Lenovo übernimmt Motorola von Google

Nicht lange ist es her, da wurde der schwächelnde Konzern Motorola von Google aufgekauft. Die Firma hatte vor der Übernahme 2012/2013 keine wirklichen Top-Smartphones, die Motorola einen Platz an der Spitze hätten bescheren können. Der letzte große Hit war das Klapphandy Motorola RAZR V3, welches für damalige Zeiten sehr dünn war. 2008 ging es dann vom Umsatz auf eine extreme Talfahrt, 39% wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger eingenommen. Mit der Übernahme von Google ging es wieder teilweise nach oben. Im letzten Jahr brachte der Konzern zwei Smartphones mit Android heraus, zum einen das Moto X, welches im High-End-Bereich einzuordnen ist. Das Moto G kam am Ende des Jahres in die Verkaufsregale und zeigte der Konkurrenz, wie ein gutes und günstiges Telefon auszusehen hat.

Sowohl vor als auch nach der Übernahme schob Motorola Verluste. Warum sich der Kauf trotzdem gelohnt hat, liegt nicht an der Hardware: Motorola war maßgeblich an der Weiterentwicklung von Mobilfunktechniken beteiligt. Rund 17.000 Patente und weitere 6.800 Anträge wechselten den Besitzer. Der Wert dieser ist nicht materiell zu errechnen, lohnt sich aber direkt auf drei Arten. Zum einen müssen keine Patentgebühren für Telefone bezahlt werden, die von Motorola-Techniken betrieben werden. Weiterhin könnte Google die 2012 erworbenen Rechte gegen andere Konzerne nutzen. Nummer drei ist, dass die Patente gesichert sind - wären sie bei Microsoft gelandet und hätte Motorola etwa Surface-Tablets produziert, würden Patentgebühren an einen der größten Konkurrenten fließen. Microsoft sollte aber mit dem Kauf von Nokia erst einmal ausgesorgt haben.

Eben dieser wichtige Teil der Patente wechselt bei dem Deal mit Motorola nur teilweise. Nur die Abteilung "Motorola Mobility" sowie rund 2000 Patente werden weitergegeben, das heißt, die Firma mit nur einem geringen Teil des ursprünglichen geistigen Eigentums. Gemessen an der finanziellen Lage Motorolas ist das trotzdem noch ein angemessener Deal. Im letzten Quartal verlor der schwächelnde Hersteller rund 250 Millionen Dollar, eine nicht zu verachtende Summe. Lenovo, der Käufer, ist derzeit damit beschäftigt, ein umfangreiches Smartphoneportfolio für Europa auf die Beine zu stellen. Zum MWC (Mobile World Congress) werden weitere Handys des Herstellers erwartet, unter anderem eines mit einem 2K-Display. Lenovo ist im Fertig-PC-Bereich Weltmarktführer und befindet sich auch mobil auf dem Vormarsch. Erst vor kurzem wurde ein All-In-One auf Basis von Android vorgestellt. Auch im Tabletbereich ist Lenovo schon stark vertreten. Sollte der Deal ohne Probleme mit den Aktionären sowie den Staaten China und den USA vonstatten gehen, wechselt ein Betrag von 2.91 Milliarden Dollar den Besitzer.

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2 Kommentare
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  • Tesetilaro
    hm, aus meiner sicht bekommen wir dann entlich preiswerte und brauchbare medion phones in die aldi märkte... supi :DScherz beiseite - Lenovo macht vieles richtig - wir werden sehen ob es brauchbare mobile phones aus dieser richtung geben wird *g*
  • Derfnam
    Ob die wohl aprilfrisch duften^^?