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Übertakten mit Ivy Bridge: Core i7-3770K mit gemischten Ergebnissen

Intel Core i7-3770K im Test: Wie Sandy Bridge, nur etwas mehr
Von , Chris Angelini, Gerald Strömer, Marcel Binder

Man könnte sich schnell zur Annahme verleiten lassen, dass sich Ivy Bridge aufgrund ihrer kleineren 22-nm-Fertigung einfacher übertakten ließen. Immerhin bringt Intel mehr Schaltkreise auf kleinerem Raum unter, und dennoch ist die TDP auf 77 Watt gesunken, was eine geringere Wärmeentwicklung nahe legt. Da mag der eine oder andere Overclocker schon Taktspielraum wittern.

Gleichzeitig ist die 22-nm-Fertigung aber auch brandneu, und Intel gibt freimütig zu, dass man dieses Mal mehr am Chipdesign geändert hat, als man das bei einem Die-Shrink normalerweise tun würde. Das könnte Overclocking-Vorhaben also auch einen Strich durch die Rechnung machen.

Glaubt man den ersten Berichten, die im Netz herumgeistern, sollen sich Ivy-Bridge-CPUs nicht sonderlich gut übertakten lassen. Unsere Ergebnisse fielen jedenfalls sehr gemischt aus. Von den drei Tom’s-Redakteuren, die derzeit mit einem Core i7-3770K herumexperimentieren können, konnten zwei ihr Exemplar auf 4,7 GHz bringen, während die dritte CPU sogar 4,9 GHz erreichte. In allen Fällen kamen ein normaler Luftkühler und BIOs-Spannungen zwischen 1,3 und 1,35 Volt zum Einsatz. Merkwürdig: Obwohl sie alle stundenlang ohne Murren Prime95 und auch LinPack ausführten, brachten bestimmte Anwendungen aus unserem Testparcours wie 3ds Max sie binnen Sekunden zum Abschmieren. Um volle Stabilität zu gewährleisten, mussten wir die Taktraten auf 4,5, bzw. 4,77 GHz zurücknehmen.

Am Ende sieht es also nicht besser aus, als bei unserem Core i7-2700K. Der bootet Windows mit 4,8 GHz und lässt bei einer Spannung von 1,35 Volt mit 4,7 GHz unbeeindruckt alle Torturen und Benchmarks über sich ergehen.

Abgesehen davon, dass Ivy Bridge sich wohl bei etwas niedrigeren Taktraten wohler fühlt, scheint beim Thema Overclocking der größte Unterschied zwischen diesen beiden Generationen zu sein, dass Intels 22-nm-Chips auch merklich wärmer werden, als ihre Vorgänger. Unsere Exemplare waren bei ihrem jeweiligen stabilen Maximaltakt etwa 10 Kelvin wärmer. Gerade Übertakter, die mit einem großen Luftkühler arbeiten, werden also wohl die größten Schwierigkeiten dabei haben, eine Taktrate zu finden, die einerseits ein ausreichendes Performance-Plus bietet und andererseits die Lebenserwartung der CPU nicht unnötig verkürzt.


Ivy Bridge
Sandy Bridge-E
Sandy Bridge
Kerntakt-Multiplikatoren
Bis 63x
Bis 57x
Bis 59 x
Anpassung des Multiplikators in Echtzeit
Ja
Alle Kerne gleichzeitig
Nein
Multiplikatoren der iGPU
Bis 60x
N/A
Bis 57x
Anpassung des Grafik-Multiplikators in Echtzeit
Ja
N/A
Nein
Speichertakt
Bis DDR3-2667
Bis DDR3-2400
Bis DDR3-2133
DDR-Taktschritte
200/266 MT/s
266 MT/s
266 MT/s
XMP Reference Code
v.1.3
v.1.2 or 1.3
v.1.2
BCLK Overclocking
eingeschränkt
1.0/1.25/1.67x Straps
eingeschränkt

Wer mit Phasenkühlung, Trockeneis oder flüssigem Stickstoff kühlt, hat bessere Karten. Einige Enthusiasten, die Ivy Bridge ausreichend weit herunter kühlen konnten, haben inzwischen sogar schon mehr als 6,9 GHz mit vier aktiven Kernen erreicht. Das liegt zum Teil daran, dass Intel den maximalen Multiplikator von ehemals 59x (Sandy Bridge) auf 63x (Ivy Bridge) erhöht hat. Da der Z77-Chipsatz aber mit den gleichen BCLK-Beschränkungen wie der Z68 oder P67 zu kämpfen hat, scheint das Limit in den meisten Fällen bei 107 oder 108 MHz zu liegen. Boards, die aber bis zu 110 oder sogar 111 MHz schaffen, harmonieren natürlich gut mit hohen Multiplikatoren und extremen Kühllösungen.

