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Testbericht Amazon Kindle Fire HD: Bücher-Tablet trifft auf starke Konkurrenz

Testbericht Amazon Kindle Fire HD: Bücher-Tablet trifft auf starke Konkurrenz
Von , Andrew Ku

Mit einem Preis von 199 Dollar versucht Amazon seinen Nutzern ein wertiges Tablet zu liefern, das hinsichtlich der Ausstattung allerdings hinter Googles Nexus 7 zurückbleibt. Lohnt sich der Kauf dennoch?

Ein hoher Preis ist nicht automatisch ein Indikator für ein gutes Tablet. Dies unterstrichen zuletzt ASUS und Google mit ihrem Nexus 7, das auch in unserem Test überzeugen konnte und zeigte, dass ein gutes Tablet keine Unsummen kosten muss. Außer dem Nexus-Tablet werden aber unterhalb der 300-Euro-Marke vor allem sehr günstige Flachrechner angeboten, deren zumeist veraltete Hardware nur wenig Performance bietet. Darüber hinaus wird die Funktionalität in vielen Fällen durch eine veraltete Android-Version oder einen Mangel an Speicher eingeschränkt.

Das Konzept, gute Hardware zu einem günstigen Preis hinter einem schlanken Display zu verbauen, stammt jedoch nicht von Google, sondern von Amazon. Das Kindle Fire kam vor etwas mehr als einem Jahr in den USA auf den Markt und kostete dort nur 199 Dollar - trotz eines schnellen Dualcore-Prozessors. Überdies gefiel das Tablet mit einer stark angepassten Android-Version, die einen schnellen Zugriff auf Amazons Angebot und somit eine gute Versorgung mit medialen Inhalten erlaubte. Die zweite Generation von Amazons Tablet-Serie ist nun Monate nach Googles Nexus 7 auch hierzulande erhältlich.

Und das Nexus 7 hat die Regeln deutlich verändert, haben es die daran beteiligen Hersteller doch geschafft, Hardware, die bisher in 500-Euro-Geräten verbaut wurde, in ein 200-Euro-Tablet zu integrieren. Dies hinterlässt auch bei den Preisen, die für die Amazon-Tablets aufgerufen werden, seine Spuren: Um konkurrenzfähig zu bleiben, wird das Kindle Fire für 159 Euro und das etwas besser ausgestattete Kindle Fire HD für 199 Euro angeboten.

Tablet
Betriebssystem
Bildschirmgröße
Auflösung
Preis zum Marktstart
Nexus 7 (8 GB)
Android 4.1 (Jelly Bean)
7"
1280x800
199 €
Nexus 7 (16 GB)
Android 4.1 (Jelly Bean)7"1280x800249 €
Kindle Fire (8 GB, erste Generation)
Customized Android 2.3 (Gingerbread)7"1024x600
199 $ (war hierzulande nicht erhältlich)
Kindle Fire (8 GB, zweite Generation)
Customized Android 4.0 (ICS)
7"
1024x600
159 €
Kindle Fire HD (16 GB)
Customized Android 4.0 (ICS)7"
1280x800
199 €


Dabei ist das Kindle Fire, das Einsteigermodell, nicht nur günstiger, sondern auch deutlich schneller geworden. Der Prozessor leistet nun eine Taktfrequenz von 1,2 GHz - das sind 200 MHz mehr als beim Vorgänger - und besitzt mit 1 GB einen doppelt so großen Arbeitsspeicher. Zudem setzt der Hersteller auf Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) als Betriebssystem, das der ersten Generation versperrt bleibt. Amazon will hierfür kein Upgrade bereitstellen.

Der Schritt zum neuen Flaggschiff der Serie, dem Kindle Fire HD, ist kein übermäßig großer: Hinter dem mit 1280 x 800 Pixeln auflösenden Display steckt ebenfalls eine 1,2 GHz schnelle Dualcore-CPU, die auf einen 1 GB großen Arbeitsspeicher zugreift. Der Prozessor ist im neuen Modell jedoch ein OMAP 4460 von Texas Instruments, während im Kindle Fire ein OMAP 4430 genutzt wird - der ersterem jedoch größtenteils gleicht und vor allem bei der GPU Abstriche machen muss. Mit Android 4.0 wird bei dem Tablet auch das gleiche Betriebssystem vorinstalliert.

Spezifikationen
Länge
Breite
Höhe
Bildschirmgröße
Auflösung
Seitenverhältnis
Gewicht
Google Nexus 7
198.5 mm
120 mm
10.45 mm7”1280x80016:10340 g
Amazon Kindle Fire
(1. und 2. Generation)
190 mm120 mm11.4 mm7"
1024x60016:10
400 g
Amazon Kindle Fire HD
193 mm
137 mm
10.3 mm7"
1280x800
16:10
390 g
Apple iPad 2 (3G)
241.2 mm
185.7 mm
8,8 mm
9.7"
1024x7684:3
610 g
Apple iPad 3 (3G)
241.2 mm185.7 mm9,4 mm
9.7"
2048x1536
4:3
662 g
Motorola Xoom
248.9 mm
167.6 mm
12,7 mm
10.1"
1280x80016:10
730 g
Samsung Galaxy Tab 10.1
256.7 mm
175.3 mm
8.6 mm10.1"
1280x80016:10
590 g


