LG G Flex im Test: Highend-Smartphone mit Kurvenfaktor

Sind gebogene Bildschirme die Zukunft des Smartphones oder handelt es sich um einen überflüssigen Versuch, der noch schnell die Entwicklungskosten einspielen soll? Wir schauen uns LGs G Flex einmal genauer an.

Man könnte meinen, die spinnen die Koreaner: Erst verklickern sie der ganzen Welt, das ein Smartphone erst dann gut ist, wenn es nicht mehr in die Hosentasche passt - und dann biegen sie diese Phablets genannten Geräte, damit die Usability (so heißt die Benutzerfreundlichkeit heutzutage im Marketing-Sprech) verbessert wird, weil man hinsichtlich der Gerätegröße die Grenze der sinnvollen Bedienbarkeit erreicht hat.

Mit dem G Flex bringt LG erstmals in Deutschland ein Smartphone mit einem sogenannten Curved-Display heraus - ein Smartphone also, dass minimal gebogen ist. Damit wird die Gerätekategorie zwar sicherlich nicht revolutioniert, doch wie groß sind die Effekte tatsächlich?

Highend-Technik im selbstheilenden Gehäuse

Das G Flex soll die Kompetenzen von LG als Innovationsträger im Bereich mobiler Endgeräte unterstreichen und so verspricht das Datenblatt des G Flex bei der Ausstattung das Feinste vom Feinen.

Dies beginnt schon bei der Außenschale, die einen sechs Zoll großen Bildschirm mit der markanten Biegung beherbergt: Dank einer besonderen Beschichtung soll sie sich von üblichen Gebrauchsspuren des Alltags - etwa vom schabenden Schlüssel in der Hosentasche verursacht - selbst heilen können.

Auch hinsichtlich der weiteren Hardware lässt der Hersteller nichts anbrennen. Als Prozessor kommt ein Qualcomm Snapdragon 800 zum Einsatz, der Datenspeicher stellt ein Volumen von 32 GByte bereit und für Fotos und Videos zeichnet sich ein Kamerasensor mit der satten Auflösung von 13 Megapixeln verantwortlich.

Wenig Bemühungen bei der Software

So sehr die Koreaner auch mit der Hardware beeindrucken wollen (und können) - bei der Software-Ausstattung leisten sie sich Schnitzer. Dies beginnt schon beim Betriebssystem: Auf dem als Flaggschiff gefeierten G Flex wird vorab Googles Android in der Version 4.2.2 installiert, das vor einem Jahr heraus gebracht wurde (das Update 4.2.2 wurde am 13. Februar 2013 veröffenticht).

Seither gab es mit den Versionen 4.3 und 4.4 zwei größere Versionssprünge - und zumindest 4.3 sollte man auf einem Gerät dieser Kategorie schon erwarten können. Aber die Aktualität des Betriebssystems gehörte ja noch nie zu den großen LG-Stärken und so müssen sich künftige Besitzer vermutlich noch etwas gedulden, bis eine Aktualisierung auf eine höhere Android-Version erfolgt.

Auch darüber hinaus kann die mitgelieferte Software nicht vom Hocker reißen: So wird beispielsweise Polaris Office 5 nur als Viewer, also nicht als vollwertiges Office-Paket installiert. Das ist nicht nur unverständlich (immerhin sollte ein Smartphone dieser Größe doch durchaus im Produktiveinsatz überzeugen), es ist bei einem Gerätepreis von derzeit rund 600 Euro schon fast ein Armutszeugnis.

Technische Daten Testgerät
Modell:LG G Flex
Betriebssystem:
Android 4.2.2
Display:
6 Zoll, pOLED-Display, 1280 x 720 Pixel
CPU:
Qualcomm Snapdragon 800 (MSM8974), 4x 2,26 GHz
GPU:
Adreno 330
Arbeitsspeicher:
2048 MByte
Interner Speicher:
32 GByte
Externer Speicher:
-
WLAN:
802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth:
4.0
Funknetze:
GSM 850/900/1800/1900
UMTS 850/1900/2100
LTE 850/1800
Datennetze:
GPRS/EDGE/HSDPA/HSUPA/HSPA+
Kamera:
Front: 13-MP-Kamera, Full-HD-Videoaufzeichnung
Rear: 2,1-MP-Kamera
Akku:
3500 mAh
Abmessungen:
16,05 x 8,16 x 0,87 cm
Gewicht:
177 g
Straßenpreis:
ca. 600 Euro
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1 Kommentar
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  • Und ist demnächst als Schnapper zu kriegen, weil es nicht gekauft wird..LG haute es raus, nicht wie Apple die es lieber hinther lieber wieder einstampfen..Hörte was von 3 Mio 5C die in Asien auf halde liegen..
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