iPhone: Das Apple-Smartphone wird zehn Jahre

Vor genau zehn Jahren präsentierte Apple eine Neuheit, die die Kommunikation weltweit nachhaltig verändert hat: Das iPhone. Auch wenn zahlreiche Kritiker anmerken, dass das erste Apple-Smartphone, das am 9. Januar 2007 auf der Macworld vorgestellt wurde, technisch gesehen gar nicht so innovativ war, wie zumeist angenommen wurde. So konnte die erste Generation ausschließlich in 2G/GSM-Mobilfunknetzen genutzt werden, obwohl der UMTS-Standard bereits seit 2001 gebräuchlich und bei ersten Mobiltelefonen verwendet wurde. Das iPhone 3G folgte erst anderthalb Jahre später.

Dennoch wurde schon das erste iPhone ein enormer Erfolg. Von der ersten Generation konnte der Hersteller bereits 1,39 Millionen Geräte absetzen.

Auch bei vielen anderen Technologien war Apple längst nicht so erfinderisch wie manch einer gerne glauben mag - das erste iPhone war vielmehr eine so noch nicht dagewesene Verknüpfung aktueller Entwicklungen und gab somit einen bis dahin kaum zu erahnenden Ausblick auf das, was von künftigen Smartphones erwartet werden würde.

Mit dem iPhone 4 setzte der Hersteller erneut ein Ausrufezeichen. Es wurde zu der optischen Vorlage der viele Hersteller von Android-Smartphones nacheiferten, bot mit seinem Retina-Display eine deutlich höhere Auflösung als die versammelte Konkurrenz und verfügte zudem über eine Kamera an der Front, die die Videotelefonie möglich machte. Beim iPhone 4S setzte Apple lediglich auf Anpassungen im Inneren, die Außenschale blieb im Vergleich zum Vorgänger unverändert. Dennoch ließ auch dieses Smartphone aufhorchen, denn mit ihm wurde Siri eingeführt, der erste intelligente Sprachassistent.

Mit dem iPhone 5 begann der Innovationsvorsprung vor der Android-Konkurrenz langsam, aber sicher kleiner zu werden. Der Bildschirm wuchs zwar deutlich von 3,5 auf vier Zoll, doch die Highend-Konkurrenten boten nun bereits deutlich größere Displays. Allerdings schafften es die Amerikaner beim darauffolgenden iPhone 5S einmal mehr mit einer Funktion zu glänzen, bei der die Androiden noch nachziehen mussten: Im Home-Button wurde nun ein Fingerabdruckscanner integriert.

Parallel stellte der Hersteller das iPhone 5C vor, ein Versuch auch jene Nutzer zu gewinnen, denen die Premiumversion zu teuer war. In einem Kunststoffgehäuse verbaute der Hersteller die Hardware der Vorgängergeneration und bot das Ganze für 400 Euro an. Doch an dieser Stelle mussten die erfolgsverwöhnten Amerikaner erstmals eine Schlappe hinnehmen - die Verkaufszahlen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Ein weiterer großer Sprung wurde erst wieder mit dem iPhone 6 realisiert. Apple musste sich eingestehen, dass kleine Bildschirme nicht mehr sonderlich beliebt sind und folgte der Konkurrenz: Das einfache iPhone wird seither mit einem 4,7 Zoll großen Display ausgestattet, zudem wurde eine zweite Plus-Version ins Programm aufgenommen, bei der die Bildschirmdiagonale 5,5 Zoll misst. Diese sorgte jedoch zunächst für weniger positive Schlagzeilen. Das Gehäuse war bei hohem Druck überfordert und verbog sich dauerhaft, ein Umstand der als Bendgate eine wenig rühmliche Bezeichnung erhielt.

Eine weitere Neuheit in dem Apple-Smartphone - die bei der Konkurrenz allerdings schon längst zum Stand der Dinge gehörte, ist der NFC-Chip. Allerdings weiß Apple diesen von Anfang an besser in Szene zu setzen, denn während im Google-Universum schon lange über die theoretischen Möglichkeiten des Chips als Ersatz fürs Portemonnaie diskutiert wird, wird in Cupertino gehandelt. Zum Start des iPhone 6 wird eine Reihe von Partnern unter anderem aus der Finanzbranche präsentiert, mit denen Apple Pay initiiert wird, das tatsächlich zum Bezahlen im Laden genutzt werden kann.

Auch beim darauffolgenden iPhone, dem 6S(Plus), versucht der Hersteller einmal mehr mit Innovation zu glänzen und präsentierte mit 3D Touch (kurz nach Huawei) ein Display, dass nicht mehr nur berührungs-, sondern nun auch druckempfindlich ist. Auf diesem Weg werden weitere Kontextmenüs integriert, die die Handhabung erleichtern sollen.

Apple hat sich von dem nur mäßig erfolgreichen iPhone 5C nicht abschrecken lassen und präsentierte drei Jahre später einen erneuten Versuch seine Modellvielfalt um ein kompakteres 4-Zoll-Modell mit der Technologie der vorangegangenen Generation zu erweitern. So richtig überzeugen konnte allerdings auch diese Zusammenstellung - trotz hochwertigerem Metallgehäuse-, die als iPhone SE angeboten wurde, nicht.

Auch das iPhone 7 zeigt sich im Vergleich zum iPhone 6 äußerlich kaum verändert. Die Neuerung beschränken sich größtenteils auf eine Anpassung der Hardware. So kommt erstmals ein Quadcore-SoC in einem Apple-Smartphone zum Einsatz. Die technischen Standards werden allerdings auch diesmal von Android-Konkurrenten gesetzt. Das gilt auch für die überarbeitete Kamera: Apple setzt beim iPhone 7 Plus auf eine Dual-Kamera, die bereits in einer Vielzahl andere Smartphones zur Basisausstattung gehört.

Mit der letzten iPhone-Generation zogen allerdings erste dunkle Wolken am Horizont auf, denn zum ersten Mal seit Apple sein Smartphone im Angebot hat, gingen die Verkäufe zurück: Während 2015 noch 231,22 Millionen iPhones abgesetzt werden konnten, wurden im vergangenen Jahr "nur" noch 211,88 Millionen Apple-Smartphones verkauft.

Ob das zurückgehende Interesse tatsächlich damit zusammenhängt, dass der Hersteller Mühe hat das iPhone als etwas besonderes zu inszenieren, könnte das für dieses Jahr geplante Modell zeigen. Gerüchten zufolge soll es nicht nur einen neuen Prozessor bekommen, sondern nach drei Jahren wieder mit einer neuen Optik aufwarten. Daneben soll nun auch bei Apple die OLED-Technologie fürs Display genutzt werden, ein echtes Highlight könnte eine neue Form der kabellosen Ladetechnologie werden. Es gibt allerdings auch Analysten, die in diesen Vermutung eher den Wunsch als Vater des Gedankens sehen.

Eines hat Apple also nicht verlernt: Wie kaum ein andere Technologiekonzern verstehen es die Amerikaner frühzeitig Interesse für Kommendes zu entfachen. Und bis zur Präsentation der neusten Generation - vermutlich - im September, werden in der Gerüchteküche wohl noch einige Details diskutiert.

Erstelle einen neuen Thread im News-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
Noch keine Kommentare
    Dein Kommentar