Wir wissen nun, dass der Core i7-3770K als Host-Prozessor nicht viel schneller ist als der Core i7-2700K. Aber wir wissen auch, dass Ivy Bridge in der Lage sein sollte, eine bessere – oder zumindest die gleiche – Performance wie Sandy Bridge bei einer deutlich niedrigeren Leistungsaufnahme und Abwärme zu erbringen. Schließlich ist der Core i7-3770K ein 77-Watt-Modell, wohingegen der Core i7-2700K mit 95 Watt und die Sandy-Bridge-E-CPUs sogar mit 130 Watt TDP gelistet werden.
Zur Messung von Idle- und Last-Werten könnte man die einzelnen Prozessoren einfach auf dem Windows-Desktop laufen lassen und dann voll ausreizen. Wir haben stattdessen ein Skript erstellt, das alle Tests unserer Benchmark-Suite (abgesehen von den Spielen und der Google-Chrome-Kompilierung) umfasst und lediglich kurze Pausen zwischen ihnen einlegt. Diese Skript-Messung braucht selbst auf dem schnellsten Prozessor in unserer Sammlung mehr als eine Stunde und ist ein praxisnaher Mix von Idle- und Last-Zuständen.
Selbst wenn man unser normales Diagramm ausdehnt, um den mehr als eine Stunde langen Testlauf besser lesen zu können, ist die Interpretation der aufgezeichneten Rohdaten ziemlich schwierig. Bestimmte Segmente zeigen jedoch recht deutlich, dass der Core i7-3770K der Prozessor mit der niedrigsten Stromaufnahme aller getesteten CPUs ist. Danach folgen der Core i7-2700K, dann der Core i7-3930K, der Phenom II X6 1100T und schließlich AMDs FX-8150. Und wie sieht es mit dem Core i7-3960X aus? Wir haben auch seine Daten, aber die zusätzliche Linie erschwert die Lesbarkeit der Darstellung in diesem Diagramm noch, weshalb wir ihn weggelassen haben. Wir haben auch die Daten des Core i5-2550K, aber die heben wir uns für eine Überraschung auf, an der wir arbeiten.

Fangen wir mal an: Es ist viel einfacher, den Durchschnitt der Leistungsaufnahme während jedes Testlaufs zu ermitteln und diese Ergebnisse dann zu vergleichen. Wie anhand des Liniendiagramms vorhergesagt, sehen wir alle CPUs genau dort, wo wir sie auch erwartet hätten. Der Core i7-3960X ordnet sich dabei direkt hinter dem -3930K ein.

Es ziemlich einfach, die Laufzeit jedes Testlaufs zu bestimmen, da unser Logger alle zwei Sekunden Maß nimmt. Wenig überraschend ist der Core i7-3960X am schnellsten. Interessant ist dagegen, dass der Core i7-2700K die Benchmarks einen Tick schneller absolviert als der Core i7-3770K. Die beiden AMD-Prozessoren hängen ein ganzes Stück hinter ihren Intel-Konkurrenten zurück.

Indem wir die durchschnittliche Leistungsaufnahme mit der Laufzeit des Benchmarks multiplizieren, bekommen wir ein Ergebnis, das die insgesamt genutzte Energie in Wattstunden beschreibt und somit die Effizienz der einzelnen CPUs reflektiert.
Die solide Performance des Core i7-3770K resultiert in Kombination mit der reduzierten Energieaufnahme in der niedrigsten Energienutzung im kompletten Testfeld. Allerdings folgt der Core i7-2700K nur knapp hinter der Ivy Bridge-CPU.
Die beiden Sandy-Bridge-E-Prozessoren glänzen im Verlauf aller Tests mit hervorragender Performance, insbesondere in stark parallelisierten Workloads. Die hohe TDP von 130 Watt straft die LGA2011-basierten CPUs aber deutlich ab, wenn es um die Energieaufnahme geht, so dass sich die beiden Prozessoren auf dem dritten und vierten Platz einordnen.
AMDs Phenom II X6 1100T und FX-8150 stellen das Schlusslicht in Sachen Energieeffizienz dar: Beide nehmen mehr Strom auf als die Intel-Konkurrenz und liefern zusätzlich noch weniger Leistung ab. Das ist kein Ruhmesblatt für AMD, aber immerhin wird ja bereits die Integration des Piledriver-Kerns in das nächste APU-Design des Unternehmens vorbereitet. Hoffentlich werden die Änderungen am Bulldozer-Konzept vieles von dem aus- und verbessern, was uns am aktuellen FX nicht gefällt.
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