LG G4: Flaggschiff-Update ohne echte Überraschungen

Wirkliche Aufregung produziert die Vorstellung eines "normalen" neuen High-End-Smartphones - abgesehen vielleicht von den iPhones - heutzutage kaum noch, man muss schon mit etweas Besonderem kommen. Selbst Samsung hat sich beim Galaxy S6 Edge mächtig ins Zeug legen müssen, um schon äußerlich mit dem an den Seiten abgerundeten Display Aufmerksamkeit zu generieren.

Für selbige sollen bei LGs G4 die schon vorab bekannt gewordenen Lederhüllen sorgen, die den Smartphones einen edlen Anstrich verleihen. Hinsichtlich der technischen Neuerungen soll der neue Bolide mit einer Vielzahl von kleineren Verbesserungen punkten; eine revolutionäre neue Technik sucht man aber vergebens.

Optisch folgt das G4 dem G Flex 2 und zeichnet die gebogene Form nach, ohne dabei jedoch mit einem gebogenen Bildschirm aufzuwarten. Dafür setzt der Hersteller beim Display auf ein sogenanntes IPS-Quantum-Panel, das nicht nur deutlich heller sein, sondern auch eine um 20 Prozent verbesserte Farbwiedergabe aufweisen soll. Die Diagonale von 5,5 Zoll bleibt genauso unangetastet wie die Auflösung von 2560 x 1440 Bildpunkten.

In Sachen Hardware wurde das Flaggschiff einmal mehr auf den Stand der Zeit gehoben: Im Inneren verbaut der Hersteller als SoC einen Snapdragon 808 aus dem Hause Qualcomm, der mit vier Cortex-A57- und vier Cortex-A53-Kernen ausgestattet ist. Im Gegensatz zum Snapdragon 810 ist die GPU jedoch etwas schwächer, denn an Stelle der Adreno 430 wird in diesem Falle eine Adreno 418 verbaut.

Zudem unterstützt der Speicher-Controller lediglich Speichermodule nach der LPDDR3-Spezifikation, DDR4-Support bleibt ebenfalls der etwas höherwertigen Variante der Qualcomm-Chips vorbehalten.

Immerhin ist der integrierte RAM mit drei Gigabyte nicht eben klein (aber "nur" klassenüblich), auch der Datenspeicher ist mit einer Größe von 32 Gigabyte und der Möglichkeit, diesen mit Hilfe einer microSD-Karte nach SDXC-Standard zu erweitern, ausreichend groß dimensioniert. Zudem spendiert Google den G4-Nutzern 100 Gigabyte Speicherplatz im Cloud-Speicher Google Drive.

Für die Kommunikation unterwegs bringt das SoC ein X10 genanntes LTE-Modem mit, das auf Basis der Kategorie 7 funkt und eine Download-Geschwindigkeit von 300 MBit/s bewerkstelligt - höhere Geschwindigkeiten können die Provider hierzulande aktuell auch nicht bieten.

Außerdem an Bord: WLAN nach ac-Standard, Bluetooth 4.1, ein NFC-Chip und Miracast. Dank Mirrorlink soll sich das Smartphone ohne Probleme in die Infotainment-Architektur von Fahrzeugen einfügen. Für die Entwicklung sind die Koreaner eine Kooperation mit Volkswagen eingegangen.

Trotz des leistungsfähigeren SoCs verspricht der Hersteller eine deutlich längere Laufzeit im Vergleich zum Vorgänger: Sie soll um 20 Prozent steigen. Dank dem 3000 mAh starken Akku soll der Nutzer problemlos einen Arbeitstag überstehen können, ohne zwischenzeitlich nach einem stationären Stromanschluss suchen zu müssen.

Einmal mehr wird auch die Kamera als eines der zentralen Merkmale genannt, die beim neuen G4 verbessert wurden. Die Hauptkamera löst weiterhin mit 16 Megapixeln auf und auch der Laser-Focus wurde beibehalten, der das Motiv in weniger als 0,3 Sekunden scharfstellen soll. Besser soll nun die Lichtempfinglichkeit sein; die Offenblende wird mit f/1,8 angegeben.

Ein eigener Farbspektrum-Sensor, der die Farben auf Infrarot-Basis analysiert, soll zu deutlich besserer Farbrealität bei den aufgenommenen Bildern führen. Zudem soll eine überarbeitete Kamera-Software dem Nutzer mehr Möglichkeiten bieten. An der Front werden Selfies mit einer Auflösung von acht Megapixeln und einer Lichtstärke von f/2,0 geschossen.

