTs gesprochen. Heute werden in Monitoren, Tablets (Kindle & Co mit eInk ausgenommen) und Smartphones ausschließlich TFTs verwendet. Klassische LCDs findet man vielleicht noch in Taschenrechnern, Stereoanlagen, Set-Top-Boxen, Weckern oder Armbanduhren.

    Aber ja, ich muß gestehen, dass ich die (dauerhafte) Verwendung von Computer-ähnlichen Geräten im Freien nicht für besonders sinnvoll halte.
    Aber auch wenn man das macht, bleiben Grundregeln der Ergonomie erhalten. Was das Auge innen blendet, das blendet auch außen. Nur um Spiegelungen der Sonne(!) zu überstrahlen, in die man sicherlich auch nicht ungeschützt schauen sollte, die Helligkeit in absurde Bereiche zu steigern, ist daher m.E. nicht gerade die genialste Idee der Menschheit. "Ich seh' aber sonst nichts!" - Ja, und wenn man es noch heller macht, dann sieht man auch nichts mehr. Sogar sehr lange.
    Auch ein rein weißes Blatt Papier ist bei direkter Sonnenlichteinstrahlung zu grell, um von diesem lange Texte zu lesen. Also warum sollte man diese Reflektionseigenschaften krampfhaft übertreffen wollen? Weil es geht? Weil man sich einredet, dass es ja was ganz anderes ist als Sonnenlicht? Zu hell ist und bleibt zu hell.
    Zu dunkel strengt auch an, schädigt aber wenigstens nicht. CRTs hatten früher üblicher Weise Helligkeiten im Bereich von 80 bis 90 cd/m², sagen wir rund 100 cd/m².
    Heute toasten sich die Leute vor LCDs, die mit übertrieben grellen Einstellungen angeliefert werden. Aber mich soll's nicht stören - ich habe ein Kolorimeter und achte darauf, dass ich meine Augen nicht beschädige. Wäre ungeschickt bei meinem Beruf.
  • Mnyut
    Anonymous sagte:
    da gibts eigentlich recht Brauchbares wenn nicht sogar gute Modelle zum gleichen Preis.
    http://www.cect-shop.com/de/hyundai-play-x-x900-weiss.html

    http://www.cect-shop.com/de/voyo-a18-octa-core-weiss.html


    Aber immer dran denken, dass da nach D noch 20 Euro Versand und Einfuhrumsatzsteuer drauf kommt.
  • modena
    Ich bin nicht aus D und habe dazu hier noch ein Zollausschlussgebiet.
    Damit bezahl ich weder Märchensteuer noch Zollgebühren.
  • Mnyut
    Anonymous sagte:
    Ich bin nicht aus D und habe dazu hier noch ein Zollausschlussgebiet.

    Das trifft sicher auf 99,9% der Leser hier zu ;-).
    Nein, im Ernst. Deshalb habe ich ja geschrieben "Aber immer dran denken, dass da nach D[..]". Die Meisten hier werden eben wohl aus D kommen. Das ist wichtig zu wissen, sonst gibt es ein böses Erwachen bei der Lieferung.

    Außerdem wird es so manchem dadurch vielleicht klarer, warum in News-Meldungen Neuerscheinungen z.B. für 1000 Dollar angekündigt werden, aber in D trotzdem für 1000 Euro verkauft werden sollen. Klar, kommt ja auf denn Netto-Dollar-Preis noch Steuer und vielleicht noch Zoll drauf usw...