Und was leistet nun ein Core i7-3770K bei 4,5 GHz verglichen mit einem Core i7-2700K bei 4,7 GHz? Wie sich herausstellt, liefern die Chips dann praktisch die gleiche Performance. Es stellt sich zwar die Frage, wie lange man einen Core i7-3770K mit nur einem Kern bei 88° laufen lassen wollte, aber immerhin war das System stabil. 

In 3ds Max, das seine Arbeit auf viele Threads aufteilen kann, ist der übertaktete Ivy Bridge nur zwei Sekunden schneller -  ohne Mehrtakt lagen zwischen den beiden Generationen noch fünf Sekunden. In iTunes schrumpft der Abstand sogar auf nur eine Sekunde zusammen, wo es bei identischem Takt von 3,5 GHz noch drei Sekunden waren.
 
Das soll aber nur als erster Eindruck und Vorgeschmack gelten. Wir arbeiten aktuell an einem eigenen Artikel zum Thema Overclocking, in dem wir die Möglichkeiten und den Performance-Gewinn in weiteren Anwendungen genauer untersuchen.

Alle 34 Kommentare anzeigen.
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • FormatC , 23. April 2012 21:32
    Nettes Teil, aber ein privates Update von der einen Bitch zur nächsten wird wohl noch etwas dauern. Wobei... Es gibt Momente, wo man immer das neueste haben muss. :D  Haben will.
  • alterSack66 , 23. April 2012 21:59
    Ähm, wasn ein "In allen Fällen kamen ein normaler Luftkühler" Der Boxed oder eine Genesis?
  • checkmate , 23. April 2012 22:16
    Ähm, wasn ein "Der Speichercontroller spricht nach wie vor zwei Kanäle an, die allerdings jetzt bis Module bis zu vertragen."?
  • FormatC , 23. April 2012 22:16
    Zitat :
    ...Übertakter, die mit einem großen Luftkühler arbeiten...
    :) 

    Die Dinger sind wirklich heiß - im wahrsten Sinne des Wortes. Da meine Sandy auch bei 4,8 GHz und 1,365 Volt noch stabil läuft (und das auch in Spielen und beim Rendern/Encodieren) und sich mit dem Genesis dabei recht simpel abkühlen lässt, muss man sich den Schritt schon deutlich überlegen. Eine Ivy mit gleicher Temperatur dann bei vielleicht gerade mal noch 4,4 GHz wäre sicher langsamer.
  • Saints@guest , 23. April 2012 22:41
    Na da freu ich mich doch mal auf die "Überraschung". Also mein 2500K macht 4,6GHz@1,26V (CPU-Z) bei 96-102W laut core temp. Schade das der Verbrauch hier nicht angezeigt wird aber sonst scheinen die Werte ja relativ gleich. Frag mich warum der so warm wird!

    Hatte gehofft im nächsten Notebook mit ner HD4000 auszukommen. Das wird wohl doch nix....
    Aber mal schauen was die OC benches zeigen werden.
  • FormatC , 24. April 2012 06:41
    Die Sandy-4-Kerner ohne HT lassen sich extrem gut übertakten, beim 2600K gehts nicht ganz so weit. Der 2500K, der hier sein Dasein im offenen Aufbau fristet, marschiert sogar bis 5 GHz ohne Kollaps, nur braucht das eigentlich kaum jemand. Wer nicht gerade auf QuickSync besteht, braucht eigentlich nicht wechseln, falls er schon eine Sandy hat :) 

    Das, was CPU-Z anzeigt, ist übrigens nicht das, was Du übers BIOS wirklich voreinstellst ;) 
  • arutha87 , 24. April 2012 09:15
    Ach mensch Intel... die i7-Reihe wieder mal over-the-top, aber die komplette neue i5-Riege sieht sehr gut aus.

