LG Bello II: Wer wenig zahlt, kann wenig erwarten

Prozessor, Speicher & Akku

Erträgliche Leistung im Alltag

Wenn der Endkundenpreis günstig und die damit in Aussicht gestellte Perfomance niedrig ist, greifen Hersteller nach wie vor gerne auf Chips von Mediatek zurück - und das ist bei LG nicht anders. Die Koreaner setzen beim Bello 2 auf den MT6582 - einen Vierkern-Prozessor, der aus 1,3 GHz schnellen Cortex-A7-Kernen zusammengesetzt ist. Für die grafischen Berechnungen wird bei dem SoC auf eine Mali 400MP2 vertraut. Der Arbeitsspeicher ist ein Gigabyte groß.

Leistungsanbeter werden bei derartigen Daten nur milde lächeln, denn mit einer solchen Hardware lässt sich heutzutage eigentlich kein Blumentopf mehr gewinnen. Allerdings kann Verzicht auch für Entlastung sorgen: Das schichte LG-Smartphone läuft erstaunlich flüssig - und das nicht zuletzt aufgrund des niedrig aufgelösten Displays, das selbst für die betagte, aus zwei Grafikeinheiten bestehende Mali-400-GPU keine große Herausforderung darstellt. Dazu muss der Nutzer allerdings zu einer Einschränkung der eigenen Ansprüche bereit sein. Gerade anspruchsvolle Apps machen dem SoC spürbar zu schaffen.

Dies spiegelt sich auch in den Benchmark-Ergebnissen wieder: Die erreichten Werte bewegen sich durchweg auf niedrigem Niveau, verlangen aber nach einer Relativierung. So wird die GPU im Alltag aufgrund der schwachen Auflösung des Bildschirms nur selten ans Limit getrieben, die fehlende Performance gegenüber leistungsfähigeren Grafikeinheiten fällt damit weniger ins Gewicht.

Somit läuft das Smartphone bei der alltägliche Nutzung deutlich flotter als zunächst vermutet - zumindest so lang keine Apps genutzt werden, die die Hardware überfordern. Auch wenn anspruchsvolle Spiele installiert und auch ausgeführt werden können, ist das Bello II alles andere als fürs Gaming geeignet.

Benchmarks:
LG Bello II
Honor 7
Huawei Mate S
ZTE S6 Blade
Antutu v5.7.1:
20.111 Punkte47.902 Punkte51.911 Punkte28.550 Punkte
3D Mark Firestorm Extreme:1915 Punkte7837 Punkte6122 Punkte5593
5504
Geekbench Single Core:
346 Punkte952 Punkte937 Punkte659 Punkte
Geekbench Multi Core:
1085 Punkte3730 Punkte3957 Punkte2459 Punkte
PC Mark for Android:
2999 Punkte4567 Punkte5222 Punkte2703 Punkte
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.1 (Onscreen):-
5,0 fps4,5 fps-
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.1 (Offscreen):-
4,4 fps3,8 fps-
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.0 (Onscreen):
-
7,8 fps6,7 fps11 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.0 (Offscreen):-
7,5 fps6,2 fps5,7 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex ES 2.0 (Onscreen):9,1 fps13,6 fps11,6 fps24 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex ES 2.0 (Offscreen):4,1 fps12,6 fps10,8 fps14 fps
Google Octane 2.0:2412 Punkte4876 Punkte3674 Punkte2933 Punkte
Rightware Browsermark 2.1:1039 Punkte1876 Punkte953 Punkte1257 Punkte
JetStream 1.1:
15866 Punkte32.868 Punkte
18.568 Punkte
Webxprt 2015:
44 Punkte84 Punkte67 Punkte
53 Punkte

Speicher: microSD-Karte fast Pflicht

Der Datenspeicher gilt schon seit jeher als eine der Möglichkeiten, um Geräteklassen voneinander abzugrenzen. Dementsprechend steckt im Bello II gerade mal ein acht Gigabyte großer Speicher. Davon werden 4,11 Gigabyte als frei verfügbar angezeigt, wobei mit dem ersten Start auch dieser schon von Daten im Umfang von etwa einem Gigabyte verringert wird.

Schon nur für das Installieren von Anwendungen ist der Speicherplatz alles andere als üppig, zumal diese auch dann einen Eintrag im internen Speicher verlangen, wenn sie auf eine microSD-Karte verschoben werden. Der Kauf einer zusätzlichen Speicherkarte wird damit fast unumgänglich, wenn größere Foto- oder Musiksammlungen auf dem Gerät vorgehalten werden sollen.

Andro Bench
LG Bello II
Honor 7
Huawei Mate S
Motorola Moto X Play
Acer Liquid Jade Z Plus
LG G Flex 2
Sequential Read:
131 MByte/s139,2 MByte/s143,94 MByte/s141,04 MByte/s276,02 MByte/s215,74 MByte/s
Sequential Write:8,06 MByte/s39,6 MByte/s92,31 MByte/s53,04 MByte/s38,15 MByte/s73,26 MByte/s
Random Read:4388,84 IOPS5770,8 IOPS7566,61 IOPS4847,84 IOPS8158,17 IOPS4947,24 IOPS
Random Write:
1351,98 IOPS2850,83 IOPS4959,62 IOPS3453,38 IOPS1560,74 IOPS2960,86 IOPS

Schwache Hardware, lange Laufzeiten?

Die vergleichsweise leistungsarme Hardware lässt vor allem auf eines hoffen: Dank des für ein schlichtes Einsteiger-Smartphones recht großen - und wechselbaren - Akkus, der eine Kapazität von 2540 mAh bereithält, sollte das Bello II eigentlich zu einem echten Langläufer werden und deutlich mehr als einen Tag ohne zwischenzeitliches Nachladen überstehen. Zumal die Cortex-A9-Kerne als die Stromsparkerne von ARM gelten und nicht etwa vom aktuell sehr populären Cortex A53, sondern vom erst kürzlich vorgestellten Cortex A35 offiziell abgelöst wurden.

Doch in der Praxis sind die Leistungen wenig überzeugend: Nach einer Stunde im Browser wird die energetische Restmenge noch mit gerade mal 69 Prozent angegeben. Die auf den Rennstrecken von Asphalt 8: Airborne verbleiben nach einer Stunde nur noch 68 Prozent der mitgeführten Reserven im Akku.

Beim Abspielen eines Full-HD-Videos schaltet sich das Smartphone nach sechs Stunden und 47 Minuten ab. Und das bestätigt die Tendenz, die sich schon in den beiden Stunden-Tests gezeigt hat: Ein echter Langläufer ist das Bello II nicht.

Google hat sein Android mittlerweile soweit optimiert, dass das Abspielen von Videos insgesamt schon deutlich Akku-schonender von statten geht als in früheren Tagen. Der von LG verbaute Akku ist im Vergleich recht groß, die Cortex-A7-SoCs gelten als sehr effizient und auch die schwache Auflösung des Displays und damit die geringere Last der GPU sollte das ihre beitragen. Im Vergleich: Das HTC Desire 626 mit einem deutlich kleineren 2000-mAh-Akku hielt im Videodauertest mehr als eine halbe Stunde länger durch.

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