
Kabel gelten als Verbindunsmethode schon fast als altmodisch, bleiben aber nach wie vor der schnellste und einfachste Weg, um das Tablet an einen PC oder Mac angeschlossen zu bekommen und Inhalte zu laden. Leider war die erste Generation des Kindle Fire hierbei eine echte Enttäuschung, weil die Übertragung der Daten unglaublich langsam vonstatten ging: Der Kopiervorgang einer 2,8 GB große Filmdatei benötigte geschlagene 17 Minuten - eine Geschwindigkeit, die nicht weit von USB 1.1 entfernt ist.
Dieses Problem ist bei den neuen Tablets zum Glück beseitigt.
| USB Datenübertragung 2.8 GB H.264-MP4-Videodatei | ||
|---|---|---|
| durchschnittliche Übertragungsrate | Zeit (mm:ss) | |
| Amazon Kindle Fire, 1. Generation (Datenübertragung, Ebene Betriebssystem) | 2.76 MB/s | 17:14.615 |
| Amazon Kindle Fire, 2. Generation (Datenübertragung, Ebene Betriebssystem) | 7.58 MB/s | 06:17.324 |
| Amazon Kindle Fire HD (Datenübertragung, Ebene Betriebssystem) | 11.13 MB/s | 04:17.435 |
| Apple iPad 2 (iTunes) | 19.19 MB/s | 02:29.090 |
| Google Nexus 7 (Datenübertragung, Ebene Betriebssystem) | 10.07 MB/s | 04:44.235 |
Die beiden neuen Kindle-Tablets gehen bei der Datenübertragung sichtlich schneller zu Werke. Das zweite Kindle Fire benötigt für 2,8 GB große nur noch gute sechs Minuten, das Fire HD ist mit 11,13 MB/s sogar das aktuell schnellste Android-Tablets. Das iPad 2 jedoch unterbietet alle und benötigt gerade etwas mehr als die Hälfte der Zeit der Konkurrenten um den Film in seinen Speicher zu laden.
| Amazon Kindle Fire (1. und 2. Generation) | Amazon Kindle Fire HD | Apple iPad 2 | |
|---|---|---|---|
| NAND Chip | Samsung KLM8G2FEJA | Samsung KLMAC2GE4A | Toshiba TH58NVG7D2FLA89 |
| NAND Bus | eMMC v4.41 | eMMC v4.45 | Toggle 1.0 |
| NAND Bus Speed | 104 Mb/s | 200 Mb/s | 133 Mb/s |
Woher kommt dieser Unterschied bei der Übertragungsgeschwindigkeit zwischen der ersten und der zweiten Kindle-Generation und warum ist das iPad 2 so schnell?
Beinahe jedes Android-basierte Tablet, das wir bislang getestet haben, nutzt NAND-Flashspeicher im eMMC Format. Nur Apple setzt als einziger großer Hersteller auf höherwertigeren MLC-Speicher. Zudem setzt Apple auf eine Verwaltung der einzelnen Blöcke und ECC, eine automatische Fehlerkontrolle, die Übertragungs- und Speicherfehler versucht zu korrigieren.
Im Gegensatz dazu wird bei MMC-basierten Speicherlösungen die Verwaltung auf dem NAND-Level angesiedelt, sodass das Betriebssystem nicht mit eigenen Befehlen dazwischen funken kann. Das bedeutet aber auch, dass zahlreiche Funktionen, die vom Betriebssystem bereitgestellt werden, von den eMMC-NAND-Modulen nicht genutzt werden können. Dies verursacht jedoch einen spürbaren Mehrbedarf an Leistung.
Bei der ersten Generation des Kindle Fire griff Amazon überdies noch auf einen Mass-Storage-Class (MSC) USB-Treiber, der dafür sorgt, dass das Tablet sowohl unter Windows 7 als auch Mac OSX als externes Laufwerk erkannt wird. Das ist zwar ein echter Segen hinsichtlich der Systemkompatibilität, wirkt sich allerdings nachteilig auf die Performance aus.
Wie die meisten anderen Android-Tablets nutzen nun auch das neue Kindle Fire und Kindle Fire HD Microsofts Media-Transfer-Protokoll (MTP), was zu einem spürbaren Leistungssprung führt. Die beiden Tablets erscheinen als Plug-and-Play-Mediageräte in Windows 7, benötigen allerdings Android File Transfer um unter Mac OS X genutzt werden zu können.
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