Fehlkonfiguriert: Lenovo hält Linux vom Yoga-Notebook fern

Linux auf Desktop-PCs - insbesondere auf Notebooks - ist eigentlich ein Phantom. Im Juli wurde das Betriebssystem auf gerade einmal 1,42 Prozent aller PC-Systeme genutzt. In den Augen vieler private Anwender gilt es immer noch als kompliziert und für professionellere Einsatzzwecke konzipiert - und Gamer müssen sowieso mit massiven Einschränkungen leben.

Ein anderer, nicht unwesentlicher Grund für die geringe Verbreitung dürfte in der mangelnden Unterstützung durch die PC-Hersteller liegen. Komplettrechner werden bis auf wenige Ausnahmen mit einem vorinstallierten Windows verkauft - und die meisten Mainstream-Nutzer haben wenig Interesse, daran im Nachgang etwas zu ändern. Und diejenigen, die es doch tun wollen, beißen schnell auf Granit, weil Treiber für bestimmte Komponenten wie WLAN- oder Audio-Chips fehlen.

Wenn es bei Treiberproblemen in manchem Fall noch Lösungen in Foren o.ä. gibt, zeigen sich Lenovo-Notebooks gänzlich unwillig, das freie Betriebssystem aufzunehmen. Das wurde nun am Beispiel des Yoga 900 ISK2 deutlich und gilt wohl auch für das Yoga 900 S und das Yoga 710 S: Der Hersteller setzt hier auf eine eigene Konfiguration des Datenspeichers, bei der die SSD als eine Art RAID angelegt und damit von Linux im Installationsprozess nicht mehr erkannt wird.

Nach Angaben von Lenovo soll durch die RAID-Konfiguration des Speichers die Geschwindigkeit gegenüber einer AHCI-Konfiguration steigen.

Kommuniziert wird dieser Umstand jedoch nicht. Vielmehr wollten die Chinesen zunächst Microsoft als Schuldigen hinstellen und erklärten, dass es sich bei der Windows-10-Installation um eine Signature Edition handelt, die aufgrund einer Vereinbarung mit Microsoft vor Zugriff geschützt werden müsse. Nachdem die Redmonder dieser Darstellung widersprachen, sollte nun den Linux-Entwicklern der Schwarzen Peter zugeschoben werden, die für entsprechende Treiber sorgen müssten.

Wenn Linux auf dem Notebook genutzt werden soll, dann empfiehlt es sich, einen entsprechend vorkonfigurierten Klapprechner von Spezialisten wie Tuxedo oder auch Dell zu kaufen. Wer mit dem Gedanken spielt, zu einem späteren Zeitpunkt auf das Betriebssystem zu wechseln, sollte sich schon beim Kauf zweimal überlegen, ob Lenovo hier der richtige Anbieter ist.

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4 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • amd64
    "Der Hersteller setzt hier auf eine eigene Konfiguration des Datenspeichers, bei der die SSD als eine Art RAID angelegt ... wird."

    Cool ... Lenovo hat jetzt Raid Geschwindigkeit. Welcher Marketingfuzzi das wohl verbrochen hat?
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  • capparezza
    Da würde mich mal der technische Hintergrund interessieren. Die Erklärung nicht gerade vertrauenswürdig. Was soll bitte "eine Art RAID" sein??? Lenovo, raus mit den Details!

    Evtl. ist das aber auch nur so ein "Bogus"-Treiber, den nur Win10 zur Verfügung stellen kann damit man ja nix anderes auf dieser Gurke installiert. Steckt also doch nur Microsoft dahinter? ;)
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  • ShieTar
    "Eine Art RAID" = JBOD, mit B=1. Also quasi JOD, "Just One Drive" ;-)
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