Ivy Bridge bringt auch die Grundlagen mit, die für eine volle Unterstützung von OpenCL und DirectCompute 5.0 nötig sind.
Aber halt, hatte Intel nicht bereits für Sandy Bridge einen Treiber veröffentlicht, der diese Art der Berechnungen erlaubte? Ja, das stimmt. Allerdings unterstützen die GPU-Modelle HD Graphics 2000 und 3000 diese APUs nicht. Stattdessen werden sie emuliert und auf dem CPU-Teil des Prozessors ausgeführt, weshalb Sandy-Bridge-CPUs in solchen Aufgaben auch zu 100 Prozent ausgelastet werden.
HD Graphics 400 unterstützt hingegen FP32/FP64 unter DirectCompute und FP32 in OpenCL. Vorerst fehlt Intel noch die Khronos-Zertifizierung für ARB_gpu_shader_fp64, weshalb diese Funktion noch nicht aktiviert ist.

Auf den ersten Blick ist zu erkennen, wie viel schneller das native FP32 auf der HD Graphics 4000 gegenüber der emulierten Ausführung auf den IA-Kernen der Sandy-Bridge-CPU läuft. Weil Sandra allerdings FP64 über FP32 emulieren muss, sieht die Performance bei doppelter Genauigkeit viel niedriger aus. Allerdings ist das ein echter GPU-Wert.
Wir erinnern uns: Nvidia deckelt die FP64-Performance seiner GeForce GTX 680 mit Kepler-Architektur auf 1/24 der Leistung bei einfacher Genauigkeit. Es wird also spannend sein zu sehen, wie Intels HD Graphics 4000 sich gegenüber anderen kleinen Kepler-Derivaten schlägt, und zwar vor allem, sollte Intel seine eigene OpenCL-Erweiterung für FP64 herausbringen.

Auch in diesem Chart fehlt die HD Graphics 3000, weil ihr die native Unterstützung für OpenCL fehlt. Wir sehen aber auch, dass Intels Quad-Core-CPUs OpenCL offenbar sehr gut emulieren können. Das geht dafür auch mit einer vollen CPU-Auslastung und dementsprechend hohem Stromverbrauch einher.
Die gesteckte Radeon HD 6570 muss sowohl Sandy bridge als auch Ivy Bridge ziehen lassen und schlägt in diesem Feld nur die HD Graphics 4000. Anstatt die Kerne aber bis zu Anschlag auszulasten, liegt die CPU-Last dann bei 0 Prozent, und die Leistungsaufnahme des Testsystems liegt 50 Watt niedriger. In Performance pro Watt gerechnet ist das schon wirklich beeindruckend.
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