Obwohl sich das Innenleben der zweiten Kindle-Generation verändert hat, bedeutet das noch längst keine Veränderungen an der Fassade: Das Gehäuse ist das gleiche wie bei seinem Vorgänger. Das bedeutet auch, dass Kritikpunkte, die schon bei der ersten Generation ausgemacht wurden, bei der zweiten bestehen bleiben. Für ein 7"-Tablet sind die Kindles nicht nur vom Format üppig, sondern auch recht schwer. Doch nicht nur ihre ähnlich großzügigen Abmessungen, auch ihre anderen physischen Merkmale sorgen dafür, dass man die beiden auf den ersten Blick nicht auseinander halten kann sondern schon den Powerknopf bemühen muss, um zu sehen mit welcher Fire-Generation man es zu tun hat.

Das kann einem beim Kindle Fire HD nicht passieren, denn es steckt in einem anderen Gehäuse - und das gefällt deutlich besser. Das Kindle Fire HD ist zwar nur unwesentlich leichter und schlanker, hält sich aber dennoch besser in den Händen. Weniger gut gefiel uns aber, dass das Fire HD aufgrund seiner größeren Breite über die Nicht-HD-Variante und das Nexus 7 hinausragt. In manchen Situation hat der breite Rahmen allerdings durchaus auch etwas Praktisches: Beim Halten des Tablets kommt man kaum mit dem Daumen versehentlich auf die Displayfläche, sodass ungewollte Touch-Eingaben ausbleiben.

Zurück zum Kindle Fire der zweiten Generation: Abgesehen vom Power-Knopf besitzt das Tablet - wie schon der Vorgänger - keine physischen Tasten. Im Gegensatz dazu regelt man beim HD die Lautstärke über echte Tasten, die an der oberen Stirnseite zwischen dem Powerknopf und der Kopfhörerbuchse untergebracht ist.

Home-Entertainment-Fans versucht das Kindle Fire HD mit einer Micro-HDMI-Schnittstelle (Typ 4) zu gefallen, welche die Möglichkeit eröffnet, das Tablet ohne größere Schwierigkeiten an einen HD-Fernseher anzuschließen. Natürlich hofft Amazon so dem Nutzer höher aufgelöste Filme verkaufen zu können. Man sollte bei einer solchen Benutzung jedoch nicht vergessen, auch das Ladekabel einzustecken, denn das Filmvergnügen lässt den Akku verhältnismäßig schnell leer werden.

Insgesamt können die Lautstärke-Wippe und der HDMI-Ausgang nicht wirklich beeindrucken, schließlich gehören diese Features bei so ziemlich jedem anderen Tablet schon zum Standard. Dies gilt jedoch nicht für die beiden Lautsprecher, von denen Amazon verspricht: "Exklusive Dolby-Audio-Technologie und Dual-Stereo-Lautsprecher sorgen für einen virtuellen Surround-Sound, der unter die Haut geht". Sie kommen zum Vorschein, wenn man die gummierte schwarz Plastikabdeckung auf der Rückseite entfernt. Hält man das Tablet im Querformat, lassen sich die Lautsprecher in den beiden Seitenstreifen erkennen.

Nach wie vor sind die beiden Klangkörper recht klein. Prinzipiell sind sie kaum anders als das, was in aktuellen Ultrabooks verbaut wird. Und damit ist klar, dass Abstriche bei der Klangqualität gemacht werden müssen. Immerhin hat der Bass beim Abspielen von Musik tatsächlich eine gewisse Tiefe, auch wenn man gerade hierbei eher auf Kopfhörer zurückgreifen wird. Anders beim Filmschauen. Hier soll bei der Wiedergabe durchaus auch auf zusätzliche Boxen verzichtet werden können. Allerdings ist Qualität bei der Wiedergabe der einzelnen Dialoge nicht gerade berauschend. Dafür klingen die Sound-Effekte wirklich brauchbar. Dennoch, im Vergleich zu konkurrierenden Tablets können die Lautsprecher des Kindle HD mit einer guten Leistung punkten.

2 Kommentare anzeigen.
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  • Brat , 6. November 2012 10:50
    also fassen wir das mal zusammen: tablet = nutzlos
  • Launebaer , 7. November 2012 00:01
    letzte Seite - fazit - Satz doppelt:

    Dabei reicht die Kritik über die CPU oder GPU hinaus. Zwar verbessert Amazon die Qualität der WLAN-Verbindungen deutlich, allerdings nur beim Kindle Fire HD. Die zweite Generation des Kindle Fire ist nach wie vor etwas langsamer als das Nexus-7-Tablet. Dabei reicht die Kritik über CPU und GPU hinaus. Die WLAN-Verbindungen zeigen sich nur beim Kindle Fire HD verbessert, das Kindle Fire der zweiten Generation ist dagegen etwas langsamer als das Nexus 7.