Anmelden mit
Registrieren | Anmelden

HD Graphics 4000: Das Plus in Intels Tick+

Intel Core i7-3770K im Test: Wie Sandy Bridge, nur etwas mehr
Von , Chris Angelini, Gerald Strömer, Marcel Binder

Tom Piazza durfte auf dem letztjährigen IDF die integrierte Grafikeinheit der Ivy-Bridge-Generation vorstellen. Er merkte an, dass es sich laut Intels Definition bei Ivy Bridge eigentlich um einen Tick handle, weil vor allem der Die-Shrink im Vordergrund steht, die integrierte GPU eher als “Tock” charakterisiert werden kann.

Wie bereits erwähnt, hat Intel die Performance der integrierten GPU dadurch erhöht, dass man dem Spitzenmodell vier zusätzliche Ausführungseinheiten spendierte. Außerdem versteht sich die neue HD-Graphics-Generation auf DirectX 11 beibrachte, bietet höhere Quick-Sync-Performance gegenüber der Vorgängergeneration und kann nun bis zu drei Monitore gleichzeitig ansteuern.

Um dies zu erreichen musste Intel die Herangehensweise an die in die CPU integrierte Grafikeinheit umkrempeln. Das erlaubt es dem Unternehmen nicht nur, künftig eine aggressivere Roadmap beim Ausbau der Grafiklösung zu verfolgen, sondern auch ein paar Leistungsschwächen auszumerzen, die Sandy Bridge ausgebremst haben. Das Ergebnis ist eine in fünf Bereiche aufgeteilte Architektur.

  1. Der erste Bereich beinhaltet global verfügbare Funktionen wie die Geometrie-Pipeline. Integrierte programmierbare Hull- und Domain-Shader-Stufen ergänzen die für DirectX11 notwendige dedizierte Tessellationseinheit.
                                                                                                                                                                                                         
  2. Intel nennt den zweiten Bereich, der Rasterizer, Pixel-Back-Ends und L3-Cache umfasst,  “Slice Common”. Sandy Bridge hatte keinen speziell für die Grafikeinheit abgestellten  L3-Cache, da Intel keinen nenneswerten Geschwindigkeitsvorteil erzielen konnte. Der Ring-Bus des Prozessor bot genügend Bandbreite, sodass das Konzept des gemeinsamen L3-Caches gut funktionierte. Da bei Ivy Bridge aber eine höhere Grafikleistung im Vordergrund steht, kann der dedizierte L3-Cache dabei helfen, den höheren Ansprüchen an den Speicherdurchsatz gerecht zu werden. Gleichzeitig sinkt dabei auch noch die Leistungsaufnahme, wenn die Grafikeinheit sich aus ihrem eigenen Cache bedienen kann und nicht erst über den Ring-Bus auf den Last-Level-cache zugreifen muss.

  3. Der dritte Bereich, schlicht “Slice” genannt, beinhaltet die Shader, Textur-Sampler, den L1-Instruktionen-Cache und den von Quick Sync genutzten Media-Sampler. Diese Sammlung von Ressourcen und Ausführungeseinheiten will Intel in zukünftigen Chipgenerationen dazu nutzen, um die Geschwindigkeit weiter zu verbessern. Parallel ließen sich weitere “Slice Commons” hinzufügen, um am Back-End für den nötigen Durchsatz zu sorgen.

  4. Areal vier besteht aus Media-Funktionen, die in festen Funktionseinheiten ausgeführt werden. Es kann ebenfalls hoch bzw. herunterskaliert werden, je nachdem, wie fein Intel bei seinen integrierten GPUs zukünftig die Media-Performance differenzieren will.

  5. Die Display-Ausgabe stellt den letzten Bereich dar. Auf einer Desktop-Plattform können drei digitale Ausgänge vorhanden sein (vorausgesetzt ein Motherboard-Hersteller stellt diese auch bereit), aber zwei davon müssen DisplayPort-Anschlüsse sein. Davon liefert einer Auflösungen von bis zu 2560 x 1600, der andere schafft maximal 1920 x 1200. Der dritte Anschluss kann entweder HDMI (bis zu 1080p), DVI, VGA oder auch ein DisplayPort mit bis zu 1920 x 1200 sein.

Laut Intel wurde jeder dieser Bereiche überarbeitet und auf zusätzliche Performance getrimmt. Dadurch wurde der Geometrie-Durchsatz erhöht, das Löschen des Buffers optimiert, die Qualität des anisotropen Samplings optimiert, die Compute-Performance maximiert und das Verhältnis von Performance pro Watt durch die Verwendung des dedizierten L3-Caches verbessert.

Von der Theorie zur HD Graphics 4000

All diese Features finden sich im Core i7-3770K in Form einer integrierten GPU namens HD Graphics 4000 wieder. Sie umfasst 16 EUs, die mit einer Basisfrequenz von 650 MHz und einer dynamischen Frequenz von maximal 1,15 GHz laufen. Im Leerlauf kann sich die Grafikeinheit auf 350 MHz heruntertakten, wodurch mehr thermischer Spielraum für die IA-Kerne übrig bleibt.

Letztes Jahr schien es uns wenig nachvollziehbar, warum Intel zwar die meisten Mobilprozessoren sowie die K-Varianten der Desktop-Prozessoren mit der damals schnellsten Grafiklösung HD Graphics 3000 ausgestattet hat, zwölf weitere Desktop-Prozessoren allerdings lediglich die schwächere HD Graphics 2000 spendiert bekamen. Im Verlauf des Jahres 2011 hat Intel diese Situation etwas bereinigt und weitere Prozessoren ins Programm aufgenommen, die ebenfalls über die stärkere Grafikeinheit HD Graphics 3000 verfügen.

Dieses Mal verteilt Intel die 3D-Fähigkeit ein wenig anders auf seine CPUs. Alle Mobil- und Desktop-Varianten der Core i7-Serie enthalten HD Graphics 4000, während alle Mobil- und Desktop-Prozessoren außer dem Core i5-3570K mit HD Graphics 2500 ausgeliefert werden.Anstelle von 16 EUs muss diese kleine Variante mit nur sechs EUs auskommen. Intel gibt an, dass die HD Graphics 2500 gegenüber der HD Graphics 2000 etwa 10 bis 20 Prozent schneller sei. Es sind bereits einige i5-Prozessoren in unserem Labor angekommen, und wir werden in den nächsten Tagen einen Blick auf die HD Graphics 2500 werfen.
Aber was ist nun mit der HD Graphics 4000?

Ihre Reaktion auf diesen Artikel