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Plattform-Kompatibilität: Sind die Mainboardhersteller bereit?

Intel Core i7-3770K im Test: Wie Sandy Bridge, nur etwas mehr
Von , Chris Angelini, Gerald Strömer, Marcel Binder

Sämtliche Ivy-Bridge-CPUs nutzen das bestehende LGA-1155-Interface. Da stellt sich natürlich als erstes die Frage der Plattform-Kompatibilität zwischen den Generationen.

Natürlich laufen die Core-CPUs der dritten Generation von Hause aus auf Mainboards mit Chipsätzen der 7-Serie mit Management Engine Firmware 8.x. Auch Core-Prozessoren der zweiten Generation, alias Sandy Bridge, lassen sich problemlos in Mainboards mit 7er-Chipsatz betreiben.

Will man die neuen CPUs in alten Mainboards mit 6er-Chipsatz betreiben, stehen die Dinge weniger klar. Am Ende ist jeder Mainboard-Hersteller selbst dafür verantwortlich, seine H61-, H67-, P67- und Z68- Mainboards mit der neuen Management Engine Firmware, einem BIOS und passenden Grafiktreibern zu versorgen. Klare Ansage: Ivy Bridge CPUs werden nicht von Mainboards mit Q65-, Q67- und B65-Chipsatz unterstützt.

Kurz vor dem heutigen Marktstart konnten allerdings nur relativ wenige Hersteller passende Firmware für die 22-nm-CPUs vorweisen. Asus, Gigabyte und Intel konnten uns bereits Updates für die Boards schicken, die bei uns im Testlabor Dienst tun. MSI, EVGA, Foxconn und ASRock arbeiten nach eigenen Angaben derzeit an ihren Updates. Bei Biostar fanden wir zwar eine Firmware-Datei, die Ivy-Bridge-Kompatibilität verspricht. Allerdings stammt sie vom Ende letzten Jahres, und wir sind nicht sicher, ob sie auch auf die jetzt finalen Prozessoren zugeschnitten ist oder noch auf die Vorab-Exemplare abzielte. ECS stellt derweil Firmware für einige seiner H61-Mainboards bereit und kündigte an, die passenden Updates für P67- und H67-Boards nachzureichen.

Eins sollte man aber nicht vergessen: Will man ein bestehendes System, in dem ein Mainboard mit 6er-Chipsatz arbeitet, mit einem Ivy-Bridge-Prozessor aufrüsten, muss man die Firmware mit einem Sandy-Bridge-Chip aktualisieren, bevor man ihn austauscht!

PCI Express 3.0 auf Mainboards mit 6er-Chipsatz

In Ivy-Bridge-CPUs bringen 16 PCI-Express-3.0-Lanes mit. Eine PCIe-3.0-Karte kann also problemlos mit 8 GT/s angebunden werden, und zwar in einem Mainboard mit Serie-6- oder Serie-7-Chipsatz. Es gibt allerdings einige Einschränkungen.

Erstens: Bei einem Mainboard mit 6er-Chipsatz, das einen Bridge-Chip wie besipielsweise Nvidias NF200 nutzt um SLI mit drei und vier Karten zu ermöglichen, begrenzt dieser Chip die Übertragungsraten auf Geschwindigkeiten der zweiten PCIe-Generation. Das ist beispielsweise bei Gigabytes Z68X-UD7-B3 der Fall. Es gibt also keine Möglichkeit, dieses Board mit PCIe 3.0 laufen zu lassen.
 
Zweitens: Es gibt auch Boards, die elektrische Weichen einsetzen, welche die 16 PCI-Express-Lanes der CPU bei Verwendung mehrerer Karten automatisch zwischen verschiedenen Steckplätzen aufteilen. Sollen moderne Karten wie AMDs Radeons der HD-7000-Serie also in den Genuss von Ivy Bridges schneller PCIe-3.0-Anbindung kommen, müssen auch die Weichen den neuen Standard unterstützen. Ansonsten heißt es auch dort: bei PCIe 2.0 ist Schluss.

Steckt man hingegen eine Karte wir AMDs Radeon HD 7850 zusammen mit einem Core i7-3770K in ein Board wie Gigabytes G1.Sniper 2 mit Z68-Chipsatz, sollte alles problemlos zusammenarbeiten.

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