25 Jahre JPG: Ein Format setzt sich immer wieder durch

Die Dateiendungen .jpg oder .jpeg kennt wohl jeder, der irgendwie mit digitalen Bildern zu tun hat. Sie sind ein Zeichen einer Entwicklung, die schon in den 70ern des letzten Jahrhunderts begann: 1974 entwickelte ein indischer Mathematiker die Theorie der Diskreten Cosinustransformation, die der JPG-Komprimierung zugrunde liegt.

Die IJG machte daraus einen Algorithmus und packte ihn 1991 in eine Software, die Bilddaten komprimiert schreiben und die komprimierten Daten wieder anzeigen konnte – libjpeg war geboren. Ein Referenzcode, der auch heute trotz einiger Weiterentwicklungen bis zum heutigen libjpeg 9 noch gültig ist.

Dieser wurde dann von der 1982 gegründeten Joint Photographic Experts Group (JPEG) übernommen, einer Gruppe aus den Standardisierungsgremien International Standardization Organisation ISO, der International Electronical Commussion IEC und der International Telecommunications Union ITU. 1992 war "das JPEG" endgültig als "ISO/IEC IS 10918-1/ITU-T Recommendation T.81" geboren.

Seitdem hat "der JPG-Standard" mehrere zusätzliche Funktionen bekommen, die auch dazu führen, dass alte JPG-Decoder nicht mehr damit umgehen können. Auch haben sich verschiedene Pfade innerhalb der JPG-Welt entwickelt, die nicht zueinander kompatibel sind.

Trotzdem ist JPEG immer noch universell nutzbar und aktuell: Es hat den Vorteil, dass es auch in den verschiedensten "Mundarten" der JPEG "sprechenden" Welt lizenzfrei zu übernehmen ist. Und die Tatsache, dass es im Internet der Quasi-Standard schlechthin ist, hat ihm auch in der digitalen Bilderwelt seinen Status erhalten können.

Damit hat es den eigenen Nachfolger JPEG2000 ebenso überlebt wie Versuche von Google mit WebP oder Microsoft mit HD Photo, ihm seinen Rang streitig zu machen.

Derzeit soll es neue Bestrebungen geben, JPEG zu JPEG XT weiterzuentwickeln: Das soll die verschiedenen "Slangs" wieder vereinen und HDR- und Losless-Funktionen hinzufügen - auch wenn "ein JPG" je nach Komprimierungsfaktor längst nicht so verlustbehaftet sein muss, wie ihm immer nachgesagt wird.

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1 Kommentar
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  • julius35
    Weiß nicht, ob die ISO da auf dem richtigen Weg ist, mit ihrem Zoo von JPEG-Formaten (10 and counting), die alle praktisch kaum eine Rolle spielen. Die Independet JPEG Group, Autor der ersten libjpeg vor 25 Jahren, hat schon vor längerer Zeit eine libjpeg 9.x herausgebracht, die lossless kann und einen erweiterten Farbraum adressiert. Das wird leider von den "Experten" der ISO hartnäckig ignoriert.
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