    Frage mich ob man einen i5-3450 oder i5-3550 leise mit dem Boxed-Kühler betreiben kann, hab dazu noch kein Statement gelesen.
  • FormatC , 24. April 2012 09:23
    Leise und Boxed werden sich immer ausschließen, dafür sorgen schon die BWLer. Mit dem Minimalbudget ist wohl sicher auch in Zukunft keine brauchbare Lösung drin - leider. Bisher war es ja immer so, dass die Boxed automatisch mit geschrumpft sind. Während man einen E 8400 mit dem Boxed des Q6600 noch recht leise kühlen konnte und auch der Boxed des direkten Vorgängers E 6850 relativ brauchbar war, hat man den Vorteil des E8400 gleich wieder durch einen billigeren Kühler zunichte gemacht.
  • arutha87 , 24. April 2012 09:44
    Die Boxed der 77W-Ivys sind die gleichen wie die Boxed der 95W-Sandys, daher mein Verdacht: "Der könnte ja leiser drehen bei 18W weniger Abwärme."
  • Techniker Freak , 24. April 2012 10:01
    Etwas leiser wird der schon sein aber eine Garantie das der Kühler auch in Zukunft so bleibt gibt es nicht.
    Wenn man 1Cent sparen kann, dann werden die BWLer das tun.
  • Gnorgel , 24. April 2012 11:17
    Ist die getestete diskrete Grafikkarte HD6570 ein Modell mit DDR3 oder mit DDR5 RAM?

    Das DDR5 Modell ist bei Geizhals nur überteuert (ab 89€, nicht auf Lager) gelistet, wurde aber schon im GraKa-Vergleich http://www.tomshardware.de/Preis-Leistung-Ranking-Einordnung,testberichte-240945-3.html fälschlicherweise als "50€" Testsieger ermittelt. Ich habe die Befürchtung dass dieser Fehler hier wiederholt wurde, leider wurde nichts über die verwendete Speicherart gesagt - und eine Verdopplung der Grafik-Speicherbandbreite ist schon relevant.

    Mich persönlich stört an Ivy dass Intel soviel Aufwand und Chipfläche in die 4000er Grafik gesteckt hat, kaum jemand nutzt in einer High-End-CPU die integrierte GPU und fast alle die es doch tun wären auch mit einer HD2000 (oder noch weniger) zufrieden. In einem Low-Cost-System mit i3 oder Pentium wäre die extra 3D-Leistung wesentlich willkommener als in i5/i7 Systemen.
    Die Kosten für die verschwendete Die-Fläche werden auf die Kunden abgewälzt, das funktioniert gut solange Intel keine ernst zu nehmende Konkurrenz hat.
  • arutha87 , 24. April 2012 11:27
    @Techniker Freak: die sparen schon indem sie kein 77W-Model einführen

    @Gnorgel: es wird bestimmt wieder eine Ivy-E geben ;) 
  • Gnorgel , 24. April 2012 11:35
    Klar wird es Ivy-E geben, aber das ändert nix daran dass die Masse der Performance-Kunden i5-i7 kaufen wird ohne ein Drittel der bezahlten Die-Fläche jemals zu benutzen.
  • Gaensebluemchen , 24. April 2012 12:25
    Hallo :) 
    Ich denke schon, dass die Grafikeinheit ihre Nutzer finden wird, Stichwort: Quick Sync.

    Besser geht es doch kaum: 4 echte und 4 virtuelle Kerne für alle Anwendungsszenarien und dazu noch ein pfeilschnelles Goodie, eben Quick Sync.

    Natürlich gilt das nicht für alle potentiellen Kunden, aber es ist besser, es in einem Aufwasch anzubieten, finde ich jedenfalls.
    Der 2550K ohne Integrierte Grafik führt(e?) ja nur ein Nischendasein.
  • guestguestguest@1340105910@guest , 24. April 2012 12:44
    "Die Boxed der 77W-Ivys sind die gleichen wie die Boxed der 95W-Sandys, daher mein Verdacht: "Der könnte ja leiser drehen bei 18W weniger Abwärme.""

