Russland will eigenes mobiles Betriebssystem

Die Stimmung zwischen Russland auf der einen und Europa sowie den USA auf der anderen Seite ist spätestens seit dem Konflikt in der Ukraine angespannt.

Dementsprechend versuchen die russischen Staatslenker, den Einfluss von Unternehmen aus der westlichen Hemisphäre zu reduzieren - insbesondere in Bereichen, die als sensibel angesehen werden; beispielsweise die Hard- und Software von Computer- und Kommunikationssystemen.

Schon vor einer ganzen Weile kündigte die Moskauer Führung an, in Zukunft auf Prozessoren "Made in USA" - also Chips von Intel und AMD - verzichten und stattdessen eigene CPUs auf der Basis der ARM-Architektur entwickeln zu wollen.

Im vergangenen Jahr erließ die Staatsführung ein Gesetz, dass es ausländischen Unternehmen erschwert, die Daten russischer Nutzer auf Servern im Ausland zu speichern und auswerten.

Nun folgt der nächste Schritt: Um den Einfluss von Android und iOS zu reduzieren, soll ein eigenes mobiles Betriebssystem entwickelt werden, wie der russische Minister für Kommunikation und Massenmedien - Nikolai Nikiforov - ankündigte. Bis 2025 soll der Anteil nicht-russischer Betriebssysteme weniger als 50 Prozent ausmachen. Aktuell werden 80 Prozent der Mobilgeräte mit Android betrieben, der Anteil von iOS liegt bei 15 Prozent.

Nikiforov setzt dabei auf Sailfish OS, eine Open-Source-Entwicklung auf Basis von Meego. Letzteres ist wiederum ein auf Linux basierendes Betriebssystem, das einst von Nokia entwickelt wurde und nun von ehemaligen Mitarbeitern weitergeführt wird, deren Ausgründung unter dem Namen Jolla passende Smartphones und Tablets anbietet. Der russischen Minister hofft auf die Gründung eines finnisch-russisch-chinesischen Joint-Ventures, dass als internationaler Konkurrent zu den derzeitigen Platzhirschen positioniert werden soll.

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