LG G5: Oberklasse-Smartphone mit Akku-Schublade

Gehäuse, Display & Ton

Hält die Schublade?

Von einem Smartphone der Oberklasse muss generell eine hohe Verarbeitungsqualität erwartet werden. Beim LG G5 darf auf diese allerdings besonderes Augenmerk geworfen werden, denn der austauschbare Akku sitzt in diesem Fall nicht hinter einer leicht zu entfernenden Rückseite. Der Hersteller vertraut vielmehr auf eine Schublade unterhalb des Bildschirms, die mit Hilfe einer unscheinbar in die Seite integrierten Taste entriegelt wird.

Die Haltbarkeit des Mechanismus ist gut. Das Akkufach lässt sich nicht mit Gewalt aufreißen, zudem klappert es nicht und wirkt zumindest bei dem recht neuen Testgerät in keinster Weise wackelig. Inwieweit es um die langfristige Haltbarkeit bestellt ist, lässt sich an dieser Stelle nur schwer abschätzen; grundsätzlich wirkt die Umsetzung aber solide.

Dies gilt auch für das restliche Gehäuse, dessen Rückseite aus einer Mischung aus Metall und Kunststoff besteht und rundum solide wirkt.

Nicht gerade kompakt

Gleichzeitig findet man hier eine große Änderung im Vergleich zu den letzten Modellen: Während früher auf dem Geräterücken unterhalb der Kameralinse die Lautstärkewippe die Power-Taste (die nun übrigens einen sehr guten Fingerabdruckscanner integriert) einrahmte, wurde die Einheit nun wieder getrennt: Ein- und ausgeschaltet wird das Smartphone an gewöhnter Stelle, die Lautstärkewippe ist jedoch beim G5 wieder in der (linken) Seite integriert.

Mit einer Displaygröße von 5,3 Zoll wirkt das Smartphone alles andere als schmächtig; die Grundfläche von 14,9 x 7,4 cm sowie eine Bauhöhe von fast neun Millimetern und ein Gewicht von 159 g sind in zart besaiteten Händen schon recht viel und dürften bei manchen Anwendern den Wunsch nach etwas Kompakteren aufkommen lassen. Andere User werden das Smartphone dagegen schätzen, denn nicht jeder frönt dem Schmalheitswahn.

Aber im Vergleich hat das Huawei P9 hat nur ein um 0,1 Zoll kleineren Bildschirm, wirkt aber nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Bauhöhe und des geringeren Gewichts deutlich kompakter.

Display: Hohe Auflösung, aber recht dunkel

Mit einer Ddisplaydiagonale von 5,3 Zoll gehört das LG G5 schon zu den größeren Modellen unter den Smartphone-Flaggschiffen: Sowohl das HTC 10 als auch das Huawei P9 und das Samsung Galaxy S7 fallen dahinter zurück, erst das Galaxy S7 Edge distanziert sich wieder mit seinem 5,5-Zoll-Dispaly.

Im Vergleich zu den Vorgängern wurde die Displaydiagonale des G5 allerdings reduziert - die Vorgänger G3 und G4 boten noch 5,5 Zoll große Bildschirme. Die Auflösung des IPS-Displays bewegt sich mit 2560 x 1440 Pixeln auf aktuellem Oberklasse-Niveau. Die daraus resultierende Pixeldichte von 534 ppi führt zu einer hohen Bildschärfe, auch Farben und Kontraste sind auf einem guten Niveau.

Das gilt allerdings nicht für die Bildschirmhelligkeit: Im Test wurde bei acht Messpunkten eine durchschnittliche Leuchtdichte von 297,5 cd/m² ermittelt. Am hellsten Punkt wurde ein Wert von 322 cd/m² gemessen, im Minimalfall waren es nur noch 272 cd/m². An sonnigen Tagen ist das für ungehemmtes Freiluftvergnügen zu wenig. 

Telefonieren gehört nicht zu den Stärken

Schon optisch zeigt LG, dass der Klang nicht die größte Bedeutung bei der Entwicklung des G5 gespielt hat. Der einzelne Lautsprecher wurde in der unteren Stirnseite links neben dem USB-Typ-C-Steckplatz positioniert und optisch längst nicht so prägnant gestaltet, wie das bei anderen Herstellern der Fall ist.

Allerdings muss dies nicht unbedingt viel über die klangliche Qualität aussagen. Denn die ist - wenn man vom Mono-Sound absieht - nicht mal so schlecht. Das Klangbild ist präzise, klar und halbwegs ausgewogen, auch wenn die Tieftöne nicht die Präsenz erhalten, die ihnen eigentlich zustehen. Das Gesamtergebnis wirkt dadurch etwas blechern - aber an dieser Stelle konnte bisher noch kaum ein Smartphone wirklich beeindrucken.

Das Telefonieren gehört nicht unbedingt zu den großen Stärken des G5. Damit steht es zwar beileibe nicht allein da, aber das überrascht (oder beser: enttäuscht) uns doch immer wieder - schließlich reden wir hier von Mobiltelefonen.

Aber zurück zum Thema: Schon wenn das Smartphone klassisch ans Ohr gehalten wird, wirken die Gesprächsbeiträge des Gegenübers leicht gedämpft. Die maximale Lautstärke ist spätestens dann zu gering, wenn das Smartphone in etwas lauteren Umgebungen genutzt wird.

Noch weniger kann die Freisprechmöglichkeit mit Hilfe des Lautsprechers und des internen Mikrofons überzeugen. Zunächst fällt ein leichtes Grundrauschen auf, im Gespräch lässt sich ein leichter Hall vernehmen und der Gesprächspartner klagt über eine vergleichsweise leise Übertragung.

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2 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • stefan00166
    "warum im Querformat nicht die ganze Breite ausgenutzt wird"

    Bei der Tastatur kann man in den einstellungen einstellen das die volle Breite benutzt wird
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  • Behrli
    Das smartphone der Zukunft. Schönes Design und Tauschbarer Akku sind für Samsung und Konsorten ja nicht machbar. Mein nächstes Handy wird ein LG wenn sie einen Nachfolger bringen.
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