Um dem Fotografen mehr Möglichkeiten bei den Aufnahmen zu ermöglichen, wurde auch die App weiterentwickelt und um zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten erweitert. Zudem soll eine neue Galerie die Bilderverwaltung erleichtern.

Auch die hauseigene UX-Oberfläche ist neu und trägt nun die Versionsnummer 4.0; sie verpasst dem darunter liegenden Android 5.1 eine eigene Optik.

Bedeckt hielt sich LG allerdings hinsichtlich der Preise und Verfügbarkeit. Es kann davon ausgegangen werden, dass das G4 hierzulande noch im Mai auf den Markt kommt.

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3 Kommentare
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  • samserious
    Schade, dass LG immer weniger im Mittelpunkt steht. Von der Verarbeitung her (was Robustheit anbelangt) sind immer sehr gut gewesen. Vielleicht nicht aus edlem Aluminium, dafür sind sie mir bisher auch noch nicht verbogen und sie haben keine Rückseite aus Glass, nur um eine rutschigere Handhabung und eine Bruchstelle mehr bieten zu können.
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  • grany
    ich war mit meinem Nexus4 von LG echt super zufrieden. Aber Die bringen ja keine echten Innovationen mehr....
    Womit wollen die sich denn vom Wettbewerb abheben ?
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  • samserious
    Ähm, seit wann bringt LG keine Innovationen mehr? Muss ich wohl verpasst haben. Wer war noch gleich der erste große Hersteller mit einem Smartphone mit Displayauflösung jenseits der FHD? Und auch darüber hinaus fällt mir schon einiges ein:
    - die Lederrückseite (auch wenn Motorola das auch bereits hatte, ja okay) vom G4
    - den "Laserfokus" seit dem G3
    - das LG G Flex (und seit der Weiterentwicklung als G Flex 2 sogar ziemlich gut verwendbar)
    - die Wiedereinführung von Infrarot, um das Handy als Fernbedienung nutzen zu können
    - die Tasten auf der Rückseite
    - das G2 damals als eines der ersten Handys mit 192/24er Audiointerface und USB-DAC-Support

    Zudem sind sie einer der wenigen Hersteller, bei dem fast alle Geräte einen austauschbaren Akku und einen SIM-Slot bieten. Auch hat man bei LG wohl festgestellt, dass Handys aus Polycarbonat durchaus sogar robuster sein können als solche aus Alu oder gar mit Glass-Rückseite.

    Sie haben es aber nie geschafft, sich als die Handymarke schlechthin zu positionieren. Viele denken ja mittlerweile (insbesondere in den Staaten), Android gehöre zu Samsung, und es gäbe nur die Wahl zwischen Apple und Samsung alias Android. Dann am besten die Iphone-Vorderseite mit Rissen verzieren, Beatskopfhörer aufsetzen, Leute anpöbeln und schon ist man voll im Trend. :fou:

    Aber um nochmal zum Thread zurückzukommen, ich finde es zum Teil sogar sinnvoller, bestehende Produkte zu optimieren, als immer neuen Kram auf den Markt zu werfen, der sich dann halt auchmal in der Hosentasche verbiegen kann. Außerdem hat das S6 Edge gegenüber dem normalen S6 ja auch nur den scheinbar nutzlosen Knick als Vorteil (und das edle und empfindliche äußere).
    Nur kann man leider mit konsequenter Weiterentwicklung alleine nicht die Werbetrommel effektiv rühren.
    Firmen wie FractalDesign und Noctua haben ihre Produkte über viele Jahre beständig leicht optimiert, zugegebenermaßen, dass sind auch weniger schnelllebige Branchen als Handys, dennoch ist das für den Kunden sicher sinnvoller, als ständig neuer "revolutionärer" Kram auf den Markt zu werfen, der bei Verkauf noch gar nicht ausgereift war, wie sich aber immer erst hinterher herausstellt.

    Wichtig ist immer eine gelungene Mischung aus Detailoptimierung UND neuen Innovationen.
    Nur witzig, dass sich leute über das Rebrand der Radeon aufregen, während sie sich gleichzeitig ihr (gefühlt) zwanzigstes Assasin's Creed kaufen, ohne die Ironie zu bemerken.
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