    Die Drehzahl des Lüfters richtet sich nicht nach dem Verbrauch des Prozessors oder nach der Temperatur des Kühlers, sondern einzig nach der Temperatur im Prozessor oder am Sockel. Da der Heatspreader beim Ivy Bridge nicht mehr verlötet ist, sondern mit WLP thermisch kontaktiert wird, wird die CPU heißer. Automatisch damit wird jeder Lüfter schneller bzw. nicht langsamer drehen, obwohl der Verbrauch niedriger ist als bei Sandy Bridge. Die Gehäuselüfter kann man allerdings minimal langsamer drehen lassen.
  • jo-82 , 24. April 2012 12:45
    Wann tauscht ihr die Audio-Codec Tests denn mal gegen Multicorefähige aus?
  • Gnorgel , 24. April 2012 13:01
    Quick Sync ist sicherlich toll für sehr spezielle Anwendungen, aber das könnte man auch auf weniger als 50mm² realisieren.
  • benkraft , 24. April 2012 13:20
    jo-82Wann tauscht ihr die Audio-Codec Tests denn mal gegen Multicorefähige aus?

    Du meinst iTunes und Lame?
    Wozu? Der Test ist dazu da zu zeigen, wie sich aktuelle CPUs in Anwendungen schlagen, die nicht für mehrere Threads ausgelegt sind. Das ist praxisnah, da viele Leute noch Lame und iTunes nutzen. Zudem lässt sich die Musikkonvertierung schlechter Threaden als andere Aufgaben.
  • h0scHi , 24. April 2012 13:24
    Da habe ich mehr erwartet, die neuen Features als auch die Grafikeinheit kann ich nicht gebrauchen genauso wenig wie die stärkere Wärmeentwicklung im Vergleich zu Sandy-Bridge.
    Ich verdiene kein Geld mit meinem PC, es wird nix gerendert, Hyperthreading ist unnötig. Da bleibt der i5-2500K ja wirklich das interessanteste Modell für mich auf dem Markt wenn es nur um die Spiele-Performance geht.
    Wäre es möglich im kommenden Overclocking-Test auch alte Architekturen (i5/i7 erste Generation) mit zu vergleichen?
    Ich vermute mein alter i5-750 ist immer noch schnell genug für fullHD mit Kantenglättung.
  • schwachbirnenhier@1335338430@guest , 24. April 2012 18:36
    GnorgelMich persönlich stört an Ivy dass Intel soviel Aufwand und Chipfläche in die 4000er Grafik gesteckt hat, kaum jemand nutzt in einer High-End-CPU die integrierte GPU und fast alle die es doch tun wären auch mit einer HD2000 (oder noch weniger) zufrieden. In einem Low-Cost-System mit i3 oder Pentium wäre die extra 3D-Leistung wesentlich willkommener als in i5/i7 Systemen.Die Kosten für die verschwendete Die-Fläche werden auf die Kunden abgewälzt, das funktioniert gut solange Intel keine ernst zu nehmende Konkurrenz hat.

    Das stört eigentlich nur Gamer, denn über 90% der Kundschaft ist eben mit einer iGPU unterwegs. Was mich immer wieder stört, dass es immer diese egoistischen Aussagen kommen von Menschen die nur von zwölf bis Mittag denken können. Kein Hirn, aber jeden diesen Schmalz auf die Nase binden ^^

    Allerdings tragen auch die ach so tollen Hardware-Testseiten ihren Teil dazu bei, indem man eine Low-End-iGPU mit High-End Spielen testet. So ein Schmarrn, als wenn jeder ein Bf3 oder ähnliches Game spielt. Seid mal lieber froh, dass die Intel iGPU nicht die Leistung einer zbs. GTX460 aufweist, denn dann gäbe es massive Umsatzeinbußen bei AMD und nVidia - Wäre zwar gut für den Nutzer, aber schlecht für die Anbieter von diskreten GK .

    Nebenbei gefragt der interessiert ist an die iGPU, wie viel verbraucht die Ivy-Grafik mit 3 Monis dran ???
    Scheinbar hat das niemand getestet :( (((
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