LG G6: Großes Flaggschiff mit kleinen Schwächen bei Details

Kamera, Fazit

Kamera

Dualkameras haben sich bei Smartphones zu einem Trend entwickelt. Mittlerweile integrieren eine ganze Reihe von Fabrikanten zwei Linsen in der Rückseite, und bei LG kommt bereits die zweite Generation zum Einsatz. Mit Blick aufs Datenblatt wird dabei zumindest hinsichtlich der Anzahl der Megapixel-Anzahl abgerüstet: Beim G5 wurden Bilder mit maximal mit 16 Megapixeln aufgelöst, beim G6 sind an dieser Stelle noch 13 Megapixel drin.

Allerdings hat sich schon häufiger gezeigt, dass man die Bildqualität nicht nur an diesem einen Kriterium bemessen kann, schon gar nicht, seit immer mal wieder Hersteller auf weniger, aber dafür größere Pixel für eine verbesserte Lichtempfindlichkeit setzen. Mit einem Blendwert von f/1,8 verspricht das Smartphone an dieser Stelle eine gute Leistung - die allerdings in der Praxis auf Grenzen stößt.

Der Mehrwert der zweiten Linse wird von LG vor allem in der Möglichkeit gesehen Weitwinkelaufnahmen, also "breitere" Bilder zu bieten. Natürlich bietet auch die LG-Kamera-Software eine Vielzahl von Effekten, mit denen das Bild nach eigenem Gutdünken weiter verschönert werden kann.

Bei guten Lichtverhältnissen macht die Dualkamera des LG-Smartphones ansprechende Aufnahmen. Die Kontraste sind hoch, die Farben knackig, aber nicht überzeichnet. Wenn sich die Lichtbedingungen verschlechtern, lässt allerdings auch die Leistung spürbar nach. Vor allem die Detailschärfe leidet.

Die Videofunktion gibt sich hinsichtlich der Bildqualität auf der Höhe der Zeit. Videoaufnahmen können mit einer 4K-Auflösung aufgezeichnet werden - und überzeugen auch darüber hinaus: Die Bewegtbilder bieten eine natürliche Farbwiedergabe und gute Kontraste. Der Zoom liefert bei den Videos auch bei höchster Vergrößerung Bildergebnisse, die von kaum einem Konkurrenten geboten werden. Und während des Zoomens selbst werden die sonst üblichen Sprünge zwischen den einzelnen Stufen fast gänzlich vermieden, sodass auch ambitionierter Aufnahmen möglich sind.

LG G6

Viele kleine Detailschwächen

Das LG G6 ist sicherlich kein schlechtes Smartphone, das vor allem mit dem großen Display in einem dafür fast kompakten Gehäuse begeistern kann, das nahezu die gesamte Oberfläche nutzt. Das Phablet wird zwar grundsätzlich den Absprüchen an ein Oberklasse-Smartphone gerecht, das Gesamtbild wird jedoch von einer gehörigen Anzahl kleinerer Kratzer getrübt.

Und das beginnt schon beim Display, das hinsichtlich der Helligkeit ein paar Körner mehr vertragen hätte und auch kein sonderlich berauschendes Kontrastverhältnis bietet. Die Klangqualität begrenzt die Unterhalter-Fähigkeiten und die Bildqualität der Kamera lässt mit schlechter werdenden Lichtverhältnissen schnell nach.

Hardwareseitig bietet das Smartphone mit seinem Qualcomm Snadragon 821 ein leistungsstarkes SoC - den Unterschied zum nachfolgenden Snapdragon 835 dürfte kaum ein Nutzer im Alltag bemerken. Doch auch bei der Hardware finden sich Eintrübungen: Das G6 wurde mit einem Preisschild von 750 Euro vorgestellt, und da darf man heutzutage schon einen 64 Gigabyte großen Datenspeicher erwarten.

Fazit

Augrund der vielen Kleinigkeiten gibt es keine Kaufempfehlung für das LG G6. Unterm Strich liefert es zu wenige Gründe, warum es ausgerechnet dieses eine Smartphone sein soll. Dank der schon deutlich gesunkenen Preise, lohnt sich dennoch ein Blick darauf. Das Samsung Galaxy S8 (Plus) hat zwar etwas mehr Status-Faktor, besitzt aber auch ein für Brüche anfälligeres Display. Und das P10 Plus bringt nicht so viel Bildschirm in seiner größeren Umhausung unter. Aber da sind ja auch noch andere Konkurrenten, die ebenso brauchbare Smartphones zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten.

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