Kaufberatung: Portable Speichermedien im Überblick

Was brauche ich wirklich?

Die Auswahl der passenden Speicherlösung lässt sich in erster Linie auf drei Fragen reduzieren, die wir im Folgenden erörtern wollen. 

1. Abmessungen und Mobilität

Die Auswahl des richtigen Produktes setzt zwingend eine Definition des eigenen Bedarfs voraus. Die grundsätzliche Frage ist hierbei, ob das Speichermedium tatsächlich mobil eingesetzt werden soll. Es spricht nichts dagegen, kompakte Datenträger am Ende nur am heimischen PC zu betreiben; gerade in Bezug auf NAS-Systeme oder RAID-Gehäuse ist der umgekehrte Weg aber unkomfortabel und wenig sinnvoll. Beide Produktgruppen finden im Kapitel "Speziallösungen" noch einmal Erwähnung.

Ist die Frage nach der Mobilität geklärt, sollte die Größe des Datenträgers kritisch hinterfragt werden. Eine ganz praktikable Hilfestellung bietet hier die Fragestellung, ob das Produkt in die Hosentasche passen soll, da unterm Strich die Größenunterschiede etwa zwischen mobilen SSDs und 2,5-zölligen Laufwerken relativ klein, die Preisunterschiede jedoch vergleichsweise hoch sein können.

2. Geschwindigkeit und Kapazität

Weiterhin spielt das eigentliche Anwendungsszenario eine große Rolle, wobei Preis, Geschwindigkeit, Speicherkapazität und Abmessungen in einem gewissen Verhältnis stehen: Wer alles möchte, zahlt viel; wer in gewissen Bereichen Einschränkungen hinnehmen kann, deutlich weniger.

Beispielweise kann man bei einem typischen "Datengrab" durchaus auf Geschwindigkeit (aber eben nicht auf Speicherkapazität) verzichten; für das Abspielen von Videos sind aktuell faktisch alle Speichermedien schnell genug. Die Geschwindigkeit und die Speicherkapazität sollten jedoch auch bei einer reinen Backup-Lösung nicht im kompletten Missverhältnis stehen.

Will man jedoch etwa den begrenzten Speicher eines Notebooks mithilfe eines Datenträgers erweitern und Programme auf diesem installieren, so zählen dann nicht nur sequenzielle Zugriffe und deren meist hohe Geschwindigkeiten sondern auch wahlfreie Zugriffe. Selbiges gilt für die Installation ganzer Betriebssysteme auf einem USB-Stick.

Hier soll allerdings gerade in Bezug auf Backup-Medien zur kritischen Betrachtungen gemahnt werden: Nicht alle Dateien sind es wirklich wert, gesichert zu werden. Programm-Setups bekommt man problemlos im Internet und die Urlaubsbilder aus 2011 müssen nicht unbedingt als RAW-Datei mit 18 Megapixeln gespeichert werden.

3. Hardware-Voraussetzungen

Um die Geschwindigkeit auszunutzen, welche ein Speichermedium potenziell liefern kann, muss die bereits vorhandene Hardware bestimmten Ansprüchen genügen – das gilt prinzipiell für alle Systemen, an denen der Datenträger eine gewisse Geschwindigkeit erreichen soll.

Es macht wenig Sinn, eine  extrem schnelle und mobile SSD an einem Computer zu betreiben, der lediglich über eine vergleichsweise langsame interne Festplatte verfügt, da letztere dann als Flaschenhals wirkt. Gleiches gilt für die USB-Verbindung, wobei USB 3.0 - am besten mit UASP-Unterstützung - sehr wünschenswert und inzwischen auch weitverbreitet ist.  

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6 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Krampflacher
    "Mit einer internen Systemfestplatte als Flaschenhals entfalten SSDs nur den Vorteil der erhöhten Haltbarkeit." Kann mir jemand den Satz erklären? Dass SSDs keine Vorteile haben, sobald man eine Systemfestplatte besitzt, vorausgesetzt, diese ist ein Flaschenhals? *lol*
  • quixx
    Anonymous sagte:
    "Mit einer internen Systemfestplatte als Flaschenhals entfalten SSDs nur den Vorteil der erhöhten Haltbarkeit." Kann mir jemand den Satz erklären? Dass SSDs keine Vorteile haben, sobald man eine Systemfestplatte besitzt, vorausgesetzt, diese ist ein Flaschenhals? *lol*


    Diese Haltbarkeit bezieht sich auf Wurftests.
  • quixx
    Zitat:
    Gerade in Zeiten von Verschlüsselungstrojanern ist es zudem sehr sinnvoll, wichtige Daten oder auch gleich die Spiegelung der Systemplatte als vom PC getrenntes Laufwerk vorzuhalten.


    Jup abstecken und nach 4Wochen gewissenhaften Backups mit immer an und abstecken vergisst das der Anwender schon mal für ein halbes Jahr.

    Wenn ich Verschlüsselbrecher wäre, würde ich zuerst die ersten Bytes der Archive des Backups nehmen, sofern die Platte immer dran hängt.
  • KalleWirsch
    Bin von Tomshardware deutlich bessere Qualität gewohnt.
    Advertorial für Samsung-SSDs?

    - Optische Datenträger fast gänzlich unterschlagen.
    - Festplatten sind nach wie vor der de-facto Standard für Backups
    - Die EVO (fast alle nur TLC-NANDs) kosten soviel wie bei Micron MLC-NAND-SSD.
    - Wenn man bei Backups Geschwindigkeit braucht, dann braucht man ein gutes Backup/Image-Programm. Das kann den Faktor 10 oder mehr ausmachen.

    Viele wichtige Informationen unterschlagen ...
  • _Don_
    Anonymous sagte:
    "Mit einer internen Systemfestplatte als Flaschenhals entfalten SSDs nur den Vorteil der erhöhten Haltbarkeit." Kann mir jemand den Satz erklären? Dass SSDs keine Vorteile haben, sobald man eine Systemfestplatte besitzt, vorausgesetzt, diese ist ein Flaschenhals? *lol*


    Das bedeutet, wenn dein Rechner eine Klassische Festplatte besitzt, bringt dir eine schnelle SSD als Backupmedium gar nichts im Bezug auf Geschwindigkeit. Da bleibt dann einzig nur noch die längere Haltbarkeit von SSD als Vorteil.
    Also kurz um, das Backup Medium muss nicht besser sein als die Festplatte von der das Backup gezogen wird.

    Optische Datenträger unterschlagen? Die Dinger sind schon lange völlig belanglos. Weil zu teuer, zu langsam, zu unsicher, zu klein. Habe seit Jahren kein Optische Laufwerk mehr, und habe es auch nie vermisst. Das DVD LW in meinem Laptop benutze ich als Ablageort für eine wichtige CD, zumindest glaube ich das, ich weis nämlich nicht mal mehr was da genau drauf ist. Ich glaube aber die liegt da drin weil wichtig.
  • quixx
    Anonymous sagte:


    Das DVD LW in meinem Laptop benutze ich als Ablageort für eine wichtige CD, zumindest glaube ich das, ich weis nämlich nicht mal mehr was da genau drauf ist. Ich glaube aber die liegt da drin weil wichtig.



    Ein Tipp von jemand, der eine wichtige CD bewacht und nicht mal weiß, warum die wichtig sei?

    Windows hat ab und an nicht den passenden USB-Treiber zur Installation, da spare ich Zeit, wenn ich einfach eine DVD nehme und nicht umständlich den Treiber downloade und auf (lol) Stick